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Noch zu retten?

Begonnen von Dünnschliffbohrer, Mai 20, 2019, 23:07:16 NACHMITTAGS

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Dünnschliffbohrer

Liebe Mikroskopiker,

ich hatte an einem Mikroskop ein 100X Ph-Fluotar, mit dem ich beim besten Willen einfach kein Bild hingekriegt hatte. Jetzt hab ich es endlich mal unter dem Stemi untersucht, wobei sich folgendes Bild zeigte:





Was ist das: Pilz und Delamination sollten m.E. anders aussehen, aber eingedrungenes und verarztes Immersionsöl vielleicht? Gibt es da noch eine Rettung? Es wäre schade drum.

Ich freue mich über Tipps und Hinweise, vielen Dank!
"Und Gott sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; und er schuf um ihn Laubmoose und Lebermoose und Flechten und ein Mikroskop!"
[aus: Kleeberg, Bernhard (2005): Theophysis, Ernst Haeckels Philosophie des Naturganzen,  S. 90]

Bob

Hallo DSB,

kannst Du eine Immersionsölkruste auf der Frontlinse oder Dreck auf der Hinterlinse ausschließen?
Anderenfalls würde ich das Objektiv wohl als materiell wertlos ansehen, und Du kannst es ungeniert auseinandernehmen.
Als Schnittmodell würde es sich auch gut machen.

Viele Grüße,

Bob

liftboy

Hallo erstmal,

das sieht doch stark nach "abgesoffen" aus!
Nur? Wie willst Du das alte verharzte Immersionsöl da rausbekommen ohne den Linsenkitt aufzulösen.
Wäre was für eine Optiker-Meisterprüfung :-)

Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

Eckhard F. H.

ZitatWäre was für eine Optiker-Meisterprüfung :-)
Hallo Wolfgang,
wenn Öl unten rein kam, muß ja ein Loch sein. Das heißt, mit Überdruck bekäme man ein flüssiges Lösungsmittel rein und mit Unterdruck auch wieder raus. Zum Reinigen wiederholt man diese Prozedur unter teilweiser Einbettung in einen Ultraschallreiniger. Soweit die Theorie.  ;D
Gruß - EFH

Peter Reil

Hallo,

es wäre nicht das erste Mal, dass jemand die Immersion missverstanden hat und ins Objektiv von oben Öl einfüllte  :o.

Freundliche Grüße
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

Dünnschliffbohrer

Danke an alle für die Antworten,

ja, an ein Schnittmodell hatte ich auch schon gedacht, allein mir fehlen dafür die geeigneten Maschinen. Von Hand würde ich wohl keinesfalls den Schnitt sauber genug hinkriegen, zumal ja die winzigen Linsen auch nicht ausbrechen sollen.

Dass das Objektiv wohl unten irgendwie undicht sein müsste, war auch meine Überlegung. Aber unter dem Stemi sieht alles von unten unauffällig aus. Wer weiss, was da einer als Immersionsöl verwand hatte - vielleicht WD40? Jedenfalls schrieb D. Gerlach in seinem Thieme-Taschenbuch "Lichtmikroskopie", dass man immer das Immersionsöl der Herstellerfirma des Mikroskopes verwenden solle, da dann die Viskosität auf das Objektiv abgestimmt sei. Offenbar haben früher manche Immersionsöle Kriechöl-Eigenschaften gehabt.

Ich kann nicht sicher sagen, wo sich die Harzkruste befindet, auf der Hinterlinse oder zwischen den Linsen. Selbst wenn sie auf der Hinterlinse wäre, wäre es wohl sehr problematisch sie wegzulösen, ohne die Verkittung der Linsen mit anzugreifen.

Verglichen damit ist das Problem eines anderen Objektives (20X Ph Fluotar) doch überschaubar: hier stimmt der Abgleich nicht mehr, man muss das Präparat beim Objektivwechsel ein ganzes Stück hochkurbeln. Dann kriegt man aber ein sehr schönes Bild. Hier scheint sich wohl der Präparatschutz in etwas eingeschobener Stellung festgefressen zu haben, so mein Verdacht.

Einen schönen Abend noch!

PS: Frage an die Administratoren: wie lange dauert es eigentlich, bis eingebundene Bilder von dem externen "Hoster" dauerhaft ins Forum übertragen werden? Das ist insofern von Bedeutung, da manche "Hoster" den Speicherplatz derart reduziert haben, dass man gezwungen ist, die Bilder schnell wieder zu löschen, bevor man etwas Neues hochladen kann.
"Und Gott sprach: Es ist nicht gut, daß der Mensch allein sei; und er schuf um ihn Laubmoose und Lebermoose und Flechten und ein Mikroskop!"
[aus: Kleeberg, Bernhard (2005): Theophysis, Ernst Haeckels Philosophie des Naturganzen,  S. 90]