Zeiss Opton Ph-Kondensor reinigen.

Begonnen von Robert G., Dezember 20, 2023, 22:31:50 NACHMITTAGS

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Robert G.

Hallo zusammen,

nach meiner erfolgreichen Reinigung meines Opton Ph-Kondensors vor einigen Tagen, möchte ich meine Erfahrung teilen und in diesem Faden die einzelnen Montageschritte bis hin zum frisch gefetteten Kondensor zeigen und beschreiben. Vielleicht gibt es noch den ein oder anderen verharzten Kondensor in der Schublade, der zu neuem Leben erweckt werden könnte.

Mein erster Schritt war, den verharzten Kondensor zwei Tage lang im geheizten Wohnzimmer auf den Heizkörper zu legen. Nach diesen zwei Tagen war der Kondensor handwarm. Mit dem Laserthermometer habe ich 29 Grad am Kondensor gemessen.

Als nächstes habe ich die "Klemmplatte" abgeschraubt. Danach bitte unbedingt die Platte mit der Rastfeder entfernen um Beschädigung an der Rastfeder vorzubeugen. (Einbaurichtung der Rastfeder merken!)

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Jetzt kommt die Boa zum Einsatz!
Der Umgang mit der Boa ist trügerisch! Ich habe die Schlinge der Boa ordentlich angelegt und am Griff der Boa Druck in Richtung Gewinde lösen ausgeübt. Diesen Vorgang habe ich einige Male wiederholt, aber ohne Erfolg. Mein Gedanke: Mist das Gewinde ist möglicherweise mit Loctite oder anderen Kleber gesichert.
Danach habe ich den Kondensor noch einmal ohne die Boa in die Hand genommen, und unglaublich, ich konnte den großen Ring ohne viel Widerstand abgeschraubt.
Mein Fazit: Ich habe mit der Boa den Gewindering zusammengedrückt und somit das Gewinde blockiert, denn der im Durchmesser 9cm große Ring hat nur eine geringe Wandstärke.

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Nachdem der Gewindering gelöst ist, kann der Deckel mit der optischen Baugruppe abgehoben werden.

Durch lösen der sechs Justierschrauben und den 6 Gewindebuchsen wird der untere Deckel entfernt.
Jetzt kann auch gleich die komplette Irisblenden-Baugruppen entnommen werden, spätere Einbauposition ist egal!

Durch entfernen der vier Schrauben, gelangt man ins Allerheiligste, zwischen den massiven Stahlplatten befinden sich die drei Phasenplatten, also Vorsicht beim Trennen der Platten, wegen der alten Fettrückstände, kleben die Phasenplatten an der oberen oder an der unteren Stahlplatten fest. Die Platten sind miteinander verstiftet, wahrscheinlich handelt es sich bei der Verstiftung um eine Spielpassung, denn die Platten lösen sich ohne Anwendung von Werkzeug voneinander.

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Beim späteren Zusammenbau, werden die Phasenplatten auf die Federstifte aufgesetzt und danach beide Gehäusehälften Vorsichtig zusammenfügen und wieder verschrauben.
Die Federstifteinheit, bestehend aus der Feder, dem Stößel und der Schlitzschraube, die brauchte ich nicht auseinanderschrauben. Die Federstifte können von der Stirnseite der Platte betätigt werden, das kann beim zusammenfügen der beiden Platten hilfreich sein.

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Demontieren der optischen Einheit:
Vor der Demontage der optischen Baugruppe sollte der Hebel entweder nach links oder rechts in Anschlag gebracht und die Position markiert werden. Beim Umdrehen des Deckels, wobei die Linse nach oben zeigt, ist es ebenso wichtig, am Gewindering eine Markierung anzubringen. Diese Markierungen spielen eine entscheidende Rolle beim Zusammenbau, da der Linsenträger ein mehrgängiges Trapezgewinde hat, von dem jedoch nur eine Position korrekt ist. Bei einer falschen Gewindeposition könnte die Linse entweder zu hoch oder zu niedrig angehoben werden

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Zuerst die gekapselte Kondensorlinse durch entfernen der vier Schrauben ausbauen. Die Kondensor-Linsenbaugruppe habe ich nicht geöffnet, musste nicht gereinigt werden!

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Jetzt wird's fummelig! Um die Hebevorrichtung für die Lindenbaubaugruppe auseinanderzubauen, werden zuerst zwei Passstifte mit 1,5mm Durchmesser und dann die zwei Passstifte mit 3mm Durchmesser von innen, mit viel Gefühl nur soweit reingehämmert, bis sich der Hebel vom Messingring löst. (vorher bitte die vier Schrauben vom Hebel entfernen.) Jetzt kann der Hebel entnommen werden.
Achtung! Den Durchmesser der Passstifte habe ich nicht gemessen; meine Angabe hier in dieser Anleitung, sind eine Schätzung nach meinem Augenmaß!

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Jetzt müssen die 3mm Passstifte von der Oberseite her vorsichtig zurück in den Messingring drücken werden, wenn nötig mit leichten Schlägen auf den Durchschlag. Anschließend kann der Gewindering herausgeschraubt werden und dann fällt auch schon der Messingring aus dem Deckel.
Beim Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge vorgehen!

