Autor Thema: Calciumoxalat die X-te  (Gelesen 4757 mal)

Rundholzmacher

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Calciumoxalat die X-te
« am: Januar 29, 2012, 14:29:01 Nachmittag »
Hallo,

auf der Suche nach Antworten zum Thema Calciumoxalat bin ich auf einen Beitrag von  Klaus Hermann aus  Juni 2009  „Welche Funktion hat Calzium-Oxalat?“ gestoßen. Dort habe ich die Antworten auf die meisten meiner Fragen gefunden.  Die offene Frage die mich bewegt ist aber:

Wo bleiben die Kristalle nach dem Laubabwurf?

Unter meinem  Kirschpflaumenbaum (Prunus cerasifera ‚Nigra‘) liegt das zu Humus umgesetzte Laub von mindestens 30 Jahren. Die Blätter haben einen sehr hohen Anteil von Calciumoxalat Kristallen.


Calciumoxalat Kristalle entlang der Leitbündel,  typisch für Prunus

Der Boden müsste eigentlich nur so von Kristallen glitzern, da diese bekanntlich schwer löslich sind. Tut er aber nicht!
Wird bei der Humusbildung so viel Säure frei, dass sich die Kristalle auflösen oder sind Bodenbakterien dafür verantwortlich?

Gruß Heinz
„Nur der Dumme muss alle Erfahrungen selber machen.“
Laotse (3. od. 4. Jh.v.Chr.)

treinisch

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Re: Calciumoxalat die X-te
« Antwort #1 am: Januar 29, 2012, 20:52:26 Nachmittag »
Hallo,

erst mal eine Frage zum Thema schwer löslich:

Wie viel g/m2 CaOxalat gehen denn pro Jahr auf den Boden runter?
Klar weisst Du das nicht, aber sag doch mal eine Schätzung nach Gefühl.

Viele liebe Grüße

 Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

Rundholzmacher

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Re: Calciumoxalat die X-te
« Antwort #2 am: Januar 30, 2012, 08:53:12 Vormittag »
Hallo

Uff! Mit schätzen hab ich so mein Problem.
Wenn die Blätter 200 mg je 100 g enthalten ist das 2 % also sollten das auch 2% von einem m² sein.
Die Bodenschicht wächst pro Jahr um ca. 1mm. Dann währe das ein Volumen von 20 mm², was in etwa die Menge eines Zuckerwürfels entspricht.
Also schätze ich mal 3-5 Gramm

Gruß Heinz
„Nur der Dumme muss alle Erfahrungen selber machen.“
Laotse (3. od. 4. Jh.v.Chr.)

Lothar Gutjahr

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Re: Calciumoxalat die X-te
« Antwort #3 am: Januar 30, 2012, 10:30:00 Vormittag »
Hallo Heinz und Timm,

Meine Vermutung: ich selbst war/bin Produzent von eigenen Calziumoxalatsteinen. Ich habe da drei Stück in einem Filmdöschen, welches aber gut vergraben zu sein scheint. Aus der Erinnerung: Die waren von der Form und Größe her wie Apfelkerne und in der Färbung etwa rehbraun/grau.

Es kann daher angenommen werden, daß sich die "Brilianten" von unter den Blättern unter dem Einfluß von Huminsäuren und anderem in ähnliche Färbungen verwandeln. Da hätte man bestenfalls eine Chance die chemisch nachzuweisen. Ansonsten sind es Staub- und Sandkörner geworden, wie alle anderen auch.

Aber ich werde mal Ausschau halten, meine eignen sich sicherlich zum anschleifen ?

Gruß Lothar

treinisch

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Re: Calciumoxalat die X-te
« Antwort #4 am: Januar 30, 2012, 10:38:14 Vormittag »
Hallo Heinz,

mal sehen… die Löslichkeit beträgt 6.7mg / l würde man
800 l/m2/a Niederschlagsmenge annehmen, würde dieser
Niederschlag theoretisch ausreichen um 5,3g Calcium
Oxalat zu entfernen. Irgendwann sind die Kristalle natürlich
auch so klein, dass sie in  tiefere Bodenschichten vordringen
und so verschwinden.

Dazu kommen aber ganz sicher noch Mikroorganismen und
andere Lebewesen.

@Lothar
Der Farbaspekt ist sicherlich auch nicht zu vernachlässigen, stimmt!

Viele liebe Grüße

 Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

Ulrich S

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Re: Calciumoxalat die X-te
« Antwort #5 am: Januar 30, 2012, 14:32:19 Nachmittag »
Hallo

Uff! Mit schätzen hab ich so mein Problem.
Wenn die Blätter 200 mg je 100 g enthalten ist das 2 % also sollten das auch 2% von einem m² sein.
Die Bodenschicht wächst pro Jahr um ca. 1mm. Dann währe das ein Volumen von 20 mm², was in etwa die Menge eines Zuckerwürfels entspricht.
Also schätze ich mal 3-5 Gramm

Gruß Heinz

Bei mir ergibt das nur 0,2%
Es kommt immer anders wenn man denkt

Rundholzmacher

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Re: Calciumoxalat die X-te
« Antwort #6 am: Januar 30, 2012, 15:11:12 Nachmittag »
Hallo Timm, Lothar und Ulrich S

danke für die prompten Antworten.

Zitat
Bei mir ergibt das nur 0,2%
Ulrich S hat natürlich recht, es sind 0,2%. Man sollte eben ausgeschlafen sein bevor man etwas schreibt.

Bevor ich die Frage gestellt habe, war ich bemüht selber eine Antwort zu finden. Die erste Anlaufadresse war Wikipedia. Da fand ich zu Calciumoxalat den Hinweis,  „praktisch unlöslich in Wasser“. Damit war für mein Verständnis das Thema Niederschlag abgehakt.
Nun schreibt Timm „die Löslichkeit beträgt 6.7mg / l“. Bitte helft mir diesen Wiederspruch aufzulösen!

Gruß Heinz
„Nur der Dumme muss alle Erfahrungen selber machen.“
Laotse (3. od. 4. Jh.v.Chr.)

Klaus Herrmann

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Re: Calciumoxalat die X-te
« Antwort #7 am: Januar 30, 2012, 15:16:37 Nachmittag »
Zitat
„die Löslichkeit beträgt 6.7mg / l“. Bitte helft mir diesen Wiederspruch aufzulösen!

Ganz einfach: Timms Angabe ist präzise, die Wikiangabe auch richtig, weil die Löslichkeit ja messbar, aber im Allgemeinverständnis schon sehr gering ist.

"sehr geringe Löslichkeit" wäre vielleicht besser  8)

Aber hier gilt halt auch : steter Tropfen löst das Oxalat ;)
« Letzte Änderung: Januar 30, 2012, 15:18:52 Nachmittag von Klaus Herrmann »
Mit herzlichen Mikrogrüßen

 Klaus


ich ziehe das freundschaftliche "Du" vor! ∞ λ ¼


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