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Bildbearbeitung

Begonnen von Kurt, Februar 25, 2024, 21:26:03 NACHMITTAGS

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Kurt

Hallo zusammen,

da ich immer mal wieder von Mikroskopikern nach meiner Bearbeitung der Bilder und den Programmen, welche ich dazu benutze gefragt werde, zeige ich hier ein "vor und nachher-Bild". Als Foto dient eine Fuji XT-20, ein spezielles Programm habe ich nicht, nehme ausschließlich in JPG-Format auf und nutze nur das einfache Apple-Foto am iMac.
Grundvoraussetzung und das Wichtigste für mich ist immer die exakte Abbildung sowie Öffnung der Leuchtfeldblende in der Ebene des Präparates und bei DIK die möglichst weite Öffnung der Aperturblende, denn der Kontrast wird ja vom DIK erzeugt.
Den exakt justierten Blitz regle ich per Potentiometer von Hand. Dafür sind nach einem Objektivwechsel 1 bis 3 Probeaufnahmen erforderlich.
Alle Aufnahmen mache ich immer nur mit Blick durch die Okulare des Jenavals, also keinen Bildschirm neben dem Mikroskop und irgendwelche Bildübertagungsprogramme zum Rechner... Im Okular mit Sehfeld 25 sieht für mich das Bild einfach besser aus, als auf einem Bildschirm.

Grüße
Kurt
 

KayZed

Hallo Kurt,

das macht wohl das "Geheimnis" deiner guten Bildqualität aus:
Dein optimiertes Jenaval ist derartig gut in der DIK-Einstellung und du beherrscht es zudem entsprechend, dass du kaum mehr Bildoptimierungen durchführen musst. Ich sehe jedenfalls so gut wie keinen Unterschied zwischen Original und Bearbeitung.
Nebenbei bemerkt empfinde ich den leicht blauen Hintergrund sehr angenehm und passend zu den Wasserorganismen.

Eine andere Sache ist es, wenn es um die Freistellung einzelner Organismen zur Verdeutlichung morphologischer Merkmale geht. Hier empfinde ich eine hintergrundbereinigte Darstellung manchmal ansprechender. Auch das Stacken, das bei bestimmten Objekten den Informationswert erhöhen kann, erfordert eine invasivere Bearbeitung.

Ich will hier keiner bestimmten Bildbearbeitung das Wort reden. Doch auch "bereinigte", zuweilen verfremdete Fotos haben ihren eigenen ästhetischen Reiz. Da ist Vieles Geschmacksache.

Der manchmal zu lesende puristische Anspruch, am Mikroskop die "Realität" des Wasserlebens abzubilden, ist ohnehin nicht einzulösen.
Deine so "naturnah" wirkenden Bilder, die ich außerordentlich schätze, sind ja ohne dein Zutun immer schon in gewisser Weise artefaktbelastet, weil beispielsweise allein durch den Planktonfang die Organismen extrem konzentriert werden und dadurch eine Fülle "vortäuschen", die in natura so nicht vorkommt. Michael Plewka hat dazu mal einen interessanten Beitrag geschrieben.

Das alles, lieber Kurt, mindert selbstverständlich nicht im geringsten die hervorragende Qualität deiner Aufnahmen. Aber auch eine stärker eingreifende Bildbearbeitung hat durchaus seine Berechtigung. Wo dann die Grenze zur "Künstlichkeit" überschritten wird, ist oft auch eine subjektive Einschätzung.

Liebe Grüße
Klaus
Zeiss Stemi 508
Zeiss Jenaval Kontrast
Nikon Z7