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Begonnen von Kurt Wirz, Juli 10, 2011, 13:41:24 NACHMITTAGS

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Piper

Hallo,
kleine "Errata" zu meinem Beitrag:
www.macrolenses.de (mit "c" in "macro") ist die korrekte URL der Homepage von Dr. Schmitt (mit zwei "t").
Jörg

Kurt Wirz

#31
Hallo Jörg
Vielen Dank für deine Tips:
zu 1.
Je grösser das Format (z.B. Vollformat) umso mehr muss ich optisch vergrössern um ein Objekt Formatfüllend abzulichten.
Ich fotografiere mit 200 ASA (ISO), da habe ich kein Problem mit Rauschen.
Als Lichtquelle verwende ich bis zu 4 Stk. Blitzgeräte mit gedrosselter Leistung, dadurch ist die Blitzabbrennzeit extrem kurz etwa 1/10'000 Sek., dadurch habe ich keine Unschärfe durch Verwackelung!

2.
Vermutlich verstehe ich das nicht richtig.
Für mich ist wichtig, dass die Farbe möglichst natürlich ist. So wie wir es sehen würden, wenn wir es grösser sehen könnten.

3.
Die chromatischer Aberration ist bei den von mir als tauglich beurteilten und verwendeten Objektiven kein Problem!

4.
Photomatix Pro und ähnliche Software habe ich geprüft und keine Verbesserung gefunden.
Das Chip schieben von Zeiss und Hasselblad hatte mich auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht.
Ich habe nicht den Chip geschoben, sondern "vom Ausschnitt nicht absolut identische Aufnahmen" verwendet, dies brachte auch nix, vermutlich ist Herr Bayer schuld. Beim Bayer Sensor wird erfolgreich betrogen.
Die grösste Verbesserung brachte die Bildbearbeitung mit "Fitswork". Diese Software ist Freeware für die Astrofotografie, sie beherrscht viele Bearbeitungsmethoden die sicherlich für Mikroskopiker ideal sind. Dekonvolution, verkleinerung des Stenenradius und vieles mehr mit einer ausgewachsenen Möglichkeit die Parameter in feinsten Schritten zu verstellen.
SEHR EMPFEHLENSWERT!

5.
Ich habe sehr kompetente und liebe Spezialisten in meiner Umgebung, die sehr oft, leider genau mein Problem nicht kennen.

6. --- Gibt es nicht!
Dennoch, meine Stur-, Dumm-, Eigenheit und Ausdauer ist sehr gross.

Vielen Dank für deine Hinweise, sie zeigen mir auch, dass ich nicht ganz auf dem Holzweg bin.

Gut Licht

Kurt


Piper

Hallo Kurt,

natürlich sind Deine Anmerkungen richtig. Wenn Du mit Blitzlicht arbeitest, ist klar, dass Rauschprobleme entfallen. Wenn es Dir aber um eine maximale Vergrößerungsfähigkeit gehen sollte bzw. um die Option extremer Ausschnittsvergrößerungen in brauchbarer Qualität, kann die Gretchenfrage der Chipgröße gestellt werden.

Natürlich stellt ein monochromatisches Bild das Objekt nicht mehr in der natürlichen Farbe dar. Aber bei ohnehin farblosen Objekten (z.B. Kristallisationen) kann man mit kurzwelligem monochromatischem Licht noch etwas an Darstellungsreserven herausholen, wenn es um die Wiedergabe feiner Strukturen geht. Bekanntlich steht ja der kleinstauflösbare Punktabstand in einem proportionalen Verhältnis zur Wellenlänge, so dass gegenüber Weißlicht eine näherungsweise Verringerung dieses Punktabstandes um circa 10-15 Prozent erreichbar sein kann (Pi mal Daumen). Solche monochromatischen Bilder können andererseits im Kontrast abgeschwächt sein und es können erhebliche Probleme entstehen, wenn ein solches Bild farbig gedruckt werden soll (gilt für die Praxis in etwa gleicher Weise für Fotolaborabzüge und Farbdrucke). Daher kann hier eine Konvertierung in Schwarz-Weiß die Druckfähigkeit (=Wiedergabe auf Papier) wesentlich verbessern.

Wenn chromatische Restabbildungsfehler in Deinem Fall vernachlässigbar sind, ist dies natürlich positiv ind erübrigt den Auwand von Three-Shot-Techniken.

Fitswork ist mir bekannt und auch nach meinen Erfahrungen empfehlenswert. Dass Photomatix Pro keine Verbesserungen bringt, möchte ich so global nicht stehen lassen. In vielen Anwendungsbereichen, vor allem der Polarisations-, Dunkelfeld- und Fluoreszenzmikrofotografie können nach meinen eigenen Erfahrungen durchgreifende Verbesserungen erzielt werden, vor allem auch wieder dann, wenn die betreffenden Bilder für Papierabzüge oder Farbdrucke optimiert werden sollen. Andererseits kann ich nachvollziehen, dass bei homogener Ausleuchtung und ausgewogenen Hell-Dunkel-Kontrasten eine solche Software keine weiteren Verbesserungen bringen muss.

