Zeiss CPL Okular falsch zusammengesetzt?

Begonnen von Maria, März 31, 2026, 08:35:27 VORMITTAG

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Maria

Moin,

seit kurzem bin ich im Besitz eines Okularpaares ,,Zeiss West CPL W 10x/18 Brille" einmal mit Dioptrienkorrektur 464023 und feststehend 464022 (s. Bild 1)... ;). Da ich vor dem Einbau immer alles sorgfältig überprüfe, sind mir dabei folgende Ungereimtheiten aufgefallen:

Wenn ich das Okular mit Dioptrienkorrektur auf die ,,0" stelle (also weißer Punkt auf ,,0" s. Bild 2) und dann die Schulterhöhe mit dem feststehenden Okular vergleiche, sollten doch beide Okulare auf gleicher Schulterhöhe sein. Sind sie aber nicht. Das Okular mit Korrektur ragt ca. 5 mm über dem Festokular hinaus. Das ist doch nicht korrekt. Drehe ich den weißen Punkt auf maximal + lande ich noch ein Stück hinter dem 5er Strich siehe Bild 3. Drehe ich auf maximal – dann lande ich auf dem 4er Strich siehe Bild 4. Möglicherweise ist dieses Okular schon mal geöffnet worden und dann nicht in der richtigen Position wieder eingebaut worden.

Jetzt habe ich folgende Verständnisfragen:
1. wir sind uns doch einig, dass in Stellung ,,0" beide Schulterhöhen auf gleicher Höhe sein sollten. Könnt Ihr mal bei Euch nachmessen?
2. wo landet Ihr mit dem weißen Punkt bei maximal ,,+" und maximal ,,-"? Könntet Ihr mir bitte zu den beiden Stellungen ein Bild schicken?

Mache ich da einen Gedankenfehler und wenn ja wo steckt er? Ein Korrekturokular ist doch immer mit einem Festokular kombinierbar. Seltsam ist auch, dass die unteren Stutzen unterschiedlich lang sind.

Bei meinen Zeiss KF Okularen verhält es sich richtig. In Stellung ,,0" sind beide Okulare auf gleicher Höhe. Warum klappt es bei den CPL nicht? Natürlich kann ich beim Korrekturokular CPL den unteren Stutzen abdrehen und dann die Linsengruppe in einer anderen Position einschrauben und gucken wo ich lande. Ich hätte aber zunächst Eure Einschätzung. Die hat bei mir auch immer zum Ziel geführt.

Mal wieder viel Text aber kürzer kann ich nicht.... :D  :D .

LG
Maria

Gambrinus

Hallo Maria,

normalerweise steht das Gehäuse bei dem stellbaren Okular nicht bündig auf dem Tubusrohr auf, sondern rutscht etwas über dieses drüber im Gegensatz zum fixen Okular.
Sollte sich das Okular nicht über das Tubusrohr schieben lassen, kannst Du es einmal von unten betrachten. Hier gibt es (zumindest bei meinen stellbaren KPL-Ws) einen silbernen Metallstift. Der Metallstift rastet bei bestimmten Tuben in einen U-Förmigen Ausschnitt im Tubusrohr ein, damit die Ausrichtung immer dieselbe bleibt. Bei vielen Tuben gibt es diesen Ausschnitt nicht. Hier steht der Stift dann am Rand des Tubusrohrs an und das Okular sitzt somit zu hoch. Um dieses Problem zu beseitigen, kann man den Stift mit einem kleinen Schlitzschraubenzieher beiseite schieben.

Zur Dioptrienverstellung: Bei meinen Okularen lässt sich die Verstellung in etwa gleich weit in beide Richtungen drehen, ausgehend von der Nullstellung.

Ich hoffe das hilft Dir schon einmal. Später kann ich dann auch noch Fotos machen.

