Autor Thema: Total verputzt: Continental Style made in England - das Watson Praxis  (Gelesen 10274 mal)

Florian Stellmacher

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Total verputzt: Continental Style made in England - das Watson Praxis
« am: August 23, 2012, 11:18:29 Vormittag »
Lieber Freunde historischer Miroskope!

Vor einigen Tagen hatte sich um dieses Angebot im Mikromarkt eine Diskussion über die Lackierung von Messingmikroskopen entwickelt. Oftmals werden Mikroskope, deren Lack aufgrund jahrzehntelanger Benutzung angegriffen ist, in gutem Glauben mit „Brasso“ oder „Pol Blau“ auf Hochglanz poliert, wobei jedoch faktisch der Wert des Instrumentes deutlich gemindert wird. Neben dem Entfernen des Lackes werden auch Ecken und Kanten, deren exakte Ausführung eigentlich die besondere handwerkliche Expertise des Herstellers demonstrieren sollte, rund geschliffen. Das Resultat bezeichnet man in der Sammler-Sprache als „verputzt“.

Obgleich der – letztlich nur näherungsweise zu ermittelnde – pekuniäre Wert eines dementsprechend bearbeiteten Mikroskops deutlich unter dem eines im Originalzustand erhaltenen oder fachgerecht restaurierten liegen dürfte, kann der ideelle Wert eines solchen Instrumentes jedoch durchaus hoch sein. Dies kann sogar über eine wirtschaftliche Enttäuschung hinweghelfen, was folgender Bericht zeigen soll.

Bei dem Mikroskop, das ich heute vorstellen möchte, handelt es sich um ein Watson Praxis, dessen Seriennummer auf das Herstellungsjahr 1919 verweist [1]. Das Mikroskop wurde von einem britischen Verkäufer auf ebay.co.uk angeboten. Es waren nur einzelne unscharfe Bilder vorhanden, die über die Qualität der Lack-Erhaltung keinerlei Aufschluss ermöglichten, der Verkäufer bemühte in der Beschreibung allerdings Vokabeln wie „magnificent“ und „amazing“. Meine Fehler – ich war damals blutiger Anfänger –  waren einerseits, dass ich relativ unkritisch mit den Fotos umgegangen bin, andererseits das Mikroskop faktisch nicht kannte; hätte ich das Modell gekannt, wäre mir sofort aufgefallen, dass eigentlich der Fuß und der Tubusträger hätten lackiert sein müssen [2]. So bot ich einen für den tatsächlichen Erhaltungszustand des Mikroskops deutlich zu hohen Preis und hatte dennoch das Pech, von einem amerikanischen Sammler überboten zu werden, der zum damaligen Zeitpunkt relativ wahllos alle möglichen Mikroskope auf ebay einkaufte. Am folgenden Tag bekam ich dann eine Mail des Verkäufers, dass der ursprüngliche Gewinner der Auktion abgesprungen sei, offiziell da ihm die horrenden Portokosten in die USA erst im Nachhinein klar geworden seinen. Ich bekam somit das Angebot, das Mikroskop für den von mir als Limit gesetzten Preis zu erwerben. Die Chance, ein miserables Geschäft zu machen, ließ ich mir nicht entgehen! Damit habe ich dann Lehrgeld bezahlt.

Als das Mikroskop nach quälend langen Tagen endlich bei mir eintraf, musste ich feststellen, dass der gesamte Lack vollständig entfernt worden war. Hierbei war man so gründlich vorgegangen, dass selbst Seriennummer, Hersteller und Modellbezeichnung nahezu vollständig wegpoliert worden waren. Nur kleinste Reste des ursprünglichen schwarzen Einbrennlackes waren unter der Verkleidung der Stativsäule aus Messingblech noch vorhanden. Das Mikroskop war klassisch verputzt. Die Putzorgie muss wohl schon einig Zeit zurück gelegen haben, denn das Messing war wieder angelaufen und stumpf.







