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Frage zu einem Objektiv

Begonnen von Monsti, Februar 20, 2012, 21:51:12 NACHMITTAGS

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Peter V.

#150
Holla die Waldfee, in desem Thread wird aber jetzt auch jedes Kontroversthema, das sich für Grabenkämpfe eignet, aufgetischt... ;)
Monsti, was hast Du da angerichtet?  :o  :o  :o Wohin wird das führen?  ;D  ;D  ;D

Ohne Zweifel werden die LEDs immer besser, aber sie liefern (meines Wissens, lasse mich gerne belehren) immer noch nicht das vollständige Spektrum sichtbaren Lichtes.
Sicher ist der Unterschied bei sehr gut ausgewählten LEDs gering (ich habe auch eine sehr gute LED-Lösung an einem Standard), aber Halogen ist (noch) nicht tot! Für "optimale" Farbwiedergabe ist sicher Halogen imme rnoch die beste Lösung, zweifellos aber mit mehr "Arbeit" und Einstellerei verbunden als die Arbeit mit LEDs.
Aber da gibt es nun wahrlich reichlich Experten hier im Forum, die sich dazu kompetenter äußern können als ich.
Ich jedenfalls mag (schon wieder so ein subjektiver Begriff) mein blaugefiltertes Halogenlicht, und es ist immerhin auch ohne Filter nicht so tief rötlich wie meine Maggi-Suppe...  :D

Soweit ich aber weiß, können die Polmikroskopiker, bei denen es auf absolute Farbtreue ankommt, mit LED nicht so viel anfangen.

Ängstliche Grüße
Peter
Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

TPL

#151
Zitat von: Peter V. in Februar 28, 2012, 11:05:05 VORMITTAGSoweit ich aber weiß, können die Polmikroskopiker, bei denen es auf absolute Farbtreue ankommt, mit LED nicht so viel anfangen.

Prima: in diesem Faden scheint tatsächlich jedes mikroskopische Thema zu passen ;D.

Polmikroskopiker sind deshalb etwas pingelig mit der spektralen Zusammensetzung ihrer Mikroskop-Beleuchtung, weil Farbe ein ganz wesentliches diagnostisches Merkmal in der Petrographie ist. Natürlich gilt das besonders dort, wo Farben tatsächlich gemessen werden, aber das sind eher seltene Anwendungen, die ich hier gar nicht meine. Schon in der Routine-Bestimmung eines Dünn- oder Anschliffes werden teilweise feine Farbnuancen zur Mineralbestimmung genutzt. Um das zu können ist es nicht erforderlich, eine genormte Lichtquelle zu haben, sondern eine, die über Jahre der Erfahrungssammlung 1. gleich bleibt und 2. in der alle genutzten Wellenlängen auch relativ gleichmäßig vorkommen.

Letzteres ist der entscheidende Kritikpunkt an vielen, aber keineswegs allen LED: bauartbedingt haben die stärksten "Weißlicht"-LED ein stark unregelmäßiges Spektrum mit zwei Maxima im blauen und orangen Bereich und einem Minimum bei den Grüntönen. Das fällt bei vielen Objekten gar nicht auf, da unser Gesichtssinn die beiden maximalen Spektralbereiche zu einem "Weiß" mischt. Wegen der geringen Intensität des einfallenden grünen Lichtes wird es jedoch schwierig, in diesem Bereich zuverlässig die Farben zu erkennen. Das ist auch kein Problem, dass man mit einer konventionellen Filterung (z.B. durch ein in der Fotografie gebräuchliches Kantenfilter) beheben könnte. Was aber ganz gut klappen kann, sind die nicht-kantenförmigen Weißabgleich-Funktionen für Fluoreszenzleuchten einiger Hersteller. Kein Wunder: auch die "weißen" LED sind ja Fluoreszenzleuchten! Aber ob es bei den hunderten von individuellen Kombination aus LED und Kamera gut zusammenpasst, ist kaum planbar. Das muss man ausprobieren...

Ich selber nutze sehr gerne LED am Polmikroskop und rate auch guten Gewissens zu einer Umrüstung - gerade dann, wenn spezielle Leuchtmittel schwer oder teuer zu beschaffen sind oder aber beim Fotografieren wegen ihrer schwankenden Farbtemperatur Ärger machen. Nur ist es eben nicht egal, welche LED dann genommen werden kann und es ist auch nicht einfach an deren Marktnamen ("warmweiß", etc.) oder einer Angabe zur Farbtemperatur festzumachen. Wenn man keine umfangreichen Tests machen möchte, ist ein Blick auf das Spektrogramm immer noch das Sinnvollste. Dies darf ein paar Buckel haben, zwischen denen die Intensität um weniger als 50% schwankt, aber bitte keinen massiven Gipfel im Blau (wie es bei den kräftigsten LED weiterhin üblich ist).

Vielleicht hilft's ja, sich vorzustellen, dass spektral ausgeglichene LED immer auch eine viel heller leuchtende "Schwester" haben, bei der die Fluoreszenzstoffe weniger dick aufgetragen wurden. Man(n) sollte sich davon nicht blenden lassen (!), sondern lieber einen Blick auf die inneren Werte werfen.