Gruß
Andi
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=43687.0
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Peter Reil

#2
Hallo Maria,

vorausgesetzt, die Okulare gehören zur gleichen Baureihe (was ich nicht beurteilen kann):

Nehme ein Präparat (z. B. Strichplatte), schaue mit dem rechten Auge durch und stelle beim normalen Okular mit dem Feintrieb auf eine Stelle scharf.
Tausche das Okular gegen das mit der Verstellmöglichkeit. Stelle jetzt auch scharf (gleiches Auge wie vorhin), aber nur mit der Dioptrienkorrektur.
Wenn du nun beide Okulare nebeneinander auf den Tisch stellst, sollten die "Schulterhöhen" gleich sein.
Wenn die Okulare nun beide im Tubus stecken, sollten sie gleich weit heraus stehen. Das kann man mit einem darüber gelegten Lineal prüfen.

Wenn dem so ist, dann ist alles okay.
Der Strich kann dann irgendwo sein, wenn das Dingens schon mal geöffnet wurde.

Wenn dem nicht so ist; vielleicht passen die Teile gar nicht zusammen.

Gruß
Peter

Meine Arbeitsgeräte: Olympus BHS, BHT, CH2, CHK, Olympus SZ 30, antikes Rotationsmikrotom

Maria

Upps,

das ging aber schnell.... ;).

@ Peter

Du bist so ungemein praktisch... :)  :). Hätte ich auch drauf kommen können... ::). Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen aber die beiden Okulare gehören m.E. zur gleichen Baureihe. Haben ja auch fast die gleichen Nummern...2 Festokular und...3 mit Korrektur. Also diesen praktischen Teil von Dir werde ich nachvollziehen. Dein Tipp mit dem heraus nehmen und die Schulterhöhen messen könnte schwierig werden, weil das Korrekturokular wegen des Stiftes in der Auflage ja in dieses "U" (wie Andi beschrieben) noch rutscht. Da weiß man dann gar nicht, wo man messen soll. Aber der Tipp in der Fassung messen könnte besser klappen. Hier Oberkante Fest und Oberkante Korrektur auf den Tubus sollte dann gleich sein.
Ja mit dem Strich ist das dann so eine Sache. Und Du hast recht. Wenn schon mal geöffnet wurde und man guckt nicht, wo man in der Stellung landet kann das nicht passen und die Markierung ist irgendwo. Das ist überhaupt nicht schön. Es gibt zum Einschrauben des Korrekturteils so 5 Positionen. Nur eine Position ist die richtige.

Das hat sehr geholfen... :).


@ Andi

Ja ich sehe den Metallstift. Beide Okularstutzen haben diese U - förmigen Ausschnitt. Damit liegt das Korrekturokular etwas tiefer. Für mich wäre es wichtig noch zu erfahren, wie der weiße Punkt den +/- Bereich abdeckt. Also wir haben nach "+" 5 Teilstriche und nach "-" 5 Teilstriche. Wenn Du den Linseneinsatz drehst, bist Du dann bei max. + mit deinem weißen Punkt genau auf auf dem 5er Stich und Endpunkt und bei max. - mit Deinem weißen Punkt denau auf dem 5er Strich und Endpunkt? Was verstehst Du unter "in etwa"....

LG
Maria

Jürgen Boschert

Hallo Maria,

zu "in etwa": Solche Dioptrien-Angaben an stellbaren Okularen sind immer nur ungefähre Angaben, keine präzisen. Das Problem bei den Gehäusen dieser Okulare ist nicht das mehrgängige Einstellgewinde, sondern auch der Umstand, dass die Hülse mit dem Griffrändel gleichzeitig auch Fixierungsmutter für die augennahe Linse ist. Die hülse kann verschieden weit reingedreht werden.

Zur unterschiedlichen Länge der Steckhülse: Halte das stellbare Okular gegen ein homogene Lichtquelle (Bewölkter Himmel) und versuche, die Gesichtsfeldblende mit der Dioptrien-Einstellung scharf einzustellen. Wenn das möglich ist und der Schärfepunkt ungefähr der halben Wegstrecke des max. möglichen Verstellweges entspricht, ist die richtige Steckhülse an dem Okular. Der Schärfepunkt entspricht etwa der Nullstellung (bei Normalsichtigkeit, bzw. mit Fernbrille und entspanntem, auf Unendlich eingestelltem Blick).
Beste Grüße !

