Drehkondensor - Blende: Lamelle hat sich ausgehängt

Begonnen von rlu, Februar 03, 2025, 09:48:07 VORMITTAG

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rlu

Hallo,
bei einem Carl Zeiss Drehkondensor 4300275 hat sich eine Lamelle ausgehängt.



--> meine Lösung
Der Ring, der die Blende festhält, ist mit einer Madenschraube gesichert. Diese Schraube muss zuvor gelöst werden. Dann kann der Ring mit den zwei Schlitzen rausgeschraubt werden.
(Unter dem Ring befindet sich die Irisblende mit den Lamellen)

Die Lamellen haben zwei Seiten, rund und angeschrägt. An den Enden auf der jeweils gegenüberliegenden Seite befindet sich ein kleiner Stift.
Die Lamellen werden im Uhrzeigersinn mit der abgeschrägten Seite überlappend  mit dem Stift in die Bohrung vom Kondensor eingelegt.(Stereolupe o.ä verwenden)
Die Iris ist dabei in Offenstellung, d.h. die Lamellen liegen außen tangential an, Iris offen.

Irgendwann überlappen sich alle Lamellen. D.h. die Löcher sind nicht mehr sichtbar.
Dann wird es schwieriger.
Mit einer Mikroskopnadel die Lamellen leicht nach außen schieben, bis das erste Loch sichtbar wird.
Genau die vier Lamellen leicht nach außen schieben, so dass die neue Lamelle unter die vier Lamellen untergehoben werden kann.
Ungefähr in Position schieben. Mit einer Mikroskopiernadel kann die Lamelle positioniert werden und der Stift der Lamelle in das Loch geschoben werden.
(An der Stelle, an der sich der Stift befindet, ist auf der Rückseite eine leichte Vertiefung, an der die Lamelle geführt werden kann).
Diesen Vorgang mit den restlichen vier Lamellen wiederholen.
Kontrollieren, ob alle Lamellen in den Löchern sitzen, dazu vorsichtig die Lamellen nach außen schieben.
Beim Zusammenbau wird man es nicht schaffen, die richtige Hebelstellung zur Öffnung der Iris hinzubekommen.
Dazu muss der Ring, der oben drauf kommt, gedreht und neu gesetzt werden.
Das ist schwierig, weil sich die Lamellen bei leichtester Berührung verdrehen.
Die Lösung ist, die Lamellen geometrisch an den Rotationspunkten der Lamellen ausrichten und dann den Ring neu auflegen.
Hört sich etwas theoretisch an, wenn man das Ding nicht vor sich hat.
Und ich habe leider die Schritte, weil ich  noch nicht wußte wie es geht, auch nicht fotografisch dokumentiert.

Auf jeden Fall ist das eine ziemlich filigrane Angelegenheit.

Liebe Grüße
Rudolf

P.S. Dieser schöne Beitrag behandelt auch dieses Thema:
Leuchtfeldblende(LFB) am Zeiss Standard-zerlegen, reinigen, wiederzusammenbauen
von Bernd/Normanski

Wenn die Lamellen zu verklebt sind, dann hat die Veränderung von einer Lamelle die Veränderung aller anderen Lamellen zur Folge.
Bernd hat das so gelöst. Erst alle Lamellen entfetten, einbauen, und dann erst nachfetten.


P.S mit dem Deckel vom Kondensor kann man ohne Werkzeug den Ring(Drehverschluss) aufmachen.
Den Ring so einstellen, dass die Blende noch arbeitet.
Madenschraube im Ring wieder festdrehen.
Auf die kleine Kugel aufpassen, die den Kondensor einrasten läßt.
Nicht runterfallen lassen, wenn man einen löchrigen Holzfußboden hat. ;-)



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In diese Löcher werden die Lamellen eingelegt. Die Lamellen haben am Ende kleine Stifte.
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