Grüße,
Thomas

wilfried48

Lieber Thomas,

das mit dem LED Spektrum passt sogar wunderbar in den Faden von Monsti.

In den Bildern ging es doch um den Farbkontrast und die leuchtenden Farben, die viele hauptsächlich auf den Unterschied der Objektive zurückgeführt haben.
Das Testobjekt enthielt doch hauptsächlich Grüntöne. Vielleicht wäre es besser wenn Monsti ihre LED auf Halogen zurückbaut (wegen der Grünlücke) und dann sähe man die "Welten an Unterschied"  ;D besser.

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

TPL

Lieber Wilfried,
es lag mir "auf der Zunge", hier nachzuhaken, aber Du weist ja, was passiert, wenn ich die alte Leier anstimme... ::)
Im ernst: ich kann mir ganz gut vorstellen, dass zumindest ein Teil der Probleme, die manchmal mit den Begriffen flau, matschig oder ähnlichem umschrieben werden, mit der Lichtquelle zusammenhängen. Unsere Augen sind da ja noch recht großzügig: Die mischen sich nicht nur das Weiß aus den Komplementärfarben vermeintlich weißer Hochleistungs-LED zusammen, sondern sie gleichen auch - durch die bevorzugte Sehfähigkeit im Grünbereich - die Grünlücke der Beleuchtung in bestimmten Grenzen aus. Eine Kamera tut das nicht - jedenfalls nicht ohne weitere Tricks. Aber da schreibe ich mir ja seit Jahren die Finger wund und sitze nun hier mit blutigen Armstümpfen ;D :o ;D

Damit ich nicht gleich wieder ins Eckchen der LED-Hasser komme: LED sind als Mikroskop-Beleuchtung ein echter Segen! Ich habe 5 (fünf!) Stück und nutze sie wesentlich häufiger, als konventionelle Leuchtmittel. Umso mehr wundere ich mich, dass deren spezifische Eigenschaften wenig Einfluss auf die Auswahl zu haben scheinen.

Herzliche Grüße,
Thomas

Lothar Gutjahr

Ja Thomas,

das wollen dir wohl die meisten so abnehmen. Vielleicht haben wir nur noch nicht die richtigen Wörter im Umgang mit der LED-Beleuchtung entwickelt ? Vielleicht von semicrisp bis etwas brightliger werden wir uns noch etwas ausarbeiten müssen. Aber nun mal wieder etwas mehr zum topic zurück.

ZitatSo Leute, jetzt aber "Butter bei die Fische",  ;D

wir sprechen die ganze Zeit von einem einzigen Tradename. Wie sähe denn mein mögliches "Sonnenaufgangsobjektiv" für den Revolver des Orthoplan/Metalloplan aus? Bestückt ist der mit fünf NPL unendlich - Objektiven 5x 10x  20x 50x und 100x . So irgend etwas im Bereich von 20 bis 50 fach wäre da vielleicht von Vorteil ?

Sorry Angie, wenn ich jetzt doch wieder etwas von deinem Ursprungsthema abkomme. Aber im Prinzip geht es ja genau um das Pendant zu deinem inzwischen vorhandenen Objektiv.

Gruß Lothar

TPL

Zitat von: Lothar Gutjahr in Februar 28, 2012, 15:09:24 NACHMITTAGSJa Thomas,
das wollen dir wohl die meisten so abnehmen. Vielleicht haben wir nur noch nicht die richtigen Wörter im Umgang mit der LED-Beleuchtung entwickelt ? Vielleicht von semicrisp bis etwas brightliger werden wir uns noch etwas ausarbeiten müssen.

Hallo Lothar,
Du schreibst in Rätseln. Mir geht es ganz sicher nicht um die
Zitatrichtigen Wörter im Umgang mit der LED-Beleuchtung

Aber eine Auseinandersetzung mit deren Eigenschaften, oder sogar den groben Zügen ihres Funktionsprinzips, wird sicher nicht schaden, wenn man vor der Entscheidung einer Umrüstung steht.
Gruß, Thomas

Peter V.

Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Peter V.

#157
So, geschafft:

Monsti, Dein Monsterthread ist jetzt mit 160 Antworten, nachdem wir Florians "Places" (159 Antworten) überholt haben,  der längste freie Thread in der Geschichte dieses Forums !!!! Vor Dir liegen nur noch die fixierten Themen.

Hier wird geade Geschichte geschrieben  ;D

G L Ü C K W U N S C H !!!  ;)

Herliche Grüße
Peter


Dieses Posting ist frei von kultureller Aneigung, vegan und wurde CO2-frei erstellt. Für 100 Posts lasse ich ein Gänseblümchen in Ecuador pflanzen.

Monsti

Danke, lieber Peter! Meine "dumme" Frage hat zweifellos für Leben in der Bude und manches Schmunzeln gesorgt.  ;D  ;D  ;D

Herzliche Grüße vom
Monschter

Robert Götz


ZitatEin QbA-Wein (Achromat) kann - je nach Rahmenbedingungen - besser schmecken als ein Kabinett (Plan oder Neofluar) und ist dabei wesentlich billiger.  Eine Auslese (PlanApochromat) ist eigentlich immer deutlich besser, man fragt sich aber ob die Mehrkosten in vernünftiger Relation zum Genuss stehen.

