Richtige Darstellung von Mikrofotos

Begonnen von PAKRO, November 25, 2009, 12:23:05 NACHMITTAGS

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PAKRO

Hallo!

Die meisten Mikroskopiker die sich auch mit der Mikrofotografie auseinandersetzen betreiben einen erheblichen Aufwand bei der Adaption der Kamera ans Mikroskop. Da wird an jedem sprichwörtlichen Rädchen gedreht, teilweise werden hunderte von Euros investiert. Damit dann die Fotos von den Strichplättchen usw. passen. ;D

Bei der Färbung von Schnitten und sonstigen Proben ist keine Mühe zu groß. Der Brechungsindex von Einschlussmitteln wird genau beachtet. In Fragen der Optik möchte ich mich jetzt garnicht verlieren.

Die genannten Punkte wurden sicher mehr als hundert mal im Forum diskutiert

Passt dann alles, werden die Fotos gemacht! Aber entspricht das Ergebnis auch dem real gesehenen? Passt der Farbraum? Wird ein aussenstehender Betrachter der Fotos auch den selben Eindruck haben wie ich?

Wahrscheinlich nicht! Denn bei all dem betriebenen Aufwand wird das schwächste Glied vergessen - der Monitor. Monitore zeigen die Farben meistens nicht richtig an, jeder nimmt da seine subjektiven Einstellungen vor. Was bei mir hell ist kann beim nächsten Monitor eher matt erscheinen. Manuell ist es fast nicht möglich seinen Monitor zu Kalibrieren. Abhilfe schafft da die Hardware-Kalibrierung.

Meines Erachtens ist die Kalibrierung des Monitors auf dem die Fotos bearbeitet werden zumindest genauso wichtig wie die eingangs genannten Punkte. Vorausgesetzt man möchte ein optimales Ergebnis haben. ;)

Auf meiner Webseite habe ich vor einiger Zeit dazu schon mal Stellung genommen, ein kurzer Film zeigt wie es gemacht wird. http://mikro-link.blogspot.com/2009/07/monitorkalibrierung-fur-die-mikroskopie.html#comments (Soll ein Beispiel sein, es gibt auch andere Möglichkeiten der Hardware-Kalibrierung)

Bei all den Diskusionen um die Mikrofotografie, denke ich, sollte dieser Punkt auch mal angedacht werden.


Beste Grüße

Peter





Martin Schneider

Hallo Peter,
Ich finde Deinen Hinweis wichtig und den Link hilfreich.
Allerdings ist das Problem der Monitorkalibrierung nie abzustellen.
Überspitzt gefragt: Wer versucht an Hand eines Algenfotos die Pirgment-Zusammensetzung zu bestimmen?
Ich halte einen ordentlichen Weißabgelich für viel gravierender, auch wenn die Neutralfarben etwas wärmer oder kälter auf den unterschiedlichen Monitoren erscheinen.

Viele Grüße
Martin

PAKRO

Hallo Martin!

Der Weißabgeich schlägt da in die selbe Kerbe, genauso wie die Frage mache ich meine Fotos in JPG oder in RAW.

Man kann es absolut auf die Spitze treiben. Viele die hier Fotos zeigen wollen immer das Optimum erreichen und
betreiben die Mikrofotografie beinahe religiös - was auch in Ordnung ist - da setzt jeder seine eigenen Prioritäten.

Mit dem Thread wollte ich nur mal aufzeigen, dass man sich auch noch um anders Gedanken machen muss als "nur" um die Adaption am Mikroskop und um Strichplättchen wenn man eine "Highend-Lösung" haben will.


Beste Grüße

Peter

Frank D.

Ich glaube, in den wenigsten Fällen werden auf dem Monitor nur Mikrobilder sondern auch Personen- und Naturaufnahmen angesehen.
Bei verstellten Monitorparametern wären die Hauttöne, die Farbe des Himmels und der Pflanzen unnatürlich.
Gerade dem aufmerksamen Fotografen würde dies sofort auffallen.
Ich spreche nicht von den Helligkeitseinstellungen oder der Vorliebe für einen warmen Bildton, diese Auswirkungen auf das angezeigte Bild sind jedem bekannt.

Natürlich bekomme ich Probleme bei der Mineralbestimmung durch Interferenzfarben, aber wer garantiert mir die korrekte Monitoreinstellung am anderen Ende des www.

Der Aufwand, mit dem ein Foto erstellt wird ist gerechtfertigt, ebenso der durch Strichplatten erzeugte Optiktest. Denn sie sind der Beginn einer Dokumentation die in unserem Kopf endet.

Freundliche Grüße
Frank

Peter V.

Hallo,

ich betrachte das Forum auf mindestens 3 verschiedenen Monitoren, u.a. einen 19-Zoll-Eizo-TFT und eine 21-Zoll-Sony-Trinitron-CRT. Letztens habe ich bei einem Polfoto den Übrgang zwischen Vignettierung-Trauerrand und dem "Schwarz" des durch die Polarisaton dunklen Hintergundes angeglichen. Am TFT-Monitor, eben, bis alles homogen schwarz war. Als ich mir das im Forum gepostete Ergebnis später einmal am CRT angesehen habe, war ich regelrecht erschrocken. Man sah jeden einzelnen tiefschwarzen "Strich" des Kopierstempels auf einem eher tiefdunkelgrauen Hintergrund.
Letztlich schafft aber eine Monitorkalibrierung auch keine Abhilfe, denn was nützt mein bestens kalibrierter Monitor, wenn doch 99% der Betrachter keinen kalibrierten Monitor verwenden?

