Einfluss von Arbeitsabstand der Objektive auf Abblidungsqualität ?

Begonnen von micropol, April 10, 2020, 15:18:23 NACHMITTAGS

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Werner


konsonant

Ok, die Abbildungaqualität ist von der Linsenschleifkunst des Herstellers abhängig, das ist ja sowieso klar , nur : unterliegt er irgendwelchen Zwängen naturgesetzmäßiger Weise, die ihm das Optimum seiner Handwerkskunst verwehren ? Bei Long Distance müßten sich größere Linsen besser und exakter schleifen und auch besser exakt anordnen lassen. Gibt es da ein Skalierungsproblem außer dem Finanziellem ?  Die spektrale Zerlegung an den Grenzflächen weitet sich über eine längere Strecke weiter auf, ist das beherrschbar ?

Ein Millonendollar Chiplithografieobjektiv von Zeiss sah ich bei Wikipedia, das hatte einen Linsendurchmesser 1m, find ich nicht mehr. Die Luftbild-Meßkamera-Bildkrümmungs-Tatsache wirft bei mir die Frage auf, ob bessere Okulare die Netzhautkrümmung berücksichtigen oder eher Projektionsokulare sind.
gruß conso
schreibrecht unbegrenzt gesperrt. danke dem zuspruch. https://www.fip.fr/

Werner

Das Optimum ist bereits erreicht, es ist die sogenannte Beugungsgrenze - physikalisch bedingt.
Dagegen kann man auch mit noch so feiner Fertigung nicht anstinken.
Die Okulare sind auch schon lange gut genug. Das Auge sieht NUR in der kleinen Sehgrube scharf, die restliche Netzhaut hat lediglich Alarmfunktion. Eine Linearisierung bzw. Bildkorrektur macht das Hirn mit Training seit dem Babyalter.

Beschäftige Dich endlich mal mit den Optikgrundlagen, bevor Du hier rumphantasierst. Über das www oder mit Büchern.

Lupus

Hallo,

die Konstruktion von Mikroskopoptik mit optimaler Abbildungsqualität ist sicher sehr komplex, allgemeine Aussagen zu machen ist schwierig. Außer dass ein gut korrigiertes Objektiv komplexer aufgebaut ist als ein einfacher Achromat. Aber zum Thema großer Arbeitsabstand kann man glaub ich schon sagen, dass ein LD Objektiv im Allgemeinen mit größerem Aufwand korrigiert werden muss, bei gleicher NA. Deswegen muss die erreichte Qualität aber nicht schlechter sein.

Ein ganz einfaches Beispiel mit einer einzelnen Linse: Die berühmten Leeuwenhoek-Kugellinsenobjektive besitzen eine bessere achsnahe Abbildungsqualität als eine einzelne Bikonvexlinse mit gleicher NA und gleichem Abbildungsmaßstab. Der "Trick" besteht darin, dass eine Kugellinse nichts anders ist als eine sehr dicke Bikonvexlinse. Der Arbeitsabstand ist bei der Kugellinse nur noch etwa 1/3 der Brennweite, während er bei der Bikonvexlinse etwa der Brennweite entspricht. Wenn die erste brechende Fläche sehr nahe am Objekt liegt, und die zweite einen großen Abstand zur ersten hat, verteilt sich die Brechung günstiger mit geringerer Gesamtaberration auf die Linsenflächen. Ganz grob übertragen auf ein komplexeres System: Man hat bei geringem Arbeitsabstand mehr Platz, speziell vor der objektseitigen Hauptebene (also innerhalb des Brennweitenabstandes) für Linsen zur Bildkorrektur.

