Laboval 2 - Erfahrungen

Begonnen von stropharia, Dezember 09, 2014, 19:32:18 NACHMITTAGS

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stropharia

Hallo liebe Community,

bis vorhin hatte ich noch kein wirklich aussagekräftiges in Aussicht ->http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=21641.0

Nun habe ich von einem Bekannten erfahren, dass er noch eine alte Laboval 2 rumstehen hat, die ich mir leider erst am Freitag oder Samstag anschauen kann (oh Gott, ich bin so ungeduldig  ;D), um mal ein Testpräparat unter die Linse zu legen und allgemein mal zu schauen, ob das Mikro mir zusagt.
Bisher hört es sich ziemlich gut an, hat alle Objektive die ich benötige, es ist binokular, Kreuztisch, laut den Aussagen meines Bekannten sollen alle Triebe ohne Spiel und leichtgängig sein, keine Delaminationen oder sonstige Schäden an der Optik.

Hier hat doch aber sicherlich noch jemand Erfahrungen mit einer Laboval 2 und kann ein bisschen was aus dem Nähkästchen plaudern.

Und gibt es etwas zu beachten was das Gerät angeht, irgendwelche Kinderkrankheiten oder Auffälligkeiten, negativer wie positiver Natur?

Danke schonmal für eure Antworten

Liebe Grüße, Bea



Gerd Schmahl

Hallo Bea,
ich arbeite relativ häufig mit dem LABOVAL. Wir haben zwei in der Schule, an der ich tätig bin. Gegenüber anderen Mikroskopen hat es die Besonderheit der Kombinationstriebes. d.h. Grob- und Feintrieb sind am gleichen Rädchen zu bedienen. Wenn Du die Drehrichtung änderst hast Du zunächst erstmal den Feintrieb. Wenn der abgelaufen ist setzt der etwas schwerer gehende Grobtrieb ein. Daran hat man sich sehr schnell gewöhnt. Nachteile hat dieser Trieb eigentlich nur beim Fotografieren und da speziell beim Staken, also dem Stapeln mehrerer Bildebenen. Da möchte man dann schon etwas mehr Feintrieb haben, wenn das Objekt etwas dicker ist.

Nicht ganz selbsterklärend ist die Einstellung der Beleuchtung. Statt Schrauben zum Verstellen des Spiegels, gibt es über dem festen Spiegel am Lichtaustritt zwei Rändelringe, mit denen man zwei sehr flache Glaskeile gegeneinander verdrehen kann. Damit wird die Beleuchtung auf den Kondensor zentriert.

Wenn Du möchtest kann ich Dir die Gebrauchsanleitung für das LABOVAL III senden, das sich nicht so sehr vom LABOVAL II unterscheidet (kurze e-mail an mich - Briefsymbol unter meinem Foto). Wenn Du gezielt danach fragst, findet sich im Forum bestimmt auch jemand, der die vom LABOVAL II hat.

Ich finde dass das LABOVAL ein sehr gutes und zuverlässiges Routinegerät ist: Licht anschalten und los gehts. Die Ausbaufähigkeit ist bedingt gegeben. Was MICH gegenüber den anderen Geräten der MIKROVAL-Serie (AMPLIVAL, ERGAVAL u.a.) etwas stört ist, dass es keinen Wechselrevolver hat. Man muss dann halt die Objektive rein- und rausschrauben, wenn man mal ein spezielles braucht oder z.B. beim Wechsel von "normalem" Durchlicht auf Phasenkontrast. Da ist man auf die 4 Aufnahmen im Revolver angewiesen. Mehr geht erstmal nicht, auch wenn es für das LABOVAL einen 5er Revolver gab, den man aber dann richtig anschrauben statt aufstecken muss.

Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

stropharia

Hallo Gerd,

Danke für deine Antwort!

ZitatNicht ganz selbsterklärend ist die Einstellung der Beleuchtung. Statt Schrauben zum Verstellen des Spiegels, gibt es über dem festen Spiegel am Lichtaustritt zwei Rändelringe, mit denen man zwei sehr flache Glaskeile gegeneinander verdrehen kann. Damit wird die Beleuchtung auf den Kondensor zentriert.

Das Mikro soll zwei Zentrierschlüssel besitzen, um das Licht auf den Kondensor zu zentrieren, meinst du das mit den Rändelringen? (Sorry, wahrscheinlich eine doofe Frage, aber ich bin leider noch ein Noob)

ZitatWenn Du möchtest kann ich Dir die Gebrauchsanleitung für das LABOVAL III senden, das sich nicht so sehr vom LABOVAL II unterscheidet (kurze e-mail an mich - Briefsymbol unter meinem Foto). Wenn Du gezielt danach fragst, findet sich im Forum bestimmt auch jemand, der die vom LABOVAL II hat.

