Hauptmenü

Metaphot-Bild

Begonnen von Jürgen Ibs, Januar 10, 2010, 11:00:07 VORMITTAG

Vorheriges Thema - Nächstes Thema

Jürgen Ibs

Liebe Metaphot-Interessenten,

hier ist nun ein etwas besseres Bild des Metaphot (Titelbild des Verkaufsprospekts, 30er Jahre). Es wird angepriesen mit einer vollkommenen optisch-metallographischen Ausstattung.  Die Lichtquelle links wird über einen Stutzen, der das Köhlern ermöglicht, in den Strahlengang eingebracht (ähnlich Blitzwürfel v. Stahlschmidt). Der Univertor, an dem der Stutzen angeschraubt ist, erlaubt das Einspiegel durch eine Glasplättchen oder ein Prisma sowie ein Umschalten von Hellfeld auf Dunkelfeld. Auf den Univertor werden die Auflichtobjektive aufgeschoben. Die Kamera befindet sich im gewaltigen Fuß, der ein schwingungsfreies Arbeiten erlauben sollte. Pol war möglich. Auch ein zusätzlicher Schrank wurde angeboten, der, unter das Metaphot gebracht, sofortige Entwicklung der Photos ermöglichen sollte.

Aus der vorangegangenen Diskussion und meinen Informationen hatte ich messerscharf geschlossen, dass das Gerät aus einem metallverarbeitenden Betrieb in Hagen stammen müsste, das war ebenso messerscharf falsch, aber die Region dürfte ungefähr stimmen. Ob nun Ruhrgebiet oder Sauerland sei einmal dahingestellt.

Grüße

Jürgern



Ein freundschaftliches "du" ist immer willkommen - nicht nur dadurch ist das benachbarte Skandinavien vorbildlich.

Meine Vorstellung:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34.0

Florian Stellmacher

Lieber Jürgen,

das ist in der Tat ein eindrucksvolles Instrument! Und man findet tastsächlich die hier erkennbaren Konstruktionsprinzipien immer wieder auch in dversen anderen Modellen umgesetzt.
Sehen Sie sich doch z.B. mal dieses - vergleichsweise jugentliche - metallurgische Mikroskop von Olympus an (die angelegentliche freundliche Beachtung des Heizkörpers im Bildhintergrund wird empfohlen!):

http://cgi.ebay.com/vintage-Olympus-PME-inverted-Metallurgical-Microscope_W0QQitemZ310193237226QQcmdZViewItemQQptZLH_DefaultDomain_0?hash=item4838f52cea

Das ist ja quasi das Busch mit angebauter Steuerung für die Kamera.

Herzliche Grüße,
Florian
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 2
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiovert (Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)


Jürgen Ibs

Lieber Florian, lieber JB,

in der Tat erstaunliche Ähnlichkeiten, Firma Busch wird hoffentlich viel am Patent verdient haben.

Auch die Staubbelastung ist manchmal ähnlich wie bei meinem Megaphot. ;)

Winterliche Grüße

Jürgen

PS: So ein goldiger Heizkörper müsste eigentlich zu einer Dampfheizung gehören, jedenfalls weckt sie solche Fantasien.
Allein schon ein wärmender Anblick.
Ein freundschaftliches "du" ist immer willkommen - nicht nur dadurch ist das benachbarte Skandinavien vorbildlich.

Meine Vorstellung:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34.0

Nomarski

Hallo,

ein sehr schönes Geschoss! Die Fotoeinrichtung scheint mit integriert zu sein.

Gruß Bernd

Jürgen Ibs

Hallo Nomarski,

der schwere gußeiserne Standfußbildet gleichzeitig das Gehäuse der Kamera. Auf der Mattscheibe erhält man ... das 2fache der sonst mit der gleichen Optik bei subjektiver Betrachtung im Okular erzielten Vergrößerung. ... Der aus dem Mikroskop austretende Abbildungsstrahl wird über einen im Innern der Kamera oberhalb der Standfläche angeordneten und gegen atmoshärische Einflüsse unempfindlichen Spiegel  ... der Mattscheibe zugeführt. So jedenfalls der Prospekt. Bei meinem Gerät fehlt leider die Kameraausstattung. Mit einem Spezialaufnahmetisch konnte man übrigens das mikroskopische Bild direkt auf eine photographische Platte lenken. 
Sehr gut konstruiert, wirklich beeindruckende Ingenieurskunst.

Grüße

Jürgen
Ein freundschaftliches "du" ist immer willkommen - nicht nur dadurch ist das benachbarte Skandinavien vorbildlich.

Meine Vorstellung:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34.0

Nomarski

Hallo Jürgen,

ich denke an der Stelle, wo der Mattscheibenrahmen zu sehen ist läßt sich ersatzweise die Fotoplatte anbringen.
Wozu dann noch ein Spezialtisch?

Wie hoch ist denn der Turm? Und vor allem: Wieviel wiegt das Gerät? 8)

Gruß
Bernd

Jürgen Ibs

Hallo Bernd,

das Gerät ist 58 cm hoch, hat eine Standfläche von ca. 35 cm und wiegt ohne fotografische Innereien 21 kg.
Auch Makroskopie war möglich. Dazu gab Glyptare und das Telar in den Brennweiten 35 mm bis 105 mm. Damit konnten auf der Photoplatte bzw. der Mattscheibe Vergrößerungen zwischen 18 mal und 4 mal erzielt werden. Die Makro-Objektive werden anstelle des Vertikal-Illuminators eingesetzt und das Objekt im Hellfeld bzw. schräg beleuchtet.

Grüße

Jürgen
Ein freundschaftliches "du" ist immer willkommen - nicht nur dadurch ist das benachbarte Skandinavien vorbildlich.

Meine Vorstellung:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34.0

Nomarski

Hallo Jürgen,

danke für die Infos. Das Gebilde am Arm wird das Lampenhaus sein für die Beleuchtung zum Vertikalilluminator.
Das Leuchtmittel wird vermutlich eine 6V/30W-Glühlampe sein.

Gruß
Bernd

Jürgen Ibs

Lieber Bernd,

deine Vermutungen treffen den Kern der Sache. Man kann die Lampe übrigens sehr exakt einstellen.
Ich weiß jetzt sicher, dass das Mik. in einem Labor gedient hat, das für die Metattindustrie im Ruhrgebiet arbeitete.

Grüße

Jürgen
Ein freundschaftliches "du" ist immer willkommen - nicht nur dadurch ist das benachbarte Skandinavien vorbildlich.

Meine Vorstellung:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34.0