Zeiss Laboval 4 - Befestigung des Binokular Tubus

Begonnen von Ruth53, Dezember 20, 2025, 16:01:07 NACHMITTAGS

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Ruth53

Hallo,

ich bin neu im Forum, denn ich habe mir vor kurzem ein Zeiss Laboval 4 gekauft, weil ich Untersuchungen auf Parasiten im Kot meiner Chinchillas (Nagetiere) durchführen möchte.

Beim Transport des Mikroskops hat sich eine Schraube gelöst und der Binokulare gerade Tubus (Nr. 22 in der Gebrauchsanleitung) hat sich unfreiwillig vom Winkeltubus (Nr. 21) gelöst.

Kein großes Ding, dachte ich, denn die Schraube mit dem Exzenterbolzen war ja noch vorhanden.
Weit gefehlt! Wir haben mit zwei Personen, viel Geduld und Feingefühl versucht, diese Schraube wieder reinzudrehen, aber leider erfolglos.

Die Schraube lässt sich nicht so einsetzen, dass die spitze Seite nach hinten zeigt. Die einzige Bewegung der Schraube ist eine Drehung um etwa 90° nach rechts in einem sehr weichen Gewinde. Dann stößt allerdings beim Einsetzen des Binokulars der Bolzen an die Ringschwalbe des Binokulars (siehe Fotos). Es blockiert nur und ich kann es nicht aneinander verankern.

Hat jemand einen Tipps für mich zum genauen Handling, ohne Kraft anwenden zu müssen? Oder ist das Gewinde defekt?
Vielen Dank für Tipps, Ruth53

 


Ruth53

#1
Doppelte Bilder wurden gelöscht

Gerd Schmahl

#2
Hallo Ruth,
willkommen im Forum!
Diese "Schraube" ist ein wenig komplexer, als sie auf den ersten Blick erscheint. Das ganze Ding besteht aus 4 Teilen. Von innen nach außen: 1. der Stift mit der Schräge, 2. ein Gewindering (siehst Du als den mittleren glatten Teil), 3. ein Rändelring mit Innengewinde und 4. eine winzige Schraube mit breitem Kopf, deren Schlitz Du siehst, wenn Du von hinten drauf guckst. Die Fixierung/Lösung des Tubus erfolgt durch ein Gewinde, das innerhalb liegt. Dieses ist mit Sicherheit verharzt. Deshalb bitte als Erstes das Ding in Waschbenzin werfen und einen Tag darin lassen. Danach die kleine Schraube lösen, die Du siehst, wenn Du von vorne darauf schaust. Achtung! Dieses Schräubchen hat ein Linksgewinde. Du musst also entgegen der gewohnten Drehrichtung schrauben. Auf keinen Fall Gewalt anwenden. Wenn sich dieses kleine Schräubchen nicht leicht herausdrehen lässt, mit einem Föhn das ganze Teil erwärmen (Haarföhn - keine Heißluftpistole!!). Dann das Ding mit Handschuh anfassen und Schraube lösen. Jetzt kann der Stift mit der schrägen Fläche nach vorne herausgedrückt werden. Meist kommt da eine grüne Pampe zutage, die in Waschbenzin mit einem Pinsel zu beseitigen ist. Der Teil mit dem Gewinde, das Du jetzt schon siehst, muss aus der Rändelschraube geschraubt werden. Eventuell eine mit Gummi gepolsterte Zange nutzen (Stück vom kaputten Fahrradschlauch), um den vorderen Ring ohne Rändelung zu halten und den gerändelten Teil mit der Hand drehen (normales Rechtsgewinde). Das Gewinde (beide Teile) schön mit Waschbenzin reinigen.

Wenn alles hübsch sauber ist und wieder getrocknet, wird erst der Ring in den Tubushalter geschraubt (ohne Fett!). Ich hoffe, das Gewinde ist nicht beschädigt. Neu gefettet wird nur der Sift und das innere Gewinde. Zur Not tut es weiße Vaseline aus der Apotheke, besser ein säurefreies Lagerfett.  Dann den Bolzen mit der Schräge von innen nach außen einschieben, den Rändelring aufschrauben und von außen mit der kleinen Schraube sichern (wieder an das Linksgewinde denken!)

Jetzt sollte sich der Stift über die Drehung der Rändelschraube vor und zurückdrehen lassen ohne, dass der glatte Ring, der im Tubusträger fest verschraubt sein muss, mit dreht. Wenn er nicht richtig fest wird, kannst Du etwas Loktite zum Befestigen nutzen. Dazu sollte das Gewinde fettfrei sein.

Viel Erfolg!
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Ruth53

Hallo Gerd,

vielen Dank für die lange und super hilfreiche Antwort!

Waschbezin muss ich mir noch besorgen, dann werde ich es genauso ausprobieren, wie du beschrieben hast. Nach den Feiertagen kann ich dann sagen, ob es geklappt hat.