Mein Vorschlag ist diese Entsprechung:

Chinaobjektiv - Tafelwein
Markenachromat - QbA
Planachromat - Kabinett
Neofluar - Spätlese
Planneofluar - Auslese
Apochromat - Beerenauslese
Planapochromat - Trockenbeerenauslese.

Ich denke, damit wesentliches zur Klassifizierung beigetragen zu haben!    ;D

Gruß
Robert

treinisch

Hallo Robert,

sowas in der Art hat ja schonmal jemand in diesem Faden geschrieben und
ich bin bass erstaunt!

Ich dachte immer, dass vinophile Menschen Auslesen und erst recht Beerenauslesen
oder gar Trockenbeerenauslesen höchstens mal als Nachtisch antrinken, keinesfalls
aber als besonders edlen Gebrauchswein ansehen würden. Bis jetzt hat meine Gewohnheit
Riesling Beerenauslese oder Eiswein zu Wildgerichten zu trinken jedenfalls ohne Ausnahme nur
blankestes Entsetzen oder Panik ausgelöst.

Davon abgesehen, würde ich Beerenauslesen bestenfalls mit Planapochromaten mit
Linsenpilz vergleichen. Wenn schon, dann wäre dies doch wohl der Platz für die edlen der
Eisweine.

Viele komplett offtopische Grüße

Timm
Gerne per Du!

Meine Vorstellung.

beamish

Danke Timm!

so viel Roquefort gibt es gar nicht, daß ich damit eine Beerenauslese -> Eiswein "neutralisieren" könnte....
Als bekennender Diabetiker ist meine "Panik" sogar medizinisch begründet... ;-)
Ich würde, um beim Vergleich mit edlen Weinen zu bleiben, einen Planapochromaten lieber mit einem alten Medoc gleichsetzen wollen, was die Qualität anbetrifft. Der Vergleich würde aber hinken, da dieser keine punktuelle Schärfe sondern eher ein umfassendes geschmackliches Volumen liefern würde. Wären wir da wieder beim Neofluar?

Da haben wir ja mal wieder einen schönen Faden....

Herzlich

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Lothar Gutjahr

Schön, schön,

und wie heißt jetzt mein empfohlenes Traumobjektiv für das Orthoplan von Leitz ?? Oder muß ich ein CZJ für das Russenstativ kaufen um "schöne Fotos" machen zu können ?

guts Nächtle

Lothar

Monsti

Hallo Safari!

ZitatDas wichtigste ist erst einmal das Du damit zufrieden bist.

Für mich "Subjektiv-Guckerin" ist es in der Tat das Wichtigste. Schon der erste Blick durch das Okular war ein positives Aha-Erlebnis, obwohl an der Beleuchtung zunächst noch einiges nicht gepasst hatte. Umso ahamäßiger war es nach entsprechender Korrektur.

Nichtsdestotrotz war für mich diese Diskussion insofern sehr lehrreich, als sie mir eindrucksvoll demonstriert hat, wie diffizil das Thema doch ist. Insofern bringe ich durchaus Verständnis für all die Mess-Freaks auf, zumal die daraus resultierenden Ergebnisse - im Gegensatz zur subjektiven Beurteilung - berechenbar sind.

Einiges ist aber auch schlicht und einfach Geschmacksache. So bastelte ich heute stundenlang daran, an meinem Zeiss ein ansprechendes Schieflicht hinzukriegen. Ich bin schier verzweifelt, um schließlich eine denkbar simple Lösung zu finden: Ich schnitt mir einen schwarzen Papierstreifen auf ca. 6 cm Länge und 2 cm Breite zurecht, positionierte ihn zwischen dem Filterhalter und der Aperturblende und schob ihn solange umher, bis ich endlich ein plastisch wirkendes Bild hatte. In dieser Position klebte ich den Streifen an der Aperturblende fest. Darüber mögen viele zwar milde lächeln, doch habe ich jetzt einen (für mich) herrlichen "Durchblick":



Eine meiner heutigen Testaufnahmen (Cymbella cf. lanceolata, ca. 80 µm lang)

@Lothar: Ich fürchte, dafür musst Du einen neuen Faden aufmachen (der vielleicht erneut so lang wird wie dieser ...   ;D )

Liebe Grüße
Angie



Lothar Gutjahr

Liebe Angie,

ich freue mich für dich, daß das für dich ein voller Erfolg wurde. Das mit dem neuen thread wird nicht viel helfen, denn ich befürchte, daß hier Zeiss zu sehr im Vordergrund steht, als daß ein ähnlicher thread für ein Leitzobjektiv entstehen könnte.
Erschwerend kommt hinzu, daß ich im Gegensatz zu dir nicht mal weiß, nach welchem Objektivnamen ich fragen soll.

@hallo alle,
??? Brauche ich anstatt NPL ein NPL Fluotar oder wie hieße das Pendant zu Monstis Wunderwaffe bei Leitz unendlich ???

Schönen Abend

Lothar