Autor Thema: Botanik: Ein pflanzlicher Blutsauger - Sanguisorba officinalis *  (Gelesen 12796 mal)

Fahrenheit

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Botanik: Ein pflanzlicher Blutsauger - Sanguisorba officinalis *
« am: August 19, 2012, 23:05:58 Nachmittag »
Liebe Pflanzenfreunde,

ein pflanzlicher Blutsauger? Der Große Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis) ist eine alte Heilpflanze, deren blutstillende Wirkung in ihren lateinischen Namen Eingang gefunden hat: Sanguisorba deutet darauf hin: Sanguis ist das Blut und sorbere bedeutet einsaugen. Besonders die dunkelrote (blutrote) Farbe der Blütenköpfe galt gemäß der Signaturenlehre als Zeichen für die blutstillenden Eigenschaften der Pflanze.

Bild 1: Der große Wiesenknopf in seinem Habitat

Nicht ganz typisch wächst er hier an der Flanke eines Siegdeiches, aber es ist ihm wohl feucht genug.

Als Rosengewächs aus der Familie Rosaceae ist der Große Wiesenknopf mit den Rosen aber auch den Äpfeln verwandt. Er kommt in ganz Mitteleuropa und bis nach China hinein vor, wobei er in den nordeuropäischen Ländern selten ist. Auch in größeren Höhen ist er anzutreffen, man findet ihn in der kollinen bis subalpinen Stufe, die in den Zentralalpen bis hinauf auf ca. 2300 Meter ü. M. reicht.

Bild 2a/b: Das Blattwerk des Großen Wiesenknopfes (2a) und eine Sprossgabel mit einem Hochblatt (2b).



Der Sanguisorba officinalis wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 30 bis zu 120 Zentimetern. Der aufrechte Stängel ist rund, gerillt und unbehaart, nur an der Basis sind gelegentlich Haare zu finden. Die grundständig und wechselständig am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind gestielt und unpaarig gefiedert. Drei bis sechs Fiederpaaren sind möglich, dabei ist die Blattoberseite dunkelgrün, die Unterseite blaugrün. Die grundständigen Nebenblätter sind braun und häutig. Am Stängel sind die Nebenblätter groß, krautig und spitz gesägt.
Die aufrechten Blütenstände weisen bei einer Länge von 1 bis 6 cm einen Durchmesser von 0,5 bis etwa 1 cm auf. Sie enthalten etwa 20 bis 80 Blüten, die von der Spitze her zur Basis hin aufblühen. Die zwittrigen Blüten haben vier Kelchblätter von in der Regel dunkel rot-brauner bis rosaroter Farbe. Die Kronblätter fehlen. Die vier Staubblätter besitzen dünne Staubfäden, die oft die Länge der Kelchblätter erreichen.
Die Blütezeit reicht von Juli bis November, aus der befruchteten Blüte entwickelt sich die Frucht in einem vierrippigen Blütenbecher.

Bild 3a/c: Impressionen vom Blütenstand des Großen Wiesenknopfes




Der Große Wiesenknopf ist eine gute Futterpflanze - sowohl für das Weidevieh, das ihn gerne frisst, als auch für eine Vielzahl von Insekten, die sich vom Nektar der Pflanze ernähren und die Befruchtung erledigen. Allerdings ist auch eine Selbstbefruchtung möglich.
Wie das Artepitheton "officinalis" andeutet, wurde er aber auch als Heilpflanze geschätzt und entsprechend genutzt.

Bild 4: Natürlich darf auch eine schöne Illustration nicht fehlen

Die Zeichnung stammt aus "Deutschlands Flora in Abbildungen" von Johann Georg Sturm und ist von Jacob Sturm. Das Entstehungsjahr ist 1796. Quelle Kurt Stüber, www.biolib.de.

Und nun wie immer erst zur Präparation:

Der Spross wurde frisch auf dem Handzylindermikrotom mit Leica Einmalklingen im SHK-Klingenhalter geschnitten. Die Schnittdicke beträgt ca. 50 µm.
Anschließend wurden die Schnitte für etwa 20 Minuten in AFE fixiert.

Nebenbei sind einige Aufnahmen der ungefärbten und unfixierten Schnitte entstanden.

Gefärbt habe ich wieder in Anlehnung an Robin Wackers W3A Färbung - also ohne die Beimischung von Acriflavin in den letzten Färbegang mit Astrablau. Entsprechende Arbeitsblätter können im
Downloadbereich der MKB-Webseite herunter geladen werden.

