Was ist ein elektronischer Verschluß?

Begonnen von Klaus Henkel, August 11, 2012, 19:44:59 NACHMITTAGS

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Rawfoto

Liebe KollegInnen

Die Frage ist leicht zu beantworten, beim "mechanischen" Verschluss werden die Zeiten durch eine Ablaufmechanik gebildet, beim "elektronischen" wird die Zeit elektronisch gebildet. Angesteuert wird von beiden die Verschlussmechanik und damit haben beide die gleichen Vibrationen ...

Bei Canon hat man Versuche unternommen einen rein elektronischen Verschluss zu bauen, das war bereits im vergangenem Jahrtausend, das Modell ist aber mit feststehenden Spiegel auf den Markt gekommen und konnte 14 Bilder in der Sekunde belichten. Der Verschluss war da nicht das Problem, man wollte die Spiegelvibrationen und die vom Spiegel benoetigte Zeit in den Griff bekommen ...

:-)

Gerhard

Ps: das neue Teil mit 14 Bilder in der Sekunde von Canon hatte ich heute auf meinem Fotoautomaten, geile Qualitaet, ich war ueberascht ...
Gerhard
http://www.naturfoto-zimmert.at

Rückmeldung sind willkommen, ich bin jederzeit an Weiterentwicklung interessiert, Vorschläge zur Verbesserungen und Varianten meiner eingestellten Bilder sind daher keinerlei Problem für mich ...

TPL

#16
Lieber Peter, lieber Jon,

vielen Dank. Das liest sich nach einer Beantwortung der Eingangsfrage.
Nicht böse sein - aber manchmal ist es hilfreich, erst die Eingangsfrage zu beantworten, und sich dann den Auswirkungen zu widmen - das gilt durchaus auch für den Eingangsbeitrag. Vielleicht können wir nach der Klärung des Umstands, dass es sich bei der Sache um einen puren Firmware-Auslesevorgang handelt, ein wenig in der Sache weiterkommen, z. B. bei den Gründen für Auflösungsbeschränkungen und die (bei vielen Kamera-Modellen) weiterhin bestehende Notwendigikeit mechanischer Verschlüsse.

Danke für Eure Geduld. Ich glaube, es ist sinnvoll, die Begriffe einmal ordentlich auseinander klamüsert zu haben...

Schönen Abend noch
Thomas

wilfried48

#17
Hallo Verschlussdiskutierer,

hier ist eine schöne Darstellung

http://www.colorfoto.de/ratgeber/der-verschluss-1176939.html

in der auch die Probleme der rein elektronischen Verschlüsse oder besser gesagt der

rein elektronischen Belichtungen erklärt werden (einen Verschluss in eigentlichen Sinne gibt es ja da nicht mehr).

Hier sieht man auch, warum die Canons mit ihrer Kombination aus beidem für die Mikroskopie zumindest zur Zeit

noch das Mass aller Dinge bleiben. Sie vermeidet die momentan noch vorhandenen Nachteile der rein elektronischen

"Verschlüsse" und ist dennoch verwacklungsfrei, da der mechanische Vorhang erst betätigt wird, wenn das Bild

bereits im Kasten ist.

Und wer hat das als erster erkannt und durch Messungen dokumentiert. Unser Herr Höbel !  ;)

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

reblaus

Hallo Wilfried -

Warum soll ich nicht auch mal spitzfindig sein?

Zwar bestätigt unsere tägliche Erfahrung empirisch, dass bei den neueren Canons keine Vibrationsproblematik besteht.

Wie ich aber aus den Links oben gerade gelernt habe ist das Bild eben doch noch nicht im Kasten, wenn der zweite, mechanische, Vorhang losläuft. Während er beschleunigt wird - und mithin Vibrationen auslöst - werden die noch nicht vom Vorhang abgedeckten Zeilen schließlich immer noch belichtet!
Wahrscheinlich ist aber diese Beschleunigung mit weit geringeren Vibrationen verbunden als das Anknallen eines mechanischen ersten Vorhangs nach dessen Öffnung.

