Paraffinförmchen von anhaftendem Paraffin befreien

Begonnen von Bob, Januar 04, 2020, 14:56:00 NACHMITTAGS

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jako_66

Hallo Helmut,

klar kein Thema!
In der Tat, das sind schon ein Paar mehr Förmchen....Dann kaufst Du bestimmt auch nicht den Liter Limonenen für 27€? Die Hausmeisterin an unserer Schule zieht sich das Zeugs für deutlich weniger.

An einer Bezugsquelle wäre ich sehr interessiert! Vielleicht hast Du oder jemand aus dem Forum einen Tipp? Denke da an den Ersatz von Xylol für De-Paraffinierung zumindest für die ersten Stufen, da auch das Rotihistol nicht so mal eben verfügbar ist.

Viele Grüße

Sven

Thomas M

Hallo Bob,

Zitat von: Bob in Januar 04, 2020, 14:56:00 NACHMITTAGS
Hallo zusammen,
ich übe mich ja gerade im Einbetten in Paraffin. Vieles klappt schon, aber üben heißt auch Fehler machen, und so habe ich einige Einbettförmchen aus Blech, die mit Paraffin (Paraplast plus) verschmiert sind. Ich möchte sie nicht gerne ringsherum mit Xylol abwischen, daher habe ich den Versuch unternommen, sie mit heißem Wasser zu reinigen. Dabei habe ich auch Paraffin entfernt bekommen, die Förmchen sind gefühlt aber nicht viel sauberer als vorher, auch nach dreifachem Wiederholen.  Das entspricht nicht meinen Erwartungen, ich dachte, geschmolzenes Paraffin, geringere Dichte als Wasser, etwas umrühren, und das Zeug ist oben und erstarrt später. Ist aber nicht so.

Habt Ihr da einen Tipp?

Viele Grüße,

Bob

ich habe zwar keine Erfahrung mit Paraffin-Einbettung aber das Problem erinnert mich ähnliche Fragestellungen aus dem Bereich Composites. Dort sollte das Werkstück nach der Fertigung auch sauber aus der Form entfernt werden können und die Form möglichst ohne aufwendige Reinigungsschritte für den nächsten Schuss bereit sein.

In der Technik hilft man sich da oft mit Formtrennmitteln, die ein dünnes, (semi-)permanentes Coating auf der Oberfläche der Form erzeugen und eine schlechte Haftung zum Matrixharz besitzen. Im professionellen Bereich haben z.B. die Formtrennmittel von Henkel, die unter der Marke Loctite Frekote vertrieben werden, einen guten Ruf. Damit hatten wir in unserem Team sehr gute Erfahrungen bei Matrixharzen auf Basis Polyurethan.

https://shop.gttag.ch/data/dokumente/00002575/Datenblatt_FREKOTE770-NC-DE.pdf

Ich weiß allerdings nicht ob es für diese Produkte auch Bezugsquellen für Kleinmengen für Privatleute gibt.

Für den Hobbybereich ist mir diese Seite aufgefallen, auf der verschiedene Trennmittel angeboten werden:

https://shop.breddermann-kunstharze.de/waessriges-hochglanz-trennmittel-hgr5.html

Vielleicht wäre da etwas dabei.

Herzliche Grüße
Thomas

unkenheini

Moin ,
Hat schon einmal jemand Backofenspray ausprobiert?Damit gehen bei meinem Kreissägeblätter nach einer halben Stunde alle Ablagerungen (Harze Lacke Wachse usw)problemlos mit einer Bürste unter warmen Wasser ab.
Mit freundlichen Grüßen Jörg
Mit freundlichen Grüßen
Jörg G.

p.s. Mir ist es lieber mit Du angesprochen zu werden als mit Sie.Danke.

Bob

Hallo zusammen,

@Sven: Orangenschalenöl ist auch sensorisch klar im Vorteil! Könnte man damit das Messer reinigen, oder muss man mit Korrosion rechnen?
Zum Bad putzen haben wir Frosch Orangenreiniger. Gleich mal rausgeholt und enttäuscht geguckt - er heißt offenbar so nur wegen der schönen ORANGENFRISCHE! ::)


Gestern habe ich die Förmchen mit etwas Glycerin eingestrichen, das hat das Ausformen sehr erleichtert. Jede Beschichtung hat aber den Nachteil, dass sie Fremdstoffe in den Prozess einbringt, die einem dann wieder Probleme bereiten können. Beim Kunststoffspritzguss fällt der Blick bei Festigkeitsproblemen ja auch sehr schnell auf das Formtrennmittel. Das Problem beim Paraffin ist offenbar auch, dass es sich zwar leicht löst (warm) aber genau so leicht wieder anhaftet. Der Auftrieb im heißen Wasser reicht da nicht, um das zu verhindern. Im großen Maßstab oder bei unbegrenztem Budget könnte man die Förmchen sicher leicht in Körben durch mehrere Bäder führen und sie wären sauber. Zu Hause stört schon ein zusätzliches schmieriges Gurkenglas.
Der Backofenreiniger funktioniert bestimmt, ist aber auch wieder zu ätzende und aufwändig in der Anwendung.
Ich hatte noch überlegt, Propanbrenner/Heißlufgebläse und Druckluft zu kombinieren. Für ein paar Förmchen baut man das draußen aber auch nicht erst auf.