Jetzt geht es an die Präparate:

Bild 5: Eine Makroaufnahme vom Spross zur Übersicht

Wir sehen einen "klassischen" Sprossquerschnitt, die nötige Steife wird durch einen Sklerenchymring erreicht. Leider ist der Spross recht zäh und so hat sich unten ein Riss eingeschlichen.

Bild 6: Ein wenig näher heran bei einer Vergrößerung von 50x, Stapel aus 15 Bildern


Nach den Übersichtsbildern nun zu den höher vergrößerten Aufnahmen:

Bild 7a/c: Ein Segment aus dem Spross, Bild 7a ungefärbt, Bild 7c mit Beschriftung; Vergrößerung 100x, Stapel aus 20 bzw. 7 Bildern



Wir sehen offen kollaterale Leitbündel und es fällt hier schon auf, dass es offensichtlich zwei leicht unterschiedliche Arten von Sklerenchymzellen gibt.
Beschriftung von links nach rechts (innen nach außen):
MP:     Markparenchym
PXl:    Primäres Xylem
T:      Tracheen
XlP:    Xylemparenchym
Xl:     Xylem
Ca:     Cambium
Pl:     Phloem
Skl:    Sklerenchym
Skl Tü: tüpfelreiches Sklerenchym
RP:     Rindenparenchym
Ep:     Epidermis
Cu:     Cuticula
Ep skl: Sklerifizierte Epidermis als Reaktion auf eine Verletzung oder Belastung

Bild 8a/c: Ein Leitbündel, Bild 8a ungefärbt, Bild 8c mit Beschriftung; Vergrößerung 200x, Stapel aus 14 bzw. 10 Bildern



Es liegt ein offen kollaterales Leitbündel vor, bei dem Xylem und Phloem von einem Cambium getrennt sind.
Beschriftung von innen nach außen (unten nach oben) analog zu Bild 7c.

Auffällig ist, wie oben schon erwähnt, dass es keine Markstrahlen durch den Sklerenchymring gibt, der zur Versteifung des Sprosses dient. Aber die Sklerenchymzellen zwischen den Leitbündeln verfügen über deutlich mehr Tüpfel, als die in den Sklerenchymkappen über den Leitbündeln. Zusätzlich sind die Interzellularräume zwischen den Sklerenchymzellen zwischen den Leitbündeln deutlich größer.  
Die Verbindung zwischen Mark- und Rindenparenchym scheint also über diese tüpfelreichen Sklerenchymzellen zu laufen, bzw. auch an ihnen vorbei.

Das schauen wir uns noch einmal genauer an. Da meine Canon A520 etwas Probleme mit der sauberen Separierung von Rottönen hat, zeige ich neben den Farb- auch Graustufen-Bilder.

Bild 9a/b: Sklerenchymzellen aus der Sklerenchymkappe über einem Leitbündel (9a) und aus dem Ring zwischen den Leitbündeln (9b) im Vergleich, Vergrößerung 400x, Stapel aus je 8 Bildern


Schon hier ist gut zu erkennen, dass die Zellen zwischen den Leitbündeln deutlich mehr Tüpfel haben.

Bild 10a/b: die gleiche Paarung noch einmal in Graustufen, wieder zuerst die Zellen aus der Sklerenchymkappe über einem Leitbündel (10a), dann Zellen aus dem Ring zwischen den Leitbündeln (10b), Vergrößerung wieder 400x, Stapel aus je 8 Bildern


Die Graustufenbilder zeigen den beobachteten Unterschied noch deutlicher.

Bild 11a/b: Ein Stoma, Bild 11b mit Beschriftung; Vergrößerung 400x, Stapel aus 5 Bildern


Die Beschriftung von unten nach oben (innen nach außen):
RP:  Rindenparenchym
D:   Eine der seltenen Drusen
IZ:  Substomatärer Interzellularraum - früher Atemhöhle
NZx: Nebenzellen links und rechts
SZx: Schließzellen links und rechts
EP:  Epidermis
Cu:  Cuticula

Bild 12a/b: Ein Drüsenhaar, Bild 12b mit Beschriftung; Vergrößerung 400x, Stapel aus 5 Bildern


Die Beschriftung von unten nach oben (innen nach außen) wieder analog zu Bild 11b,
DZ: becherförmige Drüsenzelle

Vielen Dank fürs Lesen, Anregung und Kritik sind wie immer willkommen.

