Aller Anfang... - oder so

Begonnen von Adelheid, August 04, 2024, 18:15:22 NACHMITTAGS

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Adelheid

Hallo zusammen,

nun hatte ich Zeit (wenn auch nicht so viel, wie ich gedacht hatte), das Mikroskop kennen zu lernen, auszuprobieren und ganz Unterschiedliches unter das Objektiv zu legen.
Allerdings ist mir eines aufgefallen, völlig unabhängig davon, ob ich etwas genommen habe, was sich gut durchleuchten ließ oder wenig Kontrast hatte, dass ich mit zwei Objektiven wirklich gut klar komme und mit den anderen beiden so gut wie gar nicht. Ich möchte versuchen, es zu beschreiben.
Der Aufbau war immer der gleiche, die Position des Objektträgers bzw. des Tisches wurden nicht verändert, nur die Entfernung des Objektivs, weil ich es ja so einstellen musste, bis ich etwas sehe.
Das Versuchsobjekt waren dieses Mal Schuppen vom Tagpfauenauge (Aglais io), die ich vorsichtig mit einem Pinsel auf den Objektträger gestrichen habe.
Auf den Fotos sind jeweils die Objektivdaten vermerkt.
Bei den ersten beiden Objektiven hatte ich keine Probleme.

Bild 1.jpg

Bild 2.jpg

Bei den nächsten beiden Objektiven aber schon.
a) ich habe keine Einstellung gefunden, wo ich etwas wirklich deutlich gesehen hätte
b) ich hatte Schlieren oder "Würmer", irgendwelche Punkte, die vorbeihuschten und mir visuell im Weg gewesen sind. Allerdings sind sie bei den beiden Fotos nicht zu sehen. Was im Umkehrschluss bedeuten müsste, dass es an mir bzw. meinen Augen liegt...

Bild 3.jpg

Bild 4.jpg

Ich muss dazu sagen, dass ich immer wieder mit Regenbogenhautentzündungen zu tun habe, aber im Moment nicht und die letzte ist jetzt auch etwa ein Dreivierteljahr her.
In dieser Rubrik werde ich sicher noch die ein oder andere "Kinderkrankheit" und Unsicherheit erfragen...

Viele Grüße
Adelheid


Daniel Scheibenstock

Hallo Adelheid,

Trägst du eine Brille?

LG Daniel
Leica DMRB HC (DL, Pol, DIC, PH)
Motic BA310 LED (DL: PH; DF;POL, AL: POL)
Zeiss Universal (DL: Fluo; POL AL: Fluo,POL. DIC)
Zeiss IM35 (DL; PH; Fluo;POL)
Olympus SZX12
Bresser Stereolupe

Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48126.0

Peter V.

#2
Hallo Adelheid,

Du beschreibst klassische "Mouches volantes", dabei handelt es sich um harmlose Vänderungen des alternden Glaskörpers.

https://de.wikipedia.org/wiki/Mouches_volantes

Dieses Erscheinung haben leider fast alle Mikroskppiker, die nicht mehr gerade im Jugendalter sind. Je höher vergrößernd das Objektiv (somit je höher die Objektivapertur), desto stärker wird das als störend empfunden. Beim 90er oder 100er-Objektiv tritt das bei fast jedem Mikroskopiker auf.
Das Dumme daran: Da machse nix! Isso! Damit musst Du leben...



Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Peter Reil

Hallo Adelheid,

ohne Kenntnis deines Mikroskops, der Beleuchtung und der Objektive kann ich keine Aussage treffen, was da los ist.
Da gibt es viel zu viele Möglichkeiten.

Gruß
Peter
Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

Lupus

Hallo,

ZitatDieses Erscheinung haben leider fast alle Mikroskppiker, die nicht mehr gerade im Jugendalter sind. Je höher vergrößernd das Objektiv (somit je höher die Objektivapertur), desto stärker wird das als störend empfunden.
das ist im Prinzip schon richtig, erklärt aber nicht das Problem bei der Scharfstellung des 3. und 4. Objektives. Wenn man aus irgend einem technischen Grund nicht scharf stellen kann und ein heller, detailarmer Hintergrund zu sehen ist tritt der Effekt der Mouches volantes besonders stark auf. Das 4. Objektiv wurde möglicherweise nicht immergiert.

