Zur Frage der elektronischen Bildbearbeitung

Begonnen von Herne, Januar 18, 2011, 14:16:26 NACHMITTAGS

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Herne

Hallo, liebe Mikronauten,
ich stelle heute mal einige Bilder ein und verknüpfe dies mit der Frage, was an elektronischer Bildbearbeitung zulässig ist und an welche Randbedingungen dies geknüpft ist.
Hier also erst mal ein Paar Bilder:



vermutlich Triceratium favus, Oamaru, Heine-Kontrast-DF mit APO 40 PV und CZJ-Projektiv 2,5 K; ohne wesentliche Nachbearbeitung, Kontrast um 10% erhöht, Störendes am Bildrand entfernt.



gleiche Aufnahme massiv verändert, neuer Hintergrund in anderer Farbe, Schattierung zugefügt, Verläufe zugefügt, Kontrast des Motives 25% erhöht.



nicht bestimmt, Oamaru, Nomarski-DIC APO 40 / 0,95 CZJ + MF 2,5 K, Hintergrund leicht gereinigt



nicht bestimmt, Oamaru, Nomarski-DIC APO 40 / 0,95 CZJ + MF 2,5 K, gleiche Aufnahme massiv verändert, neuer Hintergrund in anderer Farbe, Schattierung zugefügt, Verläufe zugefügt, Kontrast des Motives 25% erhöht.



Melosira clavigera, Oamaru, Nomarski-DIC APO 40 / 0,95 CZJ + MF 2,5 K, Hintergrund leicht gereinigt und ausgefleckt.



Coscinodiscus Spiniferus, Oamaru, Nomarski-DIC APO 40 / 0,95 CZJ + MF 2,5 K, Hintergrund leicht gereinigt und ausgefleckt.

Die Bestimmungen sind überwiegend mit einem dicken Fragezeichen zu versehen; ich bin Maschinenbauer, kein Biologe!

Meine Fragen ans Forum sind nun : Was ist, die Bearbeitung der Fotos betreffend, wann zulässig? Gibt es hier Unterschiede zischem lebendem und totem Material?
Wie ist die Einschatzung des Forums über die Qualität der Aufnahmen?

Mit freundlichem Gruß in die Runde
Herbert
Die animalcula infusoria sind Blasen mit Neigungen.
G. Chr. Lichtenberg

Holger Adelmann

Hallo Herbert,

das ist die immer wieder gestellte philosophische Frage.
Es gibt dazu ganz lange Antworten, hier mal der Versuch einer kurzen Antwort:

  • fuer wissenschaftliche Fragestellungen tritt die Aesthetik in den Hintergrund, wichtiger als ein "sauberes" Bild ist es, ein moeglichst objektaehnliches Bild zu erzeugen, in dem die Artefakte so minimal wie nur moeglich sind. Daher sollten alle Bearbeitungsschritte klar dargelegt werden. Wenn man Zweifel hat, was Objekt und was Artefakt ist, hilft die alternative Verwendung verschiedener Verfahren und deren Gegenueberstellung - Beispielsweise Phasenkontrast und DIC
  • Fuer die aesthetische Fotographie sind die Bedingungn nicht allzu einschraenkend, allerdings ist auch hier der Bildaussage nicht mit "strotzenden" Effekten auf Kosten von uebermaessigen Artefakten gedient. Auch hier empfiehlt es sich im Zweifelsfall, die Bearbeitungsschritte anzugeben.

Herzliche Gruesse
Holger