Proben verschieben sich beim Eindecken

Begonnen von Masterdark, Mai 22, 2018, 09:42:31 VORMITTAG

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Masterdark

Hallo zusammen,

ich habe leider immer wieder das Problem, dass die Proben beim Eindecken nicht an der gewünschten Position bleiben.

Hier kurz der Ablauf wie ich beim Eindecken vorgehe.

Die Proben (Pflanzenschnitte) werden mit reinem Isopropanol entwässert und mit Hilfe eines kleinen Pinsels exakt mittig auf dem Objektträger platziert.
Dann lasse ich mit einem Glasstab (Durchmesser 3mm) drei Tropfen Euparal auf die Probe tropfen. Wenn sich nun das Euparal etwas auf dem Objektträger
verteilt, schwimmt oft die Probe mit und bewegt sich zum Rand. Sollte die Probe nach dem Auftropfen mittig liegen geblieben sein, wandert sie manchmal beim
Auflegen des Deckglases zum Rand.

Habe auch schon versucht das Deckglas auf einen kleinen Klotz zu legen, den vorbereiteten Objektträger zu drehen und diesen auf
das Deckglas zu drücken, aber auch dabei verschiebt sich die Probe sehr oft.

Das Positionieren von zwei oder mehr Proben auf einem Objektträger ging aufgrund des oben genannten Problems total daneben.

Gibt es evtl. ein Trick wie man das Verschieben der Probe beim Aufbringen des Euparals oder auflegen des Deckglases verhindern kann ?


Grüße,
Dirk

Fahrenheit

Lieber Dirk,

ich lege das Deckglas immer mit zwei Pinzetten auf: eine geöffnete Spitzpinzette nutze ich zum Anlegen des Deckglases, das ich mit einer Flachpinzette halte und langsam absenke. Wenn der Schnitt dann zu wandern anfängt, drücke ich vor dem Schnitt mit dem hinteren Ende der Flachpinzette sanft auf das Deckglas, um die Bewegung zu stoppen. Dabei muss man das Deckglas natürlich los lassen. Das hintere Ende ist wichtig: am Schnabel der Pinzette befindet sich oft etwas Euparal, woran das Deckglas haften könnte.
Drei Tropfen von einem 3mm Stab erscheinen mir etwas viel. Versuche mal, mit etwas weniger Euparal auszukommen. Damit ist die Gefahr des Aufschwimmens geringer und somit auch die des Abwanderns eines Schnittes.
Die "Deckglas unten" Methode hätte ich sonst auch empfohlen, ansonsten hilft nur üben.

Herzliche Grüße
Jörg
Hier geht's zur Vorstellung: Klick !
Und hier zur Webseite des MKB: Klick !

Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM

Dr. Jekyll

Hallo Dirk,

Wie Jörg schon bemerkt hat, sind drei Tropfen Euparal (bei 18x18 Deckglas) zu viel. Es reicht bei geigneter Schnittdicke, wenn ein Tropfen aufgebracht wird. Reicht der Tropfen nicht ist der Schnitt ohnehin zu dick.
Der Schnitt sollte vor Aufbringen des Deckglases am Objektträger anliegen und nicht auf dem Euparal aufschwimmen. Oft hilft das schon.
Beste Grüße
Harald

Masterdark

Hallo Jörg,
hallo Harald,

danke für die Infos.

Das Deckglas bringe ich mit einer Präpariernadel und einer abgewinkelten Pinzette auf. Die Präpariernadel nutze ich
dabei um das Deckglas beim schrägen Ansetzen abzustützen. Dann wird die Pinzette geöffnet und das Deckglas
vorsichtig abgesenkt.

Was das Euparal angeht, den Glasstab tauche ich etwa 20-30mm tief ins Euparalfläschchen. Dann lasse ich die ersten
2-3 Tropfen (diese kommen recht schnell) zurück ins Glas topfen. Der sich dann vom Glasstab "quälende" 3 oder 4
Tropfen kommt auf die Probe. Diesen Vorgang wiederhole ich 3x.

Wenn ich nur zwei Tropfen Euparal nehme, ist der Bereich das Deckglases (20x20mm) nach dem Auflegen und leichten
Andrücken nicht komplett mit Euparal gefüllt. Die Proben haben eine Dicke von etwa 40-60µm.

Werde es mal etwas weniger Euparal versuchen und weiter üben....
Der Trick mit dem leichten Andrücken gegen die "Bewegungsrichtung" könnte auch helfen.


