Autor Thema: Dünnschliff Ahrweiler  (Gelesen 5660 mal)

Erik W.

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Dünnschliff Ahrweiler
« am: November 05, 2012, 20:39:13 Nachmittag »
Liebe Dünnschlifffreunde,

in der Nähe des ehemaligen Bonner Regierungsbunkers bei Ahrweiler (seit 2007 Gedenkstätte) habe ich einen Stein gefunden und davon einen Dünnschliff angefertigt.

Zu sehen ist zonierter Plagioklas Titanaugit, welche für Vulkanite typisch sind. Bei den kleinen braunen Leistenresten im LPL handelt es sich um Biotit.



Größeres Bild: http://www.mikroansichten.de/data/storage/attachments/13522895868792.jpg

Viele Grüße

Erik

 
« Letzte Änderung: November 10, 2012, 12:05:37 Nachmittag von Erik W. »

olaf.med

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Re: Dünnschliff Ahrweiler
« Antwort #1 am: November 06, 2012, 08:36:24 Vormittag »
Lieber Erik,

entschuldige bitte daß ich schon wieder insistiere, aber Deine zonierten Kristalle sind wieder einmal Titanaugite (Pyroxene). Diese sind durch ein hohes Relief (hoher Brechungsindex), leicht bräunliche Eigenfarbe und Spaltbarkeit gekennzeichnet, während Feldspäte farblos sind und ein ganz niedriges Relief zeigen. Vulkanit ist naürlich richtig. Zur genauen Bezeichnung müßte man prüfen, ob man Foide findet und ob es in der Matrix doch kleine Feldspäte gibt.

Ansonsten schöner Dünnschliff!

Herzliche Grüße,

Olaf

Erik W.

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Re: Dünnschliff Ahrweiler
« Antwort #2 am: November 06, 2012, 17:51:25 Nachmittag »
Hallo Olaf,

vielen Dank für deine Hilfe. Ich habe mich oben korrigiert.

VG, Erik


Erik W.

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Re: Dünnschliff Ahrweiler
« Antwort #3 am: November 10, 2012, 12:09:53 Nachmittag »
Eine weitere Aufnahme des gleichen Schliffes bei höherer Vergrößerung zeigt eine glasartige Matrix mit vereinzelten Plagioklasen. In der Mitte des Bildes ist Biotit mit einem Titanaugit verwachsen. Bei den kleinen opaken Einschlüssen handelt es sich wahrscheinlich um Magnetit.



größeres Bild: http://www.mikroansichten.de/data/storage/attachments/13525452206567.jpg

Viele Grüße

Erik

 

olaf.med

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Re: Dünnschliff Ahrweiler
« Antwort #4 am: November 10, 2012, 14:01:19 Nachmittag »
Lieber Eric,

dieses neue Bild ist sehr instruktiv. Plagioklas ist nun eindeutig in der Grundmasse zu sehen. Ich vermute, dass auch noch Nephelin vohanden ist, aber das kann man alleine aus dem Foto nicht eindeutig sagen. Wenn dem so ist dann handelt es sich um einen Tephrit oder Basanit, sonst ist es einfach ein Basalt.

Gruß

Olaf

Erik W.

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Re: Dünnschliff Ahrweiler
« Antwort #5 am: November 10, 2012, 14:19:27 Nachmittag »
Hallo Olaf,

ich bin deinem Hinweis mit den Feldspatvertretern nachgegangen und habe Ausschau nach ihnen gehalten. Nephelin habe ich bisher noch nicht bewusst identifizieren können, was ich im ersten Augenblick dafür hielt war dann doch zweiachsig.

Viele Grüße

Erik
 

Erik W.

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Re: Dünnschliff Ahrweiler
« Antwort #6 am: November 10, 2012, 14:38:25 Nachmittag »
Ist das Nephelin (mit Ne beschriftet)? Manchmal sieht man ja den Wald vor lauter Bäumen nicht...



größeres Bild: http://www.mikroansichten.de/data/storage/attachments/13525544735408.jpg

VG, Erik

 

olaf.med

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Re: Dünnschliff Ahrweiler
« Antwort #7 am: November 10, 2012, 15:50:50 Nachmittag »
Nee, Eric,

Nephelin hat einen niedrigen Brechungsindex und sieht im Relief etwa so aus wie Feldspat. Es könnten die unverzwillingten Kristalle mit Grau I. Ordnung sein. Bei der geringen Größe muß man schon einige Klimmzüge machen, um zu erkennen, dass sie einachsig sind. Vielleicht gelingt es Dir ja einen hexagonalen Kopfschnitt zu finden. Guck mal hier:

ftp://ftp.min.rub.de/pub/Medenbach/Mineraloptik/

unter Teil II, 17. Folie

Gruß,

Olaf