OT- Beschriftungen ohne Drucker

Begonnen von Michael K., September 18, 2026, 21:06:32 NACHMITTAGS

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Michael K.

Hallo zusammen,


in letzter Zeit wurden historische Diatomeen Präparate vorgestellt und viele sind handbeschriftet.
Ich habe mir überlegt, wie wäre es, dies auch zu tun. Bisher habe ich viele Präparate per Drucker
inkl. Bildchen des Objektes beschriftet. Oder nur so per Edding auf den OT.
Die nächsten werde ich per Hand beschriften. Das Problem dabei ist, mit dem verfügbarem Platz auszukommen. Es ist nicht so leicht sehr klein zu schreiben. Zum schreiben verwende ich einen Fineliner (0.03).
Schreibschrift finde ich für solche Präparate immer noch am besten, wenn es handgeschrieben sein soll.
Um den Eindruck einer Schreibschrift darzustellen, habe ich einen Trick angewendet. Zunächst habe ich alle Buchstaben einzeln geschrieben und die im Nachgang mit einer kleinen leicht schrägen Linie verbunden.
Um die Abstände einzuhalten, habe ich mir eine kleine Schablone gefertigt. An der kann man sich orientieren. Es hat mehrere Übungsblätter und Einzelschablonen gedauert, bis ich auf die Idee gekommen bin alle Schablonen zu einer Schablone zu kombinieren.
Ich bin ausserdem der Meinung das von Hand schreiben, die Konzentration fördert, Freude macht es auch.
Zudem habe ich mir einen runden Stempel machen lassen, für Diatomeenpräparate.


Gruss
Michael

Peter T.

Hallo Michael,

außer dass es Spaß macht, wo siehst Du denn den Vorteil gegenüber (lesbaren) gedruckten Etiketten?

Schöne Grüße

Peter

Gerd Schmahl

#2
Hallo Michael,
ich habe heute auch wieder fleißig beschriftet und ich mache das schon immer mit Hand, auch bei größeren Serien.
Übersicht-Vogelfedern-Beschriftung-unter Teil.JPG
Bisher hatte ich noch keine Lust, mir einen speziellen Drucker anzuschaffen und mich dann auch noch in die Bedienung einzuarbeiten. Für mich ist es auch ein Stück Individualisierung der Präparate, in die man oft mehrere Stunden Handarbeit gesteckt hat. Das ist ein wenig wie das Signieren eines vollendeten Ölgemäldes.
Gewöhnlich reicht der Platz der beiden Etiketten gut aus, wobei ich mich an die "Regeln" aus dem SCHLÜTER, W. "Mikroskopie für Lehrer und Naturfreunde" halte: Links stehen die Angaben zum Objekt, also bei biologischen Objekten der deutsche und lateinische Artname und um welchen Körperteil es sich handelt, evtl. noch der Fundort. Links werden die Angaben zur Präparation vermerkt (Eindeckmittel, manchmal auch Vorbehandlungen wie "gebleicht", Datum und der Name des Präparators).

Mein absoluter Lieblingsstift ist der Pitt Artist Pen fineliner Dark sepia 175*** von Faber-Castell (ganz oben). Ich mag den Sepia-Farbton und die Tinte ist auch lichtecht. Für das Schreiben direkt auf Glas, sind die beiden anderen besser.

Deine selbst kreierte "Handschrift" finde ich nicht so ganz gelungen, aber meine Schrift gefällt mir selber auch nicht so super. Schreiben habe ich in der 1. Klasse nur sehr widerwillig gelernt und "Schönschrift" war für mich ein Horror. Meine jetzige Handschrift habe ich mir erst in der Lehrzeit mühsam antrainiert, als wir das Fach "Technisches Zeichnen" hatten.

Was ich gelegentlich gesehen habe, sind vorgedruckte Etiketten, die offensichtlich aus einer Druckerei stammen und einen Rahmen haben. In den Rahmen integriert steht dann z.B. -DIATOMEEN- und manchmal auch schon der Name des Präparators. Der eigentliche Inhalt ist dann von Hand geschrieben. Das fand ich auch recht schön.

Beste Grüße
Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Peter V.