Grüße,
Dirk

Gerd Schmahl

Hallo Dirk,
ich bin ja nicht der Pflanzenschnippler, aber für Dauerpräparate aller Art sind runde Deckgläser fast immer vorteilhaft. Ich lege die Dechgläser auch nicht - wie man es in der Schule bei Frischpräparaten mit Wasser lernt - seitlich schräg an, sondern nutze die relativ starke Wölbung des Eindeckmitteltropfens, um das waagerecht gehaltene Deckglas mittig zu erst zu benetzten, so dass sich das Eindeckmittel möglichst zu allen Seiten gleichmäßig ausbreiten kann und nicht schräg auf dem Tropfen schwimmt. Dadurch entsteht im Idealfall (der schwer zu erreichen ist) eine Strömung von der Mitte nach allen Seiten, so dass das Objekt auch nicht so leicht zu einer Seite auswandert. Eckige DG vollständig zu unterfüttern ist meist sehr viel schwerer: Wenn man endlich das Eindeckmittel auch an den Ecken hat, hat man an den Seiten schon dicke Tropfen ausgepresset.
LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

JürgenG.

Zitat von: Masterdark in Mai 22, 2018, 11:05:13 VORMITTAG

Wenn ich nur zwei Tropfen Euparal nehme, ist der Bereich das Deckglases (20x20mm) nach dem Auflegen und leichten
Andrücken nicht komplett mit Euparal gefüllt. Die Proben haben eine Dicke von etwa 40-60µm.

Werde es mal etwas weniger Euparal versuchen und weiter üben....


Meine Methode sieht deiner sehr ähnlich, ich verwende aber wenn es funktioniert nur einen Tropfen auf 18x18 Deckgläser. Sollte das Euparal nicht ausreichen, gebe ich am Rand noch einen Tropfen dazu. Durch die Kapilarwirkung zieht das Euparal dann meistens unter das Deckglas und füllt den Rest mit aus.
Manche Versuche scheitern aber auch ::)

Gruß
Jürgen

Fahrenheit

#6
Lieber Dirk,

runde Deckgläser! Ja, auf jeden Fall, die machen vieles einfacher. Hatte ich gar nicht dran gedacht, da ich ausschließlich runde Deckgläser (18 mm) verwende.

Wenn du drei Mal mit Ablaufen lassen und Co auftropfst, hat der Schnitt auch sehr viel Zeit, um aufzuschwimmen, zumal er mit jedem Tropfen "aufgerüttelt" wird. Versuch mal, die letzten zwei Tropfen bevor es quälend wird, zu nutzen.
Die Tropfen sind dann auch etwas größer, für runde Deckgläser 18 mm und bei 50 µm Schnittdicke reicht das in aller Regel aus.

Herzliche Grüße
Jörg
Hier geht's zur Vorstellung: Klick !
Und hier zur Webseite des MKB: Klick !

Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM

Masterdark

Nochmals vielen Dank für all die Infos.

Werde zunächst runde Deckgläser beschaffen und diese nicht mehr schräg sondern möglichst waagerecht
aufsetzen.

Ebenso werde ich das mehrfache Auftropfen von Euparal versuchen zu vermeiden, dann sollte es schon
deutlich besser werden.


Grüße,
Dirk

B.Neuhaus

Lieber Dirk,

Du kannst den Schnitt auch mit sehr wenig Euparal auf dem Objektträger bedecken, etwas warten bis ausreichend Lösungsmittel abgedampft ist, um den Schnitt "festzukleben", dann weiteres frisches Euparal hinzufügen und das Deckglas auflegen. Die Wartezeit hängt von der Konsistenz des Euparals ab, eine Wärmeplatte beschleunigt den Vorgang.

Viel Erfolg!

Vieel Grüße,
Birger

Masterdark

Hallo Birger,

kannst Du in etwa sagen wie lange es dauert bis eine kleine Menge Euparal so weit angetrocknet ist, dass die Probe sicher festgehalten wird ?
Das Euparal braucht für die Verklebung des Deckglases mehrere Tage, von daher befürchte ich, dass das Festkleben der Probe recht lange dauert.

Wird sich das nachträglich für die Verklebung des Deckglases aufgebrachte Euparal völlig "unauffällig" mit dem angetrockneten Euparal verbinden ?


Grüße,
Dirk

Dr. Jekyll

Das Euparal wird an der Luft schon nach einigen Minuten zähflüssiger, es muß zum Außrichten der Probe nicht durchtrocknen. Das nachträglich aufgebrachte Euparal löst das vorhandene , angetrocknete Euparal wieder an und es ergibt sich beim Durchtrocknen kein erkennbarer Unterschied oder Grenzfläche beim Eindeckmittel.
Beste Grüße
Harald

Wutsdorff Peter

Hier noch mein Senf:
Rainer hat mir auch diesen Tipp gegeben: Ich komme mit 5 - 10 Min gut aus.
Ich mache es allerdings  umgekehrt: Schnitt auf  DG, dann 1 - 2 Tr. Eupar. 10 Min warten.
3 Tr. Eupar. auf OT, wenden und auf DG.
Dann  einige h lagern (Umdrehen nicht vergessen) und auf die Wärmeplatte 6 - 8 h.
Gruß Peter

Masterdark

Gut, dann werde ich es mal mit dem vorherigen "festkleben" der Probe testen.
Hört sich in jedem Fall sehr vielversprechend an.


Grüße,
Dirk