Sehfeldzahlen und Strichplatten, oh oh Mogelpackung?

Begonnen von talrand, August 25, 2014, 13:14:26 NACHMITTAGS

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talrand

 :)
Liebe Kollegen und Kolleginnen in Mikro.
Bei meinen Kauf- und Suchorgien zu Leitz Wetzlar Periplan GF 12,5x Okularen mit M ist mir folgendes aufgefallen:

Ich erwarb ein Pärchen 12,5x mit 18er Sehfeldzahl (SZ) für 170mm Tubuslänge und 18 mm Bildlage und glaubte, das die passende Platte 19mm haben müsse, da die Platte ja noch mit einem Rändel verschraubt wird, der etwas vom Rand abdeckt. (Nöh, die Platte hat, wie sich später rausstellt 17,5mm!!)

Gesagt , getan, 19er Platte mit Strichkreuz 10/100 gekauft. Da ich aber oben besagtes M-Okular mit eingebauter seltener 12/120 er Strichkreuzplatte erworben hatte, bei dem das Frontelement beschädigt war: Abplatzer durch spitzen Aufprall bei der Frontlinse, dazu etwas Muschelbruch am Rand, suchte ich ein Ersatzokular. Bei Ebay ein ähnlich aussehendes Pärchen mit Formatplatte erworben, auseinander genommen, uff Formatplatte hat 16 mm Durchmesser.

Zurückgeschickt und netterweise ein modernes Pärchen, d.h. Tubuslänge 160mm und Bildlage 10 mm vom Tubusrand mit SZ 20 bekommen.
Was glaubt ihr, hatte die eingebaute Platte, na? 21mm??
19mm, was sonst!!
Ja, ist die SZ denn eine Mogelpackung?
Der nette Herr Thilo Immel hat mir mal bei einer telefonischen Anfrage gesagt, Mensch Sie können alles fragen, bloß bleiben Sie mir vom Leib mit Strichplatten, das ist ein Chaos ohne Ende!
Da sagt ich Ihnen nix!!
Recht hat er, oder?
Randolf aus Duisburg

Hund Medicus HF mit schiefer Beleuchtung (Kreutzblende) und Dunkelfeld.

talrand

Ihr dürft hier ruhig mal was sagen, oder ist das Thema so langweilig? Oder zu brisant?

Auf dann,
Randolf
Randolf aus Duisburg

Hund Medicus HF mit schiefer Beleuchtung (Kreutzblende) und Dunkelfeld.

Klaus Henkel

Zitat von: talrand in August 25, 2014, 13:14:26 NACHMITTAGS
:)
Liebe Kollegen und Kolleginnen in Mikro.
Bei meinen Kauf- und Suchorgien zu Leitz Wetzlar Periplan GF 12,5x Okularen mit M ist mir folgendes aufgefallen:

Ich erwarb ein Pärchen 12,5x mit 18er Sehfeldzahl (SZ) für 170mm Tubuslänge und 18 mm Bildlage und glaubte, das die passende Platte 19mm haben müsse, da die Platte ja noch mit einem Rändel verschraubt wird, der etwas vom Rand abdeckt. (Nöh, die Platte hat, wie sich später rausstellt 17,5mm!!)

Werter Kollege in Mikro!
Erstens eine Bitte: Führen Sie bitte-bitte keine Abkürzungen ein, die nicht in der wiss.-opt. Literatur seit mindestens 50 bis 100 Jahren eingeführt und bekannt sind. Und nur zur Kenntnis: die Literatur in Sachen Mikroskopie ist äußerst arm an akzeptierten Abkürzungen.

Besten Gruß
KH


Werner

Hallo Randolf!

Die Sehfeldzahl hat aber nichts mit der Strichplatte zu schaffen, sie ist der Durchmesser der Feldblende bzw. was man durch die Okularlinse sieht.
Alle Strichplatten sind geeignet, außer sie sind zu groß, zu dick oder fallen durch das Loch. Unterschiede werden durch einen Messingring oder ersatzweise einen Ring/Spirale aus Kupferdraht ausgeglichen (gegen Verrutschen).

Gruß   -   Werner

Klaus Henkel

Zitat von: talrand in August 25, 2014, 13:14:26 NACHMITTAGS
:)
Liebe Kollegen und Kolleginnen in Mikro.

Gesagt , getan, 19er Platte mit Strichkreuz 10/100 gekauft. Da ich aber oben besagtes M-Okular mit eingebauter seltener 12/120 er Strichkreuzplatte erworben hatte, bei dem das Frontelement beschädigt war: Abplatzer durch spitzen Aufprall bei der Frontlinse, dazu etwas Muschelbruch am Rand, suchte ich ein Ersatzokular. Bei Ebay ein ähnlich aussehendes Pärchen mit Formatplatte erworben, auseinander genommen, uff Formatplatte hat 16 mm Durchmesser.

