Autor Thema: Tipp: Okularmikrometer basteln  (Gelesen 12129 mal)

NicLi

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Tipp: Okularmikrometer basteln
« am: Januar 09, 2009, 15:56:43 Nachmittag »
Hallo,
Das Thema "Messen am Mikroskop" kommt ja öfters vor; z.B. bei der Objektbestimmung.
Wenn man mit der adaptierten Kamera nie zoomt, braucht man kein Okularmikrometer- Man muss nur einmal mit jedem Objektiv (4x; 10x; 40x; [100x]) ein Objektmikrometer fotografieren und kann danach mit Software wie ImageJ http://de.wikipedia.org/wiki/ImageJ am PC komfortabel vermessen/einen Maßstab festlegen.

Wenn man aber doch ein Okularmikrometer braucht- und kein passendes daliegen hat- was dann?
Man kann aus einem alten Drucker (>E-Müll-Sammelstelle) so ein spezielles Band ausbauen.
Zitat von Wikipedia: "Zur hochgenauen, zum Datenstrom des Druckkopfes synchronen Bewegung des Druckwagens trägt dieser einen optischen Inkrementalgeber, der ein mit Strichen versehenes, feststehendes Band abtastet." Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Tintenstrahldrucker#Technik

 Man müsste da nur einmal eichen, also rechnen, wieviel (z.B.) 10 Striche an diesem Band in echt entsprechen.
Man kann dann 1cm oder mehr, je nach Durchmesser der Sehfeldblende, auf ein unzerkratztes Plastikstückchen kleben. Das dann in die Sehfeldblende legen. Dann ist es immer mit dem Objekt zusammen scharf zu sehen.
Ein paar Bilder kommen noch!
Hier eins: Das ist ein Stück von dem Band, durchs Mikroskop als Objekt fotografiert. Mit den Augen gesehen, sieht es deutlich schärfer aus.

Von diesem Band habe ich noch ~20cm übrig, die ich verschenken könnte. Porto müsste natürlich dann derjenige selber zahlen. Sonst hätte ich am Ende 10€ und mehr Portokosten!
mfG
Nicolas
« Letzte Änderung: Januar 09, 2009, 18:49:20 Nachmittag von NicLi »

Detlef Kramer

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Re: Tipp: Okularmikrometer basteln
« Antwort #1 am: Januar 09, 2009, 17:59:45 Nachmittag »
Lieber Nicolas,

das ist eine Klasse-Idee! Das Foto könnte ein wenig heller sein  ;), aber es geht ja um das Grundsätzliche. Ich kenne dies Bänder seit Jahren, aber auf die Idee bin ich noch nicht gekommen!

Herzlichen Gruß

Detlef
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NicLi

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Re: Tipp: Okularmikrometer basteln
« Antwort #2 am: Januar 09, 2009, 18:53:12 Nachmittag »
Hallo Detlef,
Ich hab das Bild nochmal schnell überarbeitet. Jetzt ist auch der Kontrast besser!

Noch was an alle anderen: Man kann nicht unbedingt direkt die Striche als Skalierungen benutzen. Wie man sieht, sind die Striche im Verhältnis zum Freiraum ziemlich dick. Man könnte dann aber statt Anzahl der schwarzen Striche "Anzahl schwarzer Striche + Zwischenräume". Die Zwischenräume kann man annähernd als genauso dick wie die schwarzen Striche bezeichnen.

Detlef Kramer

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Re: Tipp: Okularmikrometer basteln
« Antwort #3 am: Januar 09, 2009, 20:56:30 Nachmittag »
Lieber Nicolas,

ja, das Foto ist jetzt sehr viel klarer. Deine Überlegungen " Striche + Zwischenräume" sind logisch und eigentlich selbstverständlich (das ist jetzt wirklich nicht negativ gemeint). Man könnte diese Streifen auch als Objektmikrometer benutzen, wenn sie einmal geeicht sind und dann die Okulare entsprechend eichen; d.h. Sehfeld-Durchmesser = 18 mm entspr. n Striche. Einmal muss man das natürlich gegen ein geeichtes Objektmikrometer abgleichen. Aber so etwas kann man sich ja ausleihen. Dieser Tipp an Alle!