Nun, ich trauerte ein wenig und griff dann meinerseits zum Putzlappen, um dem Instrument zumindest ein bisschen Glanz zurück zu geben. Beim Zerlegen des Mikroskops zum Putzen zog ich auch das Okular aus dem Tubus, und – siehe da! – plötzlich war die Trauer um das zu viel bezahlte Geld verflogen, denn das Okular wies folgende Gravur auf:

PATHO. DEPT.
ST. BART’S HOSP.
MED. COL.



Was in so einem Moment passiert, ist etwas ganz Faszinierendes, das bei Sammlungsstücken, die einem besonders am Herzen liegen, keine Seltenheit ist: Es rollt sich in der Phantasie des jetzigen Besitzers eine Historie des Mikroskops aus, so wie sie gewesen sein könnte, d.h. nicht, dass sie auch tatsächlich so gewesen ist. Und plötzlich steht der Besitzer in einer Reihe von Menschen, die dieses Mikroskop zuvor besessen und damit gearbeitet haben – in meinen Falle offenbar ein Kollege von mir vor vielen vielen Jahren in der Routine, der Forschung oder am wahrscheinlichsten in der Lehre. Was macht es da schon, dass der Lack ab ist? Jetzt musste ich in die Geschichte einsteigen!

Zunächst ein paar Anmerkungen zur Firma Watson & Sons. Diese Firma wurde 1837 von William Watson gegründet, die ersten Mikroskope wurden jedoch erst 1876 verkauft [3]. Obwohl Watson später als die meisten anderen bekannten britischen Mikroskophersteller auf den Markt kam, wurden die Instrumente in der Fachwelt sehr gelobt. Der Diatomeen-Experte Henry van Heurck, der spatter mit einem nach seinen Vorstellungen gebauten und nach ihm benannten Mikroskop von Watson geehrt wurde, schrieb in “Le Microscope” (englische Übersetzung von 1893): “This firm only commenced to construct microscopes seriously a few years ago, but the progress which it has made in this branche has been so rapid and pronounced that upwards of 3,000 have already been produced.” [4] Aus gutem Grund, möchte man ergänzen, denn Watson zeichnete sich einerseits durch eine hohe Kreativität, Handwerkskunst und optische Qualität aus, andererseits schaffte es diese Firma, dem Druck kontinentaler Mikroskope z.B. von Zeiss oder Leitz, die kostengünstig in Serie gefertigt wurden und eine hohe Qualität aufwiesen, zu widerstehen. So überstand Watson & Sons beide Weltkriege, wurde jedoch 1957 an die Firma Pye verkauft, die 1967 von Philipps übernommen wurde. Das letzte Watson-Mikroskop wurde 1970 hergestellt. Vision Engeneering Ltd, die vor allem bei Zahntechnikern beliebte Makroskope herstellt, ist aus den Resten der Firma Watson hervorgegangen [3].

Das Watson Praxis verkörpert einen in England neuen Typus des Mikroskops, der in Kontinentaleuropa jedoch bereits Tradition war: das Hufeisenstativ. Nicht alle britischen Hersteller ließen von den typisch englischen Konstruktionsprinzipien Bar Limb bzw. Lister Limb ab und konstruierten weiterhin aufwendige und teuere Mikroskope, die bereits damals unter Liebhabern einen guten Ruf besaßen, jedoch am Markt eine Außenseiterrolle spielten. Den in gossen Stückzahlen produzierten Mikroskopen nach Art der Zeiss- oder Leitz-Stative gehörte zweifelsohne die Zukunft. Kurioserweise bot z.B. Leitz gleich mehrere Mikroskope mit „englischem“ Fuß auf der Insel an, während die englischen Hersteller im neunen Continental Style“ designten.
Das Watson Praxis ist ein typischer Vertreter dieses am kontinentaleuropäischen Geschmack ausgerichteten Mikroskops. Aus der Entfernung fällt es schwer, es von Modellen aus dem Hause Leitz, Zeiss oder auch Reichert zu unterscheiden. Das Stativ ist als großes Arbeitsmikroskop ausgelegt. Über dem typischen Hufeisenfuß ist eine neigbare Stativsäule mit Glocken-Feintrieb sowie einem Tubusträger mit Grobtrieb per Zahn und Trieb angebracht. Der zentrierbar zweilinsige Kondensor ist ebenfalls per Zahn und Trieb höhenverstellbar und mit einer Irisblende sowie einem ausschwenkbaren Filterhalter ausgestattet. Der Tisch hat eine Hartgummiauflage mit nur noch einer erhaltenen Präparateklammer. Der 3-fach-Revolver ist mit den Objektiven E. Leitz 6, Watson 1/6 sowie Watson 2/3 ausgestattet. Das Okular trägt oben die Gravur 25 MM x10. Das Mikroskop steht in einem in mahagonifarben gebeiztem Holzkasten.

