Mikroskop-Fotographie mit Kompaktkamera - was ist zu beachten ?

Begonnen von MartinS, März 05, 2022, 11:14:26 VORMITTAG

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MartinS

Ich hab eine einfache digitale Kompaktkamera und versuche damit einigermassen brauchbare Fotos durchs Mikroskop zu machen.
Die Kamera ist eine schon etwas ältere 8 Mega-Pixel Canon Powershot. Die macht eigentlich ganz brauchbare Bilder, aber, wenn ich damit durchs Mikroskop fotographiere, sind die Schärfe und Schärfentiefe offenbar deutlich schlechter, als wenn ich selbst durchs Mikroskop schaue. Auch hat der Autofokus der Kamera scheinbar Probleme, beim fotografphieren durchs Mikroskop, richtig zu arbeiten. Manuell fokusieren läßt die sich Kamera leider nicht. 
Ich habe bislang nur manuell die Kamera ans Okular gehalten und überlege gerade, mir einen Adapter für die Kamera zu bauen, um wackelfrei aufnehmen zu können, und auch mal am Mikroskop nachfokusieren zu können.

Was gibt es bei der Mikroskopfotoraphie grundsätzlich zu beachten, um ein Optimum an Qualität rauszuholen ?   
Und was kann ich mit "Hausmitteln" erreichen ?

freundliche Grüße, Martin

Peter V.

Hallo,

Autofokus funktioniert am Mikroskop grundsätzlich nicht! Du musst die Kamera auf die Ferneinstellung ("Berge-Symbol" am Wahlrad etc.) stellen. Die Belcihtung üblicherweise auf "A" und Blitz ausschalten. Die alten Powershots waren sehr gute Kameras für die Fotografie am Mikroskop.

Hezrliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Michael K.

Hallo Martin,

Auch ich habe zu Beginn versucht eine Kompaktkamera mit dem Mikroskop zu verbinden. (Sony DSC HX90), Leider war dies nicht möglich. Man konnte ebenfalls kein vernünftiges
Bild erzielen, trotz manuellem Fokus usw.  Ich bin dann dazu übergegangen Kamerabodys zu kaufen, gibts günstig bei ebay, oder evtl. hier im Mikromarkt. Damit kann man recht gute Bilder machen.
Allerdings habe ich mir ein Adapter gebaut, eine Röhre mir 23,2mm Aussenmass darin(darauf) war ein Okular verbaut und darüber ein Adapter der den Kameraobjektivanschluss enthält.
Bei mir ist es ein M42 nach Kamera-Bajonett Adapter.  Das Okular dient sozusagen als Projektiv der das Mikroskopbild auf den Kamerasensor projeziert.  Da ist ein wenig experimentieren angesagt.
Als Alternative gibts aber auch Handyadapter für Okulare.


Gruss
Michael

MartinS

#3
Ah, das Bergsymbol. Damit läßt sich der Fokus vermutlich auf unendlich festsetzen - wußte ich noch gar nicht.  :)
Werd ich bei der nächsten Sitzung gleich mal ausprobieren. Ich hatte bislang immer die Makro-Einstellung verwendet.

Ich ärger mich immer nur, daß ich an der Kamera nichts manuell einstellen kann, und über die ganzen automatischen Einstellungen, bei denen man nicht weis, was sie machen - Pommes oder Hähnchen ? ;)

Peter V.

Hallo,

nenn mir doch bitte mal genau das Modell.
In der Tat musst Du den Fokus auf "Unendlich" (also Berge) stellen und über den Kameramonitor mit dem Mikroskop fokussieren.

Hezrliche Grüße
Peter
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liftboy

#5
Hallo Marin,

ich hab hier noch einen Adapter zu liegen Canon Powershoot A610/620 auf 52mm mit Adapter auf Einstecktubus; könntest Du haben.

Grüße
Wolfgang
Edit:
Bild un Beschreibung

Der Tubusadapter passt auf das linke Leerrohr und auf das Rechte mit Tubuslinse.
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

MartinS

Hallo Peter
Ich hab eine Powershot A580

Hallo Wolfgang
Das ist ein sehr nettes Angebot. Wäre zu überlegen, wenn der Adapter passt. Wird der Kameraseitig einfach auf das Objektiv gesteckt ? Die äussere Objektivhülse hat bei meiner Kamera einen Durchmesser von 37mm.

Ich hab gerade über eine etwas kompliziertere Lösung nachgedacht, die das Stativgewinde der Kamera nutzt, da mein Kameraobjektiv etwas wacklig ist.

