Autor Thema: Fluoreszenz mit einfachsten Mitteln  (Gelesen 8309 mal)

Nomarski

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Fluoreszenz mit einfachsten Mitteln
« am: Dezember 05, 2011, 20:35:41 Nachmittag »
Hallo zusammen,

wir haben hier ein altes Zeiss-Winkel-Stativ, mit dem mal eben Fluoreszenz im Durchlicht gemacht werden soll:


Was man dafür benötigt, ist neben dem Stativ ein Anregungsfilter, ein Sperrfilter (Kantenfilter) und eine blaue LED mit passender Steckfassung, im Bild unten zu sehen.

Die LED wird wie die normale Glühlampe in den Fuß des Statives eingeschoben, der Anregungsfilter, in diesem Fall ein BG3 wird auf den Lichtaustritt der Leuchtfeldblende gelegt:



Die einfachste Methode, den Sperrfilter unterzubringen, ist die Platzierung im Revolverkopf:


Und damit die Sache auch schön kostengünstig bleibt, wird zum Fotografieren die Rollei compactline 424 verwendet:


Um nun zu zeigen, daß es schon mit den Komponenten auch funktioniert, hier ein paar Fotos, aufgenommen mit einem Übersichtsobjektiv, ZW-Achromat 6,3. Der Kondensor ist übrigens der einfache 0,6 S ohne aufgeschraubte Frontlinse. Dazu ein paar gefärbte Pflanzenschnitte:









Viele Grüße
Bernd

crabtack

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Re: Fluoreszenz mit einfachsten Mitteln
« Antwort #1 am: Dezember 05, 2011, 20:48:56 Nachmittag »
Danke fürs Zeigen dieser einfachen Methode.
Das sollte sich auch aufs Steindorff übertragen lassen.

Gruß
Olaf

Rolf-Dieter Müller

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Re: Fluoreszenz mit einfachsten Mitteln
« Antwort #2 am: Dezember 05, 2011, 20:51:12 Nachmittag »
Lieber Bernd,

mit genauso einer Ausstattung stelle ich mir ein Reise- und Exkursionsmikroskop vor. Gut, über die Kamera hätte ich diskutiert. Aber das kann ich lassen, denn Deine Ergebnisse sind überzeugend.

Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter

wilfried48

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Re: Fluoreszenz mit einfachsten Mitteln
« Antwort #3 am: Dezember 05, 2011, 21:48:09 Nachmittag »
Gut, über die Kamera hätte ich diskutiert. Aber das kann ich lassen, denn Deine Ergebnisse sind überzeugend.

wieso, die Kamera hat einen 1/2 zoll CCD Chip und ist daher sehr empfindlich, das wirst du auch mit dem etwas grösseren (2/3 zoll) dafür aber "nur" CMOS Chip der neuen Nikon nicht wesentlich toppen.

Andererseits ist die Wackerfärbung auch ein sehr helles Fluoreszenzobjekt.

Es geht übrigens auch mit der weissen Cree, dann braucht man am Reisemikroskop keine 2 Lichtquellen.

viele Grüsse
Wilfried
« Letzte Änderung: Dezember 05, 2011, 23:07:41 Nachmittag von wilfried48 »
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Photomikroskop II, AL, DL, HD, Pol, Ph, DIC
Zeiss Inversm. IM35, DL, Ph, Pol, EPI-Fl
Zeiss Stemi 2000 C
Zeiss Reisem. Standard Junior Aufrecht u. Invers, DL, HD, Ph, Pol

Vorst. Wilfried48
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.

Nomarski

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Re: Fluoreszenz mit einfachsten Mitteln
« Antwort #4 am: Dezember 05, 2011, 22:24:55 Nachmittag »
Zitat
Es geht übrigens auch mit der weissen Cree, dann braucht man am Reisemikroskop keine 2 Lichtquellen.

Aber nicht so gut.

Rolf-Dieter Müller

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Re: Fluoreszenz mit einfachsten Mitteln
« Antwort #5 am: Dezember 05, 2011, 22:32:17 Nachmittag »
Gut, über die Kamera hätte ich diskutiert. Aber das kann ich lassen, denn Deine Ergebnisse sind überzeugend.
wieso, die Kamera hat einen 1/2 zoll CCD Chip und ist daher sehr empfindlich, das wirst auch mit dem etwas grösseren
(2/3 zoll) CMOS Chip der neuen Nikon nicht wesentlich toppen.
...

Wilfried, ich habe da etwas verstanden was nicht gemeint war. Alles schon geklärt und keine Frage, Bernd macht mit der Rollei wirklich vorzeigbare Aufnahmen. Nebenbei bemerkt, ich muss noch auf Deine 13 Fragen antworten. Aber nicht mehr heute Abend.

Zitat
Es geht übrigens auch mit der weissen Cree, dann braucht man am Reisemikroskop keine 2 Lichtquellen.
Aber nicht so gut.

Bernd, das sehe ich auch so.

Viele Mikrogrüße
Rolf-Dieter

wilfried48

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Re: Fluoreszenz mit einfachsten Mitteln
« Antwort #6 am: Dezember 05, 2011, 23:03:07 Nachmittag »
Zitat
Es geht übrigens auch mit der weissen Cree, dann braucht man am Reisemikroskop keine 2 Lichtquellen.

Aber nicht so gut.

Wenn man die 6000 K Cree nimmt ist der leichte Intensitätsverlust unerheblich. Gegenüber der blauen kann man dafür  aber auch noch grün anregen und weiss Hellfeld machen.

Am Standard mache ich das am Fluoreszenzkondensor IV schon immer so.

Gruss
Wilfried
« Letzte Änderung: Dezember 05, 2011, 23:08:54 Nachmittag von wilfried48 »
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Nomarski

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Re: Fluoreszenz mit einfachsten Mitteln
« Antwort #7 am: Dezember 05, 2011, 23:16:15 Nachmittag »
Zitat
Wenn man die 6000 K Cree nimmt ist der leichte Intensitätsverlust unerheblich. Gegenüber der blauen kann man dafür  aber auch noch grün anregen und weiss Hellfeld machen.

Am Standard mache ich das am Fluoreszenzkondensor IV schon immer so.


Das mag zwar sein, lieber Wilfried, aber der Fluoreszenzkondensor IV ist für Aufllichtfluoreszenz und ist auch mit einem besseren Filtersatz ausgestattet, nämlich neben Interferenzfiltern zum Anregen und Sperren auch noch mit einem wirksamen Farbteiler gegen Wellenlängen, die das Bild ohne Fluoreszenzen nicht aufhellen sollen.
Ich dagegen hantiere hier nur mit einem simplen Blauglas und einem Orangeglas.

Viele Grüße
Bernd

Hugo Halfmann

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Re: Fluoreszenz mit einfachsten Mitteln
« Antwort #8 am: Dezember 05, 2011, 23:48:54 Nachmittag »
Ich dagegen hantiere hier nur mit einem simplen Blauglas und einem Orangeglas.

Bernd

Hallo Bernd,
und das Ergebnis überzeugt. Mit meiner weißen Cree XML T6 habe ich am IV FL keine gescheite Fluoreszenz hinbekommen. Mit der neuen Royal Blue hingegen bleiben keine Wünsche offen.
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

reblaus

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Re: Fluoreszenz mit einfachsten Mitteln
« Antwort #9 am: Dezember 05, 2011, 23:59:38 Nachmittag »
Hallo -

die warmweiße Cree mit 4750K  ist für grün mit dem IV FL  übrigens noch besser als die kaltweißen Typen, obwohl sie in der Summe ja das schwächere Licht liefert. Aber ich schätze es auch sehr, dass man mit der Royal Blue den energieschluckenden Sperrfilter nicht mehr braucht.

Gruß

Rolf


Nomarski

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Re: Fluoreszenz mit einfachsten Mitteln
« Antwort #10 am: Dezember 06, 2011, 00:52:08 Vormittag »
Hallo Hugo,

Zitat
Mit meiner weißen Cree XML T6 habe ich am IV FL keine gescheite Fluoreszenz hinbekommen. Mit der neuen Royal Blue hingegen bleiben keine Wünsche offen.
Und das hast du nur meiner speziellen Wärmeleitpaste zu verdanken! ;)


Nomarski

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Re: Fluoreszenz mit einfachsten Mitteln
« Antwort #11 am: Dezember 06, 2011, 11:02:28 Vormittag »
Danke fürs Zeigen dieser einfachen Methode.
Das sollte sich auch aufs Steindorff übertragen lassen.

Gruß
Olaf

Hallo Olaf,

das geht mit großer Sicherheit auch bei deinem Steindorff so. Aber bevor du anfängst zu basteln, soltest du dich mal über die Fluoreszenzmikroskopie kundig lesen. Ohne den Sperrfilter, der das kurzwellige Licht abdämpft, ist es jedenfalls nicht ratsam, bei hoher Lichtintensität in die Okulare zu schauen, zumal du dabei auch keine Fluoreszenz sehen kannst.

Viele Grüße
Bernd

Lothar Gutjahr

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Re: Fluoreszenz mit einfachsten Mitteln
« Antwort #12 am: Dezember 06, 2011, 12:06:09 Nachmittag »
Hallo lieber Bernd,

vielen Dank für den Crashkurs in Fluoreszenzmikroskopie ! Das habe ich jetzt so im Vorbeigehen verinnerlicht. Im Auflicht müßte das Sperrfilter je nach Beleuchtungsart dann spätestens beim Okular sein ? Um bei der Anregung blau zu bleiben, könnte doch das Anregungsfilter entfallen, wenn ich da schon mit blauem Licht komme oder soll das noch andere spektrale Anteile wegschneiden ?  (am Beispiel blaue LED ) Interessante Frage wäre noch:
würde das Fluoreszieren auch Speckles bekommen, wenn ich zur Anregung einen Laser nehme ? Hatte neulich mal mit grün experimentiert und war etwas enttäuscht über diese alles zu Nichte machenden Pünktchen.
Der zweite Versuch mittels einem Piezosummer den Laser etwas zu schütteln, dass die Speckles sich ineinander verwischen steht noch aus. Der Hintergedanke war der, mittels koherentem , monochromem und kurzwelligem Licht chromatische Fehler auszuschalten und so durch die Hintertür die Auflösung eines Feldwaldundwiesenobjektivs etwas zu steigern. Gab es dazu schon Untersuchungen ? Ideal wäre da ein Einlinser ;D

Lieben Gruß

Lothar

Hugo Halfmann

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Re: Fluoreszenz mit einfachsten Mitteln
« Antwort #13 am: Dezember 06, 2011, 12:18:41 Nachmittag »
Hallo Lothar,

meine Erfahrung aus dem aktuellen Versuch mit einer neuen Royal-Blue LED: Ohne den Erregerfilter isses Murks. Die LED strahlt angeblich bei 467nm, ich muss es glauben, messen kann ich´s nicht.
Ohne Erregerfilter ist das Fluoreszenzbild überstrahlt, "schwammig", mit ist´s wirklich gut, von daher stellt sich für mich die Frage, ob nun mit oder ohne nicht (mehr).
Wenn ich ein bisschen mehr Zeit habe, gibt´s dazu einen kleinen Bericht.
Viele Grüße aus dem Bergischen Land

Hugo Halfmann

reblaus

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Re: Fluoreszenz mit einfachsten Mitteln
« Antwort #14 am: Dezember 06, 2011, 13:16:53 Nachmittag »
Hallo -

da ich kein Politiker bin nehme ich hiermit mein Geschwätz über die Royal Blue zurück - ich hatte das mit der Nichia UV-LED verwechselt - da muss man schon versuchen alles auf das Objekt zu bringen und ist dankbar, dass man die schwarzen Erregerfilter weglassen kann.

Viele Grüße

Rolf