Frühes Leitz Wetzlar Mikroskop von ca. 1899 ?

Begonnen von GW, November 10, 2023, 19:23:26 NACHMITTAGS

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GW

Ein herzliches Hallo,

wie versprochen, möchte ich noch kurz das dritte Mikroskop aus dem besagten Nachlass vorstellen. Es scheint ein frühes Leitz zu sein, das nur über eine einfach Irisblende verfügt und ansonsten keinerlei Kondensor oder Rosette aufweist. Vielleicht wurde es auch so ausgeliefert, ich habe das Leitz Museum angefragt, aber bisher noch keine Antwort erhalten.

Daher meine Frage, ob jemand dieses Mikroskop kennt oder vielleicht irgendwelche Erfahrungen damit gemacht hat? Es ist das dritte Überbleibsel aus dem Familien-Nachlass neben der kürzlich vorgestellten Zeiss Fernrohrlupe von 1929 und dem GFL inversen Metallmikrospkop.

Herzliche Grüße und Euch einen schönen Abend
Gerhard 

beamish

#1
Das ist ein Stativ IIa (um 1900) ohne Objektivrevolver aber mit Kondensor(?), oder wohl doch nur eine ausschwenkare Iris:

Grüße
Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

GW

Hallo Martin,

vielen Dank für Deine sehr hilfreiche Antwort und genau wie das Stativ IIa sieht mein Leitz aus.
Ich denke Du hast absolut recht, es war ursprünglich sicherlich mit Kondensor und vielleicht sogar mit einer Iris-Rosette. Aktuell ist nur eine einfach Lochblende eingesteckt und diese lässt sich durch ein Drehrad hoch und unter bewegen, über mehr Verstellmöglichkeiten verfügt es leider nicht.

Nochmals besten Dank und viele Grüße
Gerhard   

peter-h

Hallo Gerhard,

da kann ich auch noch einen Beitrag leisten. Auf einer Messe konnte ich vor vielen Jahren ein Leitz von 1883 kaufen. Ich staune immer wieder was die Optik schon konnte.
Leitz-Mikroskop-Ia.jpg
LOGO.jpg
Objektive-1883-a.jpg
Objektive-1883.jpg
Leitz-Vergleich-Nr8.jpg
Peter

Lupus

Hallo,

ZitatIch denke Du hast absolut recht, es war ursprünglich sicherlich mit Kondensor und vielleicht sogar mit einer Iris-Rosette. Aktuell ist nur eine einfach Lochblende eingesteckt und diese lässt sich durch ein Drehrad hoch und unter bewegen, über mehr Verstellmöglichkeiten verfügt es leider nicht.
diese Mikroskope gab es damals mit einem einsteckbaren Kondensor, der eine fest daran montierte Irisblende hatte. Zusätzlich gab es eine sog. Zylinderblende, die statt des Kondensors in die Halterung geschoben wurde. Diese besaß auswechselbare Lochblenden mit verschiedenen Durchmessern. Die Lochblende hatte die Funktion einer Leuchtfeldblende und musste dazu bis nahe unter das Präparat angehoben werden. Typischer Anwendungszweck dieser kondensorlosen Beleuchtung war die Verwendung von (diffusem) Tageslicht als Lichtquelle, da bringt der Kondensor nicht mehr Helligkeit.

Hubert

GW

Guten Abend Peter,

vielen Dank und erstmal herzlichen Glückwunsch zu dem tollen Kauf, das Mikroskop ist wirklich sehr schön und von den Bildern her zu schließen, in einem unglaublich guten Zustand. Man sieht auch sehr schön, dass es schon einen Objektivrevolver hatte im Gegensatz zu meinem, das nur ein Objektiv aufweist. Und der Kondensor ist ebenfalls sehr viel aufwändiger gestaltet, so wie man es eben von deutlich jüngeren Mikroskopen kennt. An meinem ist einmal ein Zeiss D eingeschraubt und dann als zweites ein altes, unsigniertes Immersions-Objektiv. Der Blick ist zwar klar, aber von der Auflösung her nicht mit deinen Bildern zu vergleichen.

Guten Abend Hubert,

auch Dir vielen Dank für die Erläuterungen und damit wird es deutlich besser nachzuvollziehen. Mein Mikroskop gehörte ganz offensichtlich zu denen mit einer einfachen Zylinderblende und die Halterung dieser Blende konnte man zumindest schon zur Seite schwenken, so dass man eventuell einen Kondensor hätte nachrüsten können. Dein Punkt zu den damaligen Lichtverhältnissen ist aber sehr valide und damit hatte man an Ausstattung gespart ohne allzu viel Beobachtungsqualität einzubüßen.

Herzliche Grüße und Euch einen schönen Samstagabend
Gerhard   

Lupus

Hallo Gerhard,

ZitatMan sieht auch sehr schön, dass es schon einen Objektivrevolver hatte im Gegensatz zu meinem, das nur ein Objektiv aufweist.
Die Art des Objektivrevolvers ist kein Hinweis auf das Modellalter, man konnte das Stativ mit Objektivrevolver für 3, 2 oder ohne Revolver für ein Objektiv kaufen. Und auch alternativ alle Modelle ohne Beleuchtungseinrichtung, die aber nachrüstbar war. Alles eine Preisfrage. Vermutlich ist bei dem Mikroskop der Kondensor abhanden gekommen, denn der war immer dabei wenn die Mechanik zur Befestigung unter dem Mikroskoptisch montiert ist. Zu der Zylinderblende gab es nach meiner Kenntnis immer 3 Lochblendeneinsätze.

Hubert

GW

Hallo Hubert,

nochmals besten Dank und damit wird der Kondensor zur Not in einer Schublade oder Kiste liegen geblieben sein, da ihn niemand zuordnen konnte.Gleiches ist wahrscheinlich für die Lochblenden zutreffend, hier gibt es nur noch eine.

Beste Grüße und einen schönen Sonntag
Gerhard 

beamish

Das Immersionsobjektiv 1/12 macht ohne Kondensor auch wenig Sinn...

Grüße
Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

GW

Hallo Martin,

danke Dir für den Hinweis und da das Objektiv unsigniert ist, wurde es sehr  wahrscheinlich eher zufällig dem Leitz beigelegt. Man kann es so wirklich nicht verwenden.

Beste Grüße und schönen Abend
Gerhard