Nachdem der Motorreiniger funktioniert hat, werde ich als nächstes mal Heißes Wasser + Badreiniger testen, vielleicht reicht da ja schon.
Ich werde berichten!
Heute mache ich ein paar Schnitte, muss mich aber auch den Diatomeen zuwenden als Vorbereitung für unser Februar-Thema.

Viele Grüße,

Bob


deBult

Bob,

Have you considered testing the silicone forms used for creating ice cubes, as silicone cake molds are used in the oven: this to be able to free the finished cake more easily from the mold.
Plus they are flexible: so you can crack the solidified paraffin.

So MAYBE they are good alternative, no experience myself, worth trying?

Best
Maarten
Reading the German language is OK for me, writing is a different matter though: my apologies.

A few Olympus BH2 and CH2 stands with DIC and phase optics.
I used to say "The correct number of scopes to own is N+1 (With N is the number currently owned)", as a pensioner the target has changed in n-1.

Ralf Feller

Hallo Bob,
ich erhitze das Förmchen einfach noch mal und wische dann mit Küchenpapier
alles Paraffin kräftig ab.
Vor dem nächsten Guss solltest du das Förmchen und die Kassette erwärmen.
Ich benutze dazu einen solchen Dry block heater.


Ich mache die ganze Infiltration in Schnappdeckelgläsern,
wenn nur noch ein oder zwei Gläser im Block sind,
dann kommt die Aluplatte über die jetzt leeren Löcher,
dann Förmchen und Deckel (Kassette) wärmen,
Präparat in warmes Förmchen mit Paraffin halb füllen,
vorgewärmten Deckel drauf und ganz auffüllen,
dann in kaltes Wasser.

Die Dry Block heater gibt es oft billig bei ebay,
den Alublock und die Platte muss man aber meist selber schneiden
und bohren lassen.

https://www.ebay.de/itm/Starlab-Dry-Block-Heater-HBS130-E-Digital/264559656933?hash=item3d98fbffe5:g:9nEAAOSw-OFa9abW

viele Grüße, Ralf

Bob

Hi Maarten,
I thought about those silicone forms (would love heart shaped blocks  :-*) but Klaus Herrmann advised not tu use them because they would slow down the cooling of the block that is necessary for optimal paraffin consistence.

Hallo Ralf,
danke für den Einblick in Deine Methoden! Ich arbeite derzeit mit einem außen wärmegedämmten Aluguss-Kochtopf auf einer Heizplatte. Wenn es mit dem Einformen losgehen soll, schiebe ich den Topf etwas zur Seite, und wärme die Formen auf der Platte auf. An das Erwärmen der Kassetten habe ich bisher nicht gedacht, habe aber Anzeichen erkannt, die den Vorteil erkennen lassen. Die tue ich dann in Zukunft in ein Kästchen in den Topf. Eine Ursache für die Paraffin-Schmiererei war, dass das Paraffin beim Aufsetzen der Kassette nicht hindurchdrang, das klappt bestimmt viel besser, wenn die Kassetten warm sind. Auf die dry block heater war ich schon aufmerksam geworden, aber versuche erstmal, mich auf Kochtopf und Heizplatte zu beschränken, weil das so eine schön kompakte Lösung ist. Ich übe damit noch ein Bisschen herum und eröffne dann mal einen Thread zu den Infiltrations- und Einbettungsgerätschaften. Da kommen bestimmt ganz interessante Lösungen zutage. Allzu viele Leute hier im Forum wenden die Methode aber wohl gar nicht an, wie mir scheint.

Viele Grüße,
Bob

momotaro

#22
Hallo Bob

Histology FAQ
Staining, Histochemistry and Histotechnology
(Frequently Asked Questions)

Dr. John A. Kiernan
Department of Anatomy and Cell Biology
The University of Western Ontario
London, Canada


FAQ Home > Processing, Decalcifying, Embedding

Mold release spray

Question.

Is there something you can spray into an embedding mold to make it easier to extract the solidified wax block?

Answer.

I faced the problem of mold-release spray several years ago by mixing a solution of 5% green dishwashing soap (such as Palmolive) in 50% Ethanol, then putting it into a pump spray bottle (available form any housewares department).  This worked AT LEAST as well as the outrageously expensive stuff sold as "Mold-Release Spray", and it contained no CFC's or other "evils".

Joanne Lahey
Battelle Duxbury Operations
Duxbury, MA   02332
(laheyj[AT]battelle.org)

Cleaning of metal Base molds

From:   Barbara.Davies@memhospcs.org

We clean our base molds by putting them back on the processor and running a clean cycle.  And yes, we put mold release into the last alcohol in the
cleaning cycle.     It works great...no mess!