#3
Hallo Michael,

hier melde ich mich als jemand mit der wohl grauenvollsten Handschrift der Welt, die selbst in meiner dafür ohnehin berüchtigten Berufsgruppe am absolut untersten Ende der Skala liegen dürfte  ;)

Ich finde die Beschriftung ohne die nachträglichen Verbindungslinien besser lesbar. Bei dem Wort Oamaru zum Beispiel täte ich mich schon schwer, wenn ich den Begriff an sich nicht kennen somit sofort erahnen würde. Jemand der "Oamaru" nicht kennt, müsste vielleicht schon etwas rätseln. Das muss natürlich nicht Deine Sorge sein, aber wenn Deine Präparate Deine Laufzeit deutlich übersteigen sollten, könnte es schon schwieriger werden. Im Tübinger Online-Stammtisch versuchen wie gar nicht so selten, 100 Jahre alte handbeschriftete Etiketten zu entziffern, was durchaus nicht immer gelingt.

Hezrliche Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Daniel Scheibenstock

Hallo Michael,

Ich finde das Ergebnis das zu zeigst schon ansprechend. Es schaut für mich wie ein Historisches Präparat aus das eben noch keine 100 Jahre alt ist.... Dementsprechend müssten wohl die folgenden Generation darüber entscheiden ob es schön ist?🤣🥳

Ich habe mich für den Etikettendrucker entschieden. Eine Info dazu auf meiner Homepage rechts. Der ist nicht ganz optimal da es Thermodruck ist.

Liebe Grüße Daniel
Leica DMRB HC (DL, Pol, DIC, PH)
Motic BA310 LED (DL: PH; DF;POL, AL: POL)
Zeiss Universal (DL: Fluo; POL AL: Fluo,POL. DIC)
Zeiss IM35 (DL; PH; Fluo;POL)
Olympus SZX12
Bresser Stereolupe

Vorstellung: https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=48126.0

DieterS.

#5
Hallo Michael,

Diatomeenpräparate per Hand zu beschriften ist sicher die schönste und vielleicht auch stielvollste  Art mit solchen Präparaten umzugehen. Ich sehe nur ein großes Problem für die Nutzung, da Kieselalgenpräparate ja in der Regel bei hohen Aperturen unter Verwendung von ölimmergierten Immersionsoptiken untersucht werden. Unter diesen Bedingungen sind Deine Beschriftungen nicht haltbar,verschmieren beim Reinigen (Edding-Stifte sind entweder nicht alkohol- oder benzinbeständig) und die Etiketten lösen sich auf Dauer ab. Hier sind die Etikettendrucker schon ein absoluter Segen und haben dazu geführt, dass man fertige Präparate nicht wochenlang liegen lässt, sondern sie zügig beschriftet. Aber man kann natürlich auch auch mehrgleisig fahren und die Beschriftung an den Verwendungszweck anpassen.

Viele Grüße!

Dieter







Für den Eigengebrauch Ich sehe dabei nur  großes Problem, für den Nutzerein

Michael K.

Hallo,


Erst einmal danke für die Rückmeldungen. Was das schreiben angeht, habe ich mit Videos die das "lettering" behandeln angesehen. Das funktioniert nur bedingt bei der Schriftgrösse. Es sei denn ich finde einen noch dünneren Stift. Auch das Papier spielt eine Rolle, mitunter blutet die Schrift aus.
Die Schrift ansich, wird wohl mit der Zeit besser werden. 
Einen Thermopapierdrucker habe ich zwar auch aber da wird die Schrift mit der Zeit verblassen, kleine  Thermotransferdrucker sind da schon besser. Das Beispiel des signierens, trifft mein ansinnen genau.
Was Immersionsöl angeht, nehme ich soviel wie gerade nötig. Gewischt wird nachher von oben nach unten.
Danach gehe ich noch mit einem benzin getränktem Swab rüber. Ich habe noch nie Aufkleber mit Öl verschmiert.
Gerade bei Salonpräparaten möchte ich die quasi handsignieren und da verwendet man selten I.Öl.

Vielleicht ist es verrückt oder übertrieben was ich mache, ich kanns nicht sagen.



LG
Michael

anne

Hallo Michael,
es gibt Tuschestifte in XS und XXS. Die nutze ich auch.
lG
Anne

Schuhmicro

#8
Hallo Daniel,

neulich habe ich mich gefragt ob man Etiketten mit dem Lötkolben beschriften kann wie bei den Kassenzetteln aber das funktioniert bei Etiketten nicht, weil die Farbe nicht mehr da ist. Ein Thermodrucker für Kassenzettel (auch Thermodirektdrucker) erhitzt spezielles, chemisch beschichtetes Papier direkt, während ein Thermotransferdrucker für Etiketten ein zusätzliches Farbband (Ribbon) erhitzt, um die Farbe auf das Medium zu schmelzen. Das zusätzliche Band ist nicht mehr im Etikett darum wird das fertig laminierte Etikettt nicht schwarz bei Hitze und bleicht auch nicht aus.
noch viel bleicher
Hallo Michael,
deine Druckschrift ist eindeutig besser lesbar.

Gruss
Martin

Gerd Schmahl

Hallo Michael,
was mir noch aufgefallen ist: Deine Schablonen gehen für alle Buchstaben von der gleichen Breite aus, wie bei einer Schreibmaschine. Vielleicht solltest Du dann auch eine Schrift wählen, die an Schreibmaschinenschrift angelehnt ist. Diese hat eigentlich immer Serifen, um die unterschiedlichen Buchstabenbreiten z.B. des schmalen "i" und "l" auszugleichen und die Buchstaben eines Wortes optisch zu verbinden.

Wenn ich Etiketten beschrifte, fliegt der erste Versuch oft weg, weil ich die Schriftgröße noch einmal anpasse. Ab dem zweiten Etikett weiß ich aber genau, wie viel Platz ich habe und brauche. Deshalb sind solche Schablonen für mich überflüssig. Im Gegenteil: Sie würden das Anpassen der Schriftbreite nur erschweren.

Zu Bedenken geben möchte ich auch, dass in früheren Zeiten in der Schule sehr, sehr viel mehr Augenmerk auf das "Schönschreiben" verwendet wurde. Schließlich war man damals auch mehr darauf angewiesen eine leserliche Handschrift zu haben als heute, wo die Handschrift überwiegend dem privaten Gebrauch vorbehalten ist (Notizen), während umfangreiche Texte und Texte, die "nach außen" gehen, i.d.R. mit Maschinen geschrieben werden und oft auch nicht mehr auf Papier. Das Schreiben mit der Feder (auch der modernen Stahlfeder und dem Füllfederhalter) verlangt eine ganz andere, eingeschränktere Führung des Schreibgerätes, als es unsere modernen Kugelschreiber und Fineliner erlauben, die in jeder Richtung gleich schreiben. Wer eine schöne Handschrift haben will, muss umfangreiche Schreibübungen absolvieren. Da kommt man leider nicht drumherum. Sich mal mit den Grundzügen der Kalligrafie zu befassen, kann dabei hilfreich sein.

LG Gerd
Man sagt der Teufel sei, im Detail versteckt,
doch hab' ich mit dem Mikroskop viel Göttliches entdeckt.

Michael K.

Hallo Gerd,

Das mit den Abständen der Schablone ist mir bewusst. Leider ziehe ich die Buchstaben, wenn ich in einem durch schreibe, immer auseinander. Oder wenn der Platz nicht ausreicht, änder ich unbeabsichtigt die Höhe der Buchstaben.
Wenn man Kalligraphie so klein schreiben möchte geht das nur mit hartem Bleistift den man sehr spitz
geformt hat. Ich habe kein Stift gefunden der so kleine Buchstaben die man händisch kalligrafisch schreiben möchte, zulässt.
Es ist schon seltsam das man sich in Zeiten von Computern, Druckern, etc. über Details von Schreibmethoden unterhält.   


LG
Michael 

Hugo Halfmann

Hallo zusammen,

was spricht dagegen, sich ein wenig in Kalligraphie zu üben und die wunderschönen Präparate mit lichtechter Tinte (Winsor & Newton) und Schreibfeder zu beschriften?
Mit ein wenig Übung bekommen sogar Ärzte das hin 😁
Die Federn und das Papier gibt's z.B. bei Boesner.
Nur beim Kleber für Papier auf Glas muss ich passen.
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann