Autor Thema: HISTOLOGIE: Nekrotisierende Fasziitis  (Gelesen 41615 mal)

Peter V.

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Re: HISTOLOGIE: Nekrotisierende Fasziitis
« Antwort #15 am: Juli 25, 2012, 23:32:34 Nachmittag »
Hallo Florian,

vielen Dank für Deinen ausführlichen, pathohistologischen Beitrag! Ich frage mich, wie kann es zur Ausprägung eines derart schweren Krankheitsbildes kommen. Handelt es sich hier um Verwahrlosung, einer Immunsupression  oder um einen multiresistenten Keim? Ansonsten bleibt eigentlich nur die Angst zum Arzt zu gehen; ein bitteres Ende!

Nochmals vielen Dank für Deinen Beitrag!


Dieter

Du hast es schon richtig erkannt. Für den urologischen Bereich, in dem dieses Krankheitsbild als "Fourniersche Gangrän" bekannt (und wegen hoher Letalität gefürchtet) ist, kann ich sagen, daß prädiosponierende Faktoren insbesondere eine extrem vernachlässigte Hygiene und Diabetes mellitus sowie eine unzureichende Behandlung anfänglich weniger schwerer entzündlicher Prozesse im Genitalbereich (verschleppter, nicht behandelter Infekt) sind.

Herzliche Grüße
Peter
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Jürgen Boschert

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Re: HISTOLOGIE: Nekrotisierende Fasziitis
« Antwort #16 am: Juli 26, 2012, 10:27:38 Vormittag »
Hallo zusammen,

ich möchte nur vor diesem Krankheitsbild eindringlich warnen - und es korreliert nicht unbedingt mit Verwarlosung. Ich arbeite in einer Klinik, in der die plastischen und unfallchirurgischen Kollegen ausgewiesene Experten für die Behandlung sind. Und was ich da schon alles gesehen habe ist "beeindruckend". Häufige Ursache / Eintrittspforte sind kleinste Wunden, die oft bei Gartenarbeiten entstanden sind. Es kommt recht rasch zu einer hochfieberhaften Situation, ohne dass dabei ein besonders auffälliger Lokalbefund vorhanden sein muss. Spätestens dann muss aber sehr rasch gehandelt werden, ansonsten der Patient binnen weniger Stunden versterben kann. Das Motto "dran denken" gilt hier sowohl für Patient, wie auch die Ärzte.
Will nicht verängstigen, aber ... es kann wirklich jeden treffen, nicht nur "Penner" !

Beste Grüße !

JB
Beste Grüße !

JB