Lichtspielereien mit Leopardenjaspis

Begonnen von Schrodt, Februar 16, 2016, 15:43:20 NACHMITTAGS

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Schrodt

Hallo Mikrofreundinnen und Mikrofreunde,

nachdem ich vor einiger Zeit untersucht habe, wie sich zusätzliches schiefes Auflicht beim Dunkelfeld auswirkt, stelle ich hier einige Ergebnisse
meiner Versuche mit schiefem Auflicht bei Durchlicht-Hellfeld und Polarisationskontrast vor.

Technische Daten:
Mikroskop Leitz Orthoplan  •  Objektiv PL APO 10 / 0.40 mit freiem Arbeitsabstand 2.03 mm  •  Vergrößerungswechsler 1.25 x  •  Durchlicht :
Halogenlampe 12 V 100 W  •  Schiefes Auflicht: 1 W LED-Leuchte  •  Digitale Kompaktkamera Conon PowerShot G11 mit Eigenbau-Adapter  •
Sehfeld ø 2,2 mm.

Für die Versuche habe ich ein Motiv aus einem Dünnschliff vom Leopardenjaspis verwendet. Da ich keine eigene Einrichtung zur Herstellung von
Dünnschliffen mehr habe, hat der Mikrofreund Gerhard Walz ( Moräne ) den Schliff mit einer Dicke von ca. 30 µm für mich angefertigt.

Nachstehend zeige ich folgende Mikrofotos:

1. Hellfeld  •  2. Hellfeld + schiefes Auflicht  •  3. Polarisationskontrast  •  4. Polarisationskontrast + schiefes Auflicht  •  5. Polarisationskontrast  
   + Kompensator Rot I  •  6. Polarisationskontrast + Kompensator Rot I + schiefes Auflicht.

1.


2.


3.


4.


5.


6.


Fazit:

Das schiefe Auflicht führt zu erheblichen Veränderungen der Farben !

•  Beim Hellfeld mit braunem Untergrund erhält man ein lebhaftes Farbbild mit blauem Untergrund.

•  Beim Polarisationskontrast mit gekreuzten Polarisatoren wird das Bild aufgehellt und der Untergrund verändert sich von dunkelblau in hellblau.

•  Beim Polarisationskontrast mit gekreuzten Polarisatoren + Rot I  wird das Bild aufgehellt und die Untergrundfarben verändern
  sich verstärkt in Richtung grün-blau-rot.

•  Interessant ist besonders, dass man beim Durchlicht-Hellfeld mit der schiefen LED-Beleuchtung ohne Polarisation ein lebhaftes 
   Farbbild erzielen kann !       

Anmerkung:

Auch eine waagerechte zusätzliche LED-Beleuchtung des Objektträgers führt schon zu Farbveränderungen des mikroskopischen Bildes.
Diese sind jedoch nicht so ausgeprägt wie bei der schiefen Beleuchtung !

Die Farbveränderungen sind bei den einzelnen Gesteinen sehr unterschiedlich !

Viel Spass beim Anschauen.

Jürgen aus Hemer

vbandke

#1
Guten Abend, Jürgen, 5 & 6 sind mir ein wenig zu "psychedelisch", die #4 hingegegen, die gefällt mir richtig gut!


Mit besten Grüßen


Volker


Edit: Tippfehler korrigiert
P.S. Alle meine Bilder dürfen/sollen kommentiert, verrissen, gelobt, und zur Veranschaulichung in diesem Forum auch bearbeitet werden.

moräne

#2
grüß Dich Jürgen

Du holst sehr viel mehr an Details ans Licht als ich mit dem Laborlux bei Tageslicht sehen kann.
Ich konnte mit " Polarisationskontrast " XPL  recht wenig sehen, einzig der Kristall in der Mitte rechts, deutet mir an, das ich eventuell dünn genug bin.
Ich möchte mit meinem Bild ( ich hoffe es ist nicht fehl am Platz hier) auch diese weiß- rötliche Masse zeigen, die örtlich wie eine Wolkenschicht den Dünnschliff bedeckt.
Ich werde noch zwei weitere Schliffe machen , und seh`n ob es noch dünner geht.
und Du kennst ja meine " Schleifgeschwindigkeit" - es wird dauern



grüß Dich
Gerd

Schrodt

Hallo Volker,

es freut mich, dass Dir das Bild 4 gefällt. Die Farben der Bilder 5 und 6 sind halt " psychedelisch ", da ich bei allen Bildern
die Polarisationsfarben bewusst nicht digital verändert habe, um die Wirkung der schiefen LED-Auflichtbeleuchtung zu zeigen.

Mit herzlichen Mikrogrüßen
Jürgen aus Hemer

Schrodt

Hallo Gerd,

vielen Dank für das Eistellen deines Bildes.
Ich bin auf die weiteren Schliffe gespannt. Vielleicht gelingt Dir bei dem dichten Material eine Dicke von 25 µm, dann wird dein Bild auch bei der Beleuchtung mit Tageslicht heller.

Beste Grüße
Jürgen aus Hemer