Leitz Heiztisch 1750 - welche Legierung

Begonnen von ortholux, Oktober 17, 2017, 10:19:28 VORMITTAG

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ortholux

Liebe Kollegen,

der Heiztisch 1750 kann nominell bis 1750° heizen. Verzichtet man zur Temperaturmessung auf Thermoelemente, kann man weit höher heizen, im Beispiel auf der letzten Seite sogar bis 2700 °C.

http://microscope.database.free.fr/515_files/515-68b%20Microscope%20heating%20stage%201750.pdf

Die Heizkammer wird mit einem Strahlenschutz abedeckt, welcher nur ein kleines Beobachtungsloch frei lässt (in der Explosionszeichnung Nr. 1).

Aus welchem Material könnte der sein?

Es ist eine Probenreihe mit Wolfram als Beispiel aufgeführt. Somit fällt Wolfram wohl als Material für diese Abdeckung aus.
Wahrscheinlich wird es jedoch über der Probe auch nicht ganz so heiß wie im eigentlichen Probenhalter, welcher lt. Prospekt aus Tantal, Molybden oder Platin gefertigt sein kann.

Also, habt Ihr Ideen, was das für ein Material sein könnte?

Herzliche Grüße
Wolfgang
PS: mein Heiztisch ist komplett mit jenem Deckel. Aber es hat mal jemand - gefühlt über Jahre - versucht, mir diesen Deckel abzuschwatzen. Zum damit Arbeiten jedoch sicher nicht. Vielleicht eine Iridium- oder doch Platinlegierung?

Michael L.

Hallo Wolfgang,

Kommt mir spontan noch Keramik in den Sinn.

Gruß,

Michael

ortholux

Nein, definitiv Metall.
Einzige Analyse: nicht ferromagnetisch.




Wolfgang

Klaus Herrmann

ZitatNein, definitiv Metall.
Einzige Analyse: nicht ferromagnetisch.

Da fällt mir nur Wolfgang ein ähmmm Wolfram natürlich FP 3422°
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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ortholux

Nächste Analyse:
Mit Briefwaage und Meßschieber gemessen beträgt die Dichte ca. 8,1 g/cm³. Wolfram hat 19,25 g/cm³

Wikipedia verweist auf Wolfram-Molybdän-Legierungen: TZM-Legierung (Hochtemperaturlegierung)  "...aufgrund seiner hohen Festigkeit / Hochtemperatur-Anwendungen, vor allem oberhalb von 2000 °C..."

Keine Ahnung ob es sowas in den 50er Jahren schon gab und ob die Dichte passen kann.

Wolfgang

Klaus Herrmann

Molybdän hat Dichte 10g/cm³, dann liegt die Legierung mit W noch einiges drüber.
Tantal hat 16g/cm³

also irgendwie ist das ein Zauberzeugs! Vielleicht hohl?

RFA-Spektrum machen lassen!
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


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reblaus

Hallo  -

irgendwie sehe ich das Problem nicht:

Lt. Prospekt erhitzt ein kleiner Heizkörper ein winziges Objekt (3 x 3 mm) auf die fragliche Temperatur. Das Objekt kann auf kleinen Ständerchen (Molybdän, Tantal, Platin) liegen. Die fragliche Schutzplatte ist durch eine 1,8 mm dicke Quarzplatte vom Objekt getrennt und kann infolge ihrer Masse und Fläche niemals auch nur entfernt die hohe Temperatur des Heizkörperchens erreichen - da würde ja auch der gut sichtbare O-Ring darunter glatt abrauchen.

Viele Grüße

Rolf

wilfried48

Lieber Wolfgang,

ich denke auch nicht dass der Deckel arg viel mehr als 1000°C erreicht, sonst wollte ich nicht Mikroskopobjektivrevolver hinter dem Quarzglas sein, bei dieser grossen Abstrahlfläche.

Ich denke daher dass eine Hochtemperaturlegierung wie z.B. Inconel 600 reicht, die ist nicht magnetisch und hat zufällig
die von dir gemessene Dichte von ca. 8,5.

Die Gummidichtung liegt ja innerhalb einer wassergekühlten Nut im Gehäuse, da braucht man sich keine Sorgen zu machen.

Aber allzulange konnte man trotz des Abschirmdeckels bei 2700°C sicher nicht mikroskopieren, da das Loch doch sehr gross ist.