Wenn Du viele liebe Spezialisten in erreichbarer Nähe kennst, ist dies sicherlich positiv und schön; wenn Du schreibst, dass diese oft leider genau Dein Problem nicht kennen, ist dies weniger schön. Ich gab Dir den Tipp, ggf. mal Herrn Dr. Schmitt anzusprechen, weil er mir als freundlicher und kompetenter Gesprächspartner persönlich bekannt ist (nicht nur aus dem Web), er selbst umfangreiche Erfahrungen mit Makroaufnahmen und den hiermit einhergehenden Problemen hat und über einen Fundus von mehreren hundert, teilweise sehr aufwändig konstuierten Makroobjektiven verfügt. Ob der von Dir mit hervorrragenden Resultaten verwendete Olympus-Achromat tatsächlich der absolut letzte Endpunkt des technisch Machbaren ist, oder vielleicht noch objektivbezogene endgradige Steigerungen der Bildqualität möglich sein könnten, wenn man zu anderen Spezialobjektiven greift, möchte ich nicht abschließend beurteilen, sollte aber von mir fragend in den Raum gestellt werden. Denn dies war ja der ursprüngliche Kern Deines hiesigen Beitrages.

Dass Du keineswegs auf dem Holzweg bist, zeigen Deine Top-Fotos ganz deutlich.

Schöne Grüße

Jörg

Kurt Wirz

Hallo Jörg
Ich werde deinen Tip befolgen und mich an Herrn Schmitt wenden.
Das Problem ist vorerst, dass ich in diesem Forum viele gute Anregungen erhalte, die ich in die Tat umsetzen will.
Vorerst bin ich dabei entlich fest zu stellen welche meiner Objektive für welche Vergrösserung und welches Objekt geeignet sind.
Je mehr ich erfahre, umso grösser geht der Fächer auf für eventuelle Lösungen.
Immer wieder von vorne beginnen und jeden Schritt hinterfragen und versuchen, ihn zu optimieren.
Im Moment konzentriere ich mich wieder vermehrt auf die Auswahl des Objektes, die passende Unterart, im richtigen Stadium (Jahreszeit) und die optimale Behandlung bis es unter der Linse liegt.
Zusätzlichversuche ich auch den künstlerischen und gestalterischen Aspekt ins Bild einzubauen, eine Stimmung im Bild zu schaffen.
Ganz nebenbei arbeite ich noch 100%ig.

Vielen Dank für deine Unterstützung.

Kurt

Rawfoto

Lieber Kurt

Deine Probleme kenne ich nur zu gut, ich habe exact die Gleichen :-))

Das Schone daran ist, wir haben da ein Thema wo uns nie fad wird ...
Spannend finde ich was man aus den ca. 25 Jahre alten Objektive mit neuerster Digitaltechnik rausholen kann. Es muss da halt nur alles stimmen um zum Ziel zu kommen. Das fangt beim Praeparat an und hoert bei der RAW-Datenoptimierung auf. Und dazwischen liegen unendlich viele Geheimnisse :-))

:-)

Gerhard
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

Kurt Wirz

#35
Hallo Gerhard
Du sprichst weise Worte, es wird uns nie fad.
Ich experimentiere, oft ungeachtet der optischen Gesetze.
Die Möglichkeiten mit einer endlich Optik sind unendlich.
Nachdenklich macht mich folgende Feststellung:
Die maximale Auflösungsfähigkeit des Lichtmikroskops wurde bereits im 19. Jahrhundert erreicht. Auch auf neueren lichtmikroskopischen Aufnahmen sind keine zusätzlichen, feineren Details zu erkennen!
Durch die optimale Einstellung von Kondensator, Leuchtfeld- und Aperturblende erhält man schon seit über 100 Jahren das mögliche Optimum!
Um die Regenzeit und das kalte Wetter "sinnvoll" zu nutzen habe ich mir entsprechend der Idee von Wilfried ein Zeiss Auflösungstest-Objekt 3000 besorgt. Im Vergleich zu meinen investierten Stunden mit diesem Teil, ist sein Anschaffungspreis gering. Ich vermeide damit auch zukünftige Fehlinvestitionen in die optische Ausrüstung und spare damit auch viel Zeit durch Vermeidung von Aufnahmen, die eine nicht optimale Bildqualität aufweisen.
Nun messe ich meine Objektive in allen möglichen-, unmöglichen Einstellungen und Kombinationen aus.
Ich werde hier über meine Ergebnisse (nicht nur die erfolglosen) berichten und hoffe, dass ich hier bei Fehlüberlegungen auf den richtigen Weg geleitet werde.
Mein Augenmerk richte ich auf eine Grundausrüstung mit Nikon D7000 DSLR, ohne Zwischenoptik für gestackte Auflichtmikroskopie.

Alles unter dem Motto: Wer misst, misst Mist! Oder: Messen heisst wissen!

Gut Licht

Kurt

Kurt Wirz

#36
Hallo Safari
Die Antwort ist klar und eindeutig ein NEIN!
Die USAF gehen bis 228 LP/mm und die USAF Hi-Resolution gehen bis 645 LP/mm.
Das reicht für die Mikroskopie NIE aus.
Weiters sind die USAF Glass Slide Resolution Targets nur als Negativ oder als Positiv erhältlich um beides zu erhalten bräuchte es also 2 Stk. (doppelter Preis).
Ein guter USAF Hi-Resolution geht bis 645 LP/mm (Preis 1187.- Euro).
http://www.edmundoptics.com/products/displayproduct.cfm?productid=1790

Auf dem Zeiss sind 3 Felder als Negativ und 3 Felder als Positiv und die Felder zeigen jeweilen Striche bis zu einer Auflösung von 3000 LP/mm!
Das Zeiss Auflösungstest-Objekt 3000 ist also extrem preisgünstig!

Bei einem Objektiv 10/0.25 sind es um die 700 - 900LP/mm.
Bei meinen Tests mit dem Nikon 40x benötigte ich die Striche bis zu 1600 LP/mm.

Üblicherweise sagt man, für Mikroskop Objektive:
1000 LP/mm bei 10x
1400 LP/mm bei 20x
2500 LP/mm bei 50x

Gut Licht

Kurt