austrocknendes Eindeckmittel bei Dauerpräparat

Begonnen von ammererlutz, Februar 03, 2020, 13:40:11 NACHMITTAGS

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ammererlutz

guten Tag an alle,
ich entdeckte in meiner Präparatesammlung aus meiner Studentenzeit dieses Präparat, Sudan Färbung der Fetttröpfchen einer Fettembolie der Lunge.
Einbettung also über wasserlösliches Eindeckmittel ( leider nicht mehr bekannt welches) .
Hat jemand eine Idee , ob oder wie man das Präparat retten kann ?

Danke
mit freundlichen mikroskopischen Grüßen,
Lutz

"Mikroskope und Fernrohre verwirren eigentlich den reinen Menschensinn" ( Goethe)

liftboy

Hallo Lutz,

das ist mir auch schon passiert. Früher hatte ich mit Polyvenyl-lactophenol eingedeckt, danach mit Magnacol und jetzt mit Hoyers Gemisch. Misslungene Eindckungen oder Präparate die später Luft gezogen hatten habe ich immer leicht reparieren können: Petrischschale mit dest. Wasser füllen, Objektträger einlegen, Deckel drauf und warten. In Deinem Fall würde ich dem Wasser noch etwas Thymol hinzufügen... man weiß ja nie :-)

Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

ammererlutz

Zitat von: liftboy in Februar 03, 2020, 13:50:43 NACHMITTAGS
Hallo Lutz,

das ist mir auch schon passiert. Früher hatte ich mit Polyvenyl-lactophenol eingedeckt, danach mit Magnacol und jetzt mit Hoyers Gemisch. Misslungene Eindckungen oder Präparate die später Luft gezogen hatten habe ich immer leicht reparieren können: Petrischschale mit dest. Wasser füllen, Objektträger einlegen, Deckel drauf und warten. In Deinem Fall würde ich dem Wasser noch etwas Thymol hinzufügen... man weiß ja nie :-)

Grüße
Wolfgang
danke Wolfgang,
an  H2O hatte ich auch gedacht, thymol habe ich leider nicht lagernd.
Aber wenn das H2O verdunstet, entstehen die Trocknungsartefakte nicht neuerdings ( in meiner Schulzeit habe ich da die Glyceringelatine mit Lackmus versiegelt soviel ich mich erinnere).
mit freundlichen mikroskopischen Grüßen,
Lutz

"Mikroskope und Fernrohre verwirren eigentlich den reinen Menschensinn" ( Goethe)

Klaus Herrmann

Hallo Lutz,

dann wünsche ich mal Erfolg. Ich fürchte aber, dass das Präparat hinüber ist.

Zitatin meiner Schulzeit habe ich da die Glyceringelatine mit Lackmus versiegelt soviel ich mich erinnere)

das würde mich wundern. Lackmus ist ein Flechtenfarbstoff.

https://de.wikipedia.org/wiki/Lackmus
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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ammererlutz

Zitat von: Klaus Herrmann in Februar 03, 2020, 15:16:27 NACHMITTAGS
Hallo Lutz,

dann wünsche ich mal Erfolg. Ich fürchte aber, dass das Präparat hinüber ist.

Zitatin meiner Schulzeit habe ich da die Glyceringelatine mit Lackmus versiegelt soviel ich mich erinnere)

das würde mich wundern. Lackmus ist ein Flechtenfarbstoff.

https://de.wikipedia.org/wiki/Lackmus

der zentrale Teil des Präparates ist ja noch in Ordnung, den zu schützen, wäre schon ein Erfolg.

das mit dem Lack ist schon 40 Jahre her, kann mich also irren, denn Lackmus verwendet man ja als pH Papier, es war eine braune lackartige Substanz, die man flüssig machte und rund um das Deckglas zum Versiegeln aufbrachte.
mit freundlichen mikroskopischen Grüßen,
Lutz

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liftboy

Hallo Lutz,

die Beschreibung Deines Deckglaslackes hat in miur dumpfe Erinnerungen wachgerufen (da war doch noch was).In einem uralten Buch (das Mikroskop,Voigt, 1926) wurde ich fündig:
Vermutlich handelt es sich um Deckglaslack nach Krönig : Wachs und Kolophonium 2:8. Mühsam herzustellen und anzuwenden.

Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
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Niels Bohr

ammererlutz

ich denke Schellack war es, das ich zum Versiegeln nahm, fiel mir spontan ein , ist ja ein Menschenleben her.
Ich habe jetzt das Präparat in H2O eingelegt, die Ränder werden langsam wieder durchsichtig.

