ROW-Mikroskop: Infos gesucht - jetzt mit Bild!

Begonnen von Bob, November 03, 2018, 22:58:45 NACHMITTAGS

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Bob

Hallo zusammen,
als Beifang ist mir das unten abgebildete Mikroskop von ROW zugelaufen. Ich habe noch nicht viel daran gemacht, aber es gefällt mir, und ich habe vor, es zur gelegentlichen Benutzung zu überholen.
Hat von Euch jemand Informationen über dieses Modell? Wo man reinguckt weiß ich (wozu sonst der Spiegel 8)). Aber was gab es an Ausstattungsvarianten, Tischen,Objektiven, Kondensoren?
Verbaut ist derzeit ein Dunkelfeldkondensor, Durchmesser habe ich noch nicht gemessen. Ich glaube sogar, dass ich noch zwei ROW-Kondensoren und ein Objektiv habe.
Die Führungen sehen aus, als ob sie aus Aluminium wären, ich habe sie mir aber noch nicht näher angesehen. Sie laufen jedenfalls noch ganz passabel für das Alter. Es wiegt über 5 kg. Der Tisch scheint nicht drehbar zu sein, lässt sich aber zentrieren. Ob die Zentrierschrauben auch zum Bewegen des Präparats gedacht waren?

Guckt doch bitte mal, ob Ihr da etwas als PDF oder so vorliegen habt.

Viele Grüße,

Bob

Fahrenheit

Guten Morgen Bob,

wenn ich nicht grad blind bin, fehlt in Deinem Beitrag das Bild bzw. ein Anhang.

Herzliche Grüße
Jörg
Hier geht's zur Vorstellung: Klick !
Und hier zur Webseite des MKB: Klick !

Arbeitsmikroskop: Leica DMLS
Zum Mitnehmen: Leitz SM
Für draussen: Leitz HM

Bob

Guten Morgen Jörg,
danke für den Hinweis! Ich hatte mir noch gedacht:"Nicht das Bild vergessen...!" ::)

Viele Grüße,

Bob

Gerd Schmahl

#3
Hallo Bob,
von Zeiss-Jena gab es auch einen ähnlichen Tisch, der aber drehbar war und gelegentlich an Lg-Stativen verbaut ist. Dieser wurde als "vereinfachter drehbarer Kreuztisch" bezeichnet und diente auch zur Bewegung des Objektträgers. Das ist reine Gewohnheitssache, mit den um 60 Grad zur Blickrichtung verschobenen Bewegungsrichtungen umzugehen. Für unbewegte Objekte (Histologie) durchaus besser als den OT bei hoher Vergrößerung mit der Hand zu bewegen. Für's Tümpeln nicht ganz so erquicklich...
Das Gerät dürfte aus den 1950er oder 60er Jahren sein. Die Achromate von ROW sind gar nicht so schlecht.
Beste Grüße
Gerd
EDIT: zur Alterseinordnung siehe auch die Gütezeichen der DDR. Das "S" im Dreieck wurde nur bis Anfang der 60er Jahre verwendet. Es handelt sich also um ein Mikroskop der "Sonderklasse"
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Bob

Hallo Gerd,

von Zeiss Jena und Lomo kenn ich den zentrierbaren runden Tisch in drehbarer Ausführung. Das Mikroskop ist mit folgender Gravur versehen: "H.-Uni. VET-FAK J.L. 28". Da würde Dein Hinweis mit der Eignung für histologische Präparate zu passen. Die Gravur befindet sich nicht nur vorne auf dem schwarzen Teil des Tubus, sondern auch auf dem Arm, dem Tisch, einem Okular und einem Objektiv! Die Tiermediziner müssen wohl im Ruf gestanden haben, zur spontanen Besitzverlagerung zu neigen: "Wenn ich meine Praxis öffne, Okular und Tisch habe ich schon für's Mikroskop!"

Ganz interessant: Ich habe meine zwei weiteren ROW-Kondensoren mal angesehen: Beides Dunkelfeldkondensoren, einmal für 1mm Objektträgerstärke, einmal für 1,2mm und der neue ist für 1,1mm! Was es alles so gab! :o

Zu ROW habe ich im Internet aus dieser Zeit kaum etwas gefunden- schade.

Viele Grüße,

Bob

Gerd Schmahl

Hallo Bob,
wäre ja auch mal spannend zu wissen, wo die ROW-Archive gelandet sind: Bei ASKANIA, dem direkten Nachfolger oder bei Zeiss, weil ROW ja seit der Bildung des Kombinates "Carl-Zeiss-Jena" dazu gehörte, genauso wie das Pentacon-Kamera-Werk in Dresden.
Ich hatte ein sehr ähnliches Mikroskop von ROW, aber mit anderem Tisch und mit Dunkelfeldkondensor. Hat mein Sohn jetzt in seiner Stube als Deko unter einer Glashaube stehen . Nur das 4er Objektiv habe ich noch behalten. Das gehört zum Equipment meines umgebauten Kleinmikrokop C, das ich auf Fahrradtouren mitnehme.
Ich  habe verschiedene ROW-Kataloge und Bedienungsanleitungen, aber die behandeln alle die Pol-Mikroskope POLADUN II und IV und ihre Zubehörteile.
Die Objektträgerdicke spielt bei der Dunkelfeldmikroskopie eine sehr entscheidende Rolle. Ist der OT zu dick, bekommt man die Objkete nicht richtig in den Fokus des DF-Kondensors. Früher waren die OT oft dicker als 1mm, was heute eigentlich Standartmaß ist. Für spezielle Anwendungen, die nicht mit DF arbeiten (Gesteinsdünnschliffe) gibt es noch heute dickere OT, wegen der hohen Beanspruchung bei der Herstellung. Für diese OT ist es gar nicht so einfach passende Kisten zu finden, wo diese dicken Dinger reinpassen. Ich kenne jemanden der sich extra dafür alte Objektträgerkisten auf e-bay geschossen hat, um an die Holzleisten mit den dickeren Kerben zu kommen.
Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.