JoachimHLD


Peter Reil

Hallo,

falls die Kamera ein Bajonett hat, ist der Anschluss nicht schwer.
Meine A520 adaptierte ich so und war hochzufrieden: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=987.0

Freundliche Grüße
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

MartinS

#9
Ich hab gerade versucht herauszufinden, wie dieser Filter-Adapter wohl an der Kamera befestigt werden könnte. Hab dann auf Amazon Kommentare gefunden, die sagen, "passt nicht für A580/590.
Und ich sehe auch schlicht keine Möglichkeit. Deswegen hatte ich weiter oben im Thread auch vermutet, daß der Adapter direkt auf den äusseren Tubus des Objektivs gesteckt wird.
Am Fuß des Objektivs sitzt so ein "Blendring/Zierring" der ca 5mm nach vorne über das Kameragehäuse hinausragt und sich nach vorne etwas verjüngt, damit man auch ja nichts daran befestigen kann.
Vielleicht liesse sich was machen, wenn man den entfernen könnte. Aber der scheint bombenfest zu sitzen.
Vielleicht find ich ja zufällig irgendwo ein Video von Jemandem, der den schonmal aufgesägt hat. ;)

Wie wird dieser Filteradapter denn bei den Kameras befestigt, für die er passt ?

Gruß Martin

hebi19

#10
Hallo Namenskollege

Bei meiner A520 ist (wenn man von vorne auf das Objektiv schaut) links unten ein kleiner Knopf. Wenn man den drückt lässt sich der "Zierring" gegen den Uhrzeigersinn drehen und geht dann ab. Darunter befindet sich die eine Seite eines Bajonett-Verschlusses, auf den dann ein für deine Kamera passender Filteradapter gedreht werden kann - z.B.:
https://www.ebay.de/itm/185318733256?hash=item2b25db75c8:g:g0IAAOSwJaxiHOq0

Dieser hat vorne ein Filtergewinde mit 52mm auf dass der von Wolfgang gezeigt obere Teil des linken Adapter geschraubt werden kann. Lediglich der Adapter zur Canon ist für die unterschiedlichen Modelle scheinbar vom Bajonett her auch unterschiedlich.

Schau dir deinen "Zierring" mal genau an. Er müsste auch einen Punkt haben, der vor dem Drehen beim Auf- und Absetzen mit einer Markierung am Gehäuse übereinstimmt - ist zumindest bei der 520 so.

Grüße - Martin

!! UND UM HIMMELSWILLEN - NICHT AUFSÄGEN !!
Grüße von
Martin alias hebi19

Motic BA-300, div Lomo, Stereo-Mikroskop noname

MartinS

#11
Hallo Martin
Also, da ist bei meiner Canon Powershot A580 tatsächlich nichts, wo man den Ring entriegeln könnte. Der Ring läßt sich auch weder drehen noch ziehen. Auch ist in der Bedienungsanleitung nichts vermerkt, daß da irgenwas wäre.

Aber Platz wäre unter dem Ring warscheinlich schon um einen Adapter für den Adapter hinzubasteln. Ich will das Gehäuse heute mal öffnen um zu schauen ob man von Innen einen Einblick bekommt was unter dieser Blende sitzt.

Gruß Martin

jochen53

#12
Hallo Martin,
die Powershot A 580 hat m.W. weder ein Filtergewinde noch eine Montagemöglichkeit für einen Zubehör-Adapter, wie ihn spätere Modelle hatten. Da konnte man den Ring am Gehäuse um das Objektiv herum mit einem Bajonett abnehmen und statt dessen einen Bajonett-Adapter für Vorsatzlinsen, Filter oder optische Vorsätze anbringen.
Gruß, Jochen

jochen53

#13
Hallo Martin,
mir ist noch was eingefallen: Die Objektive älterer Digital-Kompaktkameras hatten häufig  eine vordere optische Hauptebene, die sich vorne außerhalb des Objektivs befand, also vor der Frontlinse. Diese eigneten sich gut zur Adaption, wenn es mechanisch möglich war. Bei späteren Objektiven liegt diese optische Ebene häufig im Inneren des Objektivs, so daß man diese Ebene nicht mehr dorthin legen kann, wo sich die Austrittspupille des Okulars befindet. Eine viel praktizierte Lösung waren alte Nikon- Coolpix Kompaktkameras, die neben einer außen liegenden Hauptebene rein zufällig auch noch ein Filtergewinde hatten, das auf bestimmte Leitz Periplan Okulare paßte, wenn man die Augenmuschel abschraubte.
Ich hoffe, daß ich das optisch einigermaßen korrekt beschrieben habe.

Viele Grüße, Jochen