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Nochmal: Xylol

Begonnen von Robert Götz, Oktober 17, 2009, 09:52:07 VORMITTAG

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Robert Götz


Vor kurzem wurde hier über die Gefährlichkeit bzw. Ungefährlichkeit von Xylol geschrieben.
Nun lese ich in der Leitz-Broschüre von Patzelt über Polarisationsmikroskopie (Ausgabe 1985) bezüglich der Behandlung von
Ölimmersionen:
"Restlichen Ölfilm mit einem alkoholbefeuchteten Leinenlappen entfernen. Xylol ist wegen der gesundheitsschädlichen Wirkung
nicht zu empfehlen."
In meinem - nicht ganz aktuellen - Römpp (6. Auflage, 1966) steht dagegen, Xylol würde innerlich gegen Typhus und Atembeschwerden(!)
verwendet.
Offenbar ist es - zumindest für Laien - schwierig, eine zuverlässige Aussage zu bekommen.
Jedenfalls arbeite ich seit fast 30 Jahren täglich mit Xylol und habe noch keine gesundheitlichen Schäden feststellen können.


CaDi

Hallo Robert,

dass es ungesund ist dürfte klar sein, aber das sind viele Dinge und wir sind ihnen
trotzdem ausgesetzt. In vielen MTA-Labors liegt eigentlich immer ein Xylol-Geruch
in der Luft und es wird damit heute noch viel gearbeitet weil es einfach besser ist
als Ersatzstoffe wie Roti HIstol (stinkt für viele auch zu sehr) oder UltraClear bzw.
HistoClear. Es gibt dann zwar spezielle Absaugeinrichtungen, aber man merkt es
trotzdem. Deswegen denke ich sind diese Aussagen zur Gesundheit immer für den
Routinebetrieb gedacht. Und in diesen Fällen gibt es diese speziellen Systeme um
die Belastung zu reduzieren.
Als ich angefangen habe damit zu arbeiten dachte ich schon ich würde Krebs bekommen
wenn ich es nur rieche, aber da ist wohl eher die Angst gefährlicher als das Xylol
selber. Da ich nur hobbymäßig damit arbeite habe ich kein schlechtes Gewissen,
dafür schone ich die Leber damit dass ich kein Alkohol trinke *g*.

Ich habe mal einen Erfahrungsbericht gelesen wo eine MTA erzählte sie hätte nach
x Berufsjahren ein leicht verändertes Blutbild (nicht bezüglich der Leber). Das soll es wohl
auch geben.

Viele Grüße,
Carsten

Peter V.

Hallo!

Fir die, die ihn noch nicht kennen:

DER Beitrag zum Thema Xylol / Formalin schlechthin!

http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=2768.msg16859#msg16859

Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Robert Götz


Zitatdass es ungesund ist dürfte klar sein

deshalb wunderte ich mich, dass der Römpp es als Heilmittel erwähnt. Immerhin ist der Römpp ein Standardnachschlagewerk,
ähnlich dem Pschyrembel in der Medizin.
Bei der MTA mit dem "leicht veränderten Blutbild" - was immer das heißen mag - wäre ich eher vorsichtig, denn eine MTA ist
vermutlich daran interessiert, dass eine Erkrankung als Berufserkrankung anerkannt wird.

Ersatzstoffe wurden bei uns auch ausprobiert und eine zeitlang verwendet, wir kamen aber immer wieder zum Xylol zurück.
Bei einem funktionierenden Abzug ist wohl keine Gefährdung zu befürchten, Hobbymikroskopiker sollten auf gute Belüftung achten,
was sie aufgrund des Geruchs sowieso tun werden.


Robert Götz



ZitatDER Beitrag zum Thema Xylol / Formalin schlechthin!

Hallo Peter,

die Ärzte im Zuschnitt werden wohl mehr durch Formalin als durch Xylol belastet. Mit Xylol haben eher die Hilfsarbeiter im Labor zu tun.
Ich decke täglich ca. 100 Präparate ein, die in Küvetten im Xylol stehen.
Aber wie gesagt, mit hat es in 30 Jahren nicht geschadet, was natürlich ebensowenig beweist wie die 90jährigen Raucher.