Falls du den Tisch mal abgeben willst, hätte ich Interesse und die passende Vakuumapparatur dazu.

neidische Grüsse
Wilfried

vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

jochen53

Hallo,
ich nehme an, das ist ein rostfreier Stahl. Dessen Dichte wird mit ca. 8,0 oder 8,1 g/cm³ angegeben. Es gibt zahlreiche Stähle, die nicht magnetisch sind.
Viel Grüße, Jochen.

Schäffner

Hallo Wolfgang,
wenn Du mir die Platte einmal schicken magst, schau ich mit EDX einmal drauf.
Viele Grüße aus Solingen
Karl-Heinz

ortholux

Zitat von: reblaus in Oktober 17, 2017, 16:55:07 NACHMITTAGS
Hallo  -

irgendwie sehe ich das Problem nicht:

Lt. Prospekt erhitzt ein kleiner Heizkörper ein winziges Objekt (3 x 3 mm) auf die fragliche Temperatur. Das Objekt kann auf kleinen Ständerchen (Molybdän, Tantal, Platin) liegen. Die fragliche Schutzplatte ist durch eine 1,8 mm dicke Quarzplatte vom Objekt getrennt und kann infolge ihrer Masse und Fläche niemals auch nur entfernt die hohe Temperatur des Heizkörperchens erreichen - da würde ja auch der gut sichtbare O-Ring darunter glatt abrauchen.

Viele Grüße

Rolf

Lieber Rolf,

es ist alles überhaupt kein Problem. Ich habe beim Sortieren mal wieder diesen Heiztisch zur Hand genommen und mich erinnert, daß jemand mächtig scharf auf diese Platte war.
Übrigens ist die Geometrie andersherum als von Dir beschrieben: zunächst deckt die Strahlenschutzplatte die Probe ab (mit einem kleinen Loch zum Beobachten), danach kommt der Deckel mit eingelassenem Quarzglasfenster.

Aber wahrscheinlich hast Du recht, daß die Platte niemals die Temperatur der Probe erreichen wird.

@Jochen,

wenn ich die Dichte "genau" angebe, dann beträgt sie 8,076g/cm³. Aber was heißt schon genau bei einer Briefwage mit 1g-Meßstrichen.
Vielleicht hast Du recht mit Deiner Edelstahlvermutung

Vielleicht wird uns Karl-Heinz bald aufklären.
Vielen Dank für Dein Angebot, das ich gerne annehme.

Wolfgang

Carsten Wieczorrek

Hallo,

wenn es Deinem Herzen wichtig ist:

ich kann es unter ein Röntgen-Emissionsspektrometer legen. Ist nicht perfekt für die Strukturbestimmung, aber alle Metalle sollten dabei heraus kommen. Aber ich bin jetzt erst mal 10 Tage im Urlaub. Danach gerne.

Carsten
Für's grobe : GSZ 1
Zum Durchsehen : Amplival Hellfeld, Dunkelfeld, INKO, Phasenkontrast
Zum Draufsehen : Vertival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Polarisieren : Amplival Pol u Auf-/Durchlicht
Für psychedelische Farben : Fluoval 2 Auflichtfluoreszenz
Für farbige Streifen : Epival Interphako

Carsten

Hallo Zusammen,
ich weiß das zu dem Thema schon lange nichts mehr geschrieben wurde.
Aber:
Hat Ihrgendjemand noch einen Heiztisch den er eventuell abgeben möchte? Würde diesen gerne unter einem Leica DM LM oder DM 2700 kombinieren.

Gruß Carsten

wilfried48

Hallo,

ich habe seinerzeit einen Heiztisch von Wolfgang (Ortholux) gekauft.
Er hat mir 3 zerlegte Heiztische zugeschickt aus denen ich einen richtig funktionierenden machen wollte und er die Restteile wieder zurück für seine Sammlung bekommt.
Leider ist dies aus Zeitmangel (Rentner in Unruhestand) noch nicht passiert.
Ich wollte es auch schon als Projekt im Schülerforschungszentrum auflegen, habe aber bisher keine interessierten Schüler gefunden.
Ich denke aber, daß wir aus den Teilen auch zwei funktionierende herausbekommen und Wolfgang immer noch einen äusserlich original aussehenden für seine Sammlung übrig behält.
Vielleicht schreibst du Wolfgang, falls er nicht mitliest mal eine PN ?

viele Grüße
Wilfried

vorzugsweise per Du

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