Herzliche Grüße

Detlef
Dr. Detlef Kramer, gerne per DU

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NicLi

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Re: Tipp: Okularmikrometer basteln
« Antwort #4 am: Januar 13, 2009, 17:07:38 Nachmittag »
Hallo Detlef,
Ich wollte noch skalieren...
Jetzt hab ich es doch noch gemacht.
Ergebnis nach ImageJ (eigener Überschlag stimmt in etwa überein)- für alle Interessierten, werde aber nochmal posten.

Durchschnittl. Breite eines schwarzen Streifens: 43,83µm (0,04383mm)
"                                   weißen          "       : 43,21µm (0,04321mm)
Sehr praktisch also!
Ich werde es nochmal im Allgemeinen Forum Bereich posten.
Viele Grüße
Nicolas

BUANA

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Re: Tipp: Okularmikrometer basteln
« Antwort #5 am: Januar 28, 2009, 06:41:24 Vormittag »
Hallo liebes Forum.

Ich messe Länge und Tiefenschärfe so:

Habe mir ein Dauer-Präparat angefertigt.

Habe verschieden Dicke Angelschnüre dicht nebeneinander, auf einen OT geklebt.
Klebstoff: Tesaband, transparent.
Zwei Tesastreifen halten die Schnüre Links und Rechts auf dem OT fest.
Der Mittlere Bereich bleibt Tesafrei zur Messung. (Durchmesser des Blickfeldes z.B.)
Ich verwende nur drehrunde monofile Angelschnur.
Es gibt auch geflochtene die im Querschnitt oval ist, und somit ungeeignet.
Schnüre von 0,06 - 0.50mm sind gut zu verwenden.
Wenn dann verschieden dicke Schnüre dicht zusammengeklebt werden
kann die Tiefenschärfe von Schnuroberfläche zu Schnuroberfläche gemessen
werden.
Die Angelschnüre gibts in Abstufungen von 0,02mm Dicke.
In großen Angelgeschäften kann man sehr kurze Schnurstücke erwerben. 0,5m (von 3000m-Spulen)
Man sollte Papp-stücke (zum aufwickeln) und einen Filzstift zur Beschriftung mitnehmen.
Man muß nicht 100m von jeder Stärke kaufen.
Oder einen Angler aus der Nachbarschaft ansprechen.
Beim "Tümpeln" trifft man auch manchmal einen Petrijünger. Die meist sehr freundlich sind -
obwohl immer weniger Fisch gefangen wird. (Mehr Tannenbäume mit Lametta dran). (Lach)

Günter

NicLi

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Re: Tipp: Okularmikrometer basteln
« Antwort #6 am: Januar 28, 2009, 14:09:05 Nachmittag »
Hallo Günter,
das mit der Tiefenschärfe verstehe ich nicht- wozu misst man die?
Das bringt doch nur was, wenn man ein dreidimensionales Modell von einem mikroskopischen Objekt erstellen will?
Aber dann müsste man auch noch die entsprechende Software haben, mit der alles dreidimensional skaliert werden kann?
Bitte klär mich auf!
mfG
Nicolas

Günter

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Re: Tipp: Okularmikrometer basteln
« Antwort #7 am: Januar 28, 2009, 23:05:10 Nachmittag »
Hallo Nicolas,

Du hast zwar den anderen Günter angesprochen, doch sicherlich darf ich hier auch antworten.