Zurückgeschickt und netterweise ein modernes Pärchen, d.h. Tubuslänge 160mm und Bildlage 10 mm vom Tubusrand mit SZ 20 bekommen.
Was glaubt ihr, hatte die eingebaute Platte, na? 21mm??
19mm, was sonst!!
Ja, ist die SZ denn eine Mogelpackung?
Der nette Herr Thilo Immel hat mir mal bei einer telefonischen Anfrage gesagt, Mensch Sie können alles fragen, bloß bleiben Sie mir vom Leib mit Strichplatten, das ist ein Chaos ohne Ende!
Da sagt ich Ihnen nix!!
Recht hat er, oder?

Ja und nein, verehrter Kollege in Mikro!

Ja, was die Äußerung von Th. Immel anbelangt. Nein, was Sie mit Mogelpackung meinen.

Stellen Sie mal folgenden Ablauf vor:

1. Anruf (intern) von Fertigigung an Konstruktionsbüro in Wetzlar: Wir habbe dahier no a paar hunnert Fassungsgewinderinge für Meßplättsche mit 16 mm Dorschmessä. Was solle mer met denne afange?

2. Anruf (intern) Konstruktionsbüro an Vertrieb: In der Fertischung habbe se fürs Periplanokular noch 16er Gewinderinge für Meßplättchä über, habbe ihr was dagesche, wenn mer enne Serie Periplan ufflesche mit an engere Dorschmesseä von der Blende für die Meßplättschä?

3. Antwort von Vertrieb (intern) an Konstruktion: Nä, mach no. Is doch egal wie groß des Loch is, Hauptsach ma sieht die Skala sauber.

4. Antwort von Konstruktionsbüro (intern) an Disponent in Fertigung: Komm mol ruff zu mir, ich mach dir enne Skizze für e Serie Periplan, wo du die Sechzehner nei dun kannst, dann hast sie wech.

Da muß man nicht gleich an Mogelpackungen und Weltverschwörungen denken.
Ich war Jahrzehnte in der Industrie tätig. Mit echter Hardware und Gewinden, nicht nur mit Gas.

Nix für ungut, Mikrokollege!

KH

klausLM

Lieber Herr Henkel,
danke für Ihren Beitrag.

Gruß aus Hessen
Klaus

talrand

#6
 ;D
Na bitte, klappt ja, lasst euch also doch provozieren!

ZitatDie Sehfeldzahl hat aber nichts mit der Strichplatte zu schaffen, sie ist der Durchmesser der Feldblende bzw. was man durch die Okularlinse sieht.

;D
Hat sie doch: Die Feldblende ist, wenn sie als Bild-begrenzender Teil funktioniert und nicht zwischen einem Smythelement und der Feldlinsengruppe liegt, wo das Bild durch das Smythelement aufgeblasen wird, wie z.B. bei den 84, 100 oder jetzt auch 120 Grad Nagler, Meade und Co. Okularen für die Astronomie, tja da ist die Feldblende mit dem wahren Gesichtsfeld mathematisch verknüpft. Phi = 2x arctan (d Index Feldblende/ 2f Objektiv). Zumindest ist das bei den astronomisch verwendeten orthoskopischen und anderen manierlichen Okularen ( mit bis 60 Grad Bildfeld) so.

Bei besagtem 12,5x Okular mit der 17,5er Strichplatte kann man mittels der 12mm/120er Teilung und einem günstig liegendem Objekt am Rande des Bildes die Größe des zu sehenden Bildfeldes relativ genau abschätzen! Objektiv war ein halbwegs vernünftiges Leitz EF, also bis zu 18mm plan.
Das hatte ich vorher gemacht und wisst ihr was rauskam? 19mm exakt!
Die Feldblende ist der engste Teil des Objekt-nahen Okulares und das ist neben der Frontlinsenfassung auch die Fassung für die Strichplatte, denn dort liegt das scharfe Bild in der Zwischenbildebene!
Nachvollziehbar oder sehe ich was falsch?

Bei den in der Astronomie üblichen 1 1/4" Okularen, also Aussendurchmesser 31,75mm, ist die größte machbare Feldblende 28mm, d.h. für Hülse und Fassung gehen etwa 3,8mm weg. Meistens gibt's aber nur 26mm.
Das auf 23,2mm Mikroskopokulare übersetzt, hieße, maximal 19,5mm machbar und nicht 20mm.

Dass irgendwelche vorhandenen Strichplatten an den Mann gebracht werden müssen, bei deren Produktion 50% Ausschuß entsteht und dann für 120DM an den Mann gebracht wurden, ist mir auch völlig klar. Das war übrigens gerade ne Insiderinformation.

Der langen Rede kürzer Sinn ist, dass ich entsetzt war über die Vielzahl von Falschkäufen, obwohl man (ich) nur eine Platte bzw ein Ersatzokular für das 12,5x 18 haben wollte.

