Polyarthra-"Kolonie"

Begonnen von Gerd Schmahl, April 08, 2019, 21:42:05 NACHMITTAGS

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Gerd Schmahl

Hallo,
Polyarthra ist ein Rädertiergattung, die sich häufig im Plankton findet, wo die Tiere meist sehr lebhaft durcheinander schwimmen. Stoßen sie an ein Hindernis oder werden sie andersweitig zur Flucht animiert, können sie mit ihren Brustflossen blitzschnell wegspringen.
In einer solchen Probe fand ich nun aber einen Kreis von 7 oder 8 Tieren, die alle mit ihren Hinterenden verbunden waren und so als Kugel oder Kreis dahinschwebten. Die Probe war nicht mehr ganz frisch und die anderen einzeln schwimmenden Tiere auch schon etweas benommen und nicht mehr ganz so flink wie 10 min zuvor, als ich das Pröparat angefertigt habe. Auf jeden Fall haben auch die Tiere im Kreis noch gelebt und etwas vor sich hin gestrudelt.


Hat jemand von Euch soetwas schon einmal gesehen und hat dafür eine Erklärung.

Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

limno

Hallo Gerd,
Ich denke, dass es sich bei der Kolonie um Conochilus unicornis handelt. Leider sind die Räderorgane nicht voll ausgefahren.Bei Polyarthra wage ich auf die Schnelle keine Prognose.
Beste Grüße
Heinrich
So blickt man klar, wie selten nur,
Ins innre Walten der Natur.

Ole Riemann

#2
Hallo Gerd,

das ist eindeutig Polyarthra (vermutlich P. dolichoptera oder vulgaris), erkennbar an den von Dir schon genannten Sprungflossen, die bei der höheren Vergrößerung im zweiten Bild gut zu sehen sind.

Ich habe so ein Zusammenhängen von planktischen Rädertieren, die im vitalen Zustand eigentlich frei schwimmen, auch schon häufig beobachtet. Ich kenne es auch z.B. von Keratella quadrata und Filinia. Ich vermute, dass es mit physikalischen Phänomenen zu tun hat und der Benetzbarkeit von Oberflächen, insbesondere von langen Fortsätzen. So kann man beispielsweise beobachten, dass Polyarthra-Exemplare, sobald sie in Kontakt mit dem Oberflächenhäutchen einer Probe kommen, dort nicht wegschwimmen können. Sie wirken wie gefangen. Ich könnte mir vorstellen, dass bei Deiner vermeintlichen Kolonie ähnliche Phänomene ein Rolle spielen und die Tiere über ihre weniger/anders benetzbaren Sprungflossen zusammenhängen.

Genaueres kann aber sicherlich jemand sagen, der von der Physik mehr versteht.

Viele Grüße

Ole


Gerd Schmahl

Hallo Heinrich, Hallo Ole,
schön, dass jemand soetwas ähnliches schon einmal gesehen hat. Könnte also soetwas wie ein Transportschaden sein, weil ich das kleine Fanggefäß (eine Objektivdose) nicht randvoll mit Wasser gemacht habe. Dass das keine Kolonie im eigentlichen Sinne ist oder eine Fressgemeinschaft war mir scho klar, washalb ich die Anführungszeichen im Bereff gewählt habe.
Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Kurt

Hallo Gerd,

das habe ich auch schon öfter bei Keratella aus meinem Haushabitat beobachtet. Meist hingen 5-8 Tierchen zusammen. Im Zentrum waren manchmal kleine Lufteinschlüsse zu erkennen, was auf physikalische Effekte schließen lässt, genau wie Ole bereits sagte.

VG
Kurt

Gerd Schmahl

Danke Kurt!
Da weiß ich ja jetzt schon mehr. Wäre jetzt natürlich interessant zu wissen, ob das Artefakte durch Fang oder Transport sind, oder die schon so im Wasser schwebten. Das ist aber sicher nur schwer heraus zu bekommen. Luftkontakt ist ja beim Planktonnetz nun mal nicht auszuschließen, wenn man zum Schluss den Fang, der noch am Netzt klebt, durch mehrmaliges Wieder-Eintauchen in den Fangbehälter wirbelt...
Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.