Was hat es nun mit der seitlich am Okular angebrachten Gravur „PATHO DEP ST BART’S HOSP MED COL“ auf sich? Um ehrlich zu sein: Ich kann nicht sicher sagen, ob ich mit meiner Vermutung wirklich absolut richtig liege, aber ich möchte eben gerne glauben. Wer „St. Bart’s Hospital“ bei Google eingibt, wird zwangsläufig zu dem berühmten Londoner St Bartholomew’s Krankenhaus geleitet [5]. Das älteste britische Krankenhaus stammt bereits aus dem Mittelalter (1123 gegründet), und wurde 1546 von Heinrich VIII. neu gegründet. 1843 wurde das St. Bartholomew’s Hospital Medical College an dieser Klinik eingerichtet. 1995 ging diese Institution in der Queen Mary University auf.

 Aus diesem College scheint mein Mikroskop zu stammen. Die Ausstattung lässt vermuten, dass das Mikroskop in der Mediziner-Ausbildung eingesetzt war, jedoch könnte es auch in der Routinediagnostik seinen Dienst verrichtet haben. Der Kasten weist an der Bodenplatte Farbflecken auf, die sicherlich von ausgelaufener Farbstofflösung herrühren, was annehmen lässt, dass das Mikroskop in einem Labor stand.

Soviel war nun klar: Da musste ich unbedingt einmal hin und selbst ansehen, wo dieses Mikroskop einmal gestanden hat!

St. Bart’s (so wird St. Bartholomew’s Hospital in London allgemein genannt) liegt im Londoner Stadtteil Smithfield, in Sichtweite der berühmten Markthalle. Das Gelände liegt nur wenige Gehminuten von der Themse (z.B. Viktoria Embankment) entfernt, wer mag, kann unterwegs noch an der Temple Church (Dan Brown lässt grüßen) und dem dazugehörenden Viertel Halt machen. Wir waren leider nicht besonders gut vorbereitet, sodass wir sowohl das Klnikmuseum als auch die Räumlichkeiten des Colleges nicht gesehen haben. St. Bart’s ist heute ein wildes Durcheinander von historischen Renaissance-Bauten und schmucklosen Neubauten, die aneinandergequetscht wurden. Sich hier zurechtzufinden, ist nicht einfach. Der freundliche Pförtner brachte uns bis zur Pathologie (Es ehrt ihn, dass er ohne zu fragen ein deutsches Ehepaar mit Fotoapparaten um den Hals zur Pathologie leitete!), und da standen wir nun am Ziel. Es schloss sich für mich der Kreis: Hier muss es gestanden haben, mein verputztes Watson!


Auch die Londoner Offiziellen haben es aufgegeben: Barts heißt Barts!


Die Renaissance-Fassade des St Bart's Hospital


Widmungsinschrift zu Heinrich VIII. (der mit dem Frauenproblem)


Im Innenhof von St. Bart's Hospital: Die Pathologie (inkl. Bentley auf dem Chefarztparkplatz...)


Inschrift über dem historischen Eingang in bestem Shakespeare English: Was immer deine Hände zu tun finden, tue es so gut du irgend kannst (okay, etwas frei übersetzt...)

Was lehrt uns das? Es gibt bei Sammlungsstücken auch und gerade einen ideellen Wert, der sich abseits des taxierbaren Kurses bewegt, und den pekuniären Wert durch die Freude, die man an dem Exponat hat, deutlich übersteigen kann.