Herzliche Grüße
Jörg

Edit: 01.112013 gelöschte Bilder wieder hergestellt
« Letzte Änderung: Oktober 22, 2014, 15:27:02 Nachmittag von Fahrenheit »
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koestlfr

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Re: Botanik: Ein pflanzlicher Blutsauger - Sanguisorba officinalis
« Antwort #1 am: August 20, 2012, 08:15:35 Vormittag »
Hallo Jörg!

Wunderschöner Beitrag! Tolle Bilder!

Fragen:

A Wie machst Du die SW-Aufnahmen? Da wirken die Rottöne sehr exakt als Graustufen abgebildet, fast 3-dimensional.
B Hätte man bei den Farbaufnahmen die Rottöne durch ein HDR nicht doch abstufen können, bzw. ob ein gutes Bildbearbeitungsprogramm die Originalbilder im RAW-Format - unter Verlust der Linearität - aufgelöst hätte?

Liebe Grüße

Franz
Liebe Grüße
Franz

hajowemo

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  • Jochen Mooßen
Re: Botanik: Ein pflanzlicher Blutsauger - Sanguisorba officinalis
« Antwort #2 am: August 20, 2012, 09:29:06 Vormittag »
Lieber Jörg,

wieder einmal eine sehr gute Dokumentation.
Die Beschriftungen sind für mich sehr lehrreich und zeigen mir meine Schwächen auf.
Aber mit der Zeit werde ich wohl auch das verstanden haben.
Herzlichen Dank für deine Arbeit.

Liebe Grüße
Jochen
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Man sieht nur mit dem Herzen gut.
Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

Jan Kros

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Re: Botanik: Ein pflanzlicher Blutsauger - Sanguisorba officinalis
« Antwort #3 am: August 20, 2012, 10:19:25 Vormittag »
Lieber Jörg
Eine sehr schöne Arbeit von eine interessante Pflanze.
Schöne Bilder und gut dokumentiert
Ich habe mir alles ausgedruckt
Herzlichen Dank fürs zeigen
Gruss
Jan

David 15

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  • David Kubon
Re: Botanik: Ein pflanzlicher Blutsauger - Sanguisorba officinalis
« Antwort #4 am: August 20, 2012, 10:46:12 Vormittag »
Lieber Jörg,

Ich schließe mich den anderen an. Wirklich sehr schön.

Lieber Jan,

Das wird doch allmählich teuer wenn du dir jedes mal seine Dokus ausdruckst oder ?  ;D

Viele Grüße
David
''Wir leben in einem gefährlichen Zeitalter. Der Mensch beherrscht die Natur, bevor er gelernt hat, sich selbst zu beherrschen.'' ( Albert Schweitzer)

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Fahrenheit

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Re: Botanik: Ein pflanzlicher Blutsauger - Sanguisorba officinalis
« Antwort #5 am: August 20, 2012, 17:06:37 Nachmittag »
Liebe Freunden,

vielen Dank für Euer Lob! Da macht das Schnippeln erst richtig Spaß!  ;)

Lieber Franz,

im Allgemeinen bearbeite ich meine Bilder nach dem Stacken nur sehr begrenzt nach: ich normalisiere die Farbverteilung, verkleinere auf eine "forengängige" Größe und schärfe etwas nach. Alles das mit der Freeware XNView.
Das Programm bietet auch die Umwandlung der Bildinformationen in 256 Graustufen an. Das Anwenden dieser Funktion auf die Bilder 9a/b bring die Bilder 10a/b hervor. Mehr ist es nicht.

Die Canon Powershot A520 ist eine einfache, schon etwas in die Jahre gekommene Konsumer-Kamera. So was wie ein RAW Format kennt sie nicht. Ich bin also auf die von der Kamera gelieferten JPEGs angewiesen. Eine wie von Dir beschriebene Testmöglichkeit habe ich leider nicht.

Lieber Jochen,

gerne geschehen! Wenn Du Dich einlesen möchtest - und ihn noch nicht hast - empfehle ich den Wanner. Wenn Du ganz viel Glück hast, erwischst Du ein gebrauchtes Exemplar vom Eschrich. Damit wärst Du fürs Erste gut bedient - so habe ich auch angefangen.

Allen herzliche Grüße
Jörg
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Mila

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Re: Botanik: Ein pflanzlicher Blutsauger - Sanguisorba officinalis
« Antwort #6 am: August 20, 2012, 17:27:59 Nachmittag »
Lieber Jörg,

schön, dass Du Dich dieser interessanten HP (;)) angenommen hast! Der Vergleich 'gefärbt - ungefärbt' gefällt mir wieder besonders gut.
Beim Stoma sieht man sehr schön die Cuticular-Hörnchen :)

Ab dem 3.9. bringe ich wieder 30 Schülern das Mikroskopieren der Blümelein bei, ich freue mich darauf und werde den Kurs gerne mit solchen schönen Bildern "anfixen".