Herzliche Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

PAKRO

Hallo!

Speziell wenn man mehrere Monitore sein Eigen nennt macht eine Kalibrierung Sinn um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Es ist auch wichtig das eine Kalibrierung alle paar Wochen neu durchgeführt wird!

Und nein es gibt keine Garantie das der Betrachter am anderen Ende es www einen Kalibrierten Monitor hat. Aber das ist das Problem des Betrachters! Wenn ich ein Buch drucke muss der Leser auch für seine eigenen Brille sorgen, da liefert die Druckerei auch keine mit! ;)

Als "Produzent" des Fotos, kann ich aber dafür Sorge tragen, dass es dem Betrachter der einen Kalibrierten Monitor hat, möglich ist das Bild entsprechend zu sehen.

Wer schon mal ein Foto extern hat Drucken lassen und es dann mit dem Bild auf dem Monitor verglichen hat stellt sehr oft fest das es ganz anders aussieht.

An Frank:

Die Kalibrierung bezieht sich ja auch auf sämtliche andere Bilder, nicht nur auf Mikrofotos. Dadurch werden eben die Farben natürlich wiedergegeben.

Bitte es nicht Falsch verstehen, dass hier ist "Meckern auf hohem Niveau" aber wenn die Ergebnisse Top sein sollen, dann gehört eben das auch dazu. ;D


Beste Grüße

Peter

Frank D.

Zitat von: PAKRO in November 25, 2009, 14:30:06 NACHMITTAGS
An Frank:
Die Kalibrierung bezieht sich ja auch auf sämtliche andere Bilder, nicht nur auf Mikrofotos. Dadurch werden eben die Farben natürlich wiedergegeben.

Hallo Peter,

das hatte ich auch so verstanden und wollte damit andeuten, wer schon bei normalen Fotos mit den fehlerhaften Einstellungen seines Monitors leben kann, den hat auch die farbenrichtige Darstellung von Mikrofotos an diesem Gerät nicht zu interessieren.

Ich stimme Dir in Deiner Ausführung zu, ist das Bild auf der "Mattscheibe" ja ein Glied in der Kette.

Mit nicht kalibrierten Grüßen
Frank

Peter V.

#7
Hallo!

Obgleich der Monitor die Mensch-Maschine-Schnittselle ist, führt er in den meisten privaten Computeranlagen ein Mauerblümchendasein. Da wird ein flotter Rechner mit hoher Prozessorleistung gekauft, reichlich RAM darf's auch sein und natürlich eine "gute" Grafikkarte. Monitor? Da nehmen wir natürlich den 22-Zöller mit irgendeinem Phantasienamen im Breitformat für 99 EUR, das muss reichen, zum Glück sind die TFTs ja sooooo billig geworden.... ( Die Verwendung des Begriffs Kalibration im Zusammenhang mit solchen Monitoren wäre eher ein Witz ). Gerade auch die Website des unseres Forums mit den vielen teils blassen Blautönen und Übergängen zu weiss stellt sich auf Billig-TFTs unglaublich kontrastarm dar.
Wenn ich auf solche Monitore schaue, gruselt's mich immer wieder. Dabei bekommt man z.B. in der Bucht aus Leasingrückläufen reichlich ca. 3 Jahre alte ( und pixelfehlerfreie ) ehemalige Spitzenmonitore ( z.B. Eizo L768 ), die ehedem in der Preisklasse 500 - 1000 EUR lagen,  für um 100 EUR. Zumeist sogar von gewerblichen EDV-Händlern mit "Garantie" / gewährleistung, Rückgaberecht etc. Die Lebenszeit solcher Monitore ist auf 20.000 - 30.000 Stunden aufgelegt, zumeist haben diese Monitore dann gerade mal 5000 Stunden - 7000 Stunden  "auf dem Buckel" ( mit Glück sogar noch viel weniger )  und würden bei privater Nutzung noch viele Jahre ein Spitzenbild liefern.

Herzliche Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

peter-h

Eine Frage,

was spricht gegen die einfache Nutzung eines Graukeils, bzw. einer Graustufe?

Sehr leicht mit üblichen Grafikprogrammen selbst herstellbar (wie hier geschehen). Damit ist wenigstens der Helligkeitsumfang prüfbar und ein eindeutiges GRAU erhält man auch. Kostet keinen Cent und geht ganz fix. Auf meinem EIZO L768 - nun schon uralt - sehe ich alle Felder schön gestuft.

Grüße
P. Höbel

PAKRO

Hallo!

Peter wie du richtig schreibst wenn der Monitor ansich schon mal Mist ist tut man sich mit einer Kalibrierung auch sehr schwer.

Wer noch mehr zu diesem Thema erfahren möchte, dem kann ich folgendes Interview, dass beim "Happy Shooting Podcast" mit einem Profi geführt wurde empfehlen.
http://www.happyshooting.de/podcast/2007/04/26/035-mein-stuhl-dein-stuhl/

Beste Grüße

Peter