Herzliche Grüße,
Florian



[1] http://www.savonabooks.free-online.co.uk/watson/table.htm
[2] http://www.asiuk.net/mkrwat/w200108.jpg
[3] Bracegirdle B: Notes on Modern Microscope Manufacturers, Hornsea 1996, S. 78 ff
[4] zitiert bei Turner LE: Collecting Microscpes, London 1981, S. 78
[5] http://en.wikipedia.org/wiki/St_Bartholomew's_Hospital


« Letzte Änderung: August 23, 2012, 13:03:12 Nachmittag von Florian Stellmacher »
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 40 (DL, Pol, AL-Fluoreszenz)
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Leitz Orthoplan (DL, DF, Pol, AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

Holger Adelmann

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Re: Total verputzt: Continental Style made in England - das Watson Praxis
« Antwort #1 am: August 23, 2012, 12:01:31 Nachmittag »
Lieber Florian,

Herzlichen Dank für diese wunderschöne Story, hat sehr viel Spass gemacht, an den Leiden des jumgen F teilzunehmen. Aber auch der Endlandbesuch ist toll geschildert, der Bentley auf dem Chefparkplatz hat ja dann wohl auch den richtigen Motivationskick für Lübeck gegeben, hoffe ich.

Herzliche Grüsse,

Holger

Heino Lauer

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Re: Total verputzt: Continental Style made in England - das Watson Praxis
« Antwort #2 am: August 23, 2012, 12:08:04 Nachmittag »
Lieber Florian,

auch von mir herzlichen Dank für diesen schönen und berührenden Bericht. Habe ich sehr gern gelesen!

Herzlicher Gruß

Heino
Mikroskope:
Leitz Orthoplan
Zeiss Standard 18
Leitz SM

MarkusP

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Re: Total verputzt: Continental Style made in England - das Watson Praxis
« Antwort #3 am: August 23, 2012, 15:48:42 Nachmittag »
Hallo Florian,

ich habe gerade mit Freude Deinen Bericht gelesen und ich finde es bemerkenswert wie sich jemand mit der Geschichte eines "in die Jahre" gekommenen Mikroskops auseinandersetzt. Ich denke Du betrachtest das Mikroskop seitdem mit anderen Augen  ;)
Meine Arbeitsmikroskop:
Zeiss Standard 14 mit Phako

Vorstellung: Hier klicken

wilfried48

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Re: Total verputzt: Continental Style made in England - das Watson Praxis
« Antwort #4 am: August 23, 2012, 17:16:59 Nachmittag »
Lieber Florian,

schöne Geschichte.

Ich kann sehr gut mitfühlen, obwohl völlig fachfremd.

Mir geht es immer ähnlich, wenn ich die Zeiss Replika des Abbe´schen Stativs mit dem Diffraktionszubehör in Händen halte.

Obwohl wie neu aussehend und sicher völlig ohne historischen Sammlerwert bekommt man mit dem Gerät ein Gefühl wie damals gearbeitet wurde.

Natürlich wäre das noch besser, wenn es ein Original wäre.

viele Grüsse
Wilfried

vorzugsweise per Du

Hobbymikroskope:
Zeiss Axiophot,  AL/DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Axiovert 35, DL/Ph/DIC/Epi-Fl
Zeiss Universal Pol,  AL/DL
Zeiss Stemi 2000 C
Nikon Labo-/Optiphot mit CF ELWD Objektiven

Sammlung ca. 100 Zeiss Mikroskope
https://www.mikroskopie-forum.de/index.php?topic=107.0

Klaus

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Re: Total verputzt: Continental Style made in England - das Watson Praxis
« Antwort #5 am: August 23, 2012, 18:32:26 Nachmittag »
Hallo Florian,

schöne Story! Hast Du eventuell noch in Erfahrung bringen können, ob es sich um den Dr. Watson von Sherlock Holmes handelt? Holmes hat doch auch immer eine Lupe eingesetzt und die Zeit (Anfang 20. Jahrhundert stimmt auch!)  ;)

Gruß

Klaus


Florian Stellmacher

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Re: Total verputzt: Continental Style made in England - das Watson Praxis
« Antwort #6 am: August 23, 2012, 19:34:59 Nachmittag »
Lieber Holger,
lieber Heino,
lieber Markus,
lieber Klaus,

ich freue mich, dass Ihr die Geschichte mit Interesse und etwas Freude gelesen habt. So kann Sammeln eben auch aussehen!

