Mikroskopanfänger mit Metallux 3

Begonnen von kannstmasehn, November 01, 2017, 13:28:50 NACHMITTAGS

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kannstmasehn

#15
Zitat von: hal2000 in November 02, 2017, 10:58:42 VORMITTAG
Bei deiner Version hast du ja kein Objektiv vor der Kamera und musst zwingend einen Adapter haben.
Bei meiner Variante habe ich den kompletten Tubus (bei dir der Trinokulartubus) abgebaut und habe sodann keine
Optik mehr zwischen Kamera und Mikroskop-Objektiv. So konnte ich die Kamera mit Objekiv (sogar Zoom) verwenden.
Jetzt habe ich endlich mal ein Ergebnis nur mit Bordmitteln...

Ja gut, also ein Objektiv habe ich auch ;) Kam nur nicht auf die Idee das mal mit Objektiv zu probieren. Danke für die Idee. Werde ich mal testen.

Bei mir heißt der Trinokulartubus übrigens Binokularer Phototubus FSA 20.
Danke und viele Grüße

Tobias

reblaus

Hallo Tobias .

du hast eine "Voll"formatkamera. Um mit dem Zwischenbild dieses Kleinbildformat bis in die Ecken auszufüllen brauchst du eine etwa 2,5 x vergrößernde Zwischenoptik. Allerdings nicht zwingend - du kannst auch erst mal einen Ausschnitt aus dem zu kleinen (kreisrunden) Bild verwenden, die Auflösung des Sensors reicht dafür aus.

Gruß

Rolf

Lupus

Hallo Tobias,

zur Klarstellung: auch die Flüssigkeitsschicht über der Objektebene bewirkt den gleichen Bildfehler wie das Deckglas (etwas geringer aufgrund des geringeren Brechungsindexes). Daher sollte der Kanal so niedrig wie es stromungstechnisch vertretbar ist gebaut werden.

Hubert

kannstmasehn

Hallo alle zusammen,

ich habe einfach mal den Tubus demontiert und das Bild von oben abfotografiert. Mit einem Makroobjektiv geht das einigermaßen gut. Gibt es da Richtwerte für die Kameraeinstellungen? Oder in welche Richtung ich ungefähr gehen sollte? In den Bildern fehlt mir ein wenig die Schärfe. Die Größe des Bildes ist erstmal in Ordnung, siehe Erklärung von Rolf.

Zitat von: reblaus in November 02, 2017, 13:02:28 NACHMITTAGS
Hallo Tobias .

du hast eine "Voll"formatkamera. Um mit dem Zwischenbild dieses Kleinbildformat bis in die Ecken auszufüllen brauchst du eine etwa 2,5 x vergrößernde Zwischenoptik. Allerdings nicht zwingend - du kannst auch erst mal einen Ausschnitt aus dem zu kleinen (kreisrunden) Bild verwenden, die Auflösung des Sensors reicht dafür aus.

Gruß

Rolf

Hallo Rolf,

danke. Das hat gut funktioniert.


Wie komme ich nun an die Maße für den Adapter? Die Länge des Zylinders ist das was noch fehlt. Das ist wohl Mikroskopabhängig oder? Seitens Leitz gibt es da wohl nichts mehr. Ich probiere es sonst wie hier erläutert aus:

ZitatWo das Zwischenbild liegt, weiß der Hersteller, oder man muss es empirisch ermitteln (ohne umzufokussieren!!). D.h. das Objektiv wird auf richtigen den richtigen Arbeitsabstand eingestellt, indem mit originalem Tubus und richtiger Dioptrienkorrektur am Okular ein Objekt scharf gestellt wird. Dann wird am Kameraausgang  des Trinokulartubusses mit dem Bildsensor der Kamera die Lage, die zur schärfsten  Abbildung des Zwischenbildes führt, gesucht. Zwischen Kamersensor und Fotoausgang des Mikroskops benötigt man also im einfachsten Falle keinerlei Optik, es genügt eine Art entsprechend langer "Abstandhalter" zwischen Kamera und Mikroskop.
Danke und viele Grüße

Tobias

reblaus

Hallo Tobias -

du scheinst "versehentlich" eine neue Möglichkeit entdeckt zu haben, wie man mit der Vollformatkamera an sensorfüllende Fotos kommt! Eine etwa 2x Makrooptik an der Kamera ist natürlich eine gute Idee.

Zum Basteln musst Du die Lage des Zwischenbildes ermitteln, das man ja nicht direkt sieht. Stelle mal ein kontrastreiches Objekt mit dem Bino scharf ein, dann maximale Helligkeit, Zimmer abdunkeln und auf Fototubus umschalten. Jetzt halte eine Mattscheibe (notfalls Pergament auf Objektträger) über die Fototubus-Öffnung, stelle das darauf projizierte Zwischenbild durch Rauf- und Runterbewegen scharf und messe den Abstand der Mattscheibe zur Oberkante der Fotoöffnung. Eine Vorrichtung wie du die Mattscheibe zum Messen fixieren kannst wird dir schon einfallen  ;D

Die Kamera muss dann so fixiert werden, dass sie mit der Makrooptik das Zwischenbild formatfüllend fotografieren kann, d.h. der Aufbau wird schließlich relativ hoch - aber das ist in diesem Fall normal. Auch wenn man dann die Mattscheibe wegnimmt - das Zwischenbild ist immer an diesem Ort und kann mit einem Okular vergrößert betrachtet oder mit einer Kamera fotografiert werden.

Achtung: Das scharfe Zwischenbild ändert seine Lage wenn man die Fokussierung am Mikroskop ändert und kann auch dann noch scharf gestellt und irgendwie fotografiert werden. Das ist aber optisch schlecht, weil Mikroskopobjektive nur auf einen Arbeitsabstand berechnet sind. Also immer erst das Objekt durch die Okulare scharfstellen (dann stimmt dieser), bevor man den Rest angeht! Wie du den Zwischenraum zwischen Kameraoptik und dem Mikroskop dann füllst (Pappröhren, Alutuben, Balgen, feste Verbindung, Stativ für Kamera extra) ist dann Geschmackssache.

Viele Grüße

Rolf