Ultraschallreinigungsgerät

Begonnen von Dypsis, Dezember 17, 2012, 07:55:47 VORMITTAG

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Bastian

Das Emmi 20HC ist sicher ausreichend groß, ohne nun genau zu wissen was Du mikroskopierst.
Das Teil aus China ist noch kleiner und reicht für meine Dinge aus. Anschliffe von 20-32mm ø und den gelegentlichen Dünnschliff, sowie die Grobreinigung der gesägten Probenquader...

Bastian

mikromeister

#16
Diese Ultraschallbäder gibt es in den letzten Jahren aus China in erstaunlicher Qualität für wenig Geld.
Teuere Geräte sind oft einfach größer und haben eine gleichmäßiger über die  ganze Wanne verteilte Schallleistung.
Für kleine Teile kann so ein Brillen-Ultraschall durchaus gute Ergebnisse liefern.
Für einen sinnvollen Einsatz muss man aber einiges Wissen und nicht das Falsche erwarten.

Je höher die Frequenz, desto sanfter ist das Bad und umso kleiner Partikel gehen weg
Die Effektivität sinkt ab er mit der Frequenz stark.
42 Khz ist bei Standardgeräten hoch, 25 Khz eine niedrige Frequenz.

Der Entgasungszustand des Wassers ist extrem wichtig für die Reinigungsleistung.
Frisches Leitungswasser  würgt jedes Ultraschallbad ab.
Abkochen, destilliertes Wasser und lange mit dem Ultraschall selber entgasen hilft hier.

Ultraschall wirkt am besten bei Fettverschmutzungen und am schlechtesten bei Oxidierung.
Die Badchemie, im einfachsten Falle Spülmittel, spielt hier eine wichtige Rolle.

Man kann ein Bad prüfen, indem man auf die Oberfläche des Wassers eine Alufolie legt.
Nach einiger Zeit kann man an den mattierten Stellen sehen wie die Schallleistung verteilt ist.

Eine glatte feste Oberfläche wird man durch Bürsten und Wischen in der Regel sauberer bekommen als mit einem einfachen Ultraschallbad.
Ultraschall lohnt hauptsächlich für Teile mit schlecht zugänglichen Strukturen.
Vielen Dank und freundliche Grüße

Markus


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Dypsis

Hallo Ultraschallbader,

aaaalso das Ding ist heute angekommen. Sieht für das Geld echt gut aus – und ich bin da eher kritisch.
Sogar die Bedienungsanleitung wird auf 2 DIN A4-Seiten richtigem deutsch vorgelegt. Nicht in chinesisch-deutsch, sondern so richtig deutsch-deutsch (eine Seite nehmen alleine die Sicherheitshinweise ein  ;D).
Und es tut was es soll. Es lässt den Finger schmerzen (ungewohnter Schmerz, den kannte ich so bisher nicht) und reinigt Brillen aufs Vorzüglichste.
Korrodierte Schrauben kann es nicht entrosten und auch nicht vernickeln. Schade eigentlich ;D

Ich bin mit dem Kauf sehr zufrieden und werde sicher so manches verfettete, verranzte Teil darin ultraschallbadern.

Beste Grüße
Thomas
Ich bevorzuge das forumsübliche Du!

peter-h

Liebe Ultraschaller,

den Alu-Folientest kannte ich nicht. Also bei meinem alten BANDELIN mit 100 Watt, 40 kHz mal ein Stück Folie ins Wasser gelegt und ab. Es dauerte höchstens 2 Minuten, da hatte das glänzende Stück überall Löcher. Kaum zu glauben wie diese Kräfte wirken. Den Finger wollte ich danach nicht ins Bad hängen  :o

Gruß
Peter

Eckhard F. H.

Hallo Gemeinde,
die Wirkung dieser Geräte auf Alufolie ist nun geklärt. Wie aber ist ihre Wirkung auf biologisches Gewebe? Mich interessiert speziell die auf pilzliches. Vielleicht könnte mal jemand ein winziges Stückchen Marktchampignon solchen Attacken aussetzen, das Resultat grob im Mikro betrachten und hier davon berichten.
Gruß - EFH

Wilfred Mott

Hallo,

ich entschuldige mich für die Exhumierung. Den Thread hatte ich gefunden, als ich für einen Bekannten Recherche bzgl. Ultraschallreinigern betrieben habe, dieser hat die Hinweise dankend aufgenommen aber mich gebeten einen Sicherheitshinweis einzuschreiben:

Sollte man den Finger reinhalten, sollte dies nur sehr kurzzeitig geschehen. Bei längerfristiger Einwirkung von Ultraschall kann es zur Knochenhautschädigung kommen.

Dies habe ich auch als Warnhinweis im Internet auf die schnelle verifizieren können:

Zitat
Hände sollten nicht in das Ultraschallbad getaucht werden.

Das dabei entstehende Kribbeln kann darauf hindeuten, dass sich die Knochenhaut löst. Auch die Blutgefäße und die Nervenenden können dadurch Schaden nehmen. Das Füllgut ist besser mit Holz- oder Kunststoffzangen oder - pinzetten heraus zu nehmen.

Quelle: http://www.eurogrube.de/haus-und-garten/ultraschallreiniger.htm

Sicher wird einem die Hand nicht abfallen, wenn man den Finger mal für eine Sekunde reinhält - da möchte ich gar nicht den Teufel an die Wand malen... Aber man weiss ja nie, ob jemand das Kribbeln am Ende noch als angenehm empfindet und sich denkt: Schaden tut's nicht. Es werden ja ganze Doktorarbeiten zur Bergung rektal eingeführter Alltagsgegenstände oder Penisverletzungen durch Vorwerk-Staubsauger geschrieben ;-)

Er hat sich jetzt übrigens eines der günstigen, empfohlenen Geräte geholt und ist mit dem Preis-/Leistungsverhältnis sehr zufrieden. Das Gerät erreicht naturgemäß nicht die Leistung des Industriereinigers an seinem Laborarbeitsplatz ist aber auch keinesfalls für die Katz. Und einige dutzend Euro gegenüber einem größeren dreistelligen, oder gar vierstelligen Betrag sind im privaten Bereich ein großes Argument ;-)

Herzliche Grüße,
WM.
Glauben Sie nichts, bis ich es Ihnen beweise. Aber solange ich es Ihnen noch nicht bewiesen habe, müssen Sie mir schon mal glauben!

Gerne per Du.

jochen53

Hallo,
längere oder öfters auftretende Einwirkung von Ultraschall schädigt das Gehör und wenn man die Finger eintaucht, auch die Gelenke und wer weiß was sonst noch. Unsere Untraschallbäder im Labor werden daher grundsätzlich nur unter Schallschutzhauben betrieben, auch wenn sie nur gelegentlich benutzt werden. Ich hatte früher, wenn ich ca. 10 Min. neben einem laufenden Ultraschallbad gearbeitet habe, Schmerzen in der Gegend des Kiefergelenks und Sprachkoordinationsschwierigkleiten. Die Geräte sind nichts für Hobbyisten.