Restaurierung: Spectra-Tech IR-PLAN

Begonnen von Ste_trat, Januar 02, 2023, 11:03:13 VORMITTAG

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Ste_trat

Liebe Leute,

Dieses wissenschaftliche Mikroskop habe ich vor etlichen Jahren bei meinem damaligen Arbeitgeber vor dem Schrotthändler bewahrt.
Nun da ich einen aktiven Nutzen und Zeit für dieses Stück gefunden habe, habe ich mir gedacht es wieder zum Leben zu erwecken.

Allerdings habe ich sehr schnell gemerkt, dass trotz meines wissenschaftlichen Backgrounds, ich kein Mikroskopie-Experte bin und sehr schnell, sehr viele Fragen diesbezüglich aufkommen.
Daher kam ich zu dem Entschluss euch, um Rat zu fragen, um das Projekt im Gegenzug dafür hier zu dokumentieren damit Interessenten hier etwas lernen können.

Dazu einmal der Zustand des Gerätes:

Elektronik
- Elektronik soweit OK
- Schrittmotor für Objektivwechsel funktioniert nicht
- 12 V Halogen Lampe wurde erneuert

Pneumatik
- Tygon Schläuche für Stickstoffspülung wurden erneuert

Mechanik
- voll funktionsfähig
- Einige Teile fehlen: Abdeckung für IR Quelle, Lampenhalterung oben,

Optik
- 1 Objektiv fehlt vermutlich
- Spiegel wurden gereinigt, Zustand OK
- Es fehlen vermutlich einige Filterscheiben , bzw. sonstige Teile deren Bezeichnung ich nicht weiß

Anleitung
- Bedienungsanleitung fehlt vollkommen

Fotos
siehe Anhang

To do
- Bedienungsanleitung finden
- Digitalkamera am Trinokular montieren
- Alternative 2te Lampenquelle montieren
- 1 Objektiv fehlt
- Abdeckung für Infrarotquelle
- FT-IR - Apparatur (im Aufbau)
- Filter? Optiken? bei insgesamt 4 Stellen fehlen?

Werner

Dieses wuchtige Teil ist ein reines Zubehör für ein FTIR-Spektrometer. Ich habe sie früher repariert und justiert.
Spectratech hatte ein Olympus Lichtmikroskop durch Anfügen von Spiegeln so modifiziert, daß es als IR-Mikroskop verwendbar wurde. Durch die vielen Spiegelflächen waren die Verluste aber so groß, daß ein hochempfindlicher Hg-Cd-Detektor (roter Zylinder) am Mikroskop aufgesteckt werden mußte. Der funktionierte aber nur nach Kühlung mit flüssigem Stickstoff gerade noch brauchbar. Er wurde von Spectratech selektiert und teuer verkauft. Ich hatte einen Fall, wo erst der dritte Austausch den Kunden zufrieden stellte (Spezifikation erreicht).
Das Lichtmikroskop diente nur zur Einstellung des Bereichs der Probe. Es wurde meist im Auflicht gearbeitet, da für Durchlicht nur Kochsalz- oder Kaliumbromidscheiben geeignet waren, auch LiF. Nach Einstellung des Bereichs wurde auf IR umgeschaltet und das Spektrum am FTIR-Gerät betrachtet.
In den Schlitz oberhalb des Revolvers gehört eine Blende mit 4 verstellbaren Blechen zur Eingrenzung des gewünschten Bereichs des Untersuchungsobjektes, sonst bekommt man ein Mischspektrum. Je kleiner der eingestellt Bereich der Probe, desto verrauschter das Spektrum. Im IR sind keine Filter verwendbar, es wird auch kein Bild betrachtet, es werden nur Lichtintensitäten gemessen.

Für die Weiterverwendung brauchst Du folgende Teile:
1) Ein FTIR-Spektrometer mit externem Strahlengang für den Mikroskopanschluß und einen Vorverstärker für einen Hg-Cd-Detektor - und die passende Software dazu.
2) Einen stabilen Tisch, Spektrometer und Mikroskop müssen unverrückbar nebeneinander stehen.
3) Einen Hg-Cd-Detektor mit einem Frontfenster. Nicht mit einem Seitenfenster wie bei Spektrometern.
4) Flüssigen Stickstoff dafür (1 l pro Tag).
5) Gasflasche mit Stickstoff oder Argon für die Spülung.
6) Ein zweites Spiegelobjektiv anderer Vergrößerung für den Revolver.

Mein Vorschlag:
Schlachte das Teil und versuche eine reines Olympus-Lichtmikroskop daraus zu gewinnen.

Gruß - Werner

Peter Reil

Hallo,

ich möchte mich dem Tipp von Werner anschließen.

Vor Jahren hatte ich ein fast identisches Exemplar erworben. Ich hatte mir die für mich brauchbaren Teile abgebaut und den Rest entsorgt.
Bis jetzt habe ich kein Teil davon vermisst.  ;)

Gruß
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom