Gekerbte Ringschwalben für Zeiss Standard-Tuben

Begonnen von Miner, Juni 03, 2010, 16:43:14 NACHMITTAGS

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Nomarski

Dann landet deine Kerbe genau in einem Schraubenloch, weil die genau zwischen zwei Löchern hin muß!

Miner

Wer sagt denn dass die Löcher alle 45° gesetzt werden müssen?

Nomarski

Wenn du dein schönes Optovar unbedingt zerlöchern willst... ;D

smashIt

Zitat von: -JS- in Juni 06, 2010, 00:54:33 VORMITTAG
hmm...gibt's eigentlich Ausdrehwerkzeuge für abgekurbelte M2-Stummel? ... grübel...
Recht nach(t) denklichen Gruß
Joachim

in der grösse wär mir nix bekannt

du kannst mal probiern n 1mm loch hineinzubohren und mit nem kleinen schraubenzieher versuchen halt zu finden
MfG,
Chris

Bildung ist das was uns vom Tier unterscheidet.

Funtech.org

-JS-

Hallo Bernd,

hast Recht. Genau das war gemeint. Scherung satt/sauber planparallel zur Oberfläche des Werkstückes. Ausbohren? Nunja, bei Messingschrauben mag's ja vielleicht noch gehen. Aber bei VA-Schraubenresten? Oder, noch gruseliger, bei abgedröselten Gewindebohrern? Die geben ja, wenn sie denn sterben, noch so einen dünnen, hohen und einmaligen Laut von sich...Und anschliessend ist das bearbeitete Werkstück kaum noch brauchbar. Es sei denn, man kennt Menschen, die Funkenerosion beherrschen...
Viele Grüße, Joachim


...bevorzugt es, ge_Du_zt zu werden...
... bevorzugt es, ge_Du_zt zu werden ...

Miner

Tag.
Die erste Ringschwalbe ist fertig. Es hat mich irgendwas zwischen 2 und 4 Stunden gekostet (ich habe immer mal ein bischen gemacht und dabei nicht auf die Uhr geschaut). Sie passt, und da sie direkt am Stativkopf anliegt, brauchte ich die vier Befestigungsschrauben nicht mal zu versenken, da im Stativkopf genug Platz ist.

Ok, jetzt kommt ein kompliziertes Problem mit einer einfachen Frage am Ende. Den ganzen Hintergrund braucht man nicht zu lesen, aber irgendwer würde wahrscheinlich doch danach fragen. Da kann ich's auch gleich aufschreiben. Zweck der Übung ist es, einen Optovar so auf das Stativ zu klemmen, dass ich anschliessend oben auf den Optovar noch eine Polzwischentubus klemmen kann, und der dann immer schön die richtige Orientierung hat: mit dem Kompensatorschacht NW-SO. Der Polzwischentubus hat Kerben in der Ringschwalbe auf 9 und 3 Uhr (oder W und O für die Geographen). Also muss der Federbolzen des Optovar auch entweder auf 9 oder 3 Uhr stehen. Wenn der Federbolzen auf 9 Uhr, im Westen, steht, ist das Verstellrad des Optovar auf der Rückseite (auf 12 Uhr). Das macht das Ablesen etwas unbequem. Wenn der Federbolzen auf 3 Uhr steht, zeigt das Verstellrad des Optovar nach vorne (prima), aber dann passt der Ehringhauskompensator nicht mehr ganz in den Kompensatorschacht, weil er vorher gegen den Optovar stößt (völlig unakzeptabel). Die Lösung, die mir einfällt:
Die Ringschwalbe des Polzwischentubus lösen und um + oder -90° gedreht wieder anschrauben. Beim Optovar wird die gekerbte Ringschwalbe so aufgeschaubt, dass der Federbolzen des Optovar auf 6 Uhr steht, das Verstellrad ist links, auf 9 Uhr und weit weg vom Ehringhaus, und alles sollte passen.
Und nun ist die Frage: Wie kann ich nach all diesen Manipulationen anschliessend überprüfen, dass der Kompensatorschacht des Polzwischentubus wirklich NW-SO-orientiert ist, bzw. wie kann ich den Winkel zwischen dem Kompensatorschacht und der Schwingungsrichtung meines Polarisators messen?
Bin für jeden guten Vorschlag dankbar.
Ole

olaf.med

Hallo Ole,

dreh' doch einfach beide Polarisatoren um 45°, dann muß der Kompensator in Dunkelstellung sein, wenn alles stimmt. Ich denke aber, hier kommt es sowieso nicht auf ein paar Grad an.

Gruß, Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

Miner

Hallo Olaf,
ich fürchte ich verstehe nicht. Meinst du, ich solle nur die beiden Filter drehen? Dann passt der Ehringhaus doch immer noch nicht. Und noch schlimmer: Polarisator und Analysator bildeten dann 0° bzw. 90° mit den Schwingungsrichtungen der Hilfspräparate, und darum funktionierten diese auch nicht mehr. Oder meinst du was anderes?
Ob es auf ein paar Grad nicht ankommt, weiß ich nicht so recht. Wohl habe ich gesehen, dass manche Hersteller ihre Senarmont-Kompensatoren azimuthal drehbar gebaut haben, damit man das lambda/4-Plättchen aber auch ganz ganz genau in Auslöschungsstellung drehen kann. Ich vermute, dass es eben doch auf eine genaue Ausrichtung der Hilfspräparate ankommt. Zeiss hat seine Senarmont-Kompensatoren feststehend  gebaut, also auf die eigene Sorgfalt bei der Herstellung des Kompensators und des Zwischentubus vertraut. Nun, Zeiss vertraue ich vielleicht auch noch, aber wenn ich selbst anfange, rumzuschrauben, möchte ich das Ergebnis doch überprüfen können. Inzwischen hat aber ein eifrig bastelndes Forumsmitglied eine guten Vorschlag gemacht, wie man dies tun kann.
Einen schönen Abend
Ole

olaf.med

Hallo Ole,

natürlich meinte ich, daß Du die Polarisatoren nur kurzzeitig drehen solltest, um die Lage des Schlitzes zu prüfen. An einem anständigen Mikroskop sollte dies leicht möglich sein. Also drehbaren Analysator auf genau 90° drehen, Polarisator gleichsinnig drehen bis zur völligen Dunkelheit, Kompensator einschieben und kontrolliern, ob nach wie vor Dunkelheit herrscht. Wenn ja, ist der Schlitz richtig orientiert. Dann alles zurückstellen, fettich, 2 Minuten Arbeit ;)!

ZitatInzwischen hat aber ein eifrig bastelndes Forumsmitglied eine guten Vorschlag gemacht, wie man dies tun kann.

Daran wäre aber die Allgemeinheit auch interessiert, oder ist das geheim ????

Gruß, Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=34049.0

Miner

Hallo Olaf,
verstehe, guter Plan, wird gemacht, sobald die Ringschwalbe fettich ist. Ob ich damit allerdings erkenne, ob mein Quarz-RotI nun pechschwarz oder dunkelgrau ist? Ich werd's ausprobieren.
Der andere Vorschlag ist nicht geheim, ich zitiere wörtlich (ohne das Einverständnis des Autors eingeholt zu haben):
Dann mach doch Folgendes: Du hast doch den Dreh-Analysator. Da mißt du einfach die Auslöschung mit und ohne Optovar dazwischen. Wenn alles stimmt, sollte die Auslöschung sich nicht ändern.
Ich werde, sobald die gekerbte Ringschwalbe montiert ist, berichten, was der eine und der andere Test ergeben haben.
Ole

olaf.med

Hallo Ole,

Du besitzt doch ein Nakamura-Okular. Damit kannst Du ganz genau testen, ob die Auslöschungslage stimmt!!!!!

Den anderen Plan verstehe ich allerdings nicht. Das Optovar hat doch keine polarisierende Elemente, was soll da die Drehung des Analysators bringen????? Wie kann man damit die Orientierung des Schlitzes kontrollieren?????

Viel Erfolg,

Olaf
Gerne per Du!

Vorstellung: http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=4757.0

... und hier der Link zu meinen Beschreibungen historischer mineralogischer Apparaturen:
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Miner

Schönen Sonntag.
Die Nakamuraplatte könnte auch hilfreich sein, wohl wahr.
Der andere Trick: Analysator (ohne Hilfsobjekte, ohne Optovar) auf absolute Dunkelheit stellen, Winkel notieren. Dann den Optovar dazwischenbauen, wieder den Analysator auf Dunkelheit drehen. Neuen Winkel mit altem vergleichen. Wenn sie nicht gleich sind, muss sich die Lage des Polzwischentubus durch den Einbau des Optovar verändert haben. Und die Winkeldifferenz sagt mir sogar ganz genau, um welchen Winkel. Das wird mir jetzt erst bewusst. Ich glaube, das ist DIE Methode.
Ole

Nomarski

Zitat von: Miner in Juni 13, 2010, 12:48:12 NACHMITTAGS
Schönen Sonntag.
Die Nakamuraplatte könnte auch hilfreich sein, wohl wahr.
Der andere Trick: Analysator (ohne Hilfsobjekte, ohne Optovar) auf absolute Dunkelheit stellen, Winkel notieren. Dann den Optovar dazwischenbauen, wieder den Analysator auf Dunkelheit drehen. Neuen Winkel mit altem vergleichen. Wenn sie nicht gleich sind, muss sich die Lage des Polzwischentubus durch den Einbau des Optovar verändert haben. Und die Winkeldifferenz sagt mir sogar ganz genau, um welchen Winkel. Das wird mir jetzt erst bewusst. Ich glaube, das ist DIE Methode.
Ole

Tag Ole,

eine Winkeldifferenz würde sich ergeben, wenn der Zwischentubus mit Analysator auf dem Stativ nichr dieselbe azimutale Position bekommt, wenn du den Optovar mit deiner gekerbten Ringschwalbe daruntersetzst, da dessen Kerbe nicht an der richtigen Stelle sitzt.

Sollte sich eine Winkeldifferenz ergeben, hast du zwei Möglichkeiten:

1. Du verdrehst den Polarisator, bis sich wieder die maximale Auslöschung ergibt.
2. Du baust wieder die ungekerbte Ringschwalbe an das Optovar und drehst nach der Montage den Optovar mit Zwischentubus, bis sich die maximale Auslöschung einstellt und ziehst dann einfach die Klemmschraube am Stativ an.
Wenn du normal mit dem Mikroskop umgehst, wird sich schon nichts verstellen.

Schönen Abend
Bernd