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Ciliaten der Gattung Loxodes

Begonnen von Bernd, Januar 16, 2011, 21:53:10 NACHMITTAGS

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Bernd

Liebes Forum,

ich möchte einige Bilder von Ciliaten der Gattung Loxodes zeigen, auch wenn diese Ciliaten in der Vergangenheit schon im Forum vorgestellt wurden.
Bei uns kommen im Süßwasser drei Loxodes-Arten vor, die alle mikroaerob sind, also in einer fast sauerstofffreien Wasserschicht oder der anaeroben H2S-reichen Zone leben. Zwei besondere Kennzeichen von Loxodes sind das Fehlen einer kontraktilen Vakuole und das Vorhandensein von Müllerschen Organellen, das sind Bariumsulfatkügelchen in flüssigkeitsgefüllten Vakuolen, die mit einer lichtmikroskopisch nur sehr schwer sichtbaren Spezialwimper versehen sind und wahrscheinlich als Schwerkraftrezeptoren dienen.
Loxodes gehört zur Ordnung Karyorelictida, die durch den diploiden, sich nicht teilenden Makronucleus gekennzeichnet ist. Nach der Mitose teilt sich der Micronucleus ein weiteres mal und bildet einen neuen Macronucleus.
Zwei Loxodes-Arten habe ich letzte Woche, nachdem Schnee und Eis geschmolzen waren, zahlreich in einer Wasserprobe aus einem kleinen Teich gefunden.

1) Loxodes striatus (Bild 1) ist meist um die 200 µm lang, hat 4 – 12 Müllersche Organellen und besitzt zwei Makronucleus-Teile (MA), jeweils mit großem Nucleolus, die ca. 60 µm voneinander entfernt sind. Jeder Macronucleus hat an der einander zugekehrten Seite einen Mikronucleus (MI).



Bild 2 zeigt das Vorderende des Ciliaten (Ki: gefressene Kieselalge; MA: Makronucleus; MI: Mikronucleus; OA: Oralapparat; Pfeile: Müllersche Organellen).



Bild 3 zeigt ein Makronucleus-Teil (MA) mit großem zentralen Nucleolus, ein Mikronucleus (MI) und zwei Müllerschen Organellen (MO).



2) Loxodes magnus ist wesentlich größer (das in Bild 4 gezeigte Exemplar ist ca. 530 µm lang), besitzt 10 – 24 Müllersche Organellen (auf Bild 4 sind 16 mit Pfeilen gekennzeichnet).



Bild 5 zeigt sieben Müllersche Organellen mit je einem zentralen Bariumsulfatkügelchen auf der Dorsalseite am Vorderende des Ciliaten.



Außerdem besitzt L. magnus meist um die 17 (3 – 31) in zwei undeutlichen Reihen angeordnete Makronucleus-Teile, von denen 11 in Bild 6 zu sehen sind.



3) Bild 7, eine Aufnahme aus dem Jahr 2008, zeigt ein ca. 225 µm langes Exemplar von Loxodes rostrum, die einzige Loxodes-Art mit Zoochlorellen, in einer Wasserprobe aus dem Simmelried, die Martin Kreutz zum 5. Kornrade-Treffen nach Darmstadt mitgebracht hatte. Bei den braunen Kugeln im Inneren des Ciliaten handelt es sich um gefressene Trachelomonas sp.



Viele Grüße
Bernd

Ronald Schulte

Bernd,

Ich kenne mich zwar nicht aus in diesen Bereich aber die Bilder finde ich schön scharf.
Dein Beitrag ist auch gut dokumentiert, so sollte es auch sein.

Schöne grüße, Ronald
Mikroskope:
Leitz Orthoplan (DL, AL-Fluoreszenz und Diskussionseinrichtung).
Leica/Wild M715 Stereomikroskop.
Mikrotom:
LKB 2218 Historange Rotationsmikrotom.

steffenclauss

Hallo Bernd,

vielen Dank für den hervorragend erarbeiteten Beitrag!

herzliche Grüße
Steffen

Frank Fox

Hallo Bernd,

sehr interessant.
Danke fürs zeigen!!!

Dürfte ich noch was über die Aufnahmetechnik erfahren?  8)

Herzliche Grüße
Frank Fox
Mikrofotografie
www.mikro-foto.de
www.fotofind.eu

Faszination Mikroskopie
www.dustri.com/nc/de/hachinger-verlag/category/sachbuch.html

Zeitschrift Mikroskopie
http://www.mikroskopie-journal.de/

YouTube - Kanal
www.youtube.com/channel/UC32f7n_zGHMphTHSTC5wylg

Jan Kros

Hallo Bernd
Dein Beitrag ist auch gut dokumentiert,mit wunderschöne Bilder
Herzlichen Dank fürs zeigen

Gruss
Jan

Bernd

Hallo Frank,

alle Fotos wurden mit einem Zeiss Axioplan und Plan-Neofluar Objektiven 10x, 40x und 100x gemacht. Das Bild von L. rostrum ist Hellfeld, alle anderen Fotos sind DIC, geblitzt (Canon EOS 500D, Speedlite 430 EXII, Spiegelkasten von Jürgen Stahschmidt).

Viele Grüße
Bernd