Hubert

konsonant

Hubert, Danke für den Honigzeig .
Zu den Okularen, das juckt mich natürlich, sry, es gibt also keine Widefield-Okulare zb in der Astronomie, bzw ist das ein Verkaufstrick ? Ok , im Prinzip bezweifele ich dich nicht, Werner .
gruß conso
schreibrecht unbegrenzt gesperrt. danke dem zuspruch. https://www.fip.fr/

smashIt

Zitat von: Lupus in April 11, 2020, 18:10:24 NACHMITTAGS
Außer dass ein gut korrigiertes Objektiv komplexer aufgebaut ist als ein einfacher Achromat.

wobei wir den unterschieb achromat/apochromat ja wieder nur wegen "mangelhafter" glasmischungen haben.
schott kann langsam wirklich mal ein nicht-disperses glas auf den markt werfen :D

und wenn wir schon beim fantasieren sind:
wo bleiben die holographischen linsen?
MfG,
Chris

Bildung ist das was uns vom Tier unterscheidet.

Funtech.org

Kurt Wirz

Hallo

Zur Abbildungsqualität

Von Vorteil ist es, wenn man die Abbildungsqualität die eine Optik bietet, auch sieht.

Ich stacke nicht nur, um schöne Bilder anzufertigen.
Bedingt durch Alter stacke ich auch um Objekte genauer zu betrachten.
Ich wähle eine optimale Beleuchtungsmethode, stacke den Bereich von Interesse und verstärke mit Bildbearbeitung die mittleren und feinsten Details, Helligkeit und Kontrast anpassen, schärfe u.s.w. je nach Bedarf.
Durch angepasste Bearbeitung, kann man in einem Bild mehr erkennen, wie mit optimaler Sehtauglichkeit von blossem Auge am Mikroskop.
Das Bild (Stack) kann man in der Übersicht und auch stark vergrössert am Bildschirm betrachten.
Bei der Betrachtung von blossem Auge am Mikroskop, sehe ich die Feinheiten nicht so genau und entspannt.
So komme auch ich in den Genuss der Auflösung die eine Optik zu bieten hat und kann jederzeit ohne grossen Aufwand das Bild wieder betrachten.

Ein Hoch der Fotografie  😊

Kurt

wilfried48

Hallo Kurt,

jetzt fehlt halt nur noch die Echtzeitbetrachtung.

Meine berufliche und wissenschaftliche Erfahrung ist eine ganz andere.

Meist habe ich beim Einblick in ein Okular sofort die Details  an der Abbildungsgrenze der Optik erkannt
und dann brauche ich manchmal Stunden um Bilder zu machen und zu bearbeiten bei denen diese Details
auch so herauskommen, dass man sie im Bild auch annähernd gut sieht.

Ein ca. 5 Jahre altes 120 TSD Euro teures vollmotorisiertes digitales Mikroskop mit Nikon Planapos steht bei uns im Institut inzwischen fast unbenutzt in einer Ecke weil es ausser der Kamera keine Einblickmöglichkeit hat und diese auch nicht nachrüstbar ist.
Da die anderen Mikroskope mit Einblick-Trinotubus inzwischen auch stacken können ist das die optimalere Kombination.

viele Grüsse
Wilfried

vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

Kurt Wirz

Hallo Wilfried

Ein ca. 5 Jahre altes 120 TSD Euro teures vollmotorisiertes digitales Mikroskop wäre doch eine ideale Leihgabe für einen alten Mann.
In absehbarer Zeit könnte man es wieder Zurückerhalten.
Ich suche mal Sponsoren für die Transportkosten. 😊

kurt

wilfried48

Hallo Kurt,

Ich habe geschrieben fast "unbenutzt in der Ecke" . Es wird ab und zu noch gebraucht zum Messen von Stufenhöhen von dünnen Schichten, weil es dafür eine Spezielle Software hat, aber zum Mikoskopieren benutzt das am Institut kein Mensch mehr.
Falls es mal ausgemustert wird, denk ich an dich denn ich selbst würde es auch nicht mit nach Hause nehmen obwohl es sehr kompakt ist und nicht viel Platz braucht.
Ich selbst spekuliere darauf das endlich das uralte Zeiss Axiophot ausgemustert wird, aber das erfreut sich nach wie vor grösster Beliebheit insbesondere seit ich (Depp) es auch noch mit einer Canon Fotoadaption ausgerüstet habe. :(

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
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