Ärgert sich aus Duisburg

Randolf aus Duisburg

Hund Medicus HF mit schiefer Beleuchtung (Kreutzblende) und Dunkelfeld.

talrand

#7
Sorry, Unsinn gemacht!
Kann man das löschen?
Randolf
Randolf aus Duisburg

Hund Medicus HF mit schiefer Beleuchtung (Kreutzblende) und Dunkelfeld.

talrand

#8
 ;D
Hallo lieber Klaus Henkel,
Erst noch einmal: sehr schönen Dank für deine Mikrofibel, ich habe sie schon in meinem Vorstellungthread überaus gelobt. Ich meine es wirklich so, ohne Ironiemodus!

ZitatDa muß man nicht gleich an Mogelpackungen und Weltverschwörungen denken.
Ich war Jahrzehnte in der Industrie tätig. Mit echter Hardware und Gewinden, nicht nur mit Gas.

Au ha, und was haben wir gemacht? Bei Siemens in Dresden oder AMD oder in North Tyneside (Simec processors and wafers) im Staub und Schlamm gekrochen, Strippen gezogen, um mit Apix oder Hycosmo2 und Delta F deren Prozessgasleitungen auf 0,1 ppb  und noch tiefer zu messen, Feuchte bis 30 ppt und sub Mikrometer Partikel vor Ort mitten in der Baustelle mit HPGP101. Und das soll ohne Hardware, VCR-Verschraubungen (Swagelok) und Ventile oder sowas gehen? Da gab's Gewinde noch und noch, und man mußte ohne Ende improvisieren!.

Und ich kann dir sagen (wollt ich hier eigentlich nicht erzählen), dass ich 2003 bis 2005 kurzfristig unseren erkrankten Produktionschef in Krefeld vertreten habe (mit über 100 Mitarbeitern) und ganz nebenbei noch SAP einführen mußte. Frag mal bei VW, BMW oder Leitz, wie das deren Firmen in die Bredouille gebracht hat, VW mußte bekanntlich dank SAP nicht vorhandene Ersatzteile aus fertigen KFZ ausbauen, um überhaupt welche zu haben und bei BMW hat die erboste Belegschaft 7er Hauben in 5er Chassis gekloppt!
Also bitte, immer schön manierlich sein, ich war nicht nur im Büro und habe Däumchen gedreht und Elfenbeintürmchen gespielt.
So mancher Headhunter hat bei mir vergebens angeklingelt.
Also Industrie kann ich zur Genüge!

Trotzdem bin ich wieder lieb jetzt, gelle?
Ich gebe dir übrigens auch Recht zu deiner Bestätigung der Immel'schen Exklamation, der hatte wirklich vollkommen Recht mit seiner Einschätzung der konfusen "Plattenlage".

Euer "friedlicher" Randolf

Randolf aus Duisburg

Hund Medicus HF mit schiefer Beleuchtung (Kreutzblende) und Dunkelfeld.

Gerd Schmahl

Uff, Randolf,
da waren aber wieder viele Abk. drin und nicht mal aus d. Mikroskopie!
LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

talrand

#10
 ;)
Hallo lieber Gerd,
(Da ist ja die Kavallerie -in Anklang an den BAP Song Kristallnacht: da rettet kein Kavallerie, keene Zorro kümmert süsch drüm, dä psst höchstens ne Zett in de Schnie und fällt lallend vor Lässischkeet üm........)...

:D
Nöh, diesmal garnicht, oder?


(Der Wahnsinn, was die automatische Wortergänzung hier so treibt, bin nur noch am korrijiere)

LG
Randolf
Randolf aus Duisburg

Hund Medicus HF mit schiefer Beleuchtung (Kreutzblende) und Dunkelfeld.

talrand

#11
  ;)
Guten Morgen, liebe Leser,
Ich darf mal aus Wikipedia zitieren, die Zeiss und unsere Mikroskopie de als Quelle angeben:

ZitatDie Sehfeldzahl gibt für Okulare in der Lichtmikroskopie den Durchmesser des Objektfeldes multipliziert mit der Vergrößerung des verwendeten Objektivs in mm an. Sie ist bei besseren Okularen häufig neben der Angabe der Vergrößerung eingraviert. Für Okulare, bei denen ein reelles Bild vor der ersten Linse entsteht, z. B. bei Plößl-Okularen, findet sich dort die Feldblende mit diesem Durchmesser.............
Bis auf Verzeichnungseffekte am Rande des Bildfeldes ist die halbe Sehfeldzahl geteilt durch die Okularbrennweite gleich dem Tangens des halben Bildfeldwinkels. Bei Wechselokularen für Fernrohre wird statt der nützlicheren Sehfeldzahl werbewirksam der Bildfeldwinkel angegeben.

Na, also, sag ich doch; so falsch lag ich doch garnicht. Übrigens stellt man bei einem Meßokular mit Strichplatte erst die Skalierung auf der Platte durch Verstellung der Augenlinse scharf und fokussiert dann das Bild des Objekts in diese Ebene, nämlich die Zwischenbildebene. Hegt da jemand Zweifel an der Darstellung?
Dann bitte melden.
;D

LG
Randolf
Randolf aus Duisburg

Hund Medicus HF mit schiefer Beleuchtung (Kreutzblende) und Dunkelfeld.