JB

Peter_le

Hallo Maria,

mir ist das trotz besseren Wissens auch mal passiert.

Für die Funktion mit Strichplatte ist der Skalenring aber irrelevant.

Das Gewinde hat 5 Züge, also 5 Möglichkeiten nur eine ist richtig.

Gruß
Peter

Peter_le

Zitat von: Jürgen Boschert in März 31, 2026, 11:25:50 VORMITTAGDas Problem bei den Gehäusen dieser Okulare ist nicht das mehrgängige Einstellgewinde, sondern auch der Umstand, dass die Hülse mit dem Griffrändel gleichzeitig auch Fixierungsmutter für die augennahe Linse ist. Die hülse kann verschieden weit reingedreht werden.

Ich verstehe nicht genau was du meinst, nur eine Vermutung. Die CPLs sind verklebt, das purzeln keine Linsen raus. Bei den fokussierbaren KPL lässt sich das eigentliche Okular von der Eintauchhülse ebenfalls problemlos trennen, um die Gewinde zu reinigen und zu fetten, meiner Erfahrung nach.

Beim nicht fokussierbaren KPL kann es dagegen passieren, dass Linsen herauspurzeln!

Die Eintauchhülse war bei meinen immer fest hereingeschraubt und hatte immer einen dünnen Buntmetallring.

Grüße
Peter

Jürgen Boschert

Hallo Peter,

die sind nicht komplett verklebt. Bei den stellbaren CPL-Okularen kann man den Teil mit dem Griffrändel am Rand mit Kraft (vorsichtig, alles Plastik!) herausdrehen, dann kann man die Augenlinse entnehmen.

Ich mag die CPLS nicht, weil das Gehäuse -bis auf wenige Schraubringe- komplett aus nicht lösungsmittelfestem Kunststoff besteht.
Beste Grüße !

JB

Maria

Jürgen @ Peter

ich danke Euch für die Hilfen bzw. Tipps.

Mein Dioptrienokular besteht aus drei Teilen: mittleres Teil mit Optik, Buntmetallring und Steckteil. Mehr möchte ich da auch nicht öffnen. Wenn man das Steckteil abschraubt, kommt dieser Metallring zum Vorschein. Dieses mittlere Optikteil lässt sich in 5 Positionen einschrauben, wie Peter auch schon sagte. Nur eine Position ist richtig. So, wenn ich den weißen Punkt auf max.+ drehe kommt der weiße Punkt erst nach dem 5 Stich zum Endpunkt >:(. Drehe ich auf max. - kommt der weiße Punkt bei 4 Strich zum Endpunkt >:(. Wäre schön wenn man es so hin bekäme, dass der weiße Punkt bei +/- exakt auf Strich 5 endet. Vielleicht ist die Einstellung mit Punkt und Strich auch nicht so 100%ig exakt und nur ich bin mal wieder super genau... ;). Also an der Lage der Innenhülse möchte ich nichts ändern. Damit bekäme es man vielleicht hin, dass die Einstellung punktgenau hin kommt. Vielleicht könnt Ihr mal nachsehen, wo Ihr bei max. +/- landet.... ???.

Also ich mache es jetzt so, dass ich die Dioptrienhülse so eindrehe, dass ich den max. Bereich für +/- abdecke. Und da gibt es nur eine Stellung. Dann setzte ich das Okular in den Stutzen ein bis in die U-förmige Vertiefung. Dann auf der anderen Seite das feststehende Okular. Strichplatte drunter Dioptrie auf "0" dann sollte beides gleich scharf sein. Und beide Okulare sollten auf gleicher Höhe sein.

LG
Maria

Maria

#9
Moin,

ich kann mich wieder entspannen... :D  :D . Ich habe es hinbekommen. Ich habe es genau wie vorher beschrieben gemacht: Dioprien in die Kerbe auf "0" Festokular auf der anderen Seite und gemessen. Vom Stutzenfuß habe ich auf beiden Seiten 4,2 cm gleich. Der Durchblick mit einem Meßträger beide Seiten scharf. Also da kann ich so gut mit leben... ;).