PS: Eine verstärkte Ausprägung des Effektes der Mouches volantes entsteht übrigens durch einen zunehmend kleineren Austrittspupillendurchmesser bei ansteigendem Verhältnis NA/Mikroskop-Gesamtvergrößerung, (also nicht primär mit zunehmender Objektivvergrößerung). Einfach dadurch dass bei einem engeren im  Auge bis zur Netzhaut verlaufenden Lichtstrahl die Glasköperpartikel ihn stärker beeinflussen können.

Hubert

Peter V.

#5
Hallo Adelheid,

besonders faszinierend ist bei Deinem Mikroskop die Tatsache, dass das 25er und 40er-Objektiv ein völlig identisches Bild liefern  ;) Da hast Du wohl etwas falsch beschriftet...

Peter Reil hat schon recht: Zeig mal bitte das Mikroskpp und zeig einmal die Objektive. Es könnte z.B. sein, dass die beiden Objektive, mit denen Du nicht fokussieren kannst, eine kürzere Abgleichlänge haben und nicht zum Mikroskopstativ passen.

Herzliche Grüße
Peter

PS: Auf dem ersten Foto steht. F=25 - soll das ein 25er Objetkiv sein? Dann passt aber die Apertur nicht (0.25). Ich denke, bei Deinen Fotos bzw. deren Beschriftung ist einiges durcheinander geraten. Wenn Du Objektivbeschriftungen abschreibst, kommt es wirklich auf Exaktheit und selbst jeden Punkt oder jeden Strich an!
90 als Vergrößerung deutet für mich auf ein Objektiv von Lomo oder Carl Zeiss Jena mit einer geringeren Abgleichlänge als 45 mm hin. Ich denke, diese Objektive passen schlicht nicht an Dein Mikroskop (ich meine, Du schriebst einmal etwas von einem KF2)


Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Jakob_Wittmann

#6
Hallo zusammen,

Adelheid hat von mir ein ZEISS STANDARD KF2 mit folgenden Objektiven bekommen:

CARL ZEISS Achromat 10-fach (Abgl. 45 mm)

CARL ZEISS Achromat 40-fach (Abgl. 45 mm)

LOMO Planachr. 25 mm Brennweite (entspricht beim 160 mm Tubus somit 6,4-fach; Abgl. 45 mm)

LOMO Achromat 90-fach HI, mit einem 12 mm RMS-Adapter (brünniertes Metall) verschraubt.


Der Kondensor ist die Hellfeld-Ausführung für KF2s

Beleuchtung: 10 Volt 15 Watt Halogen (die jüngere, hellere Ausstattung), Trafo im Sockel.

Unklar sind mir die Ursachen für die kreisförmigen Auschschnitte im kreisförmigen Bildfeld. Das KF2 hat keine Leuchtfeldblende, mit der Aperturblende alleine sollte so etwas gar nicht möglich sein ...

Mit EOS Utility II sollte übrigens ein Weißabgleich sehr leicht durchzuführen sein.

Mit dabei war eine Fotoadaption (Relaisoptik Canon EF 50 mm f/1,8, diverse Adapter und als korrigierendes Okular ein LOMO K 7x, das gut korrigiert.

Die Anordnung wurde natürlich vor dem Versand getestet, samt Fotografie (mit einer mitgegebenen EOS 50D, 15 MPix) funktionierte alles einwandfrei.


Liebe Grüße


Jakob

jakob.wittmann@hotmail.com


,,Ein Leben mit nur einem schwarzen Mikroskop ist möglich aber sinnlos."

Bernhard-Viktor ,,Vicco" Christoph-Carl von Bülow zugeschrieben

Jakob_Wittmann

Noch ein Nachtrag zur Kondensorbedienung.

Bitte unbedingt darauf zu achten, wann die Linse eingeschwenkt sein sollte!
jakob.wittmann@hotmail.com


,,Ein Leben mit nur einem schwarzen Mikroskop ist möglich aber sinnlos."

Bernhard-Viktor ,,Vicco" Christoph-Carl von Bülow zugeschrieben

A. Büschlen

#8
Hallo Adelheid,

du beschreibst dein Präparationsvorgang:
ZitatDas Versuchsobjekt waren dieses Mal Schuppen vom Tagpfauenauge (Aglais io), die ich vorsichtig mit einem Pinsel auf den Objektträger gestrichen habe.

Hast du ein Deckglas aufgelegt, wenn ja, was für ein Eindeckmedium wurde verwendet? Wasser? oder?

Das 25er, 40er und das 90er Objektiv benötigen am Präparat zwingend ein Deckglas und die Schuppen müssen mit einem geeigneten Medium eingedeckt sein.

