Keine eigenen Fotos, aber...

Begonnen von Dünnschliffbohrer, Oktober 27, 2013, 13:04:58 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Dünnschliffbohrer

trotzdem ein interessanter Verweis mit vielen Bildern - Speziell für unsere "Sand-Spezialisten". Der Fotograf ist übrigens der Sohn meines Vordiplom-Prüfers, Prof. Heinrich Zankl, welcher in Marburg das Gebiet der Karbonat-Sedimentologie vertrat, und dazu neben Arbeiten in den nördlichen Kalkalpen auch viel meeresgeologische Untersuchungen an den Korallenriffen der Karibik unternahm.

Die Karbonatsedimentologen sind bekanntlich die Spezialisten für "Krümelpaläontologie", d.h. die Analyse der von Brandung und anderen Tieren zerriebenen und zerbröselten Reste von Kalkskeletten von Kalkalgen und Invertebraten, um daraus dann den marinen Ablagerungsraum von Kalkgesteinen rekonstruieren zu können. Vorrausgesetzt es finden sich entsprechende "Fossil"-Reste in den Dünnschliffen wieder.

Die Karbonatsedimentologen nehmen dazu nur ausnahmsweise das Polmi, viel lieber wegen der geringeren benötigten Vergrößerung und vor allem dem größeren Sehfeld das Stemi,

schleifen nicht auf Normschliffdicke wie die Mineralogen, sondern lassen den Schliff meist beträchtlich dicker um die Fossilreste besser erkennen zu können,

und nehmen viel größere (und dickere) Glasplatten als Objektträger (also kein "Gießener Format") um größere Ausschnitte erfassen zu können.

Insofern ist dieser Zweig der Dünnschliffmikroskopie auch dem Hobbyisten 1)apparativ, 2) handwerklich und 3)interpretativ (d.h. keine Kristalloptik, nur Kenntnisse der marinen Kalkalgenflora und der skelettbildenden Meerestiere) viel leichter zugänglich.

Nun aber zu dem Verweis:
http://solvinzankl.photoshelter.com/gallery/Carbonate-sand/G0000iCBoCluXsg4/

bzw. aus der "Bildzeitung für so gen. Intelektuelle":
http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/ozeane-zankl-und-abromeit-praesentieren-bildband-a-929988.html

Viel Spass beim Ansehen,

- Dsb.
"Und Gott sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; und er schuf um ihn Laubmoose und Lebermoose und Flechten und ein Mikroskop!"
[aus: Kleeberg, Bernhard (2005): Theophysis, Ernst Haeckels Philosophie des Naturganzen,  S. 90]