Kann man mit einer LED „Blitzen“?

Begonnen von Carlos, Juli 04, 2021, 09:36:05 VORMITTAG

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Carlos

Hallo,
Frage an die LED-Experten: Kann man mit einer LED ,,Blitzen"? Oder wie schnell kann man eine LED ein- und ausschalten? Wie steil ist die Kurve der ZU- und Abnahme der Lichtintensität?
Hintergrund: Mit einer Okularkamera ist es schwierig zu ,,Blitzen". Wenn ich aber eine sehr lange Belichtungszeit einstelle und in dieser Zeit eine LED kurz ein- und ausschalte, sollte das wie ein Blitz wirken. Geht das?
Gruß Carlos

Bernd Miggel

Hallo Carlos,
das funktioniert. Die Lichtintensität folgt unmittelbar dem Schaltvorgang. LEDs werden in der industriellen Messtechnik gerne als Blitzquellen eingesetzt.
L.G. - Bernd

reblaus

Hallo Carlos -

wenn ich mich recht entsinne, hat Timm ("treinisch") vor einigen Jahren dazu mal aufwendige Experimente gemacht an denen ich auch sehr interessiert war. Das Ergebnis war wohl eher bescheiden - aber vielleicht meldet er sich ja dazu.
Ein wichtiger Aspekt schien mir, dass wirklich kurze, starke Blitze - und die machen das Blitzen am Mikroskop ja erst richtig interessant - damit nicht möglich scheinen, zumindest nicht mit gängigen LEDs. Vielleicht genügt es ja bei den meisten Messgeräten einen sehr kleinen Punkt auszuleuchten, bei Mikroskop möchte man genügend Energie für ein Bild auf einem Sensor.

Viele Grüße

Rolf

Nochnmikroskop

Hallo Carlos,
Fa. Schott redet bei VisiLed Beleuchtung von 3facher Helligkeit beim Blitzen.
Gruß Frank
Meistens Auflicht, alle Themenbereiche
Zeiss Axiolab, Leitz Orthoplan, Keyence VHX, Olympus SZX16, Canon EOS 700D, Panasonic G9, Touptek u.a.
keine KI

Rawfoto

Hallo

Ja, dreifache Helligkeit entspricht aber leider nur 1,5 Lichtwerten Gewinn. Habe ich 1/125 Sekunde komme ich auf 1/350 ...

Damit springt man nicht weit ...

Liebe Grüße

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Nochnmikroskop

Hallo Gerhard,
die Kürze der Blitzzeit ist ja auch wichtig, bei min. 85µs Blitzzeit kann man schon Bewegungen einfrieren. Natürlich reicht das nicht an "echte" Blitzgeräte von der Helligkeit her ran.
Die LEDs von Herrn Hiller, welche deutlich höhere Lichtausbeute haben, als die VisiLed, können wohl nicht blitzen. Ich hatte bei Herrn Hiller dahingehend bei meiner Bestellung angefragt.
Bei den aktuellen Kameras macht aber eine ISO Erhöhung auf wesentlich höhere Werte keine so starken Qualitäseinbußen mehr aus. Ein bisschen Rauschen ist besser zu beseitigen, als Bewegungsunschärfe.
Aber grundsätzlich ist die Bedeutung des Blitzens bei LEDs nicht sooo wichtig und kriegsentscheidend, da gebe ich Dir recht.
Gruß Frank
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wilfried48

#6
Hallo,

das war der Diskussionsstand im forum zudiesem Thema vor 10 Jahren.
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=10097.msg72145#msg72145

Meines Erachtens hat sich die Leuchtdichte der Power-LEDs und, nur auf die kommt es an, nicht entscheidend verbessert.

Es gibt zwar inzwischen LEDs mit deutlich mehr Leistung aber das sind für diesen Zweck (Einkopplung in ein Mikroskop nach den Köhlerschen Regeln) untaugliche Mehrchip LEDs mit grosser Fläche.