Viele Grüße

Rolf


Klaus Henkel

Zitat von: Klaus Henkel in August 11, 2012, 19:44:59 NACHMITTAGS

Nun bitte ich um Mitteilung, falls ich etwas mit den "elektronischen" Verschlüssen nicht mitbekommen habe.


Zwischendurch erst einmal danke. Nein ich wollte keinen Jux machen. So ist das also.

Die Sache mit dem zeilenweisen Löschen des Chips und dem folgenden zeilenweisen Neuaufbau zum endgültigen Bild hatte ich vor einiger Zeit doch schon mitbekommen (ich erinnere mich jetzt), aber wohl - weil das noch nicht perfekt funktionierte - als noch nicht spruchreife Technik zunächst anscheinend wieder verdrängt. Nun ist es beim Lesen aus meinem Speicher wieder zeilenweise hervor geholt. Herzlichen Dank für die Aufklärung.
KH

wilfried48

#20
Zitat von: Safari in August 11, 2012, 23:10:45 NACHMITTAGS

Das klappt wunderbar bei einem Bild. Und wenn Du zum stacken 100 Bilder machst?


Hallo Safari,

wenn du von Hand stackst ist die Kamera sicher schneller abgeklungen als das manuelle Verstellen der Fokusebene dauert.

Und wenn du einen "Stackomaten" benutzt, musst du mit der Bildfolge ebenfalls abwarten bis die Schwingungen
der Schrittmotoren und der kompletten Anordnung nach dem schnellen Fokusverstellen abgeklungen sind.

Hallo Rolf,

hier nochmal die Messungen von Peter Höbel von damals:
http://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=1267.msg6433#msg6433

hieraus geht hervor dass Verschlussbeschleunigungen sicher eine untergeordnete Rolle gegenüber dem Verschlussschlag spielen

viele Grüsse
Wilfried
vorzugsweise per Du

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Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

Lothar Gutjahr

Guten Morgen,

genau genommen ist die eigentliche Frage inzwischen etwas umgemünzt worden in Richtung verschlusslose Kamera. Für mich stellte sich die Erwartung an einen elektronischen Verschluss eher so dar, daß man davon ausgehen konnte, daß ein solcher aus einer Glas/Keramikfläche besteht, welche mit einem Spannungswechsel lichtdurchlässig wird oder sperrt.

Diese Erwartungshaltung entstand bei mir in den 60.ern in USA, wie mir ein Forschungsbericht von Sandia labs. auf den Tisch kam der von der Entwicklung der PLZT-Keramik berichtete.Dieses Material fand auch recht bald in Kampfflugzeugen Einzug, wo es den Piloten vor Blendung durch nuklearte Blitze schützen sollte. Da hat man sowohl mit Einsätzen in der Cockpitscheibe als auch mit Helmbrillen gespielt. Wenn ich mich richtig erinnere, war das damals zum Redesign gegangen, weil in der Nähe starker Radarstationen und anderer elektronischer Störungen Piloten "dunkelgeschaltet" wurden.

Inzwischen gibt es ja ähnliche Systeme in Schweisserhelmen. Das von Wolfgang erwähnte Sinarsystem kenne ich nicht; müßte aber in etwa in diese Richtung gehen. Von der Technik her wird man davon ausgehen können, daß ein Film wenn er hinter diesem Verschluss lagert nach Wochen oder Monaten durch geringes Restlicht belichtet wird, was bei einer Plattenkamera nicht stört. Aber auch bei einem nodernen Sensor ohne Belang wäre. Bleibt die Frage, ob so ein Element in der notwendigen Qualität nicht zu teuer wäre, beziehungsweise gar nicht hergestellt werden kann ?

Gruß Lothar

Lothar Gutjahr

Ja Wolfgang,

und bei dem Münchner Autobauer sah man die ersten davon regelmäßig am Strassenrand stehen.

Danke für die Infos zum Sinarverschluss. Dann gibt es den von mir erwarteten wohl immer noch nicht; oder höchstens in der hinteren Schublade im Labor.

Gruß Lothar