Autor Thema: Leitz - die umgekehrten Mikroskope, Teil 1 (Mikroskopiker stellen ihr Gerät vor)  (Gelesen 19286 mal)

Rene

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Re: Leitz - die umgekehrten Mikroskope, Teil 1 (Mikroskopiker stellen ihr Gerät vor)
« Antwort #15 am: Januar 21, 2012, 20:52:32 Nachmittag »
Danke, für all die Hinweise,

René

reblaus

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Re: Leitz - die umgekehrten Mikroskope, Teil 1 (Mikroskopiker stellen ihr Gerät vor)
« Antwort #16 am: Januar 21, 2012, 22:50:18 Nachmittag »
Hallo Db. -

Wenn's nur ums Spielen geht: Bohre ein 10 mm Loch oder mehrere in einen 2-5 mm dicken Plastik- oder Alustreifen und klebe unten mit Sekundenkleber ein Deckglas darauf.
Das kost' fast nix und kann nach Einpipettieren der Tümpelbrühe mit einem weiteren Deckglas oben abgedeckt werden. Auf das Köhler-Ritual wirst du verzichten müssen aber mit einem 100er Öl wirst du trotzdem schöne Dinge sehen.

Gruß

Rolf

Lothar Gutjahr

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Re: Leitz - die umgekehrten Mikroskope, Teil 1 (Mikroskopiker stellen ihr Gerät vor)
« Antwort #17 am: Januar 22, 2012, 00:44:45 Vormittag »
Lieber Rolf oder Wolfgang,

möchte mal eine Zwischenfrage stellen. Das Leitz DIAVERT was hat das für eine Auslegung 160; 170 ; oder Unendlich ? Oder ganz etwas anderes?

Gruß Lothar

ortholux

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Re: Leitz - die umgekehrten Mikroskope, Teil 1 (Mikroskopiker stellen ihr Gerät vor)
« Antwort #18 am: Januar 22, 2012, 00:55:29 Vormittag »
Lieber Lothar,

160 UND 170.

Je nach Baujahr. Mechanisch sind die alten mit den "modernen" identisch. Es änderte sich während der rund 20-jährigen Bauzeit des Diavert lediglich die Leitz-Tubuslängen-PHILOSOPHIE. Das Thema ist inzwischen hinlänglich diskutiert. Hier nochmal das entsprechende Leitz-Paper:
http://www.science-info.net/docs/leitz/Leitz-160mm-Memo.pdf

Schön' Sonntach noch!
Wolfgang


ortholux

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Re: Leitz - die umgekehrten Mikroskope, Teil 1 (Mikroskopiker stellen ihr Gerät vor)
« Antwort #19 am: Januar 22, 2012, 01:08:36 Vormittag »
Nochmal zum Einsatzbereich der "Umgekehrten":

Diese Mikroskope kommen meiner Präparierfaulheit sehr zupaß. Ich habe mir Kulturflaschen gekauft, in die ich z.B. beim Wandern ausreichend Flüssigkeit aus irgendwelchen Tümpeln fülle. Diese Proben sind verschlossen einige Wochen bis Monate lebensfähig. OK - mein Privileg ist es, mehrere inverse Mikroskope zu haben. Jedes für ein anderes Abbildungsverfahren. ABER - man kann die Flasche darauf liegen lassen. Bald senken sich Sedimente ab, bald setzen sich Amöben am Flaschenboden fest.

http://www.w-lehmann.de/d/mikroskopie_kinematografie_portfolio.html?5

Es gibt immer was zu kucken, und verdunsten kann nichts. Sehr bequem und sehr unterhaltsam.

'nacht
Wolfgang

wilfried48

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Re: Leitz - die umgekehrten Mikroskope, Teil 1 (Mikroskopiker stellen ihr Gerät vor)
« Antwort #20 am: Januar 22, 2012, 15:27:15 Nachmittag »
Hallo,

ich wüsste nichts, was man mit einem inversen Mikroskop mit dem gleichen Kondensor nicht genausogut und hochaufgelöst beobachten könnte wie mit einem aufrechten.

Dauerpräparate braucht man nur umgekehrt drauflegen und Kulturkammern müssen halt einen Deckglasboden haben
und der hochaperturige Kondensor muss in das Gefäss eingetaucht werden, dann hat man zumindest die Beleuchtungsapertur 1,33.

Aber dazwischen gibt es beim inversen mit etwas niederaperturigen Kondensoren Kompromisse für noch viel höhere Gefässe und mit LD Objektiven kann man sogar noch durch dicke Glas- oder Kulturschalenböden schauen.

Mein Kompromiss für Lebendbeobachtungen in Kulturschalen am auf invers umgebauten Zeiss Junior sieht so aus:
Kondensor mit 8 mm Arbeitsabstand und Apertur 0,6. Damit lässt sich mit dem Neofluar 40/0.75 Pleurosigma in einem 8 mm hohen Kulturgefäss mit Deckglasboden auflösen, auch im Phasenkontrast.
Die Kulturgefässe sind Plastikpetrischalen mit eingeklebten Deckglasböden.
Falls man die noch höhere Auflösung eines Ölimmersionsobjektivs ausnutzen will, wird die Frontlinse am Kondensor aufgeschraubt und der Kondensor in die Petrischale eingetaucht.

viele Grüsse
Wilfried

« Letzte Änderung: Januar 22, 2012, 15:37:16 Nachmittag von wilfried48 »
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Peter V.

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Re: Leitz - die umgekehrten Mikroskope, Teil 1 (Mikroskopiker stellen ihr Gerät vor)
« Antwort #21 am: Januar 22, 2012, 17:15:16 Nachmittag »
Hallo,

ich bin zwar kein begnadeter Tümpler, aber ich wundere mich schon, dass in Hobbyistenkreisen Inversmikroskope so selten anzutreffen sind.

O.k., für "schöne Bilder" ist die Inversmikroskopie nicht so geeignet, weil man sich dazu ja zumeist die Fixierung und Schichtdieckenreduzierung durch Quetschung des Präparates zu Nutze macht.
Aber man gewinnt einen ganz anderen Einruck von den "Viechern", wenn man sie "natürlich" in ihrer dreidimensionalen Bewegung (mit manchmal taumelnden, schraubenförmigen Bewegungen) beobachten kann.
Ich finde den Blick durch mein Laborvert (mit Phako) manchmal interessanter als durch das aufrechte Mikroskop und möchte es nicht mehr missen. Kein Muss, aber "nice to have", wie ich finde.
Ich verwende dazu gerne kleine Petrischälchen mit einem Durchmesser von 5 cm, glücklichrweise habe ich passende Halter für große und kleine Petrischalen.

Nachteilig ist bei den meisten angebotenen Inversmikroskopen der fehlende Objektführer, und wenn der vorhanden ist, ist es oft schwierig, passende Halter für die Gefäße zu finden.

Das Schöne am Laborvert ist übrgens die für Inversmikros ungewöhnliche Bauweise, die ein sehr ergonomisches Arbeiten wie bei einem aufrechten Mikroskop ermöglicht.

Aber ältere, einfacher ausgestattete Inversmikros in typischer Bauform sind bei Ebay oft schon vergleichsweise preiswert erhältlich.





Herzliche Grüße
Peter
« Letzte Änderung: Januar 22, 2012, 17:30:00 Nachmittag von Peter V. »
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wilfried48

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Re: Leitz - die umgekehrten Mikroskope, Teil 1 (Mikroskopiker stellen ihr Gerät vor)
« Antwort #22 am: Januar 22, 2012, 17:43:32 Nachmittag »
Hallo Peter,

dieses "aufrechte" Inversmikrokop von Leitz ist ein sehr feines Teil.  Der Einblick und die Tischführung sind bei den konventionellen Inversmikroskopen ja auch sehr ergonmisch aber das Leitz Labovert ist vorne nicht so zugebaut und das finde ich von Vorteil.   Wird da der Revolverkopf indirekt von aussen gedreht (elektronisch oder mechanisch) ?

Übrigens die Deckglasquetscherei für hochqualitative Fotos bei höheren Vergrösserungen wäre bei Umkehrmikroskopen ja auch möglich aber wenn man durch ein solches blickt und die (wie du richtig beschrieben hast) die Viecher in ihrer
natürlichen dreidimensionalen Bewegung sieht hat man da mehr Hemmung und belässt es meistens bei der Beobachtung oder dreht maximal ein kleines Video  ;).

viele Grüsse
Wilfried
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Re: Leitz - die umgekehrten Mikroskope, Teil 1 (Mikroskopiker stellen ihr Gerät vor)
« Antwort #23 am: Januar 22, 2012, 18:03:45 Nachmittag »
Lieber Wilfried,

der Revolver wird auch händisch betätigt.

Leider sind Laboverts 1) selten 2) wenn angeboten, dann überteuert und 3) was da Schlimmste ist: Nahezu immer "abgerödelt". Neben diesem ( auch erst nach Eingriff am "offenen Herzen" ) voll funktionsfähigen Modell habe ich noch zwei weitere Halbleichen hier stehen. Leider ist fast immer der Trieb trocken.

Hier sieht man es noch besser.

Herzliche Grüße
Peter
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