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Der Amplival DIK

Begonnen von Carsten Wieczorrek, April 30, 2026, 20:55:51 NACHMITTAGS

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Carsten Wieczorrek

Hallo,
nachdem Stefan ja gefragt hat
ZitatWie ist denn der Kontrast bei diesem DIK mit einem 100er Öl-Objektiv?
, stelle ich doch mal eine Übersicht zusammen. Manchmal geschehen Wunder: das bestellte neue (alte) Planachromat 10/0,25 war schon nach einem Tag da und sieht sehr brauchbar aus. Jedenfalls hat es keine Krater auf der Frontlinse.
Also fangen wir an. Mir fehlt der originale Polarisator. Wenn den jemand hat, hätte ich gerne Bilder davon (und wenn den jemand nicht mehr braucht...). Ich verwende einen einfachen Foto-Polfilter, den ich auf die Lichtaustrittsöffnung lege, sieh Bild 1. Ist sogar ein Circular-Filter. Man merkt schnell, wenn der falsch herum drauf liegt...


dic_beschr_1.jpg
Bild 1: Lichtaustritt mit Polfilter

Auf den einfachen normalen Amplival Stativkopf wird ein Zwischentubus mit dem Analysatorschieber gesetzt, siehe Bild 2.



dic_beschr_2.jpg
Bild 2: Zwischentubus



Und so sieht der Schieber aus, Bild 3. Wenn mir jemand erklären kann, was hier "E/A" bedeutet: gerne. Der Griff des Schiebers ist ein Schraube, mit dem das Prisma in der horizontalen verschoben werden kann.


dic_beschr_3.jpg
Bild 3: Analysatorschieber


Im Bild 4 habe ich mal den Schieber vor das Fenster gehalten und den Polfilter davor in zwei Positionen, einmal Dunkel, einmal hell. Der Analysator ist offensichtlich fest mit dem Schieberprisma verbaut (zwei Bilder nebeneinander montiert).


dic_beschr_4.jpg
Bild 4: Analysator mit Polfilter


Bild 5 zeigt die Prismenscheibe. Als Kondensor wird der "normale" Interphako-Kondensor mit Appertur 0,9 verwendet. Die Prismenscheibe passt in die Aufnahme der Interphakoblenden hinein. Die kondensorseitigen Prismen sind nicht justierbar, lediglich über die Zentrierung am Kondensor kann man sie plus/minus 2-3 Grad verdrehen. Einen Effekt im Bild, den man nicht auch mit der Analysator-Schraube erreichen kann, habe ich nicht bemerkt. Vorhanden sind Öffnungen für das Prisma "10", "40" und "100" sowie eine Leerposition. Man sieht an dem Bild aber auch, dass man damals davon ausgegangen ist, die DIK-Einrichtung auch mit dem kleinen Bruder Ergaval zu vertreiben. Kennt jemand ein Ergaval mit DIK? Nach meinen Informationen (die ich nicht beweisen kann) wurden von dem System nur ca. 75-100 Stück gebaut.


dic_beschr_5.jpg
Bild 5: Die Prismen-Scheibe


Was sieht man? Wie sieht der Kontrast aus?

Wenn möglich zeige ich immer 4 Bilder, Bild 1 bei maximaler Dunkelheit, Billd 2 bei persönlicher schön empfundener Grauheit, Bild 3 bei maximaler Helligkeit und Bild 4 bei einer beliebigen "bunt" Einstellung.

Ich fange mit dem Planachromaten 10/0,25 160/- an.


dic_10_achro_1.jpg
Bild 6: Planachromat 10 dunkel



dic_10_achro_2.jpg
Bild 7: Planachromat 10 grau



dic_10_achro_3.jpg
Bild 6: Planachromat 10 hell



dic_10_achro_4.jpg
Bild 9: Planachromat 10 bunt

Bitte etwas gedult, es geht hier gleich weiter.
Schönen Abend
Carsten
Für's grobe : GSZ 1
Zum Durchsehen : Amplival Hellfeld, Dunkelfeld, INKO, Phasenkontrast
Zum Draufsehen : Vertival Hellfeld, Dunkelfeld
Zum Polarisieren : Amplival Pol u Auf-/Durchlicht
Für psychedelische Farben : Fluoval 2 Auflichtfluoreszenz
Für farbige Streifen : Epival Interphako

Carsten Wieczorrek

Kommen wir zu Teil 2.
Ich habe mit dem Apochromaten 16 weiter gemacht. Keine Chance. Es gibt kein scharfes Bild, von DIK Effekt wollen wir gar nicht reden. Das Objektiv ist offensichtlich nicht in der Lage, die Aufspaltung des "10" oder "40" Prismas auch nur annährend auszugleichen. Nix geht mehr.