Herzliche Grüße
Mila

koestlfr

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Re: Botanik: Ein pflanzlicher Blutsauger - Sanguisorba officinalis
« Antwort #7 am: August 20, 2012, 18:44:26 Nachmittag »
Hallo Jörg!

Das heißt aber, der Sensor der Kamera differenziert die Töne sehr wohl, sonst könnte die SW bei der Umwandlung die Graustufen nicht - das heißt entweder solltest du in der SW die Rotdifferenzierung beeinflussen (oder auch mit jpeg 3 abgestufte Aufnahmen mit -1, 0, +1 EV machen und zu einem HDR zusammenfügen) und dann müssten deine Abstufungen so dargestellt werden, wie du es dir wünscht! Ich glaube, die A520 ist noch absolut OK! Aber bitte: der letzte Schritt ist das Verkleinern, danach geht nix mehr! :-)

Liebe Grüße

Franz
Liebe Grüße
Franz

Fahrenheit

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Re: Botanik: Ein pflanzlicher Blutsauger - Sanguisorba officinalis
« Antwort #8 am: August 20, 2012, 20:14:31 Nachmittag »
Liebe Mila,

auch Dir vielen Dank für Dein Lob!

Ja, Du hast recht, am inneren Ende der Spaltöffnung sind die angeschnittenen Cuticularleisten zu sehen. Toll, dass Du meine Bilder wieder für Deinen nächsten Kurs verwenden möchtest und für die praktische Anschauung gibt es ja auch noch die Präparate. Ein Sprossquerschnitt des Wiesenknopfes liegt für Dich bereit.  :)

Leider habe ich in meinen Unterlagen nicht viel zur Heilwirkung gefunden - nur die namensgebende blutstillende Wirkung ist erwähnt. Ich würde mich freuen, wenn Du da noch etwas nachlegen könntest.

Lieber Franz,

leider muss ich ja stacken, da die Okularadaption durch das Gewicht der Kamera ein wenig aus der optischen Achse rutscht (und auch, weil die Schnitte selbst nie ganz plan sind). Daher fallen HDR-Aufnahmen schwer. Ich müsste zumindest zwei Belichtungsserien verrechnen, der Aufwand dafür ist mir dann doch zu groß.
Ich sorge also bei überwiegenden Rottönen für eine leichte Unterbelichtung und wandele in Zweifel in die Graustufenbilder um. Die unterschiedlichen Tonwerte sind so zumindest für unsere Augen leichter zu unterscheiden.  :)
An einen Schade an der Kamera glaube ich auch nicht - das wäre eine Katastrophe.  ;D Aber von der Abstimmung her bereiten die Rottöne halt Probleme und ich habe keinen Einfluss darauf, was die Firmware mir da nachher als JPEG präsentiert.

Mit dem Verkleinern hast Du natürlich absolut recht - Informationen, die einmal rausgerechnet wurden, bringt keine SW mehr zurück. Und natürlich speichere ich auch die Originale und alle Zwischenversionen, um bei Bedarf korrigieren zu können.

Euch beiden herzliche Grüße
Jörg   
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Mila

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Re: Botanik: Ein pflanzlicher Blutsauger - Sanguisorba officinalis
« Antwort #9 am: August 20, 2012, 22:19:07 Nachmittag »
Lieber Jörg,

Leider habe ich in meinen Unterlagen nicht viel zur Heilwirkung gefunden - nur die namensgebende blutstillende Wirkung ist erwähnt. Ich würde mich freuen, wenn Du da noch etwas nachlegen könntest.

na das lasse ich mir doch nicht zweimal sagen ;D

Zum Namen: "Sanguis" bedeutet "Blut", wie Du schon schriebst, und "sorbeo" bedeutet "ich schlürfe ein". Die Pflanze enthält, wie alle Rosengewächse, Gerbstoffe, zusätzlich Sanguisorbin (ein Triterpen), Saponine, ätherische Öle, Flavonoide, Ascorbinsäure und Gummen.