Herzliche Grüße,
Florian
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 40 (DL, Pol, AL-Fluoreszenz)
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
Leitz Orthoplan (DL, DF, Pol, AL-Fluoreszenz)
Zeiss Axiophot (DIK und AL-Fluoreszenz)
Wild M400 Fotomakroskop (DL, DF, AL, Pol)

Florian Stellmacher

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Re: Total verputzt: Continental Style made in England - das Watson Praxis
« Antwort #7 am: August 23, 2012, 19:37:12 Nachmittag »
Lieber Wilfried,

die Zeiss-Replik mit dem Diffraktionsapparat habe ich auch in meiner Sammlung und halte sie in Ehren - das ist trotzdem ein Original von Zeiss und ermöglicht Einblicke, die uns die "echten" Antiquitäten in dieser Form nicht ermöglichen.

Herzliche Grüße,
Florian
Vorwiegende Arbeitsmikroskope:
Zeiss Axioskop 40 (DL, Pol, AL-Fluoreszenz)
Olympus BHS (DL, Pol, Multidiskussionseinrichtung)
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Eckhard F. H.

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Re: Total verputzt: Continental Style made in England - das Watson Praxis
« Antwort #8 am: August 23, 2012, 21:09:16 Nachmittag »
Zitat
So kann Sammeln eben auch aussehen!

Aber auch so: Ein Bekannter konnte in seiner Sturm- und Drangzeit alles, was mit Militär zusammenhing nicht ausstehen und wurde logischerweise als Wehrpflichtiger in Unehren entlassen. Später sammelte er leidenschaftlich Militaria und in seinem Wohnzimmer saß sogar ein lebensgroßer Soldat in der Ecke.  Auch Menschen machen gelegentlich eine geistige Metamorphose durch ;D
Gruß - EFH

Peter V.

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Re: Total verputzt: Continental Style made in England - das Watson Praxis
« Antwort #9 am: August 23, 2012, 22:56:34 Nachmittag »
Lieber Florian,

Danke für dieses hochinteressante und "liebevolle" Posting zu dem hier leider viel zu wenig vertretenen Thema "Historische Mikroskope".

Herzliche Grüße
Peter
Bzgl. Netiquette: Heinrich Lübke, Bundespräsident 1959 - 1969: You can say you to me!
"Die Natur kennt keinen rechten Winkel" (Herbert Knebel)

beamish

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Re: Total verputzt: Continental Style made in England - das Watson Praxis
« Antwort #10 am: August 23, 2012, 23:09:09 Nachmittag »
Danke Florian für diese schöne Story, ja schon fast ein Fotoroman  ;) !!

Das zeigt, daß das "Verputzen" dieses Stativs auch wieder nur ein Stück mehr Geschichte zu seiner Laufbahn hinzufügte.
Vermutlich grinst es jetzt stolz, denn als normal heruntergekommenes Mikroskop hätte es vielleicht nie die Karriere geschafft, von allen Seiten im Internet betrachtet werden zu können...


Solche Beiträge liebe ich!

Herzlich

Martin
Zeiss RA mit Trinotubus 0/100
No-Name China-Stereomikroskop mit Trinotubus
beide mit Canon EOS 500D

Florian Stellmacher

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Re: Total verputzt: Continental Style made in England - das Watson Praxis
« Antwort #11 am: August 24, 2012, 07:29:50 Vormittag »
Lieber Peter,
lieber Martin,

vielen Dank für die warmen Worte.

Das Watson steht inzwischen wieder neben einem Hensoldt, einem Leitz, einem Winkel und einem Bausch & Lomb im Regal und macht dort eine gute Figur, obwohl es lackmäßig der einzige Nudist in dieser Reihe ist. Aber wer so eine Geschichte aufzuweisen hat, darf sich die Exzentrizität eines englischen Gentleman ja wohl erlauben.  ;)

Herzliche Grüße,
Florian
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