Foto-Anschluss an Nikon D5000

Begonnen von wimeisrhi, Juli 11, 2010, 19:14:35 NACHMITTAGS

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wimeisrhi

Guten Abend zusammen,
seit kurzem besitze ich eine Nikon D5000. Kennt jemand eine Möglichkeit die Kamera an mein uralt-Ortholux anzuschliessen? Ein Trinokular steht zur Verfügung, ebenso wie ein T2-Adapter für die Kamera.
Einen Nachteil bei der D5000 sehe ich darin, dass man offensichtlich im Manuell-Betrieb keine Belichtungsmessung vornehmen kann und sich über den Bildschirm in Life-view einschießt.



Viele Grüße
Wilhelm Meister



Klaus Herrmann

Hallo Wilhelm,

du musst erst mal testen, ob die Kamera vom Auflagemaß  her zum Mikrokop passt.

 Kamera mit T2 über die Öffnung des Tritubus halten und schauen, ob du eine Stellung findest, die vignettierungsfrei ist und im Idealfall parfokal mit dem visuellen Bild durch die Okulare. Wenn ja, dann ist es einfach: ein Ofenrohr mit dem Steckdurchmesser des Tritubus (38 mm ?) und einem T2 Gewinde. Feinjustage über eine Höhenanpasung des Ofenrohrs. So ein Ofenrohr kann ich dir sicher besorgen.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


Vorstellung: hier klicken

-JS-

Lieber Klaus,
ich bin mir da nicht so sicher.
Deine Beschreibung mit der optiklosen Ofenrohrlösung mag für ICS mit Tubuslinse richtig sein, aber das Ortholux hatte solche sicher noch nicht. Bei diesem Mikroskop ist auch im dritten Tubus für Fotozwecke der Einsatz eines kompensierenden Okluars notwendig.
Daher muß im von Wilhelm Meister gezeigten Fall wohl oder übel der abgebildete Stutzen mit einer zur Ortholux-Tubuslänge passenden Okularaufnahme ausgestattet und dort ein entsprechendes Photookular oder Projektiv eingesetzt werden (Vergrößerungsmaßstab so klein wie möglich, wegen des kleinen Chips der D5000).
Zusätzlich wird eine kleine Zwischenoptik benötigt, mit f=63mm etwa, oder die von Leitz ehemals gelieferte mit 'Sp-Refl.' bezeichnete achromatische Optik, die hatte f=83mm (1/3 x).
Die Optik muss so dicht wie möglich in der Nähe der Austrittspupille des verwendeten Okulars montiert sein.
Anschliessend ist noch das Auflagenmaß der Nikon über den T2-Adaptor an die Brennweite der vorhandenen Zwischenoptik anzugleichen und die gesamte Angelegenheit mit passenden Kopplungen fest und lichtdicht  ;D untereinander zu verbinden.

Lieber Wilhelm Meister, in der Zusammenfassung bleibt aus meiner Sicht festzustellen, dass hier leider ganz offensichtlich insgesamt eine komplizierte Angelegenheit vorliegt, zumal einige bis viele Teile sicher nicht einmal mehr auf dem Gebrauchtmarkt ergattert werden können.

Freundlichen Gruß
Joachim



...bevorzugt es, ge_Du_zt zu werden...
... bevorzugt es, ge_Du_zt zu werden ...

Günther Langer

Zitat von: -JS- in Juli 12, 2010, 00:10:55 VORMITTAG
Zusätzlich wird eine kleine Zwischenoptik benötigt, mit f=63mm etwa, oder die von Leitz ehemals gelieferte mit 'Sp-Refl.' bezeichnete achromatische Optik, die hatte f=83mm (1/3 x).
Die Optik muss so dicht wie möglich in der Nähe der Austrittspupille des verwendeten Okulars montiert sein.

Hallo Joachim,

wie meinst Du das? Der letzte Satz gilt ja wohl nur für Digi-Knipsen mit eingebautem Objektiv und nicht für eine DSLR.
Die einfachste Adaption würde z.B. mit einem passenden Installationsrohr (passend gemachtem..) + Repro-Stativ + Kamers mit Balgengerät (Lichtschutz, geht aber auch ohne) zu realisieren sein. Die Konstruktion kann man als Testsetup (Abgleichlänge, Parfokalität etc.) für eine spätere endgütige Adaption verwenden.

