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Noch´n Rätsel

Begonnen von hinrich husemann, Dezember 10, 2009, 00:07:52 VORMITTAG

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hinrich husemann

Und das?





Und das ist die Ursache
Späte Mikrogrüsse
H. Husemann

Klaus Herrmann

Lieber Herr Husemann,

willkommen im Club der Bilder-Poster und Rätsler!

Ihre Erlärung erinnert mich an unseren Mathelehrer der in den Förderstunden vor dem Abi mit uns alte Abiaufgaben durchgerechnet hat.
Da gabs den Spruch: " wie man unschwer erkennt, lässt sich diese etwas kompliziert aussehende Differenzialgleichung in 2 Schritten vereinfachen"!

Lassen Sie uns nicht unwissend sterben: erklären Sie das "Einfache" ich weiß, Sie können das meisterlich!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

Nomarski

Das ist die Aperturmessung für Objektive, die vor einiger Zeit mal hier behandelt wurde. In diesem Fall mit 3 Farben, also sogar für Apochromaten geeignet! 8)

beamish

Ich glaube, das ist ein Rebus: Kieselalge bzw. Diatomee bzw. Gattungs- Artname vorne und hinten beschnitten + ja, was ist das? No-Pole?

Rätselnder Gruß,

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

TPL

Beugungskontrast an Pleurosigma angulatum?
Und unten ein Bild des beugenden Objektes bei eingeengter Beleuchtungsapertur?

Georg Abele

#5
Zerbrochene CD oder DVD? Die haben nämlich solche gelaserten Löcher als Datencodierung...

Nachtrag: CD hängt, weil Riß oder zerbrochen eingeleg, Laser arbeitet auf der Stelle. Das ergibt Beschädigung
.

Grüße, Georg Abele
www.duennschliff.com  www.thin-section.com  Gute Ideen sind fast immer einfach.

hinrich husemann

#6
Hallo Ratende,
Rater TPL hat schon recht: Das eigentliche Objekt ist in der Tat Pleurosigma Angulatum, abgebildet mit zentralem Dunkelfeld. Hierbei wird, wie im unteren Bild zu sehen, bei sehr engaperturiger Beleuchtung (Kondensorblende fast völlig zugezogen) in der Austrittspupille des Objektivs die 0. Beugungsordnung ("direktes Licht") ausgeblendet (hier durch einen eingeklemmten dünnen Stab, man hätte auch auf der obersten Objektivlinse einen kleinen schwarzen Lack-Klecks machen können, aber wer "versaut" sich schon gerne sein Objektiv). Das Ergebnis ist ein irreführendes Scheinbild; so sieht das Objekt weder im Hellfeld noch im konventionellen Dunkelkfeld aus. Die Erklärung ergibt sich aus der Abbeschen Theorie (1873!) der mikroskopischen Abbildung: Es werden nicht "consecutive" Beugungsordnungen (+1. und -1., dazwischen fehlt die 0. !) für die Abbildung verwendet. Wie im neuen "Gerlach" (S. 665) nachzulesen, hat man vor über 100 Jahren mal versuchsweise solche Objektive gebaut; ist aber - auch wegen der systemimmanenten Falsch-Abbildungen - sehr schnell wieder davon abgekommen. Dennoch wird das zentrale Dunkelfeld - manchmal belegt mit anderen ("wohlklingenderen") Namen - von engagierten Amateuren immer mal wieder neu "erfunden". Die resultierenden Bilder sehen ja auch z.T. ganz interessant aus, aber sie sind aus prinzipiellen Gründen oft nicht mehr objektähnlich (und das sollte man bei ihrer Betrachtung immer bedenken). Auch das Aulösungsvermögen ist wegen der engaperturigen Beleuchtung gegenüber konventionellem Dunkelfeld praktisch halbiert. Beispiel: Während Pleurosigma Angulatum im konventionellen Dunkelfeld mit einem 40/0,70 klar aufgelöst wird, ist das im zentralen Dunkelfeld noch lange nicht der Fall; das Bild oben ist (so weit ich mich erinnere) mit einem 100/1,3 gemacht.  
Freundliche, leicht zentral verdunkelte Mikrogrüsse
H. Husemann

Bernhard Lebeda

Hallo Rater

dazu hat ein gewisser Herr Husemann so einiges geschrieben in Mikrokosmos Januar 2009, ihr lieben Abonnenten  ;D ;D


Amüsierte Grüsse

Bernhard
Ich bevorzuge das "DU"

Vorstellung

hinrich husemann

MK-Leser wissen eben etwas mehr!  ;D  ;D  ;D

GFL

Und ich dachte, hier steht schon alles, was im Mikrokosmos gedruckt wird.  ???

wilfried48

Zitat von: hinrich husemann in Dezember 10, 2009, 10:47:58 VORMITTAG
....Dennoch wird das zentrale Dunkelfeld - manchmal belegt mit anderen ("wohlklingenderen") Namen - von engagierten Amateuren immer mal wieder neu "erfunden". Die resultierenden Bilder sehen ja auch z.T. ganz interessant aus, aber sie sind aus prinzipiellen Gründen oft nicht mehr objektähnlich (und das sollte man bei ihrer Betrachtung immer bedenken)....

Hallo Herr Husemann,

meinten sie z.B. das hier ?

http://www.schwaben.de/home/mathias/mikro/kontrast2.html

das wurde sicher im alten forum schon mal diskutiert, trotzdem würde mich die Meinung der Experten darüber interessieren, warum das offensichtlich nicht umgesetzt werden konnte.

viele Grüsse

Wilfried



vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

hinrich husemann

Hallo Herr Nisch,
das Problem ist hier natürlich komplexer. Ich hatte das dort Dargestellte auch schon mal nachprobiert; die Seite aber erst doch noch mal gelesen; und dazu  -  nur komprimiert - meine "physikalische"  Meinung: Solange - bei eng gestellter Kondensorblende - in der Austrittspupille die 0. Beugungsordnung voll durch den Draht oder eine sonstige Maßnahme ausgeblendet wird, hat man zentrales Dunkelfeld mit den von mir beschriebenen Nachteilen. Macht man die Blende etwas weiter, kommen Teile der 0. Ordnung mit zum Tragen; man hat gegenüber dem konventionellen Hellfeld also eine mehr oder weniger geschwächte 0. Ordnung, was sich natürlich bei der bilderzeugenden Interferenz in der Bildebene bemerkbar macht. Man bekommt gegenüber dem Dunkelfeld eine Aufhellung des Untergrundes, sieht aber manche Strukturen noch ähnlich wie im Dunkelfeld; mit oft sicher guten Kontrasten; eventuell spielen auch durch den Draht schlierenoptische Effekte eine Rolle. Dieser Bereich ist sicher ganz interessant; problematisch erscheint mir eine u. U. nicht genügende Objektähnlichkeit der Abbildung. Bei weiterer Öffnung geht man schließlich ins normale Hellfeld über, der kleine Draht in der Apertur stört dann kaum noch.
Den dort gegebenen physikalischen Erklärungen mit "Divergenz- und Konvergenz-Blende" vermag ich aber wirklich nicht zu folgen; da ist aus meiner Sicht der Wunsch nach Vergleichbarkeit mit DIK der Vater des (physkalisch nicht nachvollziehbaren) Gedankens. Warum sich die Hersteller damit nicht befassen? Müßte man diese fragen. In meinen Augen ist das Ganze eher ein interessanter - wohl auch in Schulen , weniger in der Wissenschaft brauchbarer - Versuch, der aber kritische Betrachtung erfordert. Soweit in Kürze meine persönliche Einschätzung dazu.
Freundliche Mikrogrüsse
H. Husemann