Medizinische Wirkung und Anwendung:

Stillung oder Verlangsamung von Blutungen.
In der europäischen und chinesischen Volksmedizin findet die Droge bei starken Perioden-/ Gebärmutterblutungen Anwendung.
Äußerliche Anwendung bei Verbrennungen, Hämorrhoidenbeschwerden, Wunden, Zahnfleischbluten, Ekzemen.
Auf Grund der Gerbstoffe innerlich auch bei Durchfall und chronischen Dickdarmentzündungen, insbesondere mit Blutungen.

Nach chinesischen Untersuchungen soll ein Pflanzenauszug bei Verbrennungen wirksamer sein als der daraus isolierte Gerbstoffextrakt.

Quellen: Andrew Chevallier, Das große Lexikon der Heilpflanzen, Dorling Kindersley, 2001;
Dr. Ute Künkele, Till R. Lohmeyer, Heilpflanzen & Kräuter, Copyright Parragon Books Ltd

Bei Tabernaemontanus werden die Wiesenknöpfe als Sperbenkräuter bezeichnet:

Die beyden Geschlecht der Sperbenkräuter haben ein zusammenziehenden und klebrichten Geschmack, haben derowegen eine Krafft und Eigenschafft mittelmäßig zu kühlen, zu trucknen und die Wunden zu hefften und das Blut gewaltiglich zu stilllen...

Quelle: Marie-Luise Kreuter, Kräuter & Gewürze aus dem eigenen Garten, BLV Verlagsgesellschaft mbH, 11. Auflage 2004

Herzliche Grüße
Mila

Jan Kros

  • Gast
Re: Botanik: Ein pflanzlicher Blutsauger - Sanguisorba officinalis
« Antwort #10 am: August 21, 2012, 09:28:28 Vormittag »
Lieber David
Da hast du recht, aber man bekommt so eine recht schöne Sammlung
Machmal such ich die Pflanze dann auch draussen und schneide sie auch.
Gruss
Jan

Hans-Jürgen Koch

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Re: Botanik: Ein pflanzlicher Blutsauger - Sanguisorba officinalis
« Antwort #11 am: August 21, 2012, 14:26:04 Nachmittag »
Lieber Jörg!

Super Beitrag und gestochen scharfe Bilder. 

Gruß nach Sankt Augustin

Hans-Jürgen
Die Natur ist die beste Lehrmeisterin.

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Holger Adelmann

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Re: Botanik: Ein pflanzlicher Blutsauger - Sanguisorba officinalis
« Antwort #12 am: August 21, 2012, 20:00:25 Nachmittag »
Ich komme erst heute dazu Deinen neuen Beitrag ausgiebig zu betrachten denn die Musse hat er sich wirklich verdient, lieber Jörg.
Deine Beiträge werden immer besser und haben ja schon fast den Charakter einer kleinen Monographie der jeweiligen Pflanze, richtig cool  8)

Jetzt brauchst Du aber wirklich bald mal ein stabiles Stativ - das geht ja nicht so weiter  ;D


Herzliche Grüsse
Holger


Fahrenheit

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Re: Botanik: Ein pflanzlicher Blutsauger - Sanguisorba officinalis
« Antwort #13 am: August 21, 2012, 21:29:17 Nachmittag »
Liebe Mila,

herzlichen Dank für Deine Informationen zur Heilwirkung des Großen Wiesenknopfes! Schön, dass dieser Aspekt der Pflanze nun auch entsprechend gewürdigt wird.

Lieber Hans-Jürgen,

auch Dir herzlichen Dank!

Lieber Holger,

natürlich auch Dir meinen Dank für Dein Lob! Ja, über ein entsprechend ausgerüstetes Stativ würde ich mich schon sehr freuen. Aber ich kann warten, bis was passendes auftaucht.  ;D

Allen herzliche Grüße
Jörg
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Fahrenheit

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Re: Botanik: Ein pflanzlicher Blutsauger - Sanguisorba officinalis
« Antwort #14 am: November 01, 2013, 15:46:49 Nachmittag »
Liebe Pflanzenfreunde,

wer spült den plötzlich so altes Zeuchs nach oben?  ;D
Beim Bilder-Hoster http://www.fotos-hochladen.net/ sind wohl einige Daten verloren gegangen. Der Beitrag hier ist einer der Betroffenen - es fehlten alle bis auf ein Bild.  ???

Da die Beiträge ohne Bilder nutzlos sind, habe ich ihn wieder hergestellt und hoffe, dass sich auch der eine oder andere weitere Betroffene die Mühe macht, seine Beiträge zu prüfen und bei Bedarf wieder zu vervollständigen. Dafür auch im Namen der Forengemeinschaft schon mal vielen Dank!

Herzliche Grüße
Jörg
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