Barb Davies
Memorial Hospital
Colorado Springs, CO



Mass Histology Service


Mass Histology Service  on 02/27/2002 09:28:00 AM

To:   Carol Brown , 'HistoNet Server'
cc:   "Neff, Faye"

Subject:  RE: Cleaning of metal Base molds


We boil them in soapy water.  The melted paraffin floats and solidifies on
top of the water during the cool-down time.

Jim

____________________________
James E. Staruk, HT(ASCP)
Mass Histology Service, Inc.
www.masshistology.com

-----Original Message-----
From: Carol Brown [mailto:BrownCm@brandonrha.mb.ca]
Sent: Wednesday, February 27, 2002 9:45 AM
To: 'HistoNet Server'
Cc: Neff, Faye
Subject: Cleaning of metal Base molds


Our facility has, over the years, varied the process in which we clean our
base molds.  We have most recently been avoiding the use of xylene or it's
substitutes do to the odor and, upon subsequent washing, is hard on the
plastic plumbing and rubber washers is the washer that we use.
Since we no longer use a paraffin solvent prior to washing our dishwasher is
plugging up due to the solidification of paraffin.
How do other facilities remove the paraffin from their metal base molds and
have them clean for the next use?
Thanks in advance for your assistance.

Carol Brown
Technical Administrator
Westman Regional Laboratory
Phone-204-726-2549
Fax 204-725-0259


LG Helmut
,,Die Kunst ist lang, das Leben kurz, das Urteil schwierig, die Gelegenheit flüchtig." — Johann Wolfgang von Goethe Wilhelm Meister's Lehrjahre (1786–1830)

treinisch

Hallo Bob,

Zitat von: Bob in Januar 04, 2020, 14:56:00 NACHMITTAGS
ich übe mich ja gerade im Einbetten in Paraffin. Vieles klappt schon, aber üben heißt auch Fehler machen, und so habe ich einige Einbettförmchen aus Blech, die mit Paraffin (Paraplast plus) verschmiert sind. Ich möchte sie nicht gerne ringsherum mit Xylol abwischen, daher habe ich den Versuch unternommen, sie mit heißem Wasser zu reinigen. Dabei habe ich auch Paraffin entfernt bekommen, die Förmchen sind gefühlt aber nicht viel sauberer als vorher, auch nach dreifachem Wiederholen.  Das entspricht nicht meinen Erwartungen, ich dachte, geschmolzenes Paraffin, geringere Dichte als Wasser, etwas umrühren, und das Zeug ist oben und erstarrt später. Ist aber nicht so.

so, wie von Dir beschrieben reinige ich Metallgegenstände von Wachs (ich mache zwar keine Paraffinblöcke, aber ich verwende Paraffin oft als Trennmittel oder um Gießformen herzustellen, da gibt es dann Löffel und eine kleine Sauteuse, die mit Wachs beschmiert sind). Das geht ganz wunderbar bei mir.

Vielleicht zu kalt? Oder das Wasser nicht entspannt?

vlg

Timm

P.S. Evtl wäre PVA/EtOH ein nettes Trennmittel, falls Du eins suchst? Billig, harmlos, fertig zu kaufen, wasserlöslich.
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

Bob

Hallo zusammen,

sowohl in Deinen Textstellen als auch nach Timms Erfahrung funktioniert heißes Seifenwasser offenbar. Bei mir war es reines kochendes Leitungswasser, das nicht funktionierte. Vielleicht reicht es einfach, etwas Spüli dazuzugeben. Der Effekt der anhaftenden Paraffinkrümel kam vielleicht von der Oberflächenspannung des Wassers.
In einer Deiner Textstellen haben sie ihre Spülmaschine verstopft, seit sie nicht mehr mit Xylol vorreinigen. Das hätte ich mich aber auch nicht zu versuchen getraut.

Mit Einformen ist jetzt erst mal Pause, weitere Versuche dauern also noch etwas bei mir.

Zum Entfernen von Paraffinschnipseln habe ich mir einen kleinen netzbetriebenen Staubsauger (sowas zum Auto-Reinigen für 25€) daneben gelegt. Funtioniert prima, mal sehen wie lange er das Paraffin mag.

Das Glycerin hat gut funktioniert als Trennmittel, aber die Spüli-Ethanol-Wasser-Mischung zum Sprühen klingt nach effektiv geringerer eingebrachter Fremdstoffmenge - das werde ich mal probieren.

Viele Grüße,

Bob

konsonant

Benzin erhitzen ist kein gefährlicher Rat, aber mein Großonkel hat flüssiges Wachs in (erwärmtem) Benzin gelöst, für Wachslasur in Tischlerei. Dann bleibt wahrscheinlich ein dünnerer Film, weil das Wachs nicht oben aufschwimmt. gruß konsonant
schreibrecht unbegrenzt gesperrt. danke dem zuspruch. https://www.fip.fr/

jochen53

Hallo,

steck die Förmchen doch einfach in die Geschirrspülmaschine bei 60°, damit sie nicht in der Maschine durch den Wasserdruck rumfliegen, am besten in den Besteckkorb. Unsere Kerzenleuchter aus Glas und Metall werden da immer perfekt sauber.

Viele Grüße, Jochen