Legen und Dauerpräparate von Moosblättchen

Begonnen von Bernd Miggel, Januar 27, 2020, 13:51:49 NACHMITTAGS

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A. Büschlen

Hallo Bernd,

und für alle die mitlesen:

innerhalb der akrokarpen Laubmoose unterscheidet sich die Gattung Leucobryum unter anderem durch
ZitatBlätter weisslich, eilanzettlich, mit röhriger Spitze, scheinbar Rippenlos, aus grossen hyalinen Oberflächenzellen und kleineren Innenzellen aufgebaut, meist kräftige Pflanzen in dichten, schwammigen, weisslich-grünen Polstern.
so weit aus: Die Moose Baden-Württembergs Band 1

Nun zur Frage ob die gezeigten Blätter zu L. glaucum oder zu L. juniperoideum gehören.
Grundsätzlich gilt für mich, dass ohne vorliegendes Belegmaterial keine verbindliche Aussage zur Art gemacht werden sollte.
Aber auf den kleineren Bildern 3-8 sind am äussersten Blattrand schmale und langgestreckte Blattzellen zusehen und der Übergang zu Diesen ist nicht allmählich. Das würde für L. glaucum sprechen.

Noch ein Hinweis zur Methode der Präparation: Für Bestimmungsarbeit wird in der Regel in Wasser eingedeckt und in Wasser gemessen.

Arnold
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Bernd Miggel

#16
Hallo Arnold,

ergänzend habe ich noch etliche Blattquerschnitte angefertigt. Ergebnis: fast immer nur zwei Lagen Hyalozyten, egal, wo man den Blattquerschnitt macht. Nur ausnahmsweise kommen kleinere Bereiche mit drei Lagen vor.
Wenn man nun der Moosflora von Frahm W, Frey W (1987) folgt, kommt man eindeutig auf Leucobryum juniperioideum: L. glaucum: 4 Lagen, L. juniperoidem: 2 Lagen Hyalozyten.
Auch in den Moosen Baden-Württembergs wird auf die unterschiedlicheLagenzahl an Hyalozyten hingewiesen: L. glaucum: 2-6 Lagen, L. juniperoidem: meist mit zwei, seltener 3-5 Lagen von Hyalozyten.

Viele Grüße
Bernd

Günter

Hallo Bernd,

heute abend wollte ich dir ein paar Seiten der Moosflora schicken, aber du hast sie ja bereits  :)

Bei mir (J.-P. Frahm, W. Frey; 3. Auflage 1992) wird auch die Länge der Blattbasis im Verhältnis zum verengten oberen Teil des Blattes als Bestimmungsmerkmal herangezogen.
"Blattbasis schmal, kürzer als der zusammengezogene obere Teil des Blattes" sowie mit dem zugehörigen Bild im Buch verglichen wäre ebenfalls für L. juniperoideum zutreffend.

Gruß
Günter
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Bernd Miggel