Hast du kein fertiges Präparat? z.B. ein gefärbter Stängelquerschnitt oder so? Damit du in Ruhe dein Mikroskop ordentlich einstellen kannst und dass du Dieses als sichere Reverenz verwenden kannst?

Ist der Kondensor ganz oben und die Aperturblende ganz offen?

Dann schreibst du:
ZitatDer Aufbau war immer der gleiche, die Position des Objektträgers bzw. des Tisches wurden nicht verändert, nur die Entfernung des Objektivs, weil ich es ja so einstellen musste, bis ich etwas sehe.

Das geht so nicht. Wenn du bei einem ordentlichen Präparat (mit Deckglas und Eindeckmedium) mit dem 10er Objektiv ein gutes Bild hast, wechselst du ohne am Grob-oder Feintrieb etwas zuverstellen zu dem nächst grösseren Objektiv und stellst nur mit dem Feintrib scharf.

Deine beiden letzen Bilder zeigen irgend etwas aber sicher nicht Mouches volantes! Vermutlich aber irgend welcher Schmutz im System.

Grüsse Arnold Büschlen
Schwerpunkt z.Z.:
- Laub- und Lebermoose.
- Ascomyceten als Bryoparasiten.

Peter V.

#9
Hallo Arnold,

ZitatIst der Kondensor ganz oben und die Aperturblende ganz offen?

@Arnold: Das KF2 hat keinen höhenverstellbaren Kondensor, sondern nur eine feste Kondensorwippe, mit der man zwischen freiem Durchgang für Objektive höher 10fach und einer Großfeldlinse für Objektive kleiner 10fach wählen und die Aperturblende verstellen kann.
ZitatDeine beiden letzen Bilder zeigen irgend etwas aber sicher nicht Mouches volantes! Vermutlich aber irgend welcher Schmutz im System.

Mit den Mouches Volantes waren auch nicht die hier sichtbaren Verschmutzngen gemeint, sondern die sich - wie Adelheid schreibt - "beweglichen" Strukturen, die sie nur sieht, die aber nicht fotografisch abgebildet werden können (siehe Adelheids Post). Eben klassische Mouches volantes!

@Adelheid: Fahr doch einfach mal nächste Woche (falls Du Auto-mobil bist) zu den Wuppertaler Mikroskopikern! Dort wird man Dein Problem vermutlich in 2 Minuten lösen.


Herzliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Jürgen Boschert

Hallo Adelheid,

den Bildern nach scheint der Autofocus an der Kamera/Handy nicht ausgeschaltet gewesen zu sein: Bei beiden "schlechten" Objektiven sieht man dieselben Strukturen auf den Bildern.
Beste Grüße !

Jürgen

Jakob_Wittmann

Danke Jürgen,

das könnte tatsächlich die Ursache sein. Ein sehr guter Hinweis!

Liebe Grüße


Jakob
jakob.wittmann@hotmail.com


,,Ein Leben mit nur einem schwarzen Mikroskop ist möglich aber sinnlos."

Bernhard-Viktor ,,Vicco" Christoph-Carl von Bülow zugeschrieben

Adelheid

Vielen Dank an alle für die vielen hilfreichen Antworten. Jakob hat ja dankenswerterweise das Mikroskop schon beschrieben.

Ich habe eigentlich eine Gleitsichtbrille, die ich aber nicht so oft anziehe. Für Arbeiten am Computer oder beim Lesen habe ich immer eine Bildschirmarbeitsbrille an. Zudem habe ich einen Grauen Star, der unter "Beobachtung" ist, aber wohl noch nicht ausgeprägt genug ist, um zu operieren.
Beim Mikroskopieren habe ich allerdings keine Brille an.

Ja, ich habe ein Deckglas aufgelegt, aber nicht an ein Eindeckmedium gedacht...  :-\

Ich habe fertige Präparate (nicht von mir erstellt!)  :) , mit denen werde ich es noch einmal durchprobieren und auch bei der Objektivbenennung besser aufpassen. Ich bin da gestern wohl durcheinander gekommen, nachdem ich die Versuchsreihe drei Mal durchgeführt habe...
Heute werde ich keine Zeit dafür haben, aber die Woche fängt ja gerade erst an.

Danke für den Hinweis, den Autofokus abzustellen.

Ich selber habe leider kein Auto und bin momentan ziemlich in eine Betreuung eingespannt.

Viele Grüße
Adelheid