Das Planachromat 40/0,65 160/0,17. Dafür wurde das DIK System berechnet und so sieht das Ergebnis aus:


dic_40_achro_1.jpg
Bild 10: Planachromat 40/0,65 dunkel


dic_40_achro_2.jpg
Bild 10: Planachromat 40/0,65 grau


dic_40_achro_3.jpg
Bild 10: Planachromat 40/0,65 hell


dic_40_achro_4.jpg
Bild 10: Planachromat 40/0,65 bunt


Das sieht das ganz gut aus. Leider würde ich ja gerne lieber mit dem Apochromaten 40/0,95 arbeiten. Wenn man den Kondensor etwas absenkt und die Leuchtfeldblende etwas schließt, bekomme ich folgende Bilder hin (ja, schön ist ander, aber für den Notfall geht es):


dic_40_apo_1.jpg
Bild 11: Apochromat 40/0,95 dunkel


dic_40_apo_2.jpg
Bild 11: Apochromat 40/0,95 grau


dic_40_apo_3.jpg
Bild 11: Apochromat 40/0,95 hell


dic_40_apo_4.jpg
Bild 11: Apochromat 40/0,95 bunt


Ein Teil kommt noch.

Carsten
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Carsten Wieczorrek

#2
Hallo,
einer kommt noch.


Das nächste Objektiv ist das Planachromat 100/1,25 160/0,17. Auch dafür ist das System gerechnet und sollte irgendie funktionieren:



dic_100_achro_1.jpg
Bild 12: Planachromat 100/1,25 dunkel



dic_100_achro_2.jpg
Bild 13: Planachromat 100/1,25 grau



dic_100_achro_3.jpg
Bild 14: Planachromat 100/1,25 hell



dic_100_achro_4.jpg
Bild 15: Planachromat 100/1,25 bunt



Zum Schluss noch ein Bild mit dem Apochromat 100/1,32 160/0,17. Ein Bild reicht hier, man sieht, das passt nicht.


dic_100_apo_1.jpg
Bild 16: Apochromat 100/1,32


Gute Nacht und einen schönen 1. May
Carsten
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Kurt

Hallo Carsten,

E/A heißt:  Ergaval/Amplival

Grüße
Kurt

Carsten Wieczorrek

@Kurt
Hast Du noch mehr Fachwissen dazu? Ich höre Dir gerne zu.
Carsten
Für's grobe : GSZ 1
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HCLange

Hallo Carsten,

der für diesen DIK vorgesehene Kondensor ist der 0,8/me. Anscheinend tut es auch der Polkondensor 1,3/0,8 der letzten Generation, siehe Peter Voigt.

Als Objektive sollten funktionieren die (GF-) Achromate und Planapochromate der letzten Bauart, mit verchromter Fassung und "Waffelring" :
10 / 25 / 40 / 63 / 100.

Herzliche Grüße
Christoph

purkinje

#6
Hallo Carsten,
eine schöne Übersicht über die Möglichkeiten mit diesem raren Amplival-Zubehör.
Es zeigt sich erneut, dass auch bei den so als Objektiv-Allroundern gepriesenen DIKs vom Nomarski-Typ schnell Grenzen gesetzt sind. Besonders wenn wie bei Deinen Versuchen die Brennweiten der Apos 16, 40 und 100 von denen der ursprünglich dafür gedachten Planachromaten stärker abweichen.
Dann ist schnell
fo x 𝜀o ≠ fk x 𝜀k,
(f Brennweite, 𝜀 Aufspaltungswinkel, o Objektivseitig, k Kondensorseitig), was schnell der sog. pupillären Kompensation schadet.
Der Hintergrund ist dann von starkem Gradienten geprägt und/oder  der Reliefeffekt und Kontrast leidet. Leider ist nichts über die Toleranzen zur Auswirkung auf das Streifenfeld der Prismen bei diesen Systemen bekannt. Da dies auch für die hinteren Brennweiten bzw die Pupillenlage der Objektive gilt, hilft nur präzises Erfahrungswissen durch pröbeln.
Dein Apo 40 scheint noch am wenigsten bzgl der Brennweite vom gut funktionierendem Planachromaten 40 abzuweichen, auch wenn Du die ganze Trickkiste bemühen musstest.
Auch sind generell plangeebnete Objektive besser in der Lage bei den Nomarski-DIKs, besonders ohne höhenverstellbares oberes Universal-Prisma, die Streifenfelder so aufeinander abzubilden, dass nur ein Streifen den Hintergrund bestimmt (pupilläre. Komp, s.o).

Beste Grüße Stefan