Noch ein Gedanke:  Dieses Okular mit Korrektur hat ja diese Minischraube für den U-Schlitz. Das alles gilt wohl nur für die Standard Baureihe. Der Binokulartubus Standard hat keinen U Schlitz. Den hat nur der Trinokulartubus. Bei einem Bino muss man wohl den Trick mit dem zurückschieben dieser Schraube machen. Ich habe hier nur Trinos weshalb das dann mit Bino für mich nicht zutrifft. Aber ich weiß ja jetzt Bescheid.

VG
Maria

Maria

Vielleicht noch eine Nachfrage:

Warum ist diese U Kerbe eigentlich? Ok das Okular kann sich nicht verdrehen aber ist das denn so wichtig??

LG
Maria

Gambrinus

Die Kerbe stellt sicher, dass das Okular nur in einer Ausrichtung in den Tubus eingesetzt werden kann. Das ist wichtig, wenn man in das Okular z. B. eine Formatplatte für die Fotografie eingesetzt hat. Auf dieser ist der rechteckige Bereich markiert, der später auf dem Film landet.
Bei dem umschaltbaren 100/0 20/80 Trinotubus drehen sich auch die Okulare entsprechend mit, wenn man die Knickbrücke verstellt. Die Platte bleibt dann trotzdem deckungsgleich mit dem Film bzw. Sensor in der Kamera.

Gruß
Andi
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liftboy

und noch einen hinterher :-)
unsere "Polarisatoren" haben sich noch gar nicht zu Wort gemeldet.
Bei denen geht ohne unverdrehbares Okular nichts (zumindest bei meinen Russen (http://www.mikroskopfreunde-nordhessen.de/dateien/Polam%20P-211.pdf)

Grüße
Wolfgang
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=785.msg3654#msg3654
LOMO-Service
Das Erstaunen bleibt unverändert- nur unser Mut wächst, das Erstaunliche zu verstehen.
Niels Bohr

Maria

Danke Andi @ Peter,

glaube ich habe es verstanden. Bei meiner letzten Antwort muss es natürlich 4,2 cm heißen und nicht 4,2 mm. Habe ich schon entsprechend korrigiert.

Andi, Du hast noch was interessantes zu dem Stift geschrieben. Also wenn man den Stift zurück geschoben hat, kann man das wieder rückgängig machen ohne dass er in der Fassung verschwindet bzw. reinfällt? Sehe gerade, dass der Stift einen Schlitz für einen feinen Schraubendreher hat. Habe mal einen Dreher angesetzt. Geht aber ein bisschen schwer nach außen. Vielleicht soll das auch so sein. Also alles klar. Frage hat sich erledigt... :D  :D.

LG
Maria

Gambrinus

#14
Den Stift kannst Du problemlos hin- und herschieben. Sollte auch ohne allzuviel Kraftaufwand funktionieren, aber man kennt es ja bei den alten Teilen sehr gut, dass mal irgendwo verharztes Fett klebt, das den Kraftaufwand erhöht. Wichtig ist nur, dass man bei fragilen Teilen dann nicht mit zu viel Gewalt herangeht.

Stift nach Außen geschoben => Okularstutzen ohne Führungsnut
Das sind im allgemeinen die einfachen Binotuben in der Siedentopfbauweise (Knicktubus) und in der Schiebeversion.

Stift nach Innen geschoben => Okularstutzen mit Führungsnut
z.B. Trinotubus mit Schiebeprisma (47 30 28) und, wie Wolfgang bereits erwähnt hat, bei Poltuben.

Falls Du die Okulare ohne Strichplatten benutzt, kannst Du den Stift auch in der äußeren Position belassen, dann musst Du beim Einsetzen nicht aufpassen, dass das Okular auch in die Nut einrastet.

Gruß
Andi


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