Fluoreszenzmikroskopie mit einfachen Mitteln

Begonnen von Ralf Feller, Oktober 18, 2009, 02:11:31 VORMITTAG

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Ralf Feller

Für alle Freunde der Fluoreszenzmikroskopie
habe ich gerade einen beeinduckenden Artikel in Micscape gefunden.
http://www.microscopy-uk.org.uk/mag/indexmag.html
unter
Forays into fluorescence 3: Exploring the 'BPAE' triply stained microscope slide with or without fluorescence equipment

Erstaunliche Fluoreszenzaufnahmen mit Halogenleuchte und Dunkelfeldkondensor wie ich sie sonst nur nur mit superteuren Spezialeinrichtungen gesehen habe.
Der Autor David Walker beeindruckt mich immer wieder indem er zeigt, dass tolle Ergebnisse nicht von einer super teuren Ausrüstung abhängen, sondern von der Kreativität und dem Können des Benutzers.
Gruss Ralf

Klaus Herrmann

Hallo Ralf,

schöne Aufnahmen und sehr gut aufgemachter Bericht.

Aber so kreativ das ist: Durchlicht Fluoreszenz gab es schon lange vor der AL-Fluoreszenz. Ich habe so etwa vor 2 Jahren nach der selben Methode im DL-Dunkelfeld mit Immersionskondensor Fluoreszenzbilder gemacht: Auf der LFB liegt ein Kristallviolett-Filter von Zeiss und als Sperrfilter habe ich ein Orangefilter im Tubuskopf eingelegt. Das Präparat war mit Wacker W3A gefärbt. Acridinrot und Acriflavin bringen da die Fluoreszenz.

Die "Fluoreszenz des kleinen Mannes" habe ich das getauft. Man benötigt keine dichroitischen Spiegel wie in der AL-Fluoreszenz. Aber wenn man nicht sehr dünne Präparate hat, dann stört das Streulicht, weil ja alles fluoresziert, was durchstrahlt wird. Die prägnante Schärfe der AL-Fluoreszenz kann man damit nicht erzielen.
Trotzdem eine schöne Methode.

Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

hinrich husemann

Hallo Fluoreszenzler,
die Fluoreszenzobjekte sind ja - durch die kurzwellige Erreger-Strahlung angeregte - Selbstleuchter.  "Überschüssige" Erreger-Strahlung - soweit sie in den Abbildungs-Strahlengang gelangt - wird durch geeignete Sperrfilter absorbiert. Die Intensität der Fluoreszenz-Strahlung und damit die Bildhelligkeit ist - bei gegebener Lichtquelle - proportional zum Quadrat Numerischen Apertur der Beleuchtung, also des Kondensors. Auch bei der einfachen ursprünglichen Durchlichtfluoreszenz ist es deshalb im Prinzip durchaus sinnvoll, bei einem mittleren Objektiv - z.B. einem 40/0,75 - statt mit einem trockenen 0,9-ner, mit einem - natürlich dann immergierten- hochaperturigen Kondensor, z.B. 1,3, zu beleuchten (Die Intensität wird dadurch immerhin verdoppelt). Unpraktisch ist natürlich die mit der Immersion des Kondensors verbundene "Schmiererei".
Ich selbst habe noch von Herrn Göke ein Blauglas als Erreger-Filter und einen gelben Sperrfilter; mit beiden kann man auch ganz einfach brauchbare Fluoreszenz betreiben.
Auflicht-Fluoreszenz ist natürlich besser und bequemer, und da dort das Objektiv auch als Kondensor wirkt, geht die NA des Objektivs mit der 4. Potenz in die Bildhelligkeit ein. Das ist wohl der Sinn von Objektiven wie 40/1,30 Öl, deren förderliche Vergrößerung (500NA bis 1000NA) man mit normalen Okularen kaum noch nutzen kann.
Freundlich fluoreszierende Mikrogrüsse
H. Husemann



Nomarski

Hallo,

viele Filter für die Fluoreszenzanregung, wie z.B. der BG12, UG5 und UG1 haben die Eigenschaft, Wellenlängen in der Nähe des IR-Bereiches wieder passieren zu lassen. Besonders, wenn Halogen- oder Xenonlampen als Lichtquellen benutzt werden, ist das Sehfeld dunkelrot eingefärbt. Abhilfe schafft die Kombination eines BG38 mit dem Anregungsfilter, welcher diese störende Strahlung von vornherein abblockt. Bei einigen Filtersätzen ist dieses Filter bereits enthalten oder mit einem Schieber zuschaltbar.

Viele Grüße
Bernd