Bricht Glas unter Wasser leichter?

Begonnen von Eckhard F. H., Oktober 30, 2011, 19:20:05 NACHMITTAGS

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Eckhard F. H.

Hallo Mikroskopiker,
neben meinem Mikro steht ein Behälter mit Spüliwasser, in der alle ´abfälligen´ Proben mit Schwung zum Baden genötigt werden. Wenn ich Deckgläser später herausfische, zerbrechen sie meiner Meinung leichter als wenn ich sie in trockener Umgebung händle. Kann das sein?
Gruß - EFH

Werner Jülich

Das kann sein, Wasser hat den größeren Widerstand als Luft und wenn man dann etwas Druck aufbaut.

Werner Jülich

Peter V.

Liebe Deckglasrecycler,

ein wichtige Frage! Erschreckend, dass dieses Gebiet noch nicht hinreichend erforscht wurde. Evtl. ein Betätigungsfeld für eine Fachhochschule?  ;D


Herzliche Grüße
Peter

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Eckhard F. H.

ZitatWasser hat den größeren Widerstand als Luft und wenn man dann etwas Druck aufbaut.

Hallo Herr Jülich,
solche Gedanken kamen mir noch gar nicht, aber Ihre Argumentation leuchtet ein. Mein Gott, was lernt man noch  zu bedenken, bevor man als Dummkopf stirbt.  ;D
Gruß - EFH

hinrich husemann

Hallo Herr Nowak,
etwas "philosophische" Betrachtungsweise: Beim Zerbrechen von Glas entsteht neue Glas-Oberfläche. Deren Bildung erfordert Arbeit gegen die Kohäsionskräfte des Glases. Diese Arbeit wird aber verringert, wenn Ihre Bildung nicht in Luft, sondern unter gleichzeitiger Benetzung durch Wasser erfolgt. Die dann zur Wirkung kommenden Adhäsionskräfte Wasser - Glas begünstigen aber den Vorgang, zumindest teilweise.
Dennoch mit Mephisto: "Grau, lieber Freund, ist alle Theorie; doch grün des Lebens goldner Baum" (wobei Letzteres ja auch einen Widerspruch grün = golden enthält).
Freundliche Mikrogrüsse
H. Husemann

Eckhard F. H.

ZitatDiese Arbeit wird aber verringert, wenn Ihre Bildung nicht in Luft, sondern unter gleichzeitiger Benetzung durch Wasser erfolgt.
Herr Husemann, Sie erschecken mich!  ;D
Gruß - EFH

hinrich husemann

#6
Hallo Herr Nowak,
es erschreckt mich, daß ich Sie durch ein großes I an falscher Stelle so erschreckt habe! ;D ;D ;D
Schreckfreie Mikrogrüsse
H. Husemann  

Eckhard F. H.

Zitates erschreckt mich, daß ich Sie durch ein großes I an falscher Stelle so erschreckt habe!
Nun gut, Herr Husemann, aber das ging an mir (fast) vorbei.
Gruß EFH

Klaus Herrmann

Hallo,

das ist den alten Glasern und Glasbläsern lange bekannt. Unsere Institutsglasbläser haben Glasrohre immer mit dem Widiamesser angeritzt, mit Spucke feuchtem Finger kurz über den Ritz und dann beide Daumen auf der dem Ritz gegenüber liegenden Seite angesetzt und mit leichem Zug gebrochen.
Habs selber oft genug gemacht, es geht! Das Wasser schwächt wohl die Bindungskräfte in der verletzten Glasoberfläche und das fördert die Rissausbreitung.
Mit herzlichen Mikrogrüßen

Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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Eckhard F. H.

ZitatWasser schwächt wohl die Bindungskräfte in der verletzten Glasoberfläche und das fördert die Rissausbreitung.
Ach, wie tröstlich. Vielen Dank, Klaus. Ich hatte schon befürchtet, daß neben meiner Sehleistung auch noch die Fühlsensorik Seit´ an Seit´ marschiert.  ;D
Gruß - EFH

Nomarski

Worauf wartet ihr denn noch? Ran ans Rheinbergblendenschnibbeln!

Eckhard F. H.

Safari:
ZitatUnter Wasser kann man Glas recht leicht mit einer Schere schneiden.

Diese Botschaft hört´ ich auch schon. Kann sie jemand bestätigen oder hat andere Erfahrungen gemacht?
Gruß - EFH

Herbert Dietrich

Hallo Glaser-Meister
Zitat: Unter Wasser kann man Glas recht leicht mit einer Schere schneiden.

Das wissen noch die alten Hasen, früher gab es in jedem Haushalt das gute alte Wasserglas.
Das ließ sich ausgezeichnet mit der Schere schneiden, es bestand jedoch keine Anlaß dazu,
denn es wurde zum Einlegen der Eier verwendet.

Viele Grüße
Herbert

Werner

Das Glasschneiden mit einer Blechschere oder einer Beißzange unter Wasser geht tatsächlich besser als ursprünglich erwartet.
Ein Anritzen des Beginns ist empfehlenswert.
Kann aber auch schiefgehen, wenn innere Spannungen im Weg sind.
Der Grund neben der Hilfe durch die H2O-Moleküle auch die Schwingungsdämpfung des Wassers.
(Fliesen brechen beim Bearbeiten ja auch nicht so leicht, wenn man sie zum Dämpfen auf Sand legt oder sie hineinsteckt)

Wer ein Deckglas erfolgreich aus Wasser holen will, darf nicht zappeln und darf es nur langsam bewegen.

Viele Grüße   -   Werner


Eckhard F. H.

ZitatWer ein Deckglas erfolgreich aus Wasser holen will, darf nicht zappeln und darf es nur langsam bewegen.

Hallo Werner,
ich fische ja gaaanz langsam, zart und vorsichtig nach einem OT bzw. DG, schon wegen möglicher Schnittverletzung. Meist merke ich trotzdem nicht, wenn dabei ein DG zerbricht. Außerhalb des Wassers spürt man es sofort, auch ohne Hinsehen. Aber das passiert sehr selten. Das war eigentlich der Grund der Anfrage.
Gruß - EFH