2. Versuch Schnitte und Färbung

Begonnen von Peter T., September 14, 2024, 12:22:12 NACHMITTAGS

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Peter T.

Auf eine Anregung von Gerd (@plaenerdd) hin habe ich mir als 2. Versuch einen Efeu-Blattstiel vorgenommen:

Handmikrotom, Schnitt mit SHK-Klingenhalter in Karotte. Viel Fehlversuche, letztlich hat nur ein Schnitt überhaupt geklappt.  Dann 70% Ethanol für 30 Minuten, dann Aqua dest 3x für 1 min., Etzold FCA ca 60 Grad 5 min., dann Aqua dest 1x wechseln je 1 min., Isopropanol 3x, dann Euparal.

Eine Beschriftung traue ich mir noch nicht zu.

Über Kritik und Anregungen bin ich froh.

Hh1.jpgHh2.jpgHh3.jpg
Liebe Grüße
Peter

Orkim

Hallo Peter.

die Dicke des Präparates finde ich für die ersten Versuche ganz in Ordnung. Die Schnitte sind aber überfärbt und wenig ausdifferenziert. Mit anderen Worten: zu intensiv, zu wenig abgestuft. Ich würde dir empfehlen, die Temperatur und die Dauer der Färbung zu reduzieren. Die schönsten Ergebnisse habe ich, wenn ich die Färbung in verdünnter Lösung über Nacht ansetze: 2-3 Tropfen FCA ins dest. Wasser (Uhrglas), Schnitte dazu (die Lösung sollte jetzt nur sehr schwach gefärbt sein) und eine Nacht gedulden. Ein schonendes Verfahren mit sehr schönen Ergebnissen. Wenn du´s eiliger hast: auf dem OT färben, aber da reicht eine einmalige Erwärmung (!!!), keín Gemüse kochen  :D  über der Spiritusflamme.
Der Schnitt ist zerrissen - und sobald du raus hast, wie sich das vermeiden lässt: sag´s mir bitte. Ich habe mit diesem Problem dauernd zu kämpfen und finde keine Lösung  :-\
Gruß,
auch ein Peter
"It is a good thing to own a microscope; it is a far better thing to use the microscope"
(H.Scherren - Ponds and Rock Pools)

Peter T.

Hallo Namensvetter,

vielen Dank für deinen Kommentar! Ich werde auf jeden Fall mit der Färbung experimentieren, ich finde die Farben auch etwas extrem.

Was die Schnitte angeht, so verzweifle ich mit meinem Zylindermikrotom (Euromex). Das verwende ich mit dem SHK-Klingenhalter (allerdings muss ich zu meiner Schande gestehen, dass da eine alte Klinge drin ist. Bevor ich das Geld für einen Satz neuer Klingen ausgebe, muss ich mich erst mit dem Mikrotom anfreunden (unwahrscheinlich) oder auf eine andere Schnittmethode wechseln (eher wahrscheinlich)). Vielleicht ist das Teil auch defekt, ich habe nicht den Eindruck, dass da ein Vorschub stattfindet, wenn ich unten drehe.
Liebe Grüße
Peter

RainerTeubner

Hallo Peter,

 eine unabdingbare Voraussetzung für einen gelungenen Schnitt ist eine scharfe Klinge!!

Es kann sehr gut sein, daß Deine mißlingenden Schnittversuche sich auf die nicht genügend scharfe (man kann sich auch mit einer nicht allzu scharfen Klinge schneiden) Klingen zurückführen lassen.

Wechsel doch mal die Klinge aus.

Viele Grüße!

Rainer
Mikroskop: Carl Zeiss Standard Universal
Bildbearbeitung: Gimp, Helicon focus und picolay
Kamera: Canon EOS 5D II

Peter T.