Demontage der Irisblenden Baugruppe:
Zuerst die vier Schrauben entfernen. Anschließend die drei Madenschrauben lösen, jetzt kann die Baueinheit mit der Irisblende entnommen werden. Die Irisblende war glücklicherweise leichtgängig, sonst hätte ich die 12 Lamellen der Irisblende neu legen müssen!
Alle Teile reinigen, die Gleitflächen neu fetten und wieder zusammenschrauben.

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Das Zusammenfügen der Teile sollte jetzt nach der Reinigung einfach sein.
Ein Tipp zum Fetten: Für den große Ring mit den vier Kerben für die Rastfeder habe ich das Haft und Bremsfett HF-350 von Zeiss genommen. Dadurch dreht der Phasenwechsler-Ring mit einer kleinen Portion sanften Widerstand.


Jetzt wünsche noch ein gutes Gelingen bei der nächsten Kondensor-Reinigung.

Beste Grüße
Robert














Robert
Gerne verwende ich das vertraute ,,Du".

reblaus

Hallo Robert -

vielen herzlichen Dank für so viel Mühe für (vermutlich) so wenige Besitzer dieses Gerätes. Nach den Feiertagen gehe ich daran ...

Frohe Festtage!

Rolf

Hugo Halfmann

Lieber Robert,

ganz herzlichen Dank für diese Anleitung!
Jetzt kann ich mich endlich um meinen leider ziemlich herunter gekommenen W - Phakokondensor kümmern.
Frohe Weihnachten 🎄!
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

Robert G.

Hallo Rolf, hallo Hugo,

wenn ich mit meiner Anleitung dazu beitragen kann, dass weitere Ph-Kondensoren der W-Stativ Serie zu neuem Leben erweckt werden, dann hat sich der Aufwand schon gelohnt.

Ich wünsche euch viele schöne Feiertage.
Grüße,
Robert
Robert
Gerne verwende ich das vertraute ,,Du".

reblaus

Hallo Robert -

nachdem ich einige Überstunden eingelegt habe:
Leider ist es mir mit und ohne Boa nicht gelungen, den großen Rändelring abzuschrauben. Trotzdem war die Erkenntnis Gold wert, dass man durch Abschrauben der Gewindebuchsen für die PH-Justage wenigstens den unteren Deckel problemlos abnehmen kann. Das erlaubte mir schon mal Reinigung und Nachfettung einiger Teile.

Frohe Feste!

Rolf

Stephan Hiller


Robert G.

Hallo zusammen,

ich möchte diesen Faden um eine weiter Montage erweitern.

Mit der gewonnen Erfahrung und dem Ehrgeiz, den ich aus der erfolgreichen Demontage und Reinigung meines Opton Ph-Kondensors gewonnen habe, bin ich meinem zweiten Kondensor noch einmal an den festsitzenden Rändelring gegangen.
Vor Monaten hatte ich schon einmal versucht, den großen Rändel-Gewindering am Kondensor zu lösen, was mir damals nicht gelungen ist.
Bei meinem ersten Kondensor, wie zu Beginn dieses Threads beschrieben, hatte ich Glück mit dem Gewindering. Der Ring ließ sich nach einigem Hin und Her ohne größeren Widerstand lösen.

Die Fähigkeit, den Gewindering zu lösen, entscheidet darüber, ob eine Reinigung möglich ist oder nicht. Denn wenn es nicht gelingt, den Ring zu lösen, ist eine vollständige Reinigung des Kondensors nicht möglich!

Für die Demontage des zweiten Kondensors musste ich mit ziemlich großem Besteck, mit einer Wasserpumpenzange auffahren.


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Zur Vorbereitung für die Demontage, habe ich den Kondensor einen Tag auf den Heizkörper im geheizten Wohnzimmer vorgewärmt. Mein Versuch danach den Ring zu lösen, war trotz Einsatz der Boa und der großen Wasserpumpen-Zange erfolglos.

Beim folgenden Versuch, den Ring zu lösen, habe ich reichlich Ballistol-Gunex mit einer Spritze in das Gewinde rund um den Ring einlaufen lassen. Anschließend habe ich den Kondensor noch einmal für 2 Stunden auf den Heizkörper erwärmt. Nach dieser Vorbehandlung habe ich erneut die Boa und die viel zu großen Rohrzange an den Kondensor angesetzt und der Ring ließ sich schließlich mit zähem Widerstand abschrauben.

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Jetzt war der Weg frei für die umfangreiche Reinigung, mit gleicher Vorgehensweise wie ich es vor Tagen in diesem Faden beschrieben habe.

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Einen Warnhinweis im Umgang mit der großen Rohrzange am Kondensor, möchte ich noch geben.
Die Rohrzange darf nur mit Fingerspitzengefühl an den ca. 40mm Kondensor-Stutzen angesetzt werden.
Bei zu starkem Druck mit der Zange, besteht die Gefahr, dass der Stutzen leicht zusammengedrückt und deformiert wird. Das wäre der Tot des Kondensors, dann passt nichts mehr!

Grüße
Robert

Robert
Gerne verwende ich das vertraute ,,Du".