Das mit der Tiefenschärfe verstehe ich so.
Mein Feintrieb ist ja mit einer Skala versehen.
Mit den Angelschnüren definierter Dicke kann ich das überprüfen/kalibrieren.
Wenn der Durchmesserunterchied zB 0.2 mm beträgt, und ich dafür x Teilstriche brauche um die Schnuroberfläche scharf zu stellen, kann ich ja die µm pro Teilstrich ausrechnen. Und damit kann ich die Dicke von unbekannten Objekten ermitteln. Unterseite scharfstellen, Oberseite scharfstellen, die Verstellung in Teilstrichen ablesen, umrechnen.

viele Grüße
Günter
« Letzte Änderung: Januar 29, 2009, 14:20:08 Nachmittag von Günter »
über mich   
Folge denen, die die Wahrheit suchen.
zweifle an denen, die sie gefunden haben.

NicLi

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Re: Tipp: Okularmikrometer basteln
« Antwort #8 am: Januar 29, 2009, 20:06:01 Nachmittag »
Hallo Günter (auch wenn nicht der "echte" ::))
Jetzt verstehe ich es. Aber dafür könnte man ja auch einen OT nehmen- der 1mm dick ist. Da wäre alles sehr viel genauer, und der Feintrieb an Mikroskopen, die "sogar" eine Skala am Feintrieb haben, müsste sich eigentlich schon über mehr als 1mm erstrecken. Somit würde ich, wenn überhaupt, die OT-Methode vorziehen.
Aber ich glaube, man muss da noch irgendwas mit der Brechzahl/Brechungsindex multiplizieren, das wird dann doch noch schwieriger...
mfG
Nicolas

BUANA

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Re: Tipp: Okularmikrometer basteln
« Antwort #9 am: Februar 05, 2009, 09:58:12 Vormittag »
Hallo Alle.

Zum Thema: Tiefenschärfe:

Nu die Tiefenschärfen-Flur-Länge kann so (mit den Angelschnüren gemessen werden).

Das ist so ähnlich wie beim fotografieren mit einer analogen Spiegelreflex-Kamera:

Damit kann man zum Beispiel über den Tiefenschärfen-Ring am Objektiv sehen
(die Blende ist 2 X links und rechts aufgedruckt) wie gross der Tiefen-schärfen-Flur wird.
Dann wird auch dieser Flur, z.B das Bild wird von 2-5m scharf.
Alles andere, weiter weg oder Näher dran, an der Kamera wird unscharf.

Zum Mikroskop:
Wenn ich 2 Angelschnüre nebeneinander auf einem OT habe:
1 ist 0,20mm dick, die andere 0,22mm dick - dann habe ich 0,02mm =20µ Unterschied.
Wenn beide Schnuroberflächen unter dem Mikroskop scharf sind habe ich eine
Tiefenschärfe von 20µ

Günter

NicLi

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Re: Tipp: Okularmikrometer basteln
« Antwort #10 am: Februar 05, 2009, 19:36:14 Nachmittag »
Hallo Günter,
ich glaube jetzt verstehe ich dich. Du ermittelst die Tiefenschärfe, um beim Stacken nicht unnötig viele Bilder machen zu müssen?
Clever, wenn man dann noch eine Steuerung mit Schrittmotor hätte...
ciao
Nicolas

BUANA

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Re: Tipp: Okularmikrometer basteln
« Antwort #11 am: Februar 06, 2009, 00:04:34 Vormittag »
Das Ganze funktioniert auch ohne Foto.

Einfach durchgucken und logisch entscheiden.

Siehe >Oben Text.

Grüsse aus Lünen (Nähe Dortmund)

macht nix wenn Du Immer wieder Nachfragst.

Dafür ist son FORUM da.

Wenn Du irgendwas nicht verstehst frag (Detailiert) nach.

Keine Angst - Fragen Kostet nix (Hier)


Gut wir sind etwas am Haupt-Thema vorbei  - aber es ist vielleicht für Viele interessant.

Mann Lehrnt immer noch dazu.

Probieren - Messen - Dokomentieren - Ausprobieren - am Ball bleiben.
Wenns Heute nicht klappt - Dann vielleicht Morgen - oder nächste Woche.

Günter