Danke für das Angebot, es existiert zwar eine Gebrauchsanleitung in Druckform dazu, aber dann kann ich ja schonmal etwas schmökern :) E-Mail folgt.

ZitatIch finde dass das LABOVAL ein sehr gutes und zuverlässiges Routinegerät ist: Licht anschalten und los gehts. Die Ausbaufähigkeit ist bedingt gegeben. Was MICH gegenüber den anderen Geräten der MIKROVAL-Serie (AMPLIVAL, ERGAVAL u.a.) etwas stört ist, dass es keinen Wechselrevolver hat. Man muss dann halt die Objektive rein- und rausschrauben, wenn man mal ein spezielles braucht oder z.B. beim Wechsel von "normalem" Durchlicht auf Phasenkontrast. Da ist man auf die 4 Aufnahmen im Revolver angewiesen. Mehr geht erstmal nicht, auch wenn es für das LABOVAL einen 5er Revolver gab, den man aber dann richtig anschrauben statt aufstecken muss.

Ausbaufähigkeit im Sinne von, es gibt einfach keine Ersatz- bzw. Ausbauteile für dieses Modell oder im Sinne von, der Gebrauchtmarkt gibt nichts her? Aber eigtl brauche ich für mein Vorhaben zunächst auch keine anderen Anforderungen als Hellfeld und min. 400x Vergrößerung, glaube ich zumindest. Die Ansprüche an ein Gerät steigen ja auch erst mit ihrem Gebrauch und der Erfahrung ;D

Liebe Grüße, Bea

Peter Reil

Hallo Bea,

wenn du wirklich Pilze mikroskopieren willst, so braucht es eine anständige, kräftige Beleuchtung. Ob die "normal" enthaltene Lampe (6V 5W) bei Gebrauch des 100er Objektivs ausreichend ist, wage ich zu bezweifeln.

Was ein "Pilzlermikroskop" zudem braucht, ist eine geeichte Messmöglichkeit, damit Sporen, Zystiden etc. messbar sind.

Aber natürlich ist alles eine Frage des Preises und des Anspruchs.

Freundliche Grüße
Peter R.

PS: Hilfestellung kannst du bestimmt in einem Pilzverein oder Pilz-Arbeitskreis bekommen.
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

stropharia

Hallo Peter,

Danke für Deine Antwort!

Zitatwenn du wirklich Pilze mikroskopieren willst, so braucht es eine anständige, kräftige Beleuchtung. Ob die "normal" enthaltene Lampe (6V 5W) bei Gebrauch des 100er Objektivs ausreichend ist, wage ich zu bezweifeln.

Ich werde ein Testpräparat bereit halten und schauen, ob ich anständig beobachten kann, was ich beobachten möchte. Ich bekomme das Mikro ziemlich günstig (Freundschaftspreis), sprich ich könnte die Beleuchtung umrüsten auf eine stärkere Beleuchtungsmöglichkeit ohne das es finanziell allzu wehtun würde. Aber erstmal schauen und ausprobieren, ich werde berichten.

ZitatWas ein "Pilzlermikroskop" zudem braucht, ist eine geeichte Messmöglichkeit, damit Sporen, Zystiden etc. messbar sind.

Ich bekomme ein Objektmikrometer (ich glaube sogar das Orginal von Zeiss Jena) dazu, wenn ich möchte, falls du das meintest?

ZitatPS: Hilfestellung kannst du bestimmt in einem Pilzverein oder Pilz-Arbeitskreis bekommen.

Leider gibt es weder ein Mikroskop-Verein noch einen Pilz-Verein in meiner unmittelbaren Nähe, alles liegt irgendwie zu weit weg um sich regelmäßig zu treffen (vielleicht liegt es auch an mir, aber fast 80 km bis zum nächsten Verein sind mir irgendwie zu weit, wo ich doch in der Nähe einer größeren Stadt lebe)

Liebe Grüße, Bea

Gerd Schmahl

Hallo Peter,
das Laboval sollte eigentlich eine dimmbare 6V 10W Halogenlampe haben. Kann natürlich sein, dass das LABOVAL 2 noch die alte Glühlampe hat (6V/15W), zu der dann auch ein externes Netzteil gehört. Die Geräte in meiner Schule haben die Halogenbeleuchtung. Kann aber sein das es LABOVAL 3 sind. Das weiß ich nicht so genau.

Hallo Bea,
ich meine mit den Rändelringen die im folgenden Bild mit Nr. 34 gekennzeichneten Ringe.


Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.