Und dieses hier (schönes Beispiel einer  Aktinomykose) in Xylol, da haben wir scheinbar etwas wie Eukitt verwendet, löst sich ab , keider etliche Patho-Präparate betroffen.... >:(
mit freundlichen mikroskopischen Grüßen,
Lutz

"Mikroskope und Fernrohre verwirren eigentlich den reinen Menschensinn" ( Goethe)

konsonant

#7
Hallo
ich weiß zum Deckglasschutzlack nur diese Sammlungs-pflegeanleitung https://www.biotaxa.org/Zootaxa/article/view/zootaxa.4322.1.1/29573  Seite 106 folgend einige unterschiedlichen Lacke aufführend anzugeben. Ab Seite 40 sind die Einschlußmittel aufgeführt. Lösungsvorschläge weiß ich keine .
gruß conso
schreibrecht unbegrenzt gesperrt. danke dem zuspruch. https://www.fip.fr/

Klaus Herrmann

ZitatLösungsvorschläge weiß ich keine .

Dann liegst du wie so oft haarscharf daneben, denn gerade die sind gefragt!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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konsonant

Eukitt steht auf seite 43/44 .  ich lese da was von Acrylat, da denk ich an Tiefgrund für den Bau und Acrylmalerei. Anlösen vermute ich wird nicht gehen. ich vermute ! ich würde mit stärker verdünntem Eukitt nachträufeln. Alles Spekulation . gruß conso
schreibrecht unbegrenzt gesperrt. danke dem zuspruch. https://www.fip.fr/

ammererlutz

so, nach 1 Tag in H2O sind die Kristalle weg, der zentrale Teil des Präparates ist ok, der angetrocknete Rand nicht mehr verwertbar.

Jetzt meine Frage: was mache ich jetzt? Ich habe leider keine wasserlöslichen Eindeckmedien zur Hand, um rund um das Deckglas eine Versiegelung aufzubringen. Wie verhindere ich das Austrocknen ?

Danke für Tipps,
mit freundlichen mikroskopischen Grüßen,
Lutz

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Klaus Herrmann

Hallo Lutz,

ist denn das Deckglas schon weg? Wenn ja, dann würde ich Alkohol-Entwässerungsreihe machen und dann aus Isaopropanol in Euparal eindecken.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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ammererlutz

#12
nein das Deckglas ist drauf ( außeren ein abgebrochenes Stück am Rand), falls es abginge, würde der Kryoschnitt leider vermutlich zerfallen. Bei Alkoholreihe wäre die Sudan-Fettfärbung leider zerstört.
mit freundlichen mikroskopischen Grüßen,
Lutz

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ammererlutz

follow up:
auf einer Seite der Uni Wien fand ich die Beschreibung, wässrige Objekte in Glycerin einzubetten und mit Nagellack ( mein alter Schellack) zu versiegeln.
Da das Einbettmedium meines Präparates noch unter dem Deckglas war, fogte ich nach gründlicher Reinigung von Deckglas und Objektträger dieser Anleitung,
mal sehen wie lange diese Versiegelung hält.
Momentan sieht alles wieder aus wie neu, die vertrockneten Randteile des Präparates wurden nach dem Wasser und Glycerinbad erfreulicherweise auch wieder brauchbar.
mit freundlichen mikroskopischen Grüßen,
Lutz

"Mikroskope und Fernrohre verwirren eigentlich den reinen Menschensinn" ( Goethe)

konsonant

hallo
ich könnte mir vorstellen, daß sich Pilz vom Glycerin ernährt. Manche Glyceringelatinen enthalten Karbol, Karbolsäure, Kampherwasser ...
Anstelle von Glycerin könnte auch Kaliumacetat und Paraffinum liquidum , provisorisch . http://mikrohamburg.de/Schoemmer/Schoemmer.pdf Schoemer Kryptogamenpraktikum gibt einige Einschlußmitteltrezepte (1950) an, Seite 135 folgend.

Nochmal zum Eukitt : https://www.biotaxa.org/Zootaxa/article/view/zootaxa.4322.1.1/29573 auf Seite 52 steht man kann das Eukittpräparat mittels Xylene wieder anlösen zum neu Eindecken.
Warum nicht verdünntes Eukitt nachträufeln ? Allerdings lese ich auch daß Eukitt nicht für Sudanfärbung geeignet sei.
gruß conso
schreibrecht unbegrenzt gesperrt. danke dem zuspruch. https://www.fip.fr/