Lieber Rainer,

das ist momentan mein Dilemma. Ich glaube nicht, dass ich auf Dauer mit dem Zylindermikrotom glücklich werde. Mit dem stimmt was nicht, irgendwie gibts da keinen richtigen Vorschub. Und bevor ich mir Klingen kaufe (die kosten ja richtig was) muss ich erst mal schauen, wie ich das mit dem Mikrotom löse. Ich versuche mal dieses Kastenmikrotom (bekomme ich günstig) und liebäugle aber auch mit anderen Lösungen (Schlitten).
Liebe Grüße
Peter

Orkim

#5
Hallo Peter,

Euromex-Zylindermikrotom und eine alte Klinge - das erklärt einiges. Ein präzises Zylindermikrotom ist heute eigenltich nicht mehr zu haben - da brauchst du schon Zeit und Durchhaltevermögen bei der Suche. Schwierig. Die Dinger, die auf dem Markt für 130.- €  - 150.- € angeboten werden, sind ihr Geld leider nicht wert. Es ist völlig illusorisch, den vollmundigen Werbeversprechen zu glauben und damit 20μ Schnitte zu machen, das gibt die Mechanik einfach nicht her. Aber andererseits: mit einer alten Klinge wirst du ebenfalls nie Erfolg haben. Wie wär´s, wenn du einen Mittelweg beschreitest? Damit meine ich einen Klingenhalter, der mit handelsüblichen "Teppichmesserklingen" bestückt wird. Und wenn du da die "OLFA"-KLingen wählst, kannst du schon präzise Schnitte herstellen, ohne dass es gleich weh tut, wenn die teure Leica-Klinge wieder ausgewechselt werden muss. Das Herstellen guter Schnitte ist viel Handwerk, das man üben muss - da müssen es nicht gleich die Leica oder Roundfin sein. Suche doch mal nach dem "Klingenhalter von Bob". Ich habe mir den auch bestellt und komme damit als Anfänger gut zurecht. Wenn ich mal 750 % besser bin als jetzt, wechsele ich zu den Leica-Klingen. Übrigens wurde der Klingehalter von Bob mit den Teppichmessern auch mit dem SHK und den Leica-Klingen verglichen; Jörg "Fahrenheit" hat dazu einen aussagekräftigen Artikel verfasst. Vielleicht willst du dir ein Bild davon machen. Und nochmals: mit einer halbstumpfen Klinge geht gar nichts, da kannst du noch so viele Fluorit-Apo und sonstige Hightech-Spitzenobjektive haben...ein 50 Jahre alter Achromat und ein gutes Präparat werden immer das bessere Bild ergeben (das sagt ein Anfänger mit ebenfalls recht begrenzter Erfahrung).
Gruß, Peter

P.S.: HAGA-Kastenmikrotom kann ich empfehlen, damit arbeite ich normalerweise. Von den teuren Rotations-oder Schlittenmikrotomen würde ich erst mal Abstand nehmen, damit machst du wieder ein neues Fass auf, die Dinger sind eine Wissenschaft für sich. Ein gutes Präparat per Handschnitt herzustellen und ein anständiges Bild im Hell- oder Dunkelfeld einzustellen sollte am Anfang vielleicht als Herausforderung ausreichen? Mir geht´s jedenfalls so. Dazu noch Färbemethoden und Dauerpräparatation...damit bin ich erst mal beschäftigt.
"It is a good thing to own a microscope; it is a far better thing to use the microscope"
(H.Scherren - Ponds and Rock Pools)

Peter T.

Hi Peter,

danke für die Empfehlung mit dem alternativen Klingenhalter, werd ich gleich mal googeln.

Und dann frag ich doch mal ganz direkt: Mit welchem Mikrotom bist du denn am Schneiden?

Liebe Grüße
Peter

Aljoscha

Hallo Peter,

schicke mir deine Anschrift per PN, dann bekommst Du ein paar neue Klingen, damit Du diese Fehlerquelle rausnehmen kannst.

Viele Grüße

Alexander

Jürgen H.

Hallo Peter, hast Du einmal versucht, mit der Klinge tangential ziehend und nicht drückend zu schneiden? Vorher die Klinge mit einem Wassertropfen benetzen, so dass der Schnitt gewissermaßen auf die Klinge aufschwimmt.

Viele Grüße

Jürgen

Peter T.

Hi Jürgen,

ja, das tangentiale Ziehen hat zumindest die bisherigen Schnitte ermöglicht. Ich habe das in der Anleitung zum Klingenhalter gesehen. Mein Problem ist sicherlich das Mikrotom (neben der alten Klinge).
Liebe Grüße
Peter