Und dann bräuchte man ja auch erst mal die Elektronik, die sagen wir mal eine 50 W Power LED mit einem Puls der ca. 10 fachen Leistung (das war die Erkenntnis aus den damaligen Versuchen) mit einer Pulszeit von sagen wir mal 1/30000 s ansteuern kann.
Timm (Treinisch) wollte zwischendurch mal so eine Elektronik für die Luminus Einchip 50 W LED bauen (ich finde leider den thread nicht mehr) und war nahe an einer Lösung, aber ich glaube das ist auch in Sande verlaufen.

viele Grüße
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

Nochnmikroskop

Hallo zusammen,
im Zusammenhang mit LED Blitzen bin ich mal auf diesen Artikel / Test gestoßen, leider kenne ich den Stand dieser Untersuchung nicht.
https://www.natur-foto-technik.de/LED-Blitz.html
Etwas zum Schmökern.
Sorry Carlos, dass ich Deine Anfrage nur so lapidar beantwortet habe. Beim Blitzen mit der VisiLed ging es eher um normale Makros, nicht die Beleuchtung am Mikroskop. Mit der Steuerung (MC1500) kann man auch die Kamera auslösen, das war mir wichtig.
Ob eine Okularkamera sinnvoll beblitzdingst werden kann??? Und wie schon Wilfried schrieb, reicht scheinbar die Lichtausbeute für die Mikrofotografie noch nicht aus.
LG Frank

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bernd552

Hallo Carlos,

mit pulsartigen Überstrom kann jede LED betrieben werden, in den entsprechenden LED Datenblättern sind immer die jeweiligen max. Ströme angegeben.

Nach meiner Erfahrung ist es bei sehr kleinen, punktförmigen Emittern und mehr Lichtbedarf effektiver sich mehr der Lichtstrahlfokussierung zuzuwenden.

Z.B. gibt es Osram-LEDs die mit der Primäroptik im 80° Winkel abstrahlen (sonst üblich sind ca. 120°), die kann man deutlich leichter kollimieren als die Breitabstrahler.


LG
Bernd

reblaus

Hallo Frank -

vielen Dank für den Hinweis auf diesen wirklich sehr guten Artikel!

Gruß

Rolf

Horst Wörmann

#10
Liebe Kollegen,

LEDs kann man im Prinzip sehr schnell schalten, für die Elektronik gibt es Lösungen. Das gab es schon in den 80er Jahren von Impulsphysik GmbH, ab 50 ns (!), mit 660 nm.
Aber: damals sind wir schon zu dem Schluß gekommen, daß die Strom/Lichtausbeute-Kurve bei hohen Strömen nichtlinear ist, mit anderen Worten mehr Strom bringt dann nicht mehr Licht. Und davon braucht man viel (siehe Beitrag rawfoto). Es gibt aber noch ein weiteres Problem:
Bei weißen LEDs - nur damit hat es ja Sinn - ist die Abklingkurve zu berücksichtigen, d.h. die Leuchtstoffe leuchten nach Abschalten nach. So ist es ja auch in dem von Frank zitierten Artikel festgestellt worden, neben halbleiterpysikalischen Grenzen.
LED-Blitz? keine Chance.

Viele Grüße
Horst

reblaus

Lieber Horst -

vor etwa 40 Jahren habe ich die verzögerte Fluoreszenz von Chlorphyll untersucht. Mit einem Nachtsichtgerät konnte man dabei das Eindringen von Photosynthese hemmenden Herbiziden über den Blattstiel in die Blätter verfolgen.
Als stroboskopische Beleuchtung (8 Hz) war ursprünglich ein Elektronenblitz und elektronische Steuerung vorgesehen. Allerdings zeigte sich rasch, dass auch dieser eine relativ lange Abklingzeit hatte, die sich zwar beim Fotografieren nicht bemerkbar macht, aber die relativ schwache, verzögerte Fluoreszenz noch nach 0,1 sec weit überstrahlte. Nach vielen vergeblichen Bemühungen landeten wir schlielich wieder bei einer rotierenden schwarzen Sperrholzscheibe mit einem Loch, das abwechselnd die (kontinuierliche) Schwanenhalsbeleuchtung und den Photomultiplier bzw. die Nachtsichtoptik freigab.

Viele Grüße

Rolf