Viele Grüße

Günther

Zeiss Standard WL, 14 und Phomi II
Zeiss DRC und SV 8
Leitz Laborlux 12
Makro-Setup: Leitz Aristophot mit Balgen u. StackShot
Nikon D90, D700, Canon EOS 600D, EOS 5D Mark III
Suche: Leitz Photar 12,5 mm

Herne

Hallo zusammen,
anbei ein Bildbeispiel aus meiner Mikrofoto-Abteilung, Sektion Ortholux:



Analog der Eos läßt sich natürlich auch eine Nikon D anschließen. Es gibt von Nikon ein Steuerprogramm zum Betrieb via PC, es kostet ca 200,- € und kann nicht soviel, wie das entsprechende von Canon. Dafür ist das Canon-Utility aber kostenlos im Paket mit der Kamera ... ;D
Das Leitz-Projektiv 6,3 wird ohne weiteren Adapter in den Tubus gesteckt; verwendet man Standard-Projektive mit 23,2 mm benötigt man ein Ofenrohr.
Solche Rohre habe ich noch ein paar und könnte mich gegen angemessenes Bakschisch von einem trennen. ;D

m.f.G.
Herbert
Die animalcula infusoria sind Blasen mit Neigungen.
G. Chr. Lichtenberg

-JS-

#5
Hallo Günther,

die Zwischenoptik mit f=63mm wurde in Mikroskopen mit Endlich-Ausstattung oberhalb des im Fototubus befindlichen Okulares montiert, um die Parfokalität der Bilddarstellung in der Film- bzw. Chip-Ebene zum visuellen Bild (Okular mit Foto-Strichplatte im Beobachtungstubus) sicher zu stellen.
Zeiss hatte z.B. hierzu den kleinen Fotostutzen Nr. 47 60 29, der mittels T2-Adapter an viele (D)SLR's gekoppelt werden konnte. Dieser Stutzen enthielt eine Optik mit f=63 mm und war zusammen mit Brillenträgerokularen im Fototubus zu verwenden, um eine korrekte Lage der Okular-Austrittspupille zur Optik mit f=63mm im Fotostutzen zu gewährleisten.
Leitz hatte eine etwas andere Lösung. Der Fotoaufsatz namens MIKAS war eine Kombination aus Okular, Einstellfernrohr, Prontor-Verschluss und einer darüber
angeordneten Optik entweder für die Sucher-Leicas mit f=125mm (1/2x) oder mit f=83mm (1/3x), letztere für 'Sp.-Refl.', also für die Leica R-Modelle, deren Auflagemaß ja größer ist als die der Sucher-Leicas.
Mit der im letzten Satz Deines Zitates genannten Optik ist nicht die Kameraoptik gemeint. Es dürfte klar sein, dass bei Einsatz einer DSLR keine Kamera-Optik notwendig ist. Eine Zwischenoptik wie für die oben dargestellten Anschlußmöglichkeiten jedoch schon.
Allerdings habe ich vergessen zu erwähnen, dass auf eine Zwischenoptik verzichtet werden kann, wenn das im Fototubus befindliche Okular angehoben wird. Dies ist in der Mikrofibel ausführlich beschrieben (Kap. 4.4, p. 146 ff.).
Das von Wilhem Meister gezeigte Ortholux hat zwar einen Triple-Tubus, jedoch fehlt hier z.B. der Okulareinsatz, der auf die Tubuslänge dieses Mikroskopes abgestimmt sein muß.
Ich habe nur darauf hinweisen wollen, dass es schwierig sein kann, einen passenden Einsatz zu finden.
In diesem Zusammenhang ist der von Dir geschriebene Satz

Die einfachste Adaption würde z.B. mit einem passenden Installationsrohr (passend gemachtem..) + Repro-Stativ + Kamers mit Balgengerät (Lichtschutz, geht aber auch ohne) zu realisieren sein. Die Konstruktion kann man als Testsetup (Abgleichlänge, Parfokalität etc.) für eine spätere endgütige Adaption verwenden.

selbstredend völlig unstrittig.
Mit freundlichen Grüßen
Joachim


... bevorzugt es, ge_Du_zt zu werden ...
... bevorzugt es, ge_Du_zt zu werden ...

-JS-

Hallo Herbert,
der von Dir gezeigte Aufbau ist beeindruckend!
Da ich noch nie ein Projektiv 6,3 in Händen hatte, würde mich einmal interessieren,
welcher ungefähre prozentuale Anteil des visuell wahrgenommenen mikroskopischen Bildes
sich nachher in der Realität auf dem Chip Deiner EOS abbildet?
Könntest Du dazu vielleicht einmal ein Beispielfoto einstellen?
Viele Grüße,
Joachim


... bevorzugt es, ge_Du_zt zu werden ...
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Rolf-Dieter Müller

Hallo Herr Meister,

die grundlegenden Hinweise haben Sie ja schon in den vorhergehenden Antworten erhalten. Falls Sie jetzt noch den passenden Adapter suchen, kann ich Ihnen nur Thilo Immels, Göttingen empfehlen. Ein Anruf lohnt sich, es muss nicht alles auf der Webseite stehen.

Für eine Machbarkeitsstudie habe ich vor einiger Zeit meine D5000 an ein altes Leitz SM adaptiert. Als Projektiv wurde hierfür ein Leitz 6x Beobachtungsokular aufgeschultert und zwar so wie in der Mikrofibel beschrieben. Das Ergebnis ist überraschend zufriedenstellend.

Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter Müller

wimeisrhi

Hallo,
vielen Dank für die vielen Informationen. Ich werde die Tips weiterverfolgen.
Viele Grüsse
Wilhelm

Herne

Hallo Joachim,
anbei ein spontan angefertigtes Bild:



Aufnahme mit einer Nikon L16, freihändig über dem Okular PL 10 / 18 Brille so gehalten, daß das volle Bild im Okular erfasst wurde (Erkennbar am Farbsaum des Bildes).
Der Rahmen entstand durch einkopieren eines Fotos, das bei ansonsten unveränderter Einstellung mit der Eos gemacht wurde
Das Bild ist nicht nachbearbeitet oder geputzt  und erhebt keinen Anspruch auf Perfektion, dient es doch lediglich dem Vergleich des
visuellen Eindrucke (Vollbild) und dem vom Chip erfassten Rahmen. Die Übereinstimmung ist also recht gut zu erkennen.

Mit freundlichem Gruß
Herbert
Die animalcula infusoria sind Blasen mit Neigungen.
G. Chr. Lichtenberg

-JS-

Hallo Herbert,
Herzlichen Dank die schnelle Antwort und das beeindruckende Foto.
Ich habe an einer anderen Stelle hier im Forum (Mikro-Know-How/Gerätetechnik) einen
kleinen Aufsatz zum Thema "Digitale Kameras (und andere) am Grundkörper I oder II von
Zeiss" vorgestellt und wollte einfach einmal nachschauen, ob Deine uind meine  Ergebnisse
vergleichbar sind.
Dazu habe ich den (hübschen !) farbsäumigen äusseren Durchmesser aus Deinem Foto als
Ausgangsmaßstab genommen und den von Dir dargestellten inneren Rahmen mit meiner
neu entwickelten Strichplatte verglichen.
Das eingepasste Bild (aus technischen Gründen in Graustufen dargestellt) siehst Du hier:



Ich denke, daß die dargestellte Abbildung für sich spricht.
Die entsprechenden Ausschnitte sind als nahezu kongruent zu bezeichnen.
Die aussen dargestellten Doppelwinkel sind übrigens für eine DSLR im Vollformat oder
für eine mit KB-Film im Format 24x36mm 'bewaffnete' Kamera vorgesehen.
Leider wird hier erneut klar, dass beim Einsatz von Crop-Formaten ein immenser Bild-
und Informationsverlust hinzunehmen ist.
Allerdings verwundert mich die doch extreme Dimension Deiner Konstruktion. Ich sehe da
förmlich nahezu überall Verwackelungs-Vektoren angreifen. Wie gehst Du dagegen vor?
Oder gibt es da wegen der doch sehr stabilen Stativkonstruktion des alten Leitz-Boliden
keine Probleme?
Viele Grüße,
Joachim


... bevorzugt es, ge_Du_zt zu werden ...
... bevorzugt es, ge_Du_zt zu werden ...

Herne

Hallo Joachim,
per Gelegenheit werde ich mal mit meiner alten, analogen Kamera (Bessa L) am Visoflex 1 von Leitz einige Vergleichsaufnahmen fertigen. Es kann aber ein wenig dauern ...
Verwacklungen sind gleich aus mehreren Gründen kein großes Thema :
-Die Grundkonstruktion des Ortholux ist außerordentlich stabil, die Kamera ruht mit dem Tubus auf einem sehr kräftigen Tubusträger. Man vergleiche hier einmal die Standard-Mikroskope von Zeiss; auch bei denen gibt es keine Probleme, obwohl viel kleinere Querschnitte tragen.
-Die angeschlossenen Bauteile sind entweder direkt verschraubt oder, beim Projektiv, in einer engen Passung mit einer Klemmschraube fixiert.
-Die Masse der Kamera ist mit ca 495 g recht gering. 
-Bei der Aufnahme bewegt sich in der Kamera lediglich der Verschluss, da diese in Live-View-Einstellung den Spiegel hoch klappt.
-Die Auslösung erfolgt elektromechanisch vom PC aus und somit erschütterungsfrei.
Die ganze Anordnung ist auf einem sehr stabilen Holztisch in einem nicht unterkellerten Raum mit Steinfußboden untergebracht. Größere Straßen mit Schwerlastverkehr und Eisenbahnanlagen gibt´s bei uns nicht (mehr). Dies alles trägt zur Beherrschbarkeit von Verwacklungen und Erschütterungen bei. ;)

Wie groß der Sensor in mm ist müsste ich nachschlagen, der Cropfaktor beträgt 1,5

Mit unerschütterlichen, freundlichen Grüßen
Herbert
Die animalcula infusoria sind Blasen mit Neigungen.
G. Chr. Lichtenberg