Benötige Hilfe für Feintrieb an Leitz Mikroskop von 1929, Stativ 1B?

Begonnen von Roland100, Juli 26, 2022, 14:54:21 NACHMITTAGS

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Roland100

Liebe Forenmitglieder. Ich bin neu hier, weil ich auf einem Flohmarkt ein schönes Leitz-Mikroskop, Seriennummer 289043, also aus 1929 erstanden habe.
War mit Holzkasten und einigem Zubehör. Sehr sauber bis auf ein wenig Staub auf Okularen und Spiegel und Kondensator. Ich kenne mich mit Optiken ein wenig aus und habe alle kontrolliert und gesäubert. Also nur Okular abgezogen, Kondensator mit Filter abgenommen und die Objektive ausgeschraubt.
Alle Gänge gehen leicht, mit leichtem Widerstand, wie frisch revisioniert.
Jetzt das Problem. Ich meine, dass der Feintrieb am Anfang beim Probieren endlos ging. Er hat eine Skala von 0-40.
Was ich noch gemacht hatte, den Tubus, der auf 170 stand, herausgezogen und innen mit einem Luft-Ball, etwaigen Staub weggeblasen. Wird das Tubusrohr eigentlich mit der Hand herausgezogen und wieder auf Pass eingesteckt oder hätte ich da irgendetwas lösen müssen? Ja soweit so gut, alles klar und funktioniert zur vollen Zufriedenheit, aber der Feintrieb, der auch funktioniert, macht nur eine Umdrehung, nicht endlos. Ich stelle ihn also mittig, benutze dann den Grobtrieb und dann die Feineinstellung. Ist mir da etwas kaputt gegangen oder hat der Feintrieb oben und unten einen Anschlag?
Und wofür sind die 2 Teilstriche am Messing zwischen Grob- und Feintrieb? Gibt es noch eine Bedienungs- oder Reparaturanleitung?
Ich weiß, viele Fragen, bin halt Neuling.
Gruß Roland

Lupus

Hallo,

wenn das Stativ nicht durch ein Drehgelenk kippbar ist (was man auf dem Foto nicht sieht), dann ist es vermutlich ein Stativ H.
Die Feineinstellung sollte unendlich gehen, kontinuierlich abwechselnd einen geringen Betrag nach oben und unten. Aber nicht unendlich in eine Richtung.

Hubert

Jürgen Boschert

Hallo Roland,

erst einmal Gratulation zu dem wirklich schönen Stück !

Die beiden Strichmarkierungen zeigen die obere und untere Begrenzung des Feintriebes an; wenn Du genau hinsiehst, findest Du tragarmseitig einen einzelnen Strich (er befindet sich auf dem Foto im unteren Drittel zwischen den beiden anderen), der die aktuelle Position des Feintriebes anzeigt. Es sollten ungefähr 5 bis 10 Umdrehungen möglich sein, eine ist definitiv zu wenig, da blockiert evtl. intern etwas.
Beste Grüße !

Jürgen

Lupus

Hallo,

vom Funktionsprinzip her sollte eigentlich intern nichts blockieren können. Der Feinantrieb treibt nach meiner Kenntnis mittels Gewinde auf der Achse, ähnlich einem Schneckenradgetriebe, eine darüber liegende kleine Scheibe mit umlaufenden Zähnen (mit quer dazu liegender horizontaler Achse) an. Dort sitzt am Ende eine exzentrische Scheibe, deren Umfang oben also auf und ab geht. Auf dieser Scheibe ruht der ganze Tubus einschließlich Grobeinstellung, und zwar mit Hilfe einer kleinen am beweglichen Tubusteil befestigten Rolle, die für ein reibungsloses Abrollen der Scheibe unter Last sorgt. Da müsste fast schon ein Zahn des Getriebes abgebrochen sein, wenn sich der Feintrieb nicht weiter drehen lässt.

Hubert

Jürgen Boschert

Hallo Roland, hallo Hubert,

BJ 1929, wer weiß schon, was da evtl. alles ins Getriebe gekommen sein kann. Bevor man hier mit mehr Schwung dreht, sollte man das Teil öffnen, hab da schon alles mögliche gefunden. Steinchen, verklasterte Fettkrümel, Glasteile, ...
Beste Grüße !

Jürgen

Roland100

Danke für die schnellen Antworten. Ich konnte mir jetzt selbst helfen. Habe die kleine Metallplatte oben am Stativ, gegen den Federdruck,  vorsichtig abgeschraubt, dann konnte ich den vorderen Messingschlitten einfach nach oben herausziehen und damit von vorne direkt auf den Feintrieb gucken. Da war sehr viel altes Fett, welches ich teilweise entfernte. Vorne läuft eine Messingfeder unter Federdruck von rechts nach links. Diese Feder war durch das zähe Harz direkt mit der Scheibe darunter auf Kontakt "geklebt". Auf der Scheibe ist auch ein Schraubenkopf. Gegen den ist die Messingfeder dann gestoßen, was die Blockierung auslöste. Jetzt läuft der Schraubenkopf unter der Feder durch (denke ich jedenfalls) und ich kann wieder viele Gänge an der Feineinstellschraube regulieren.
Letzte Frage: Wie wird der Tubusauszug mit den Markierungen festgeklemmt? Er rutscht nämlich schon auf schwachen Druck weiter in das Messingrohr. Dann passt natürlich meine Markierung (170) nicht mehr.
Gruß
Roland

Tilman

Hallo,
an dem Tubusauszug ist oben eine Rändelung angebracht, an der man den Tubusauszug zum Bewegen fassen kann. Ist der Auszug ganz zusammengeschoben, so trifft die Rändelung auf eine zweite Rändelung, die mit dem eigentlichen Tubus fest verbunden ist. An dieser Rändelung kann man drehen und diese vom eigentlichen Tubus abschrauben. Damit kannst du den Tubusauszug komplett abnehmen. Der Rest ist dann selbsterklärend. Am unteren Ende des Tubusauszugs ist eine Blende eingeschraubt, die auch verhindert, dass man den Tubusauszug ganz